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Die Angst, die Gier und das Risiko | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






Powell to the rescue – die Stimmung in Europa trübt sich ein | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (28/2019)

Der Dow Jones erreichte am vergangenen Donnerstag ein Rekordhoch und schloss zum ersten Mal über der magischen Marke von 27.000 Zählern – Powell sei Dank! Nachdem Fed-Chef Jerome Powell Anfang letzter Woche neue Zinssenkungen angedeutet hat, fingen die US-Indizes an neue Höhen zu erklimmen. Doch die Rede von Powell lässt viele Fragen noch unbeantwortet.

In seiner Stellungnahme vor dem Senat am vergangenen Mittwoch äußerte Powell, dass sich der wirtschaftliche Ausblick in den letzten Wochen nicht verbessert habe und betonte mehrere Risiken. Die US-Notenbank ist über die schwächelnde Inflation besorgt, was ja letztendlich auf das nachlassende Verbrauchervertrauen zurückzuführen ist. Darüber hinaus machte Powell deutlich, dass er an Machtspielchen mit Donald Trump nicht interessiert ist. Die amerikanischen Aktienindizes reagierten mit neuen Hochständen (S&P 500, NASDAQ 100 & Dow Jones Industrial) auf die Kommentare von Powell.

Etwas weniger Euphorie war auf den europäischen Aktienmärkten zu spüren. Der deutsche Leitindex kam in der vergangenen Woche etwas unter die Räder und fiel nach fünf Verlusttagen in Folge um 1,95 Prozent. Grund dafür sind eine Reihe von Gewinnwarnungen sowie neu entfachte Konjunktursorgen. Der Euro Stoxx 50 folgte dieser Entwicklung und schloss die Woche mit 0,86 Prozent im Minus.

Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2019 ist bereits in vollem Gange. Die Unternehmen in Deutschland blicken nur noch verhalten optimistisch nach vorne. Der Autokonzern Daimler musste seine Jahresprognose erneut, innerhalb weniger Wochen, senken. Der Konzern begründet die Gewinnwarnung u.a. mit der Dieselthematik und mit einer Erhöhung der Rückstellungen im Zusammenhang mit einem Rückruf von Takata-Airbags um 1,0 Milliarden Euro. Auch die neueste Entwicklung der BASF, das weltweit größte Chemieunternehmen, weist auf eine sich abschwächende Weltwirtschaft hin. Die vom Handelskrieg ausgelöste Abkühlung der Autoindustrie bis hin zum Agrarbereich könnte die Gewinne der Unternehmen in diesem Jahr um 30 Prozent verringern.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ZEW-Umfrage zu den Konjunkturerwartungen in Deutschland. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Kapitalmärkte im Fokus – Jahresrückblick 2018

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2018 an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Es war ein guter Start im euphorischen Bullenmarkt, doch das Ende sah anders aus: der deutsche Leitindex DAX schloss mit einem Jahres-Performanceverlust von 18,26 Prozent ab, der europäische Leitindex sogar mit 14,77 Prozent Verlusten. Auch die amerikanischen Märkte konnten kurz vor Silvester keine positiven Zahlen veröffentlichen – der breit gefächerte S&P 500 hat im Jahresverlauf 6,24 Prozent verloren, der Dow Jones Industrial Average musste 5,63 Prozent Verluste einbüßen und der Technologieindex NASDAQ 100 schloss mit geringen Verlusten in Höhe von 1,04 Prozent. Der japanische Leitindex NIKKEI schloss wie der DAX mit 12,08 Prozent Performanceverlusten und der CSI 300 mit satten Verlusten in Höhe von 25,09 Prozent.

Was geschah mit den Indizes im Detail?

Beginnen wir mit dem deutschen Leitindex DAX:

DAX 30

Zu Beginn des Jahres 2018 notierte der DAX bei 12.917,64 Punkten, wohingegen am letzten Handelstag nur noch 10.558,96 Punkte übrigblieben. Von den 251 Handelstagen waren 129 Tage negativ und 122 Tage positiv – doch lediglich 3 Monate konnte der DAX positiv abschließen. Am besten entwickelte sich der Monat April mit einer Monatsperformance von 4,26 Prozent. Doch das vierte Quartal verschlechterte die Lage mit einem Perfomanceverlust in Höhe von 13,78 Prozent. Mit einer Volatilität von 15,46 Prozent und einem maximalen Drawdown in Höhe von 23,44 Prozent erlebten Marktteilnehmer unbequeme Tage. 

Der europäische Leitindex EURO STOXX 50 verlief ähnlich: 

EURO STOXX 50

Gestartet hat der EURO STOXX 50 mit 3.490,19 Punkten. Am Ende des Jahres notierte der Index nur noch bei 2.986,53 Punkten. Auch hier war der April der stärkste Monat, sowie das vierte Quartal das Schwächste. Von 255 Handelstagen verliefen 129 Tage positiv und 126 Tage negativ. 

Die amerikanischen Leitindizes entwickelten sich ebenfalls stark volatil: Der S&P 500 notierte am Anfang des Jahres bei 2.695,81 Punkten und schloss gestern bei 2.506,85 Punkten. Die Volatilität betrug 17 Prozent. Nach einem starken dritten Quartal mit einer Performance in Höhe von 7,20 Prozent verlor der S&P 500 im letzten Quartal ganze 13,97 Prozent Performance. Die 132 positiven Handelstage konnten die 119 negativen Handelstage nicht ausgleichen. 

S&P 500

Der Dow Jones zählte am 2. Januar 2018 24.824,01 Punkte, wohingegen der Index gestern mit 23.327,46 Zählern in das neue Jahr ging. 

DOW JONES IND. AVG.

Wie der S&P 500 auch verlief das vierte Quartal mit 11,83 Prozent Verlusten am schwächsten. Bei einem maximalen Drawdown von 18,77 Prozent betrug die Volatilität des Dow Jones 17,85 Prozent. Doch auch die 7 positiven Handelsmonate konnten die Performance gegen Ende des Jahres nicht positiv stimmen. 

Der Vola-Winner war ganz eindeutig der Tech-Index in den USA!

NASDAQ 100

Mit einer Volatilität in Höhe von 22,63 Prozent schloss der NASDAQ 100 im vierten Quartal mit Verlusten in Höhe von 17,01 Prozent ab – das nach zuvorigen positiven Quartalen. Gestartet hat der Index Anfang des Jahres mit 6.511,34 Punkten. Am Ende des Jahres waren es 6.329,96 Punkte. Bei 251 Handelstagen konnten die 135 positiven Handelstage die jährliche Performance trotz den schlechten letzten Monaten noch einigermaßen retten. 

Wie zu Beginn bereits erwähnt haben die asiatischen Indizes ebenso ein volatiles Jahr hinter sich. Der NIKKEI begann mit 23.506,33 Punkten und notierte am Ende des Jahres nur noch bei 20.014,77 Punkten. Grund dafür war der schlechte Dezember mit einem Verlust von 10,45 Prozent. Die Volatilität betrug hier 19,29 Prozent. 

NIKKEI

Der CIS 300 erlebte ersichtlich eine Talfahrt von anfänglichen 4.030,85 Punkten auf 3.010,65 Punkte. 

CSI 300

Das vierte Quartal war hier ebenfalls mit 12,45 Prozent Performanceverlusten schlaggebend. Das maximale Drawdown betrug bei einer Volatilität von 21,31 Prozent ganze 31,88 Prozent. 

Was waren die Gründe für die schlechte Entwicklung an den Finanzmärkten?

Die Gründe für die schlechten Verläufe der Indizes sind vielfältig und Schlagwörter wie Handelskonflikt, Unsicherheit, Zinsschritte der FED, BREXIT, Italienkrise und Invertierung der US-Zinskurve könnten den Marktteilnehmern noch lange im Kopf nachhallen. 

Nach monatelangen Verstimmungen der Märkte durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte jetzt allerdings ein Hoffnungsfunken aufflammen. Nachdem sich die großen Weltmächte mit Strafzöllen auf Importe schikaniert haben folgen versöhnliche Töne: Trump und Xi haben aufgrund der positiven, historischen Diplomatie zwischen beiden Seiten den Ausbau der Zusammenarbeit angekündigt. Diese solle die diplomatischen Beziehungen stärken, stabilisieren und fördern. 

In Europa belastete zudem die Italienkrise das Gemüt der Märkte – und auch hier wurden kurz vor Ende des Jahres nach wochenlangen Streitereien zwischen der EU und der italienischen Regierung Kompromisse getroffen. Der schuldenreiche Haushaltsplan für das Jahr 2019 wurde nach hitzigen Diskussionen durch die Vertrauensabstimmung abgesegnet. Das bedeutet für Italien eine ansteigende Staatsverschuldung, weshalb Sorgen an den Finanzmärkten bestehen – ein Kollaps Italiens würde für die Eurozone, insbesondere für Deutschland, gravierende Folgen haben.

Politische Börsen sind unbeliebt, doch die Liste der geopolitischen Probleme ist noch länger: Mit Blick Richtung Großbritannien wird ein düsteres Szenario bezüglich des BREXIT heraufbeschworen. Premierministerin Theresa May warnte gleich zu Beginn des neuen Jahres vor einem ungeordneten Brexit – mit verheerenden Folgen. Die Abstimmung über den Brexit-Vertrag wurde im britischen Parlament aufgrund fehlender Mehrheit verschoben und zudem häufen sich lauten Stimmen, dass eine zweite Abstimmung über den Brexit stattfinden solle. Letzteres wird von May strikt abgelehnt. Die EU indes hat für den Fall eines ungeordneten Brexit einen Notfallplan namens „No Deal“ beschlossen. Es bleibt gespannt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen in den kommenden Wochen entwickeln werden – zumal außer Theresa May keiner eine vage Vorstellung vom Ende des Spiels hat. 

Für Unsicherheit könnte auch die schlechte Prognose für die Weltkonjunktur sorgen, insbesondere jedoch in Deutschland. Die Prognose trübt die Lage ein, da die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr abkühlen würde. Die EZB geht davon aus, dass sich die Wirtschaft nach der Abschwächung der Weltkonjunktur wieder stabilisieren wird und dass die Inflation weltweit langsam zulegen würde. Aufgrund dieser Aussichten werden von Seiten der EZB vorerst keine Zinsschritte geplant. 

FED Chef Powell musste sich aufgrund der letzten Zinsschritte in den USA gegenüber Donald Trump rechtfertigen. Nachdem ihm von Seiten Trump mit einer Absetzung gedroht wurde, musste Powell den Präsidenten zurechtweisen, um die Unabhängigkeit der Notenbank vom Staat zu gewährleisten. Angesichts der boomenden, amerikanischen Wirtschaft wurden die Leitzinsen in 2018 viermal erhöht – ganz zum Verärgernis der US-Präsidenten. Im neuen Jahr sollen zwei weitere Zinserhöhungen folgen. Powells Aussage sei, dass das angestrebte Zinsniveau weder die Wirtschaft anschieben würde, noch diese bremsen würde. Trump kritisierte die Zinsschritte mit der Begründung, dass die steigenden Zinsen der amerikanischen Wirtschaft schaden würden. 

Mit Blick auf die US-Treasuries könnte jedoch Sorge bestehen, da sich diese deutlich angenähert haben:

Die kurzfristigen Zinsen auf den Anleihemärkten sind angestiegen, wohingegen die der langjährigen eher gesunken sind. Die daraus resultierende invertierte Zinsstrukturkurve stellt dar, dass das Verhältnis von langfristigen Anlagen zu höheren Renditen nicht mehr gewährleistet wird. Signalisiert die invertierte Zinsstrukturkurve eine drohende Rezession in den USA? 

Werfen wir zudem noch einen Blick auf die Rohstoffmärkte: die geopolitischen Unsicherheiten prägten auch die Rohstoffmärkte in 2018. 

So könnte der Goldpreis aufgrund der politischen und konjunkturellen Risiken steigen – bei fallenden Aktienkursen und sinkender Risikobereitschaft stellt Gold traditionell eine gute Absicherungsalternative dar. Der Goldpreis litt in 2018 besonders unter den Zinserhöhungen der FED, da eine straffere Geldpolitik verzinsliche Anlagen im Vergleich zu Gold deutlich attraktiver macht. 

Gold (USD)

Gemeinsam mit dem Edelmetall Platin hat Silber in 2018 die schlechteste Rendite erzielt. Auch hier war der maßgebliche Treiber der Handelskonflikt zwischen den USA und China, sowie die Sorgen vor einer baldigen Rezession. Derzeit existiert zudem ein Überangebot an Silber. Doch der niedrige Preis sorgt dafür, dass in den aktuellen Phasen das Weißmetall als „kleiner Bruder des Goldes“ für Investoren attraktiver wird. 

Silber (USD)

Für den Ölpreis (hier Brent-Öl) hat insbesondere das letzte Quartal im Jahr 2018 Verluste mit sich gebracht. 

Das hohe Marktangebot an Rohöl ist Grund für die schlechte Entwicklung. So hatte die Fördermenge in Saudi-Arabien zuletzt ein neues Rekordhoch erreicht. Gekoppelt mit der sich abschwächenden Weltwirtschaft, schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone und einer insgesamt weniger dynamischen Wirtschaft ist die Nachfrage deutlich gesunken. 

Brent-Öl (USD)

Rückblickend können wir festhalten, dass die politischen Börsen in 2018 vielen Marktteilnehmern die Suppe versalzen haben. 

Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das neue Jahr! 


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen, Graphen: eigene Darstellung

Waffenstillstand im Trade War zwischen Trump & Xi? I Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (48/2018)

Trump hinter der Mauer der Demokraten

Ein Mann und sein Wort. Donald Trump hat nun die Mauer im US-Repräsentantenhaus gebaut – von Demokraten um seine Partei und ihn herum.

Die boomende U.S. Wirtschaft erwies sich als wenig hilfreich für Donald Trump und die Republikaner im Repräsentantenhaus. Die Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent ist die niedrigste seit 1969. Die Anzahl von 156,6 Millionen US-Arbeitern, welche derzeit beschäftigt sind, ist die höchste in der amerikanischen Geschichte. Die Löhne steigen mit 3,1 Prozent am schnellsten seit der Großen Rezession und nicht zuletzt, das Verbrauchervertrauen ist auf einem 17-Jahres-Hoch. Trotzdem haben die Mehrheit der über 114 Millionen US-Wähler am 06. November 2018 gegen die republikanische Partei und Donald Trump abgestimmt.

Was bedeutet das? Für Trump könnten die nächsten 2 Jahren kompliziert werden, denn ohne die Unterstützung der Demokraten bekommen die Republikaner keine Gesetzgebung mehr durch den Kongress. Die Demokraten haben, wie von vielen Analysten erwartet, die Mehrheit im Repräsentantenhaus erhalten, während Trump und seine republikanische Partei im Senat weiter die Oberhand behalten. Diese Aufteilung von Repräsentantenhaus und Senat, im Sinne des Checks & Balances, weist eine Form von Stabilität aus, denn Trump könne keine schnellen, radikalen Veränderungen der Politik mehr vornehmen. Nach diesem Ergebnis sind die globalen Märkte zur Wochenmitte mit Aufschlägen gestartet. Der Dow Jones stieg kurz nach der Eröffnung um 0,9 Prozent. Der S&P 500 und der Nasdaq-Composite gingen ebenfalls um jeweils 0,9 Prozent nach oben. Die europäischen Märkte konnten sich ebenfalls positiv entwickeln: der EURO STOXX 50 ist um 90 Basispunkte gestiegen und der deutsche Leitindex DAX konnte um einen Prozent zulegen.

Nach einem enttäuschenden Oktober können die Märkte aufgrund der Wahlergebnisse aufatmen. Die Hoffnung nach einem Jahresendrally stirbt zuletzt. Doch wird der unberechenbarer Mr. Trump die Niederlage einfach so hinnehmen?

 

Endrit Cela und Demet Celik

„Rot, rot, rot sind alle meine Kurse (- Kleider?)!“ | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (41/2018)

Rote Zahlen an den Aktienmärkten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (40/2018)

Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (31/2018)

Die Märkte verabschiedeten sich nach zwei Verlusttagen in Folge etwas stabiler in das Wochenende: der deutsche Leitindex DAX schloss bei rund 12.643 Punkten und hat ein Wochenplus von lediglich einem Prozent erzielt. Weltweit sind die Märkte in risikoaverser Stimmung, denn das Damoklesschwert des Handelskonfliktes schwebt weiterhin über den Köpfen der Anleger. Das Sentiment wird aufgrund der sich verschärften Situation zwischen den USA und China stark belastet.

Diese Woche drohte Trump damit, die Zölle auf chinesische Importe von den bisherigen 10 Prozent auf 25 Prozent zu erhöhen – das entspricht einem Volumen von 200 Milliarden Dollar.

Die Berichtssaison läuft momentan zudem auf Hochtouren. Feierlaune gab es dabei für Apple: Die Aktie von Apple überschritt als erstes Unternehmen weltweit die 1-Billion-USD-Marke und sorgte somit für positive Technologie-Werte. Gemessen an der Marktkapitalisierung war Apple somit achtmal wertvoller als das deutsche Unternehmen SAP.

Mit Blick auf die weiteren Indizes lässt sich kein besonders positiver Trend erkennen: der EURO STOXX 50 ging diese Woche lediglich um 0,3 Prozent auf 3.483,52 Punkten nach oben. Die Zolldrohung Trumps hat auch an der Wall Street Ihre Spuren hinterlassen, denn die amerikanischen Börsen präsentierten sich diese Woche ebenfalls eher uneinheitlich. Der S&P 500 schloss mit einer geringfügigen Steigerung um 0,2 Prozent bei 2.839,11 Punkten, während der Dow Jones gleichbleibend bei 25.458,50 Punkten schloss. Der Nasdaq schloss trotz positiver Entwicklungen aufgrund der Apple-Aktie diese Woche negativ um 0,5 Prozent bei 7.812,01 Punkten.

Eine interessante Nachricht gab es diese Woche von Seiten der Bank of England, welche das erste Mal nach der Finanzkrise in 2009 den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent erhöht hat. Die BoE rechnet mit Ihren Projektionen in den kommenden Jahren mit stetigem Wachstum Großbritanniens und kommunizierte zudem, dass bis 2021 die Inflation mit ein bis zwei weiteren Zinserhöhungen unter Kontrolle gehalten werden soll.

Ein letzter Blick sollte auf die Entwicklungen in den USA geworfen werden: seit nun neun Jahren befindet sich die amerikanische Wirtschaft im Aufschwung, doch die US-Zinsstrukturkurve deutet möglicherweise auf ein neues Szenario hin. Diese hat sich in der letzten Zeit deutlich abgeflacht und der Abstand zwischen 2-jährigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen wird immer geringer – ist das ein Warnsignal? Ein weiteres Signal könnte die sinkende Arbeitslosenquote sein, welche inzwischen 3,9 Prozent beträgt – how low can Trump go?!?

In der 32. Börsenwoche erwarten die Anleger neben den zahlreichen Zwischenberichten der Unternehmen einige Konjunkturdaten: Am Montag wird in Deutschland der Auftragseingang Industrie für den Juni veröffentlicht. Dem folgt am Dienstag das Handelsbilanzsaldo und die Erzeugung im produzierenden Gewerbe für den Juni. Am Mittwoch werden das Handelsbilanzsaldo aus China für den Juli und am Donnerstag die Verbraucherpreise für den Juni erwartet. Zudem werden in den USA die Erzeugerpreise für den Juli veröffentlicht. Vor dem Wochenende werden dann am Freitag die BIP-Zahlen Q2 aus Großbritannien veröffentlicht.





Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (30/2018)

Eine ereignisreiche Berichtswoche, in welcher der DAX die 200-Tage-Linie wieder erklommen hat. Positive Impulse auf den Kapitalmärkten haben die Gemüter der Investoren beruhigt, weshalb vor allem der DAX die Woche deutlich fester abgeschlossen hat.

Die lang anherrschende Ungewissheit auf den Märkten konnte vorerst durch die relativ erfreulichen Nachrichten mit dem Treffen von Trump und Junker in Washington beruhigt werden. Bei dem Treffen konnten tatsächlich eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU erreicht werden. Um die Handelsbeziehungen zwischen den Handelsmächten wieder zu entflammen hat Trump den Abbau jeglicher Handelszölle angekündigt – im Gegenzug soll Europa jedoch die Importe von Soja und Flüssiggas erhöhen.

Die globalen Indizes wurden durch diese Nachrichten, sowie durch die starken Wirtschaftsdaten aus den USA positiv beeinflusst: Der deutsche Leitindex DAX schloss mit einer positiven Steigerung um 0,9 Prozent bei 12.824,00 Punkten. Der EURO STOXX 50 notierte mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 3.594,00 Punkten. Die amerikanischen Leitindizes verliefen diese Woche nur teilweise positiv: Der S&P 500 schloss mit einer geringen, positiven Steigerung von 0,3 Prozent bei 2.818,82 Punkten. Der Wochengewinner war eindeutig der Dow Jones mit einer satten Steigerung um 1,6 Prozent bei 25.451,00 Punkten. Lediglich der Nasdaq musste sich wegen schlechter Nachrichten von Facebook mit negativen Entwicklungen um -1,2 Prozent bei 7.737,42 Punkten in das Wochenende verabschieden.

Für Wirbel hat diese Woche Facebook gesorgt: Facebook verzeichnete auf den Märkten den größten Verlust an Marktkapitalisierung der Geschichte – ganze 119,42 Milliarden US-Dollar. Somit hat Facebook sogar die Verluste von Intel (-90 Milliarden US-Dollar) und Microsoft (-80 Milliarden US-Dollar) während der Dotcom-Blase geschlagen. Gründe für diese immensen Verluste waren der Umsatzeinsturz und die schrumpfende Nutzerzahl. Die Börsen bestraften die Aktie Facebooks sofort mit zeitweise – 20 Prozent.

Doch was passierte eigentlich während und nach der EZB-Sitzung Mitte der Woche? Das Augenmerk diese Woche lag vorwiegend auf dem Handelskonflikt, weshalb auf die EZB-Sitzung keine große Aufmerksamkeit gerichtet wurde. Letzten Endes wurden auch keine großartigen Entschlüsse gefasst: die Zinsen bleiben mit einer großen Wahrscheinlichkeit bis zum Sommer nächsten Jahres unverändert und Draghi hat die sich positiv entwickelnde europäische Wirtschaft gelobt.

Die aktuelle Berichtssaison des zweiten Quartals hat viele interessante Fakten aufgeworfen: Über 40 Prozent der S&P 500 Unternehmen haben Ihre Ergebnisse vorgelegt. Gemessen an der Marktkapitalisierung fielen die Zwischenbilanzen sehr positiv aus, denn ca. 90 Prozent der Unternehmen übertrafen Ihre Erwartungen. Die durchschnittliche Steigerung lag bei robusten 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Analysten beobachten derzeit spitzäugig die sogenannten „Todeskurve“: Sie erwarten innerhalb des nächsten Jahres eine invertierte US-Zinsstrukturkurve, da der Abstand von zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen im Lauf der Zeit stetig abgesunken ist und inzwischen nur noch 0,3 Prozentpunkte beträgt. Die invertierte Zinsstrukturkurve deutet grundsätzlich auf eine nahende Rezession hin. Allerdings könnte der Ausstieg der US-Notenbank aus Ihrer ultralockeren Geldpolitik diese Entwicklungen stoppen und eine Rezession vermeiden.

In der kommenden Börsenwoche erwarten die Anleger erneut relevante Zahlen: Am Montag werden in Europa der Geschäftsklimaindex und in Deutschland die Verbraucherpreise für den Juli veröffentlicht. Am Dienstag folgen in Europa die Verbraucherpreise für den Juli, sowie in der EU die BIP-Zahlen für das zweite Quartal. Am Mittwoch erwarten die Amerikaner die ADP-Arbeitsmarktdaten und die FED-Zinsentscheidung. In Großbritannien folgt die Bank of England am Donnerstag mit Ihrer Zinsentscheidung und die Woche schließt am Freitag mit den US-Arbeitsmarktdaten für den Juli und der Handelsbilanz für den Juni ab.