© Copyright – Main Value | mainvalue.de

Das FANG-Kasino

Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (47/2018)

Die Bilanz der 47. Kalenderwoche war negativ: Die globalen Indizes verzeichneten alle negative Zahlen, wodurch sich unsere These aus der letzten Woche bestätigt hat: der Boden wurde noch nicht erreicht. Der Haushaltsstreit zwischen Italien und Europa, die andauernden Unruhen wegen des Handelskonfliktes, leicht rückläufige Wirtschaftszahlen in Deutschland und der Brexit-Sondergipfel am heutigen Sonntag – die Anleger reagieren nervös.

Nach 20-monatigen Verhandlungen wurde der Brexit beschlossen: am 29. März 2019 verlässt das Vereinigte Königreich die EU. Die Übergangsphase gilt anschließend bis Ende 2020.Laut Theresa May sei der Beschluss ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit und Stärke der UK. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hingegen bezeichnete den heutigen Tag als traurigen Tag, an dem keine Champagnergläser gehoben werden sollten. 

Der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU sorgt weiterhin für Unruhen auf den Märkten. Italiens Premier Giuseppe Conte und Jean-Claude Juncker trafen sich diesbezüglich  in Brüssel zu Gesprächen. Conte zeigte sich daraufhin zuversichtlich, dass ein EU-Verfahren gegen Italien verhindert werden könne, allerdings hält er weiterhin an seinen Haushaltsplänen fest, obwohl diese von Seiten der EU abgelehnt wurden. Conte betonte ausdrücklich, dass er im Interesse der Italiener nicht auf die Haushaltspläne verzichten würde. Das drohende Defizitverfahren könnte Italien Milliarden kosten oder dafür sorgen, dass EU-Hilfen gestrichen werden. 

Auch der Ölpreis machte den Märkten diese Woche zu schaffen: Ein Fass der US-Sorte WTI fiel auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Die Preise für Rohöl befinden sich seit Wochen in einer Abwärtsbewegung – Grund dafür ist mitunter der Angebotsüberschuss. Analysten gehen daher davon aus, dass der Boden bei den Ölpreisen noch nicht erreicht wurde. Ein weiterer Grund ist die schwächelnde Weltwirtschaft, weshalb schließlich die Nachfrage nachlässt. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China wird als weiterer Grund für sinkenden Preise angesehen. Momentan befindet sich der Ölpreis für einen WTI bei 50,39 USD (-7,78 Prozent) und für Brent-Öl bei 59,19 USD (-5,33 Prozent). 

Ein großes Thema sind derzeit mit Rückblick auf den Black Friday die FANG-Werte: Die Umsätze am Black Friday bewirken Zurückhaltung bei den Konsumenten und fehlende Einnahmen im Einzelhandel im Dezember. Die Einzelhändler eröffneten in den USA teilweise früher, um gegen den Online-Handel anzugehen. Die FANG-Aktien mussten in den letzten Wochen schwere Verluste einstecken und es stellt sich nun die Frage, ob der Zeitpunkt zu investieren gekommen ist oder ob auch hier der Boden noch nicht erreicht ist. Mit Blick auf die Facebook-Aktie ist im letzten Monat ein Verlust von 13,6 Prozent ersichtlich, die Aktie notiert aktuell bei 115,96 EUR (131,73 USD). Ähnlich verhält sich die Amazon-Aktie, welche innerhalb eines Monats -13,9 Prozent Verluste einstecken musste. Bei Netflix sieht es sogar noch schlechter aus: die Aktie musste im letzten Monat 19,7 Prozent Verluste einstecken und notiert derzeit bei 228,34 EUR (258,82 USD). 

Wie haben sich die Börsen in der abgelaufenen Woche entwickelt?

Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete zum Abschluss der Woche Verluste um 2,7 Prozent und notierte bei 11.179,90 Punkten. Der europäische Index EURO STOXX 50 folgte dem deutschen Verlauf und schloss die Woche ebenfalls negativ mit -2,4 Prozent bei 3.123,28 Punkten ab. Ebenso erlitten die amerikanischen Indizes negative Verläufe: der S&P 500 schloss mit negativen Verlusten von -2,3 Prozent bei 2.631,80 Punkten. Der Nasdaq verabschiedete sich mit -2,4 Prozent in das Wochenende und der Dow Jones 30 Industrials war mit Verlusten in Höhe von -4,3 Prozent bei 24.328,50 Punkten der Verlierer der Woche. 

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden 47. Börsenwoche?

Am Montag erwarten wir den ifo-Geschäftsklimaindex, am Dienstag aus den USA die Zahlen zu dem Verbrauchervertrauen, gefolgt von den Zahlen zum Bruttoinlandsprodukts des dritten Quartals in den USA. Außerdem werden am Donnerstag und Freitag Bilanzen von TeleColumbus und Rocket Internet veröffentlicht.

Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen