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Anschnallen – es wird eine holprige Fahrt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (43/2020)

Nach drei aufeinanderfolgenden Wochen positiver Performance gab der S&P 500 in der vergangenen Woche leicht nach. Der Nachrichtenfluss wurde von den Schlagzeilen rund um die Verhandlungen über eine weitere Runde von Konjunkturmaßnahmen aus Washington dominiert. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Wer die Wahl gewinnt ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft ist noch wichtiger

Die volle Aufmerksamkeit der Welt ist auf das Rennen um das Oval Office gerichtet, das am 3. November 2020 bevorsteht, aber die Aktienmärkte orientieren sich an den Ergebnissen der Verhandlungen über eine weitere Runde von Fiskalmaßnahmen aus Washington. Die Märkte stiegen aufgrund von Anzeichen für einen parteiischen Kompromiss und gaben nach, sobald die Nachricht von einer erneuten Pattsituation bekannt wurde.

Die Tatsache, dass die Marktbewegungen stärker von den Aussichten auf fiskalische Stimuli als von der bevorstehenden Wahl beeinflusst wurden, signalisiert eines: Diese Wahl ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft und die Unternehmensgewinne werden nach dem Abklingen des Wahlrausches ein stärkerer und dauerhafterer Motor für die Wirtschaft sein.

Der Bärenmarkt verwandelt sich in einen Bullenmarkt

Der 23. März war das Bärenmarkttief der Pandemie, mit dem schnellsten Rückgang in der Geschichte von Rekordhochs bis zur Bodenbildung. Der S&P 500 fiel in etwas mehr als einem Monat um 35% und löste die erste Baisse seit mehr als einem Jahrzehnt aus.

Der Rückgang war schwer und erschütternd, aber Disziplin und Perspektive wurden belohnt, da der 23. März den Wendepunkt am Aktienmarkt darstellte. Die US-Aktienmärkte sind auf neue Höchststände zurückgekehrt, darunter eine 60%ige Rallye von Ende März bis Anfang September, einer der kräftigsten Starts einer Markterholung in der Geschichte.

Schwarzer Montag legt die Messlatte für die Volatilität fest

Letzte Woche war der 33. Jahrestag des so genannten “Schwarzen Montags”. Am 19. Oktober 1987 fiel der Dow Jones Industrial Average um 23% (damals 508 Punkte), der größte Ein-Tages-Rückgang für den Aktienmarkt. Der zweitgrößte Rückgang der Börsengeschichte erfolgte dieses Jahr, als der Dow Jones am 16. März um 13% (2.997 Punkte) fiel.

Der Schwarze Montag ist eine gute Erinnerung daran, warum es wichtig ist, nicht in Panik zu geraten oder seine Strategie aufzugeben, wenn die täglichen Rückgänge extreme Ausmaße annehmen. Der Dow hatte zwei Tage nach dem Schwarzen Montag seinen achtstärksten Tag in der Geschichte (Anstieg um 10% am 21.10.) und Anfang dieses Jahres seinen viertbesten Tag in der Geschichte, mit einem Anstieg von mehr als 11% am 24. März 2020. In diesem Sinne sollten sie sich lieber anschnallen, aber auf keinen Fall aussteigen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Auf und Ab an den Märkten geht weiter – wer sitzt fest im Sattel? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (37/2020)

Die Märkte waren in dieser Woche wieder sehr stark in Bewegung. Besonders war hierbei der Ungleichtakt zwischen den USA und Europa. Ähnliches Bild konnten wir an den Rohstoffmärkten sehen – während sich Gold und Silber nur marginal veränderten, geriet Öl (-6,42%) enorm unter Druck – das freut derzeit die Autofahrer. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Trump fest im Sattel, aber wer hält die Zügel?

Die Märkte in den USA schlossen alle samt im Minus (Dow Jones -1,66%, NASDAQ -4,60% und S&P 500 -2,51%). Dies wäre zur Vorwoche sicherlich nicht stark verwunderlich, wenn nicht die europäischen Indizes mit einem Plus schlossen (DAX 2,80%, Euro Stoxx 1,69%).

Sicherlich hat die “Labor Day” Woche rund um die Trauerfeier anlässlich 9/11 ihren Anteil an der schwachen Woche an den US-Märkten gehabt. Doch auch der US-Wahlkampf wird seinen Einfluss auf die Zurückhaltung an den amerikanischen Märkten haben. Nachdem Trump in den letzten Umfragewerten deutlich aufholen konnte, wird sich wohl Verunsicherung breit machen bei den Anlegern, ob des Ausgangs der Wahl und der zukünftigen Wirtschaftsausrichtung im Land.

Die EU und Euro-Zone sollte sich gut festhalten

Die EU hat die Bruttoinlandszahlen der Mitgliedsstaaten diese Woche vorgestellt. Dabei waren sicherlich keine Jubelsprünge zu erwarten, aber die vorgelegten Zahlen sorgten dennoch für Ernüchterung. Die EU verzeichnete ein Minus von 12,1% und die Euro-Zone -11,9%. Von Erholung sind wir also weiterhin noch entfernt. Die größten Verlierer sind dabei die alt-bekannten Länder Spanien (-18,5%), Portugal (-14,1%) und Frankreich (-13,8%). Deutschland liegt mit -10,1% im Mittelfeld.

Als wäre die Krise nicht genug, bäumt sich ein vermeintlich beruhigtes Pferd wieder auf. Zwischen der EU und Großbritannien ist ein Streit entstanden, da die festgelegten Austrittsvereinbarungen wohl souveräne Staaten in ihrem Freihandelsabkommen beschneiden. Wie lang wird dieser wilde Rodeo noch andauern?

Gibt die FED nächste Woche den Märkten die Sporen?

Die EZB hat in ihrer Sitzung am Donnerstag verkündet keine Lockerungssignale auszusenden. Was die vorgelegten GDP-Zahlen wohl auch kaum begründen würden. Von ihrem PEPP-Programm in Höhe von 1,35 Billionen € wurden erst 500 Mrd. € ausgeschöpft und das langjährige Inflationsziel von knapp unter 2% ist ebenfalls weit entfernt.

Die FED hat bereits einen Strategiewechsel verkündet und alle sind auf die Aussagen nächste Woche gespannt und die Reaktionen an den Märkten. Die FED will nun Inflationszahlen über zwei Prozent tolerieren, wenn sie vorher lange darunter lag. Doch wie sehen dann die Maßnahmen von der FED aus? Wir werden es nächste Woche spätestens wissen.

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Spezial: Der Wettlauf zum Goldberg – Bezos, Zuckerberg und Musk | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (34/2020)

Wer erinnert sich noch an die guten, alten Geschichten aus Entenhausen? Dort lebt die reichste Ente der Welt in einem Geldspeicher. Und sie liebt nichts mehr, als in ihrem Goldberg zu schwimmen. Was nach reiner Fantasterei klingt, wird heutzutage zur Realität. Werfen wir einen Blick darauf in unserem Spezial, was vergangene Woche die Reichsten und Einflussreichen bewegt hat.

Das Spiel in dieser Woche ging um Rekordhochs!

Der NASDAQ erreichte diese Woche ein weiteres Rekordhoch und der S&P 500 übertraf das im Februar erreichte Rekordhoch aus der Zeit vor der Pandemie. Die Reiter dieser Rekordwelle sind jedoch nur eine kleine Anzahl an Unternehmen.

Natürlich sind das Apple, Amazon, Facebook, Alphabet und Tesla und die Gründer dieser Unternehmen sind gleichzeitig das Markenzeichen der Unternehmen. Von Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Elon Musk hat schon jeder gehört. Allein in diesem Jahr ist das Vermögen von Jeff Bezos um über 70 Milliarden Dollar gewachsen, was seine Scheidungskosten von 38 Milliarden Dollar mehr als ausgleicht – gar nicht so schlecht.

Auch Elon Musk, der Gründer von Tesla, hat in letzter Zeit viele Schlagzeilen gemacht und ist jetzt der viertreichste Mann der Welt. Sein Vermögen ist dieses Jahr um über 50 Milliarden US-Dollar gewachsen und seine Firma Tesla gehört nun zu den 10 größten Unternehmen im S&P 500, was ihre Marktkapitalisierung betrifft. Nur um es besser Vergleichen zu können – Tesla ist nun wertvoller als alle europäischen Autohersteller zusammen.

Der Aktienmarkt hat sich also so gut entwickelt, dass sogar Goldman Sachs sein Jahresendziel für den S&P 500 auf 3.600 Punkte angehoben hat. Aus heutiger Sicht bedeutet dies weitere 5,97% positive Performance, was den S&P 500 auf 11,43% zum Jahresultimo bringen würde.

Erholung dauert lang – hier wiederlegende Statistiken:

Wenn wir auf frühere Bärenmärkte seit 1956 zurückblicken, stellen wir fest, dass es im Durchschnitt vier Jahre dauerte, bis sich Aktien von einem Tief auf ein neues Rekordhoch erholten. Letzte Woche bewies der S&P 500 das Gegenteil, als er innerhalb von nur sechs Monaten nach dem März-Tief von 2,304 Punkten ein neues Rekordhoch erreichte – das ist so ziemlich die schnellste Erholung, die bisher verzeichnet wurde.

Wir sollten uns fragen, ob das alles zu schön ist, um wahr zu sein. Immerhin sind in der US-Wirtschaft immer noch fast 13 Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen aufgrund der Pandemie. Und die derzeit guten Arbeitsmarktzahlen in den USA sind mit Vorsicht zu genießen. Es wurden zwar mehr Arbeitsplätze geschaffen, als die meisten Menschen erwartet hätten, die Zugewinnen sich aber in Wirklichkeit um unverhältnismäßig viele Teilzeitbeschäftigte handeln – was bedeutet, dass die Menschen wieder zu Arbeitsplätzen mit weniger Arbeitsstunden und weniger Bezahlung zurückkehren.

Aber die Börse sieht die Realität anders. Amerikas Lieblingsunternehmen Apple hat nun die magische 2 Billionen Dollar Market Cap durchbrochen und ist nun das wertvollste Unternehmen des Planeten.

Der gesamte Technologiesektor macht jetzt 30,7% der Marktkapitalisierung des amerikanischen Aktienmarktes aus. Allein der Technologiesektor war die treibende Kraft hinter der schnellen Erholung der Aktienmärkte. Um die Jahrtausendwende während der Dotcom-Blase war die Marktkapitalisierung der Technologieaktien noch höher, nämlich 33% des gesamten amerikanischen Aktienmarktes – und wir alle wissen, wie diese Geschichte endete. Sollten wir also besorgt sein? Befinden wir uns in der Mitte der nächsten Blase – der so genannten FANG-Blase?

Laut Citigroup, ja! Das Panik / Euphorie-Modell der Citigroup hatte kürzlich den höchsten Stand seit 2002. Die Bank of America Merrill Lynch kommentierte in ihrer Mitte Juli durchgeführten Umfrage unter globalen Fondsmanagern, dass 71% der Fondsmanager immer noch der Meinung sind, dass der Aktienmarkt ‘überbewertet’ ist, während rekordverdächtige 74% der Fondsmanager glauben, dass US-Technologieaktien der ‘most crowded trade’ sind, und das ist der höchste Wert in der Geschichte der Umfrage.

In der Zwischenzeit geht der Wettlauf um die Reichtümer weiter und die Gewinner werden in Geld schwimmen.

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Das Virus, dessen Namen nicht mehr genannt werden soll | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (14/2020)

Jeden Tag infizieren sich mehr Menschen mit dem Virus, dessen Namen wir nicht mehr nennen werden. Die Zahl der aktiven Fälle hat fast eine Million erreicht. Mehr als 250 Tausend Menschen haben sich bisher von dem Virus erholt. Dennoch steht die Menschheit vor einem schweren Kampf. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Arbeitslosigkeit nimmt rasant zu

Das öffentliche Leben, wie wir es kennen, wird von Tag zu Tag weiter heruntergefahren. In Deutschland heißt es noch „Kontaktsperre“ während anderer Länder härtere Maßnahmen ergreifen. Dies hat jedoch seinen Preis. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März hierzulande bundesweit 2,335 Millionen Menschen ohne Job. Das entspricht eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent – 60.000 Menschen weniger als im Februar. Allerdings muss man diese Angaben mit Vorsicht genießen – hier wurden Daten berücksichtig, die bis zum 12. März eingegangen sind. Die bevorstehende Arbeitslosenquote für April dürfte wesentlich schlechter ausfallen. 

Jede Woche beantragen weitere Amerikaner Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Laut den Zahlen des US-Ministeriums verloren im März landesweit mehr als zehn Millionen Amerikaner ihre Jobs. Allein in der vergangenen Woche meldete sich eine Rekordzahl von knapp 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos. Experten zufolge ist mit einer dramatischen Verschlechterung der Arbeitsmarktlage in den USA zu rechnen.

Yuval Noah Harari: die Welt nach dem Virus

Yuval Noah Harari, Historiker & Bestseller-Autor, schrieb folgendes in seiner neuesten Kolumne für Financial Times:

Auch dieser Sturm wird vorübergehen. Aber die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, könnte unser Leben für die kommenden Jahre verändern. Die Menschheit befindet sich in mitten einer globalen Krise – vielleicht die größte Krise unserer Generation. Die Entscheidungen, die „wir“ in den nächsten Wochen treffen, werden die Welt für die kommenden Jahre / Dekade prägen. Sie werden nicht nur unseren Alltag, sondern auch unsere Wirtschaft, Politik und Kultur prägen. Wir müssen vor allem die langfristigen Folgen unseres Handelns in Betracht ziehen. […] Viele kurzfristige Notfallmaßnahmen (wie Quarantänen, Kontaktsperren, Online-Konferenzen und Helikoptergeld) werden zu einem festen Bestandteil des Lebens danach sein. Die Menschheit steht gerade vor zwei besonders wichtigen Entscheidungen: zwischen totalitärer Überwachung und der stärkeren Einbindung der Bürger und zwischen nationalistischer Isolation und globaler Solidarität. 

Für welchen Weg werden wir uns entscheiden? Isolation oder Solidarität? Wir müssen uns jetzt entscheiden!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf das OPEC-Treffen am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick. Bis dahin bleiben Sie gesund!Lesen Sie hier den vollständigen Artikel von Yuval Harari: https://www.ft.com/content/19d90308-6858-11ea-a3c9-1fe6fedcca75

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Die Notenbankhelden & das Coronavirus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (10/2020)

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in China geht zurück! Angesichts der positiven Nachrichten stieg der chinesische Leitindex CSI 300 vergangene Woche um mehr als fünf Prozent. Doch die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zeigen sich mit dem Coronavirus etwas überfordert zu sein. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Coronavirus zwingt China in die Knie

Die chinesische Mediengruppe Caixin und das Institut IHS Markit teilten am vergangenen Montag mit, dass Produktion, Aufträge und Beschäftigtenzahl im Februar so stark gefallen sind wie noch nie seit Beginn der monatlichen Umfrage vor rund 16 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex brach dadurch um 10,8 auf 40,3 Punkte ein, was einen Rückgang von minus 21,14 Prozent entspricht.

Experten gehen aber davon aus, dass die chinesische Industrie im März wieder Fuß fasst. “Harte Daten wie der tägliche Kohleverbrauch deuten weiter darauf hin, dass Unternehmen ihre Produktion wieder aufnehmen und die chinesische Wirtschaft sich allmählich erholt”, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik ist zuletzt merklich gesunken, ebenso die der Toten.

Aus der Ferne betrachtet, reagieren viele in China auf die Entwicklungen in Europa und in den USA mit einer Mischung aus Schock und Freude. Die Chinesen finden es schwer zu glauben, dass die Supermächte der Welt ihre Reaktion auf das Virus vermasselt haben, selbst nachdem sie Wochen Zeit hatten, sich auf seine mögliche Ankunft vorzubereiten.

Die Notenbankhelden sind jetzt gefragt

Dass die großen Zentralbanken bereit stehen um sich gegen den Abschwung der Weltwirtschaft zu stemmen haben sie nicht nur signalisiert, sie sind auch bereits zur Tat geschritten. Christine Lagarde hat „angemessene und zielgerichtete Maßnahmen“ in Aussicht gestellt, um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzuwirken. Die EZB beobachte die Entwicklung der Wirtschaft und der Inflation ganz genau. Die Fed hat sich dazu entschieden, in einem außerplanmäßigen Schritt den Leitzins um 50 BP zu senken.

Die Märkte hatten mit diesem Schritt erst bei der nächsten Fed-Sitzung am 17./18. März gerechnet. Dass die US-Notenbank nicht bis zur nächsten Sitzung warten wollte, deuten die Marktteilnehmer als eine sehr pessimistische Sicht der Fed auf die Auswirkung des Coronavirus auf die Weltwirtschaft – Die Bank of Japan (BoJ) hat in einer Notfallerklärung zu Beginn der Woche bereits klar gemacht, dass sie bereitstehe den Markt mit weiterer Liquidität zu versorgen und dadurch zu stabilisieren. Dabei hat die BoJ angeboten, Staatsanleihen im Volumen von 500 Mrd. JPY (4,2 Mrd. Euro) zu erwerben. Die großen Notenbanken tun also wieder das was sie am besten können: sich mit niedrigeren Zinsen und noch weiterer Liquidität gegen den Abschwung der Wirtschaft zu stemmen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht eines Tages an den Punkt gelangen, indem wir in diesen Geldschwemmen ertrinken, sondern dass die Weltwirtschaft stark genug ist, um ohne diese Droge zu wachsen. Auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg vor uns steht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Und wieder einmal stehen die großen Notenbanken bereit, um die Märkte zu stützen | Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski, Februar 2020

Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski | Leiter Research und stellvertretender Leiter Portfoliomanagement und Handel, AMF Capital AG | www.amf-capital.de

Dass das Coronavirus eine Auswirkung auf das weltweite Wirtschafswachstum haben wird, dürfte mittlerweile jedem klar geworden sein. Im besten Fall geht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums auf +2,4% (zuvor: +2,9%) für dieses Jahr aus. Hierbei müsste das Coronavirus allerdings eingedämmt werden, bevor es weiteren Schaden für die Wirtschaft hinterlässt. Durch das gehemmte Wachstum in diesem Jahr würde es nach Ansicht der OECD dann aber zu Nachholeffekten im kommenden Jahr kommen und das Wachstum auf +3,3% (zuvor: +3,0%) anziehen. Für Europa rechnet die OECD in diesem Szenario mit einem Wirtschaftswachstum von +0,8% (zuvor: +1,1%). In China wird mit einem Rückgang des Wachstums auf +4,9% (zuvor: 5,7%) gerechnet. Sollte es allerdings nicht gelingen, den Virus einzudämmen und es zu einer immer weiteren Ausbreitung auf andere Länder kommen, so wird im Worst-Case-Szenario von einem Weltwirtschaftswachstum von nur noch +1,5% ausgegangen. In diesem Szenario empfiehlt die OECD koordinierte multilaterale Maßnahmen zu ergreifen und die Staatsausgaben auszuweiten.

Dass die großen Zentralbanken bereit stehen um sich gegen den Abschwung der Weltwirtschaft zu stemmen haben sie nicht nur signalisiert, sie sind auch bereits zur Tat geschritten. Christine Lagarde hat „angemessene und zielgerichtete Maßnahmen“ in Aussicht gestellt, um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzuwirken. Die EZB beobachte die Entwicklung der Wirtschaft und der Inflation ganz genau. Die Fed hat sich dazu entschieden, in einem außerplanmäßigen Schritt den Leitzins um 50 BP auf 1,0% bis 1,25% (zuvor: 1,5% bis 1,75%) zu senken. Die Märkte hatten mit diesem Schritt erst bei der nächsten Fed-Sitzung am 17./18. März gerechnet. Dass die US-Notenbank nicht bis zur nächsten Sitzung warten wollte, deuten die Marktteilnehmer als eine sehr pessimistische Sicht der Fed auf die Auswirkung des Coronavirus auf die Weltwirtschaft – Die Bank of Japan (BoJ) hat in einer Notfallerklärung zu Beginn der Woche bereits klar gemacht, dass sie bereitstehe den Markt mit weiterer Liquidität zu versorgen und dadurch zu stabilisieren. Dabei hat die BoJ angeboten, Staatsanleihen im Volumen von 500 Mrd. JPY (4,2 Mrd. Euro) zu erwerben. Die großen Notenbanken tun also wieder das was sie am besten können: sich mit niedrigeren Zinsen und noch weiterer Liquidität gegen den Abschwung der Wirtschaft zu stemmen. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht eines Tages an den Punkt gelangen, indem wir in diesen Geldschwemmen ertrinken, sondern dass die Weltwirtschaft stark genug ist, um ohne diese Droge zu wachsen. Auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg vor uns steht.

Konjunktur

Die aktuellen Stimmungsindikatoren zeigen, dass die Stimmung bei den Unternehmen noch nicht so schlecht ist wie die Prognosen der Analysten zeigen. Allerdings sind die meisten Stimmungsindikatoren im Moment mit Vorsicht zu genießen, da die Entwicklung des Coronavirus nicht komplett enthalten ist. So ist z.B. der Einkaufsmanagerindex für die Industrie in Europa auf 49,2 Punkte (Vm: 47,9 Punkte; [e]: 49,1 Punkte) für Februar angestiegen. Allerdings fand die Befragung im Zeitraum vom 12. Februar bis 21. Februar statt und somit ist die doch stärkere Ausbreitung des Virus nur zu Teilen in den Daten enthalten.

Sollte sich das Coronavirus zu einer Pandemie ausbreiten wäre davon besonders Deutschland als Exportnation betroffen. Die Verunsicherung darüber lässt sich jedoch nicht aus den Zahlen des Ifo-Instituts lesen. Das Barometer für das Geschäftsklima in Deutschland ist im Monat Februar sogar überraschend auf 96,1 Punkte (Vm: 96,0 Punkte; [e]: 95,3 Punkte) leicht angestiegen. Die Unternehmen beurteilen dabei ihre aktuelle Lage pessimistischer als im Vormonat, jedoch die Aussichten in den kommenden Monaten als besser. Allerdings gilt auch hier, dass große Teile der Entwicklung des Coronavirus gar nicht in den Daten enthalten sind. Die Ausbreitung des Virus und dessen Entwicklung in Italien und Südkorea sind z.B. gar nicht in den Daten erfasst.

Dass die Stimmung bei den Analysten und institutionellen Anlegern sich deutlich eingetrübt haben lässt sich nicht nur an den weltweiten Aktienindizes ablesen. Auch der ZEW-Index vermeldetet den ersten Rückgang nach drei Anstiegen in Folge. Der ZEW-Index für die Erwartungen des deutschen Wirtschafswachstums in den kommenden sechs Monaten ging auf +8,7 Punkten (Vm: 26,7 Punkte; [e]: +21,5 Punkte) deutlich zurück. Der Stichtag für die Befragung beim ZEW-Index war allerdings hier der 14. Februar 2020, womit auch hier ein deutlicher Teil der Coronavirus-Entwicklung nicht enthalten ist. 

Während sich bei uns in Deutschland das Wirtschafswachstum um den Nullpunkt bewegt, verzeichnete die Wirtschaft in Japan im vierten Quartal eine Kontraktion von stolzen -1,6% (VQ: +1,8%; [e]: -3,8%). Dies stellt für Japan das schwächste Wachstum seit 2014 dar. Als Hauptgrund für den Einbruch des BIP können vor allem drei Faktoren verantwortlich sein: Zum einen kam es im Oktober in Japan zu einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 10% (zuvor: 8%), gemischt mit dem schwächeren Weltwirtschafswachstum führte dies zu einer Verringerung der Konsumentenausgaben in Höhe von 11,1%. Dass der Handelskonflikt dasWirtschaftswachstum in Japan hemmt, haben wir bereits schon in Ausgabe „November 2019“ beleuchtet. Hier kam es mittlerweile seit Dezember 2018 zu rückgängigen Exportzahlen. Als dritter Faktor erreichte ein großer Sturm im vierten Quartal Japan. Die Aussichten auf eine technische Rezession scheinen damit gegeben zu sein, schließlich dürfte auch Japans global ausgerichtete Wirtschaft unter den Auswirkungen des Coronavirus im ersten Quartal 2020 in Mittleidenschaft gezogen worden sein.

In den USA konnten die Häuserpreise auch im November zulegen. Wie aus den neuesten Daten des S&P/Case- Shiller-Index hervorgeht, kam es zu einem Anstieg von +2,85% (Vm: +2,55%; [e]: +2,85%) im Vergleich zum Vorjahr. Als Grund für den Anstieg kann weiterhin das niedrige Zinsumfeld für Hypothekenkredite herangezogen werden, dass durch die Zinssenkungen der Fed im letzten Jahr noch unterstützt wurde. Der US-Arbeitsmarkt dürfte zudem zu einer soliden Nachfrage beigetragen haben.

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski.






Coronavirus & die Psychologie der Massen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (09/2020)

Massenpanik, Hamsterkäufe, Marktverwerfungen. Das Coronavirus ist auch im Westen angekommen. Die Reaktion der Menschen ist sowohl an den Aktienmärkten sowie in den Supermärkten aus dem Ruder gelaufen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die psychische Ansteckung des Coronavirus

Gustav Le Bons schrieb einmal in seinem Buch ,Psychologie der Massen‘, dass „der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert und sich affektiv, zum Teil primitiv-barbarisch, verhält. In dieser Situation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung. Somit ist die Masse von Führern“ oder in unserem Fall von der Berichterstattung der Medien leicht zu lenken. 

Die vergangene (Börsen)Woche war nichts weniger als ein Beispiel für Le Bons „psychische Ansteckung“, denn noch viel ansteckender als das Coronavirus ist die Angst davor angesteckt zu werden. Aus diesem Grund gab es vergangene Woche in verschiedenen Orten Deutschlands einen Run auf haltbare Lebensmittel. Viele Deutsche haben aus Angst sogenannte Hamsterkäufe getätigt und bereiten sich auf das Schlimmste vor. Auch die Aktienmärkte weltweit haben direkt vom Rallye-Modus in den Sell-Off-Modus geschaltet, da Anleger, sowohl institutionelle als auch private, nach dem Motto „Cash is King“ gehandelt haben. 

Aktien- oder Hamsterkäufe

Wenn das Blut durch die Straßen fließe, soll Baron Rothschild gesagt haben, gelte es in die Zukunft zu investieren. Werfen wir einen Blick auf die unten geführte Performance-Tabelle der führenden globalen Indizes und wir sehen überall zweistellige negative Renditen. Der deutsche Leitindex DAX verlor in der vergangenen Woche 12,44 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average zeigt in der Wochenbilanz ein Minus von 12,36 Prozent. Überall sind wir von roten Zahlen umgeben, sodass man behaupten könnte, dass das Blut durch die Straßen fließt. Es lohnt sich sicherlich einen Blick auf die Einzelwerte zu werfen, die vergangene Woche massive Verluste einstecken mussten. 

Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet, mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen, begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance günstig Aktien zu erwerben. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Produktionszahlen des Caixin PMI Index aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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US-Konjunkturprognosen weit verfehlt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (08/2020)

In der abgelaufenen Börsenwoche haben die globalen Aktienmärkte überwiegend rote Zahlen geschrieben. Grund dafür: Das Coronavirus richtet weiterhin Verwüstungen an und die US-Konjunktur schrumpft zum ersten Mal seit der letzten Finanzkrise. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die US-Konjunktur überrascht mit roten Zahlen

Mit Ausnahme der Schließung der US-Regierung im Jahr 2013 schrumpfte die US-Konjunktur zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise im Februar. Dies geht aus den aktuellen Ergebnissen der Umfrage zum US-Markit-Einkaufsmanagerindex hervor. Die Erwartungen der Analysten wurden sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Produktionssektor weit verfehlt. Die Schwäche war vor allem im Dienstleistungssektor zu beobachten, wo der erste Rückgang seit vier Jahren zu verzeichnen war. Auch die Produktion im verarbeitenden Gewerbe kam fast zum Stillstand, da die Aufträge zum Erliegen gekommen sind.

Die Verschlechterung der Lage steht zum größten Teil im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus in China. Besonders unter Druck kamen der Reise- und Tourismussektor, da viele Flüge und Reisen nach Asien insbesonders nach China gestrichen wurden. Sinkende Exporte nach China setzen den US-Produktionssektor, aber auch den Produktionssektor in Deutschland massiv unter Druck. US-Unternehmen berichteten jedoch auch über eine erhöhte Vorsicht bei ihren Ausgaben, da sie sich Sorgen um eine breitere wirtschaftliche Verlangsamung und die Unsicherheit vor den Präsidentschaftswahlen im Laufe dieses Jahres machen.

In der vergangenen Woche sahen wir wieder einmal ein Lehrstück darüber, wie volatil die Aktienmärkte sein können und vor allem wie Angst und Gier das Anlegerverhalten bestimmen können. Die Woche fing insgesamt freundlich an bis die Angst um das Coronavirus und die US-PMI-Zahlen gegen Ende der Woche für schlechte Laune sorgten. Der deutsche Leitindex DAX verlor 1,2 Prozent. Der NASDAQ 100 zeigt in der Wochenbilanz ein Minus von 1,84 Prozent. Der chinesische Leitindex CSI 300 konnte aufgrund der Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbank (People’s Bank of Chine) überzeugen und schloss die Woche mit einem Plus von 4,06 Prozent ab.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den ifo-Geschäftsklimaindex am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Stahl- und Rohstoffmärkte auf Talfahrt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (07/2020)

Gerade als China und die USA begannen, ein Abkommen zu schließen, und die Handelsspannungen zwischen Peking und Washington DC nachließen, hat das neuartige Coronavirus die Angst und Unsicherheit vor allem auf den Stahl- und Rohstoffmärkten wieder verstärkt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Dr. Copper & Co. stellen die Auswirkungen des Coronavirus vor

Dr. Copper bzw. der Kupferpreis kann angeblich wichtige Wendepunkte in der Weltwirtschaft und auf dem Aktienmarkt vorhersagen. Vor einigen Jahren waren Wall Street-Analysten von dieser Fähigkeit so beeindruckt, dass sie zu dem Schluss kamen, Kupfer müsse einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften haben. Wenn die Korrelation immer noch besteht, steht dem Aktienmarkt eine massive Korrektur bevor. Da die chinesische Regierung aufgrund des Coronavirus Unternehmen zur Schließung zwingt, ist die industrielle Aktivität in der Region Wuhan stark zurückgegangen. Und da China ein bedeutender Kupferverbraucher ist, hat auch die Kupfernachfrage einen Schlag erlitten.

Zuletzt fiel der Kupferpreis deutlich unter die Marke von 6.000 US-Dollar je Tonne. Auch andere Industriemetalle haben kräftige Verluste erlitten – das gilt besonders für die Stahlindustrie. Wuhan ist nach wie vor eine wichtige stahlproduzierende Region und ein Verbindungspunkt, an dem die Rohstoffe über den Jangtse und den Han Shui-Fluss fließen, um u.a. die Wuhan Iron and Steel Corporation mit Eisenerz zu versorgen. Diese Flusstransportwege wurden aufgrund des Coronavirus auch bereits gesperrt.

Der Powell-Put treibt die Märkte zu neuen Höhen an

Doch die Börse brüllt und ignoriert alle Ansichten, die potenziell negative Folgen haben könnten. Wir stecken einfach den Kopf in den Sand und verlassen uns auf die Notenbanken. Das jüngste Ereignis des Coronavirus wurde völlig untertrieben oder gänzlich von den Aktienmärkten ignoriert. Wenn es schlimmer wird, kann die Fed einfach mehr Geld drucken und die Zinsen weiter senken.

Doch China macht über 19 Prozent des weltweiten BIP aus und ist tief in die globale Lieferkette integriert. Rund 156 chinesische Unternehmen sind an den US-Börsen notiert und weisen eine Gesamtmarktkapitalisierung von 1,2 Billionen US-Dollar auf. Fast ein Drittel der chinesischen Bevölkerung steht Berichten zufolge unter Quarantäne. Wirtschaftszentren wie Shenzhen, Peking und Shanghai, die einen erheblichen Teil des chinesischen BIP ausmachen, stehen alle unter Quarantäne. Gegenwärtig gleichen die Millionenmetropolen Chinas Geisterstädten. Experten zufolge ist der Höhepunkt noch lange nicht erreicht.

Wie stark die Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind, ist noch schwierig auszumachen.Doch eines ist sicher: Falls Chinas Metropolen länger unter Quarantäne bleiben, können selbst die Gelddruckmaschinen der Zentralbanken nicht viel einrichten. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf Zinsentscheidung der People’s Bank of China am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Der Aktienmarkt fürchtet nur eins | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (06/2020)

Das Coronavirus fordert, trotz drakonischen Maßnahmen der chinesischen Regierung, mehr Tote als die SARS-Pandemie von 2002/2003. Das erste Mal, dass wir überhaupt von dem Coronavirus gehört haben, ist erst einige Wochen her. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Coronavirus – der nächste Störfaktor für die Weltkonjunktur

Die Märkte befinden sich zurzeit im Griff des Coronavirus. Viele Anleger fühlen sich an 2002 erinnert, als China der Ausgangspunkt für den Ausbruch des SARS-Virus war. In einem Zeitraum von knapp zwei Jahren kam es damals weltweit zu 8.000 Infizierungen und 800 Toten. Bereits einige Wochen nach der Bekanntmachung des Coronavirus sind aktuell über 800 Tote und die Zahl der Infizierten weltweit ist überhaupt nicht klar. Tatsache ist, dass aktuell einiges nicht klar ist. Nichtsdestotrotz läuten die Alarmglocken, und zwar erstens, weil wir heute in einer sehr vernetzten Welt leben, in welcher die Ausbreitung eines solchen Virus gewaltige Konsequenzen haben kann. Und zweitens, ist der Schaden für die Weltwirtschaft, falls der Virus nicht gestoppt werden kann, möglicherweise hoch.

Der Anteil des chinesischen BIP an der Weltwirtschaft lag beim Ausbruch des SARS-Virus 2002/2003 bei knappen 5 Prozent, heute sind es 16,5 Prozent. Um die chinesische Wirtschaft zu stützen hat die People’s Bank of China (PBoC) den Markt mit Liquidität in Höhe von 1,2 Bio. Yuan (ca. 173,8 Mrd. USD) versorgt. Die Notenbank hat das Geld in Form von umgekehrten REPO-Geschäften zur Verfügung gestellt. Dabei kauft die PBoC den Banken Wertpapiere ab und pumpt dadurch Geld in den Markt. Hierdurch erhöht sich kurzfristig die Geldmenge im Wirtschafssystem. Es dürfte nicht die einzige Maßnahme bleiben, welche ergriffen wird – es wurde u.a. eine Senkung des Leitzinses in Aussicht gestellt, sagte Markus Mitrovski im aktuellen Main Value-Konjunkturrückblick.

Die Aktienmärkte fürchten nur eins…

Die Aktienmärkte haben wieder gezeigt, dass sie nichts fürchten – außer Liquiditätsknappheit. Die obengenannten Liquiditäts-Maßnahmen der People’s Bank of China konnten vergangene Woche die Aktienmärkte auf neue Rekordhöhen treiben, vor allem in den USA. Dort gibt es 156 chinesische Unternehmen, die an den US-Börsen notiert sind und eine Gesamtmarktkapitalisierung von 1,2 Billionen Dollar aufweisen. Der NASDAQ 100 schloss die Woche mit einem Plus von 4,56 Prozent, der S&P 500 mit einem Plus von 3,17 Prozent und der Dow Jones Industrial Average mit einem Plus von 3 Prozent.

Doch falls das Coronavirus in diesem Tempo grassiert, wird es selbst für die Notenbanken schwierig die Aktienmärkte aufrechtzuerhalten. Es gibt immer noch Grund zur Annahme, dass der wachsende Coronavirus-Ausbruch in China eingedämmt werden kann, sagte ein hochrangiger Beamter der Weltgesundheitsorganisation am Samstag und wies auf einige Anzeichen hin, dass sich die Krankheit möglicherweise nicht so schnell ausbreiten wird, wie befürchtet – hoffen wir, dass er Recht behält.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Ergebnisse des Verbraucherpreisindex aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen