Powell to the rescue – die Stimmung in Europa trübt sich ein | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (28/2019)

Der Dow Jones erreichte am vergangenen Donnerstag ein Rekordhoch und schloss zum ersten Mal über der magischen Marke von 27.000 Zählern – Powell sei Dank! Nachdem Fed-Chef Jerome Powell Anfang letzter Woche neue Zinssenkungen angedeutet hat, fingen die US-Indizes an neue Höhen zu erklimmen. Doch die Rede von Powell lässt viele Fragen noch unbeantwortet.

In seiner Stellungnahme vor dem Senat am vergangenen Mittwoch äußerte Powell, dass sich der wirtschaftliche Ausblick in den letzten Wochen nicht verbessert habe und betonte mehrere Risiken. Die US-Notenbank ist über die schwächelnde Inflation besorgt, was ja letztendlich auf das nachlassende Verbrauchervertrauen zurückzuführen ist. Darüber hinaus machte Powell deutlich, dass er an Machtspielchen mit Donald Trump nicht interessiert ist. Die amerikanischen Aktienindizes reagierten mit neuen Hochständen (S&P 500, NASDAQ 100 & Dow Jones Industrial) auf die Kommentare von Powell.

Etwas weniger Euphorie war auf den europäischen Aktienmärkten zu spüren. Der deutsche Leitindex kam in der vergangenen Woche etwas unter die Räder und fiel nach fünf Verlusttagen in Folge um 1,95 Prozent. Grund dafür sind eine Reihe von Gewinnwarnungen sowie neu entfachte Konjunktursorgen. Der Euro Stoxx 50 folgte dieser Entwicklung und schloss die Woche mit 0,86 Prozent im Minus.

Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2019 ist bereits in vollem Gange. Die Unternehmen in Deutschland blicken nur noch verhalten optimistisch nach vorne. Der Autokonzern Daimler musste seine Jahresprognose erneut, innerhalb weniger Wochen, senken. Der Konzern begründet die Gewinnwarnung u.a. mit der Dieselthematik und mit einer Erhöhung der Rückstellungen im Zusammenhang mit einem Rückruf von Takata-Airbags um 1,0 Milliarden Euro. Auch die neueste Entwicklung der BASF, das weltweit größte Chemieunternehmen, weist auf eine sich abschwächende Weltwirtschaft hin. Die vom Handelskrieg ausgelöste Abkühlung der Autoindustrie bis hin zum Agrarbereich könnte die Gewinne der Unternehmen in diesem Jahr um 30 Prozent verringern.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ZEW-Umfrage zu den Konjunkturerwartungen in Deutschland. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen