Beiträge

Börsenweisheit: Wie der Januar so das ganze Jahr?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (05/2020)

Ein ereignisvoller Januar geht zu Ende. Der Coronavirus färbt die Börsen rot. Die Nachrichten über die „Epidemie“ überschwemmten die Nachrichten so sehr, dass wir beinahe vergessen haben, uns am Freitag von Großbritannien zu verabschieden. Heute möchten wir uns mit einer alten Börsenweisheit beschäftigen. Soll der Januar ein Vorzeichen für das laufende Jahr sein? Werfen wir einen Blick darauf!

Wir stellen den Mythos auf die Probe

Letztes Jahr um diese Zeit haben wir auf CNBC einen interessanten Artikel mit dem Titel „As goes January, so goes the year: Old Wall Street indicator puts odds of 2019 gain at more than 80%” gelesen. Übersetzt heißt es: Wie der Januar, so das ganze Jahr: Der alte Wall Street-Indikator prognostiziert die Gewinnchancen für 2019 auf mehr als 80%. Die alte Börsenweisheit bzw. das Januar-Barometer ist die Hypothese, dass die Aktienmarktperformance im Januar die Performance für den Rest des Jahres prognostiziert. Wenn der Aktienmarkt im Januar steigt, wird er voraussichtlich bis Ende des Jahres weiter steigen.

Im Jahr 2019 stieg der S&P 500 im Januar um 7,87 Prozent, das beste Ergebnis seit 1987. Wie wir wissen, schloss der S&P 500 das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 28,88 Prozent ab – wieder einmal hatte das Januar-Barometer Recht. Sollten wir diesen alten Weisheiten mehr Aufmerksamkeit schenken? Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, haben wir den deutschen Leitindex DAX 30 auf die Probe gestellt – siehe Tabelle unten.

Der deutsche Aktienindex bzw. der DAX 30 wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörse, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt. Er misst die Performance der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Der DAX wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und hat eine Historie von knapp 32 Jahren – um genauer zu sein 31 Jahre und 7 Monate. In 18 von 31 Jahren lag das Januar-Barometer vollkommen richtig. Das entspricht einer Trefferquote von 58,06 Prozent – weit entfernt von der 80-prozentigen Quote im S&P 500, die bis 1950 zurückgeht.

Im Jahr 1989 hätte man z.B. die DAX-Jahresperformance in Höhe von 34,83 Prozent nicht erwirtschaften können, da der Januar eine negative Entwicklung erzielte. Das Jahr 2008 wäre jedoch weniger holprig gewesen, wenn wir im Januar ausgestiegen wären. Das Januar-Barometer ist und bleibt ein Mythos. Wir sind uns jedoch sehr wohl bewusst, dass Menschen es lieben, einfache Regeln zu befolgen. Der DAX schloss den ersten Monat des Jahres mit einem Verlust von 2,02 Prozent. Der alten Börsenweisheit nach sollten wir jetzt aus dem Aktienmarkt aussteigen, oder sollen wir lieber den Gewinner des heutigen Super Bowl LIV abwarten? Eine weitere Börsenweisheit lautet „Hin und Her macht Taschen leer“, weshalb eine langfristige Orientierung die optimale Strategie ist.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Caixin PMI-Zahlen aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Auge um Auge | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (02/2020)

Auge um Auge und die Welt wird blind. Seit unserem letzten Wochenrückblick sieht die Welt nun wieder anders aus. Für Außenstehende ähnelt die Entwicklung an den Aktienmärkten und der Politik einer Achterbahnfahrt vom Feinsten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Auge um Auge, Zahn um Zahn! Und jetzt sind wir quitt?!

Ganz nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ bzw. dem Täter Gleiches mit Gleichem heimzuzahlen, hat der Iran am vergangenen Dienstag aus Vergeltung für die Ermordung seines Generals Qasem Soleimani zwei US-Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Die Angst vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten belastete die Aktienmärkte weltweit. Der Ölpreis dagegen schoss nach oben und näherte sich der magischen Marke von 70 USD je Barrel Brent – was sehr gewöhnlich ist, wenn ein Krieg droht.

Doch wie gewöhnlich kam alles anders als erwartet. Die ganze Welt hielt den Atem bis zur Rede von US-Präsident Trump am vergangenen Mittwoch an. Bei dem Angriff sind keine US-Soldaten ums Leben gekommen und nur minimale Schäden sind an den US-Militärstützpunkten entstanden. Trump möchte daher keine weiteren Eskalationen mit dem Iran verursachen. In seiner Rede am Mittwoch bittet er allerdings die NATO um mehr Unterstützung im Nahen Osten.

Die Bullen bleiben am Drücker – Risk On!

Der Krieg ist abgesagt worden! Die Aktienmärkte gehen wieder ins Rennen – also Risk On! Der DAX ist auf Rekordjagd und die amerikanischen Börsen kennen nur eine Richtung und zwar steil nach oben! Getrieben von Tesla, Facebook und Apple erreicht der NASDAQ 100 wieder mal einen neuen Höchststand und nähert sich dee Marke von 9.000 Punkten. Auch der deutsche Leitindex DAX nähert sich einem neuen Höchststand. Die vergangene Woche konnte er mit 2 Prozent positiver Performance abschließen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Verbrauchervertrauen-Zahlen von Reuters/Uni Michigan am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





USA vs. Iran: Eskalation erreicht neue Stufe | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (01/2020)

Das Jahr 2019 liegt endgültig hinter uns. Die Themen, die uns im vergangenen Jahr ‚Freude‘ bereitet haben werden uns auch im neuen Jahr weiterhin begleiten. Falls die bisherigen politischen Ereignisse zu langweilig waren dürfte die jüngste Eskalation zwischen den USA und dem Iran für genug Aufregung sorgen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Trump macht ernst und der Iran droht mit Konsequenzen

Nach der Ermordung des iranischen Generals Quasem Soleimani hat der jahrzehntelange Konflikt zwischen dem Iran und den USA eine neue Stufe erreicht. Der heutige anhaltende Konflikt zwischen den beiden Ländern geht auf das Jahr 1979 zurück, als die US-Botschaft während der iranischen Revolution von Demonstranten beschlagnahmt wurde. 52 Amerikaner wurden insgesamt 444 Tage lang als Geiseln gehalten. Die Spannungen stiegen 1988 an, als ein US-amerikanisches Kriegsschiff einen Flug der Iran Air abgeschossen hat und alle 290 Menschen an Bord tötete – der Airbus A300 sei fälschlicherweise für ein Kampfflugzeug gehalten worden. Seit Anfang der 2000er Jahre hat der Iran stets angedeutet, dass er Nuklearanlagen einschließlich einer Urananreicherungsanlage entwickelt, was immer wieder für Spannungen gesorgt hat.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani warnte, dass die Amerikaner Konsequenzen für die Tötung Soleimanis “nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahren” zu befürchten hätten. Trump sagte am Freitag, er habe den Tod von Soleimani, einem der mächtigsten Männer Irans, angeordnet, um einen Krieg zu verhindern, nicht um einen zu beginnen. Offensichtlich hat der US-Präsident sein Ziel verfehlt. Nun stellen wir uns die Frage was sein Ziel wirklich war? Noch vor den kommenden Präsidentschaftswahlen im November öffnet Trump eine weitere Baustelle und schickt die Märkte auf Talfahrt.

Die gute Nachricht: der Ölpreis katapultiert nach oben

Die magische Marke der 70 US-Dollar je Barrel Brent könnte bald nach oben durchbrechen. Was die Ölpreise weiter nach oben katapultieren könnte, ist eine weitere Verschärfung der Eskalationsstufe zwischen den USA und dem Iran. Allein am vergangenen Freitag, nach der Ermordung von Soleimani, stiegt der Rohöl-Preis (Brent Crude) um 4,42 Prozent an. Außerdem hat der Iran in der Vergangenheit immer wieder damit gedroht, die strategisch wichtige Straße von Hormus abzuriegeln. Durch diese Meeresenge werden täglich allein ca. 20% der weltweiten Tagesproduktion verschifft. Es könnte damit eine Spirale ausgelöst werden, die das Potential hat die Ölpreise kräftig anzutreiben.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Beschäftigungszahlen aus den USA am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das war das Jahr 2019! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (52/2019)

Ein ereignisvolles Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Doch genau vor einem Jahr beendete US-Zentralbank Präsident Jerome Powell die Party an den Börsen. Nach vielen Jahren Hausse war die Euphorie und Partystimmung im Keller – zumindest dem Anschein nach. Über das laufende Jahr 2019 sind wir eines Besseren belehrt worden. Die Aktienmärkte haben den Knick aus dem Dezember 2018 wieder schnell ausgebügelt und konnten, vor allem in den USA, neue Höhen erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was 2019 die Märkte bewegte.

Jerome Powell zündete noch einmal die Kerzen an

Bereits im Januar konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, als er von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nahm. Die kulante Politik der Fed trug zur guten Partystimmung an den Börsen bei. Allein im Januar konnte der NASDAQ 100 9,11 Prozent zulegen – die Bullen sind vom Schönheitsschlaf wieder aufgeweckt worden. Insgesamt konnte der NASDAQ 100 über das laufende Jahr 38,56 Prozent (per 27.12.2019) Performance erzielen.

Erst als das Thema der Liquidität bzw. Bilanzabkürzung der US-Notenbank vom Tisch war kannten die Aktienmärkte nur noch eine Richtung – und zwar nach oben!  Auch wenn die Fed ihre jüngsten Maßnahmen nicht als Quantitative-Easing (Lockerung der Geldpolitik) bezeichnen möchte: Tatsache ist, dass die Bilanz der Zentralbank seit dem 28. August 2019 um mehr als 400 Milliarden USD ausgeweitet worden ist (siehe Chart 1). Der NASDAQ 100 hat in diesem Zeitraum 15,59 Prozent zulegen können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Aktienmärkte von Liquidität getrieben werden. Falls genug Liquidität vorhanden bleibt, könnte auch das kommende Jahr für eine positive Überraschung sorgen.

Politische Börsen werden immer relevanter – auch wenn sie nicht relevant sind

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2019, ähnlich wie das Jahr 2018, an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Das ganze Jahr über wurden die Börsen von zwei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits und der Geist des Handelskrieges. Im Laufe des vierten Quartals 2019 haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind:

  • Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen. Für die Aktienmärkte waren das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Im kommenden Jahr dürfte der Brexit, nach langer Verzögerung, endlich stattfinden.
  • In Sachen Handelskrieg haben sich die USA und China auf ein Abkommen der ersten Phase geeinigt. Die geplanten US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren wurden zunächst einmal verschoben. Die chinesische Regierung kündigte ebenso an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen, die immer relevanter werden, auch wenn sie nicht relevant sind, nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf das kommende Jahr und vor allem auf die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblicke.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Value Werte deutlich unterbewertet | Frank Fischer @ValueInvestoren

Kolumne von Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Geht die Rally weiter?

Geht die Rally an den Börsen weiter? Es spricht einiges dafür, dass DAX, Dow Jones & Co. noch nicht ihr volles Potential ausgeschöpft haben. Da sind zum einen die deutlich verbesserten Konjunkturerwartungen – insbesondere in China und Deutschland. Zum anderen ist mit Blick auf den Brexit und den Handelskonflikt zwischen den USA und China besonders von institutionellen Investoren sehr viel Cash aufgebaut worden, der potenziell investiert werden kann. Aber auch die meisten Privatanleger haben sich erst zuletzt wieder aus der Reserve locken lassen. Der Brexit, aber vor allem der Handelsstreit, haben zuletzt stark auf dem Sentiment der Marktteilnehmer gelastet. In diesem Umfeld wurde kaum investiert. Daher gibt es am Markt eine Überinvestition bei Anleihen, REITs und defensiven Aktien. Gleichzeitig sind zyklische Aktien historisch gesehen unterinvestiert. Die verbesserten Sentix Konjunkturerwartungen zeigen aber, dass sich dieser Pessimismus langsam auflöst. Auf der anderen Seite sind sich vor allem die institutionellen Investoren darüber im Klaren, dass die fundamentalen Differenzen zwischen Peking und Washington grundsätzlich noch eine ganze Weile anhalten dürften, auch wenn sich erste Annäherungen immer deutlicher abzeichnen.

Als wesentlicher Treiber für die positiveren Aussichten an den Börsen ist aber auch die erneute Bilanzausweitung der Notenbanken zu nennen. Für die Anlage der Liquidität bietet die Bondseite aufgrund der Bewertungen keine zufriedenstellende Alternative. Von daher bieten nur noch Aktien eine vernünftige Rendite.

Value-Werte deutlich unterbewertet

Bei der Liquidität gibt es also kaum Probleme. Wir als Value Investoren sehen aber auch noch andere Chancen. In Bezug auf Value-Titel waren wir in den letzten Jahren ja nicht gerade von Erfolg verwöhnt. Seit knapp zehn Jahren hält die Underperformance von Value- gegenüber Growth-Aktien inzwischen schon an. Derzeit spricht aber aus unserer Sicht einiges dafür, im Value-Bereich engagiert zu sein, denn der Spread beim Kurs-Buchwert-Verhältnis zwischen europäischen Value- und Growth-Aktien zeigt, dass Value deutlich unterbewertet ist. Gleichzeitig bieten europäische Value-Aktien mit rund vier Prozent eine attraktive Dividendenrendite. Deshalb finden wir mit Blick auf die insgesamt niedrigere Verschuldung klassische Value-Titel eher in Europa als in den USA.

Qualität und „economic moat“

Neben den häufig auch zyklischen, klassischen „Benjamin Graham Style“ Value Titeln mit hoher Dividendenrendite, wie etwa der Freenet AG, liegt der Fokus bei unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zunehmend auf den eigentümergeführten Qualitätstiteln mit strukturellem Wettbewerbsvorteil. Diese Qualitätsaktien zeichnen sich durch hohe Kapitalrenditen und einen stetig wachsenden Free Cash Flow aus. Zu solchen Titeln gehört z.B. auch die im Fonds hoch gewichtete Novo Nordisk Aktie, ein globaler Marktführer im Diabetesbereich. Novo Nordisk ist – unabhängig von der Bewertung – für uns übrigens ein Musterbeispiel für einen Value-Qualitätstitel. Denn die Anzahl der Diabetespatienten steigt aufgrund der Ernährungsgewohnheiten und dem Bewegungsmangel vieler Menschen weiter deutlich an. Novo Nordisk hat einen Marktanteil von knapp 50 Prozent bei Insulin und verfügt mit seinen Patenten über strukturelle Wettbewerbsvorteile. Die Dänen haben also einen sogenannten „economic moat“, das heißt einen Burggraben um Ihr Geschäftsmodell aufbauen können, um es  vom Wettbewerb zu schützen.

Alibaba mit doppeltem Netzwerkeffekt

Auch beim chinesischen Internetgiganten Alibaba, ein Titel, der im Fonds ebenfalls vergleichsweise hoch gewichtet ist, steht dieser Wettbewerbsvorteil im Vordergrund. Dabei geht es vor allem um den seltenen doppelten Netzwerkeffektes. Sowohl die Produktanbieter und Händler wie auch die Kunden nutzen die Plattform. Dieser doppelte Netzwerkeffekt führt damit zu einem besonders breiten und tiefen Burggraben. Aufgrund des China/US Handelskrieges wurde bei Alibaba das zukünftige Wachstum im dynamischen chinesischen E-Commerce-Markt unserer Meinung nach in der Vergangenheit nicht richtig vom Markt eingepreist. Und genau das ist es ja, wonach wir beim Value-Investing suchen.

Börse: Geht die Rally weiter? | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11895494-boerse-rally-weiter/all






Mario Draghi, Mr. Zero | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (43/2019)

Am 1. November 2011 ist Mario Draghi, früher Managing Director und Vizepräsident von Goldman Sachs International in London, zum Präsidenten der Europäischen Zentralbank und somit zu einer der mächtigsten Männer Europas ernannt worden. Nun ist seine Amtszeit am 31. Oktober zu Ende, seine Nullzinspolitik jedoch noch lange nicht. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mr. Zero our Hero!

Als Mario Draghi 2011 EZB-Präsident wurde befand sich die Europäische Union mitten in einer Staatsschuldenkrise, einer Bankenkrise und einer Wirtschaftskrise. Ein Mann erhielt die Aufgabe die EU zu retten, nämlich Mario Draghi bzw. Mr. Zero our Hero! Bereits zwei Tage nach seinem Amtsantritt begann Draghi die Zinsen in Europa zu senken. Schließlich gelang es Mr. Zero, den Leitzins am 10. März 2016 auf Null zu senken.

Auf dem Höhepunkt der Eurokrise sorgte Draghi für eine Kehrtwende, als er am 26. Juli 2012 während seiner Rede in London versicherte, „alles Notwendige“ zu tun, um den Euro zu erhalten. Darüber hinaus kündigte Mr. Zero an, dass die EZB im Notfall europäische Staatsanleihen ankaufen würde, was sie ja schließlich ab März 2015 tat.

Zum Ende seiner Amtszeit kündigte Draghi die Verlängerung seiner ultralockeren Geldpolitik durch die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde an. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, Banken müssen zudem weiter 50 Basispunkte Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Zudem will die neue EZB-Präsidentin Lagarde von November an auf unbestimmte Zeit monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen stecken. All diese Maßnahmen sollten für eine stabil wachsende Wirtschaft im Euroraum sorgen.

Verbrauchervertrauen im Euroraum trübt sich im Oktober stark ein

Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im Oktober überraschend stark eingetrübt. Der entsprechende Indikator ist im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Punkte auf minus 7,6 Punkte gefallen, was dem tiefsten Stand des laufenden Jahres entspricht. Die Erwartungen der Volkswirte lagen im Durchschnitt bei minus 6,8 Punkten.

Der überraschende Rückgang schien den führenden Aktienindex Europas Euro Stoxx 50 wenig zu beeindrucken. Der Euro Stoxx 50 konnte die 43. Kalenderwoche mit einer Performance von plus 1,26 Prozent abschließen. Seit Jahresanfang liegt der Euro Stoxx 50 (YTD: 20,77 Prozent) sogar mit der Nase knapp vorne vor dem S&P 500 (YTD: 20,57 Prozent). Grund dafür ist sicherlich das angekündigte Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den Brexit-Tag am kommenden Donnerstag bzw. an Halloween. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Währungskrieg oder Handelskrieg?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (32/2019)

Gefühlt seit einer halben Ewigkeit sind China und Amerika in einen immer wieder eskalierenden Handelskonflikt verwickelt. Der Kampf ist immer noch nicht entschieden und es ist noch kein Ende in Sicht. Doch aus Verzweiflung ergreifen die Gegner neue Maßnahmen, um den Krieg zu gewinnen, nämlich die Abwertung der eigenen Währung. Willkommen in der Verlängerung des Handelskrieges – dem Währungskrieg.

Doch was sollte man unter einem Währungskrieg bzw. der kompetitiven Abwertung der Währung verstehen? Ein Währungskrieg (Currency War) ist ein Konflikt zwischen Volkswirtschaften, bei dem die eigene Währung abgewertet wird, um dadurch die eigene internationale Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten der anderen Volkswirtschaften zu verbessern. Infolgedessen soll der Export steigen, die Produktion angekurbelt werden und die Arbeitslosigkeit sinken. Wenn ein Land wie China z.B. die eigene Währung abwertet, werden Exporte billiger, während Importe teurer werden.

Mit rund 12,3 Prozent der weltweiten Exporte kann China durch eine massive Abwertung des Renminbis enorm profitieren. Doch die zweitgrößte Exportmacht der Welt – die USA – hat bereits (inoffiziell) den Währungskrieg angekündigt. An den Devisenmärkten spürt man bereits die ersten Anzeichen eines anstehenden Währungskrieges. Der US-Dollar-Index verlor vergangene Woche rund 0,6 Prozent, was den größten wöchentlichen Rückgang seit Ende Juni entspricht. Auch in China verlor der Renminbi in den letzten 5 Handelstage 1,8 Prozent und ist damit auf dem Weg zu seinem größten wöchentlichen Rückgang seit 13 Monaten.

Die Turbulenzen an den Devisenmärkten und Börsen weltweit führten dazu, dass Gold vergangene Woche die Performance-Rangliste anführte. Der Anstieg des Edelmetalls um 4,3 Prozent war die beste Wochenperformance seit Ende Juni. Der Preis pro Feinunze lag Ende der vergangenen Woche über 1.500 USD, was einem Sechsjahreshoch entspricht. Da das Risiko eines Währungskrieges stark zunimmt, haben viele US-Hedgefonds ihre Gold-Exposure deutlich erhöht. Werden wir bald die Marke von 1.600 USD knacken?

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Heiße Wochen an den Börsen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (26/2019)

Die Aktienmärkte und das Wetter haben selten etwas gemeinsam. In diesem Jahr sind wir eines Besseren belehrt worden. Im Mai 2019 betrug die Durchschnittstemperatur in Deutschland 10,9 Grad Celsius. Ähnlich wie die Temperaturen gab es im Mai weltweit eine Abkühlung an den Aktienmärkten (siehe Wochenüberblick 22/2019). Der Juni dagegen erreichte Rekordtemperaturen aber auch Höchststände an den Aktienmärkten. Der Dow Jones hatte seinen besten Juni seit 1938, und der S&P 500 hatte den besten Juni seit 1955.

An diesem Wochenende fand in Osaka, Japan der mit Spannung erwartete G20-Gipfel statt. Am Rande des Gipfels haben sich US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping auf einen Waffenstillstand im jahrelangen Handelskrieg ihrer Nationen geeinigt. Während die Verhandlungen fortgesetzt werden, bleiben die bereits bestehenden Zölle auf chinesische Imports zunächst bestehen. Weitere von Donald Trump angekündigte Zölle gegen chinesische Waren werden zunächst nicht in Kraft treten.

Nach der düsteren Schwäche aller regionalen Fed-Ausblicksumfragen brach auch der Chicago PMI-Index von 54,2 auf 49,7 Punkte zusammen und fiel zum ersten Mal seit Dezember 2015 wieder in einen Rückgang bzw. in eine Kontraktion. Ökonomen verwenden den Chicago PMI und andere regionale Indikatoren, um den Zustand des nationalen Produktionsindex des Institute for Supply Management (ISM Manufacturing Index) zu messen. Da Kunden weniger Einkäufe getätigt haben, brach die Nachfrage ein und die Unternehmen zogen entsprechend ihre Produktion zurück – was die allgemeine Geschäftsstimmung im Juni schwächte.

In vergangen Artikeln haben wir uns mit der inversen US-Zinskurve auseinandergesetzt. Während die US-Zinskurve teilweise invertiert bleibt, werden einige Teile der Kurve in alarmierendem Tempo steiler. Eine weitaus unmittelbare Rezessionsgefahr besteht, wenn nach der inversen Zinskurve eine schnelle Versteilung eintritt. Seit Mitte der 80er Jahren haben die Aktienmärkte in solchen Szenarien heftige Korrekturen erlitten.

Bleibt uns die nächste Rezession erspart? Können Trump, Xi und die Notenbank-Helden das Schiff rechtzeitig aus der Gefahr steuern? Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenüberblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?

Wie haben sich die Märkte im Juni geschlagen? 


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Konjunktur hängt schief, aber der Aktienmarkt steigt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (23/2019)

Der Dow Jones Industrial beendete vergangene Woche eine sechswöchige Verlustserie. Der Index stieg am Freitag um 263 Punkte und schloss die Woche mit einem Plus von 4,7 Prozent – das ist die beste Performance für die Dow Jones Industrials seit 6 Monaten. Der vor sich hin schwächelnde amerikanische Arbeitsmarkt scheint der Auslöser für den Aufwärtstrend am Aktienmarkt zu sein – zumindest die Hoffnung, dass die amerikanische Notenbank-Helden die Zinsen zügig senken.

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Monat sehr schwach entwickelt und damit die Angst vor einer konjunkturellen Verlangsamung erneut geweckt. Schwächesignale sendete die Entwicklung der neuen Arbeitsplätze im Mai. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums sind statt der erwarteten 175.000 nur 75.000 neue Stellen geschaffen worden.

Darüber hinaus sind weitere negative Impulse aus dem verarbeitenden Gewerbe deutlich geworden. Der letzte Stand der US Manufacturing PMI [Mai: 50,5] zeigt das schwächste Expansionstempo seit September 2009. Doch der Verlauf der amerikanischen Aktienindizes malt ein anderes Bild. Die amerikanischen Standardwerte S&P 500 konnten trotz schwächelnder Konjunktur seit Jahresbeginn eine Performance von +14,62 Prozent hinlegen, der NASDAQ +17,18 Prozent. Grund dafür scheint die Hoffnung auf eine Zinssenkung seitens der amerikanischen Notenbank zu sein. In seiner Rede am vergangenen Dienstag kündigte Fed-Präsident Jerome Powell seine Bereitschaft die Zinsen zu senken an – das dürfte Donald Trump in die Karten spielen.

Die Nervosität der Anleger zeigt sich spätestens, wenn man einen Blick auf die Preisentwicklung von Gold und Silber wirft. Wie marktüblich suchen die Anleger in getrübten Konjunkturaussichten die Sicherheit im Gold-/Silber-Hafen. Die Zahlen sprechen für sich Gold +2,68 Prozent und Silber sogar +3,02  [KW 23] Prozent.

Was bringt wohl die nächste Woche? Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Verkaufe im Mai, denn es ist vorbei? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (22/2019)

In diesem Jahr hat die wohl bekannteste Börsenregel „Sell in May and go away“ gnadenlos zugeschlagen. Der größte Verlierer unter den Verlierern war der NADSAQ 100 (-8,40%). Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass die Anleger im September ihre Kauflaune nicht vergessen – denn der zweite Teil der berühmten Börsenregel lautet „but don’t forget to come back in September“.

Würden wir uns häufiger an solche Bauernregeln halten, dann hätten wir selbst aus den Kursverlusten in dieser Woche bzw. im vergangenen Monat unsere Profite ziehen können. Mit Blick auf die Grafik unten (DAX Performance im Mai und September seit 2005) ist erkennbar, dass sich auch solche Weisheiten sehr oft irren können.

Der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China hat weiterhin negative Auswirkungen auf alle Indizes. Die Frage ist, wann der erste Schwergewichts-Champ zu Boden geht. So wie am Wochenende Anthony Joshua gegen den vermeintlichen Underdog haushoch unterlag. Wer wird es im Handelsstreit sein und geht der Kampf bis in die 12. Runde?

In Deutschland ist der Mai der erste negative Monate in diesem Jahr (DAX: -5 Prozent). Liegt es an der Bauernregel und werden die Gewinne der Vormonate mitgenommen? Oder sind es Auswirkungen der Europawahl, der Rücktritt von Theresa May oder der erneut gesunkene Geschäftsklimaindex (-2 Pkt. zum Vormonat)?

Doch seit einiger Zeit zeigt bereits ein anderes Finanzinstrument den Abschwung an – die Anleihenmärkte. Und die Renditen fallen zuletzt immer stärker – überall [US: 2,2%, AUS: 1,5%, UK: 0,8%, JPN: -0,1%, DE: -0,2% per 30. Mai]. Als wären die fallenden Renditen nicht genug, hat sich auch die Zinskurve invertiert, d. h. kurzfristige Anleihen erhalten eine höhere Verzinsung als langfristige. Ist das die Ruhe vor der nächsten Rezession?

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen