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Sonne, Strand und Cocktails – bereiten sich die Märkte auf die Sommerpause vor? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (26/2020)

Die Märkte haben sich in der vergangenen Woche überwiegend mit einem Minus in das Wochenende verabschiedet (DAX -1,96%; Dow Jones -3,1%; S&P 500 -2,86%), aber in der aktuell volatilen Phase sind das keine besorgniserregenden Entwicklungen. In der Gesamtheit haben sich die Märkte nach der Krise schon deutlich erholt und es scheint, als würden sich viele Anleger schon auf die Sommerpause vorbereiten. Doch die Aussichten auf eine ruhige Ferienzeit an den Märkten ist ungewiss. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Kauflaune in Deutschland übersteigt die Erwartungen im Juni

Der PMI Index in Deutschland für Juni lag bei 45,8 Punkte und damit über 1,6 Punkte über dem Erwartungswert. Zum Vormonat war das eine deutliche Verbesserung um 13,5 Punkte. Die Stimmung bei den Einkaufsmanagern hat sich somit deutlich verbessert. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass Werte unter 50 Punkte einen Rückgang der Kauflaune bedeutet. Um diese Schwelle zu überschreiten wird sicherlich auf die versprochenen Hilfspakete gewartet, doch ein nennenswerter Durchbruch konnte diese Woche im Gespräch zwischen Deutschland und Frankreich nicht erzielt werden. Was passiert an dieser Stelle noch in der Sommerpause? Sicherlich werden sich die nationalen Wirtschaften etwas erholen, da die eingeschränkten Urlaubsaktivitäten das Geld größtenteils im eigenen Land belassen werden.

Wirecard-Skandal – Wer passt auf die Aufpasser auf?

Der Wirecard-Skandal endete diese Woche unrühmlich für viele Beteiligte. Wirecard wurde das Rating von Moody‘s entzogen, Visa und Mastercard haben die Zusammenarbeit mit Wirecard beendet und an der Börse wurde zeitweise der Handel ausgesetzt. Schlimmere Kreise zieht jedoch die Suche nach den verschwundenen 1,9 Mrd. € und die Aussicht, dass es diese gar nicht gibt. Wer trägt hier die Hauptverantwortung? Der Ex-Chef Markus Braun wurde bereits für die Untersuchungen verhaftet, doch auch EY und BaFin sind ins Kreuzfeuer genommen worden. Hätten diese unabhängigen Aufsichtsorgane die fehlenden Summen nicht schon viel früher aufdecken müssen? Dieser Frage wird sich nun die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) widmen und notwendige Konsequenzen für die Zukunft ableiten, um einen weiteren Fall von Zombieaktien im DAX zu verhindern. Es wird spannend, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird. Klar ist – viele Beteiligte werden dieses Jahr keinen Urlaub mit Sonne, Strand und Cocktail genießen dürfen.

Handelskrieg 2.0? – EU droht im Streit um Nord Stream 2

Das kritisch beäugte Großprojekt zwischen der EU und Russland Nord Stream 2 sorgte diese Woche wieder für neuen Zündstoff. Die USA und allen voran Präsident Trump haben 2019 Sanktionen gegen die am Bau beteiligten Firmen verabschiedet. Nun konterte die EU auf Basis einer Prüfung, dass die Sanktionen gegen internationales Recht verstoßen. Die Gegenmaßnahmen sind jedoch noch nicht genannt worden, aber ganz gewiss ist schon eine Gegenreaktion aus den USA. Wem hilft solch eine Drohgebärde, insbesondere in der aktuellen Krisenzeit? Donald Trump wird sicherlich auch in seinem Golf-Urlaub die Amtsgeschäfte per Twitter nicht ruhen lassen. Seine persönlichen Ziele sind wie zu Amtsantritt nicht ersichtlich und den Erwartungen in seinem eigenen Land kann er ohnehin nicht mehr gerecht werden. Der Sommer bleibt also mehr als spannend und es ist nicht absehbar, ob ein nächster Dominostein die nächste Krise auslöst.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das war das Jahr 2019! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (52/2019)

Ein ereignisvolles Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Doch genau vor einem Jahr beendete US-Zentralbank Präsident Jerome Powell die Party an den Börsen. Nach vielen Jahren Hausse war die Euphorie und Partystimmung im Keller – zumindest dem Anschein nach. Über das laufende Jahr 2019 sind wir eines Besseren belehrt worden. Die Aktienmärkte haben den Knick aus dem Dezember 2018 wieder schnell ausgebügelt und konnten, vor allem in den USA, neue Höhen erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was 2019 die Märkte bewegte.

Jerome Powell zündete noch einmal die Kerzen an

Bereits im Januar konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, als er von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nahm. Die kulante Politik der Fed trug zur guten Partystimmung an den Börsen bei. Allein im Januar konnte der NASDAQ 100 9,11 Prozent zulegen – die Bullen sind vom Schönheitsschlaf wieder aufgeweckt worden. Insgesamt konnte der NASDAQ 100 über das laufende Jahr 38,56 Prozent (per 27.12.2019) Performance erzielen.

Erst als das Thema der Liquidität bzw. Bilanzabkürzung der US-Notenbank vom Tisch war kannten die Aktienmärkte nur noch eine Richtung – und zwar nach oben!  Auch wenn die Fed ihre jüngsten Maßnahmen nicht als Quantitative-Easing (Lockerung der Geldpolitik) bezeichnen möchte: Tatsache ist, dass die Bilanz der Zentralbank seit dem 28. August 2019 um mehr als 400 Milliarden USD ausgeweitet worden ist (siehe Chart 1). Der NASDAQ 100 hat in diesem Zeitraum 15,59 Prozent zulegen können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Aktienmärkte von Liquidität getrieben werden. Falls genug Liquidität vorhanden bleibt, könnte auch das kommende Jahr für eine positive Überraschung sorgen.

Politische Börsen werden immer relevanter – auch wenn sie nicht relevant sind

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2019, ähnlich wie das Jahr 2018, an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Das ganze Jahr über wurden die Börsen von zwei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits und der Geist des Handelskrieges. Im Laufe des vierten Quartals 2019 haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind:

  • Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen. Für die Aktienmärkte waren das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Im kommenden Jahr dürfte der Brexit, nach langer Verzögerung, endlich stattfinden.
  • In Sachen Handelskrieg haben sich die USA und China auf ein Abkommen der ersten Phase geeinigt. Die geplanten US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren wurden zunächst einmal verschoben. Die chinesische Regierung kündigte ebenso an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen, die immer relevanter werden, auch wenn sie nicht relevant sind, nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf das kommende Jahr und vor allem auf die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblicke.

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Die Börsengespenster 2019 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (50/2019)

Das ganze Jahr über wurden die Börsen von drei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits, der Geist des Handelskrieges und der Geist der Zinspolitik in den USA. Im Laufe der vergangenen Woche haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind – einer nach dem anderen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Gespenst des Brexits

Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen und Boris Johnson steht im Mittelpunkt. Jetzt dürfte in Sachen Brexit nichts mehr im Weg stehen, denn mit einer Mehrheit im Unterhaus ist der parlamentarische Widerstand höchst unwahrscheinlich.

Für die Aktienmärkte sind das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der europäischen Union. Das Restrisiko eines harten Brexits bzw. eines unregulierten Austritts ist nunmehr vom Tisch. Jetzt müssen das Vereinigte Königreich und die EU ihre Wirtschaftsbeziehungen neu verhandeln. Das Gespenst des Brexits dürfte uns im kommenden Jahr nicht mehr begleiten.

Der Geist des Handelskrieges

Die USA und China haben gesagt, dass sie sich auf ein Abkommen der ersten Phase einigen wollen. US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren, die für heute (Sonntag, 15.12.2019) geplant waren, wurden zunächst einmal verschoben. Im Rahmen der ersten Phase des Abkommens werden die USA die bereits bestehenden Zölle gegen chinesische Produkte senken. Die chinesische Regierung kündigte heute an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, dass China sich im Rahmen des Abkommens vom Freitag verpflichtet hat, in den nächsten zwei Jahren 40 Milliarden US-Dollar an amerikanischen Agrarprodukten zu kaufen. Er sagte, China habe auch versprochen, seine langjährige Praxis des Drucks auf Unternehmen zu beenden, ihre Technologie als Voraussetzung für den Marktzugang zu übergeben. Der Geist des Handelskrieges, zumindest was die erste Phase angeht, dürfte unseren Schlaf nicht mehr rauben.

Der Geist der Zinspolitik in den USA

Die Aktienmärkte schlossen am vergangenen Mittwoch etwas freundlicher, nachdem die US-Notenbank darauf hinwies, dass sie die Zinsen im Jahr 2020 wahrscheinlich nicht anheben wird, was die Befürchtung der Anleger beseitigt, dass sie einen Fehler vom vergangenen Jahr wiederholen würden. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sagte in einer Pressekonferenz, die Zentralbank müsse einen anhaltenden Anstieg der Inflation sehen, bevor sie die Zinsen wieder anheben könne.

Die Inflation ist in den Vereinigten Staaten, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), im November von 1,8 auf 2,1 Prozent pro Jahr gestiegen und lag über der Markterwartung von 2 Prozent, wie die vom United States (US) Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch veröffentlichten Monatsdaten zeigen. Ob wir einen nachhaltigen Anstieg der Inflation in den USA sehen bleibt die Schlüsselfrage für das kommende Jahr!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Jackson Hole: Können die Notenbank-Helden die Weltwirtschaft retten? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (34/2019)

Diesmal waren die Chinesen an der Reihe, um einen Zug im Handelsschach zu vollziehen. Der geplante Vergeltungsschlag der Chinesen in Form von neuen Strafzöllen auf US-Waren im Wert von 75 Mrd. USD schickte die Märkte erneut auf eine Talfahrt. Währenddessen trafen sich Notenbank-Helden aus der ganzen Welt in Jackson Hole Wyoming Ende vergangener Woche.

Das diesjährige Treffen der Notenbank-Helden findet vor dem Hintergrund volatiler Finanzmärkte, steigender Rezessionsängste und globaler Handelsspannungen zwischen den USA und China statt. Während des Treffens in Jackson Hole ließen die Chinesen die nächste Zollbombe platzen, nämlich weitere Zölle auf US-importierte Waren in China. Präsident Trump twitterte schnell, dass er später am Tag reagieren werde. Die Märkte reagierten prompt und zeigten, wie fragil die zuletzt angelaufene Erholung tatsächlich ist.

Fed-Chef Jerome Powell, bestätigte, dass sich die globalen Wirtschaftsaussichten aufgrund des eskalierenden Handelskrieges “verschlechtert haben”. Während seiner Rede in Jackson Hole verpflichtete er sich erneut, “angemessen zu handeln, um die Expansion aufrechtzuerhalten”. Daraufhin reagierten die Märkte positiv und die Chancen standen gut, dass die vergangene Handelswoche mit einer freundlichen Sitzung ins Wochenende gehen würde. Doch um 14 Uhr war es Schluss mit lustig. Nach dem Schachzug der Chinesen fielen die Aktienmärkte weltweit rasant. Der Dow Jones schloss den Handelstag um 623 Punkte (-2,37 Prozent) leichter. Der NASDAQ 100 ging aus dem Handel mit minus 3,15 Prozent. 

Wie weit die Schockwellen der neuen Ankündigungen im Handelskrieg zwischen den USA und China tatsächlich reichen dürften, wird sich erst in der kommenden Woche zeigen. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Währungskrieg oder Handelskrieg?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (32/2019)

Gefühlt seit einer halben Ewigkeit sind China und Amerika in einen immer wieder eskalierenden Handelskonflikt verwickelt. Der Kampf ist immer noch nicht entschieden und es ist noch kein Ende in Sicht. Doch aus Verzweiflung ergreifen die Gegner neue Maßnahmen, um den Krieg zu gewinnen, nämlich die Abwertung der eigenen Währung. Willkommen in der Verlängerung des Handelskrieges – dem Währungskrieg.

Doch was sollte man unter einem Währungskrieg bzw. der kompetitiven Abwertung der Währung verstehen? Ein Währungskrieg (Currency War) ist ein Konflikt zwischen Volkswirtschaften, bei dem die eigene Währung abgewertet wird, um dadurch die eigene internationale Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten der anderen Volkswirtschaften zu verbessern. Infolgedessen soll der Export steigen, die Produktion angekurbelt werden und die Arbeitslosigkeit sinken. Wenn ein Land wie China z.B. die eigene Währung abwertet, werden Exporte billiger, während Importe teurer werden.

Mit rund 12,3 Prozent der weltweiten Exporte kann China durch eine massive Abwertung des Renminbis enorm profitieren. Doch die zweitgrößte Exportmacht der Welt – die USA – hat bereits (inoffiziell) den Währungskrieg angekündigt. An den Devisenmärkten spürt man bereits die ersten Anzeichen eines anstehenden Währungskrieges. Der US-Dollar-Index verlor vergangene Woche rund 0,6 Prozent, was den größten wöchentlichen Rückgang seit Ende Juni entspricht. Auch in China verlor der Renminbi in den letzten 5 Handelstage 1,8 Prozent und ist damit auf dem Weg zu seinem größten wöchentlichen Rückgang seit 13 Monaten.

Die Turbulenzen an den Devisenmärkten und Börsen weltweit führten dazu, dass Gold vergangene Woche die Performance-Rangliste anführte. Der Anstieg des Edelmetalls um 4,3 Prozent war die beste Wochenperformance seit Ende Juni. Der Preis pro Feinunze lag Ende der vergangenen Woche über 1.500 USD, was einem Sechsjahreshoch entspricht. Da das Risiko eines Währungskrieges stark zunimmt, haben viele US-Hedgefonds ihre Gold-Exposure deutlich erhöht. Werden wir bald die Marke von 1.600 USD knacken?

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Oops, Trump tweeted again | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (31/2019)

Die Zinssenkung der Fed am vergangenen Mittwoch war nicht genug, um Papa Trump zufrieden zu stellen. Also nahm Präsident Trump sein Handy und ließ seine Wut wieder einmal auf China los. Die Ankündigung des US-Präsidenten, ab 1. September neue Strafzölle auf chinesische Produkte in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar zu erheben, sorgte für erdrutschartige Verluste an den Börsen.

Während seiner Rede am vergangenen Mittwoch zögerte Fed-Chef Jerome Powell, sich zu zusätzlichen Zinssenkungen zu verpflichten, die Präsident Trump so dringend braucht. Powell erklärte, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China gut verlaufen würden, und weitere Zinsschritte seien zunächst erstmal nicht angedacht. Allerdings müsste Trump etwas tun, um dem Fed-Chef zu beweisen, dass diese Gespräche überhaupt nicht gut laufen und dass die Weltwirtschaft weiterhin in großer Gefahr ist. Also tat Trump, was er am besten kann und twitterte fleißig. Der Dow Jones Industrial schwankte von einem Plus von 300 Punkten auf einen Verlust von 280 Punkten am Donnerstag.

Hierzulande in Deutschland erlebt die Automobilbranche die schwerste Krise seit Jahren. Grund dafür sind zahlreiche Gewinnwarnungen und sinkende Jahresprognosen von Automobil-Giganten wie Daimler, Volkswagen und Automobil-Zulieferer wie Schaeffler. Fast überall auf der Welt gehen die Verkaufszahlen der Automobilindustrie nach unten. In Europa waren es im ersten Halbjahr minus 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in den USA sind es zwei Prozent und in China sogar dramatische 14 Prozent. Länder wie Brasilien dagegen vermelden starke Zahlen – dort waren es im ersten Halbjahr plus 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf das Wirtschaftsbulletin der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Warnsignale aus Michigan? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (24/2019)

Seit 1978 führt die University of Michigan monatlich Befragungen zur Ermittlung des Verbraucherpreisindex in den USA durch. Der private Konsum trägt etwa 70 Prozent zur Wirtschaftsleistung der USA bei. Daher geben die Daten zum US-Verbrauchervertrauen als Stimmungsbarometer einen Hinweis auf die künftige Kauflaune der Amerikaner. Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Juni etwas eingetrübt. Langsam, aber sicher spüren die amerikanischen Verbraucher die Auswirkungen des Handelskrieges. Ein schrumpfendes Vertrauen der Verbraucher gilt als Indiz für schwächere Konsumausgaben.

Anfang Juni reduzierte sich die Verbraucherstimmung in Amerika aufgrund von Zöllen und einem verlangsamten Beschäftigungswachstum (siehe Wochenüberblick 23). Ein Teil des Rückgangs ist auf die erwarteten Zölle auf mexikanische Importe zurückzuführen. Die meisten Bedenken galten jedoch den von Donald Trump eingeführten Zöllen i.H.v. 25 Prozent auf die Hälfte aller importierten chinesischen Waren. Aufgrund dessen sind die Erwartungen der Verbraucher bzgl. der Wachstumsaussichten und neuen Beschäftigungen etwas eingetrübt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel auf 97,9 von 100 (siehe Infografik) Punkten im Mai. Darüber hinaus erwarten die Verbraucher eine langfristige Inflationsrate (5 Jahre) von nur 2,2 Prozent (siehe Infografik), was seit Einführung der Inflations-Frage vor vierzig Jahren der niedrigsten Rate entspricht. Sehen wir die ersten Warnsignale aus Michigan?

Möglicherweise ja, denn auch die amerikanischen Einzelhändler werden langsam nervös. Hersteller und Technologieunternehmen warnten Präsident Trump am vergangenen Donnerstag, dass Zölle auf China der US-Wirtschaft schaden, zu Arbeitsplatzverlusten führen und das Verbrauchervertrauen zerstören. Mehr als 600 Unternehmen und Branchenverbände – darunter Walmart, Costco, Target, Gap, Levi Strauss und Foot Locker – plädierten an das Weiße Haus und forderten Trump auf, die Zölle auf China zu senken und den anhaltenden Handelskrieg endlich zu beenden.

Wir warten gespannt auf die Reaktion des amerikanischen US-Präsidenten. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Das Twitter-Gewitter | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (20/2019)

Das Twitter-Gewitter des amerikanischen Präsidenten Donald Trump erschütterte die Börsen am vergangenen Montag erneut. Der US-Leitindex Dow Jones schloss den Handelstag um 2,38 Prozent schwächer. Doch eine anschließende Rallye konnte den Wochenverlust auf nur noch -0,69 Prozent reduzieren. Es gibt jedoch einige Warnsignale, die auf weitere Turbulenzen hindeuten.

Angesichts der Verflachung der US-Zinskurve (mittlerweile inverse Zinskurve) weisen Experten nach wie vor auf erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten weltweit hin. Selbst wenn es eine angemessene Deeskalation des Handelskrieges gibt, dürfte uns die Volatilität erhalten bleiben – letzten Endes befinden wir uns am oberen Wendepunkt des Konjunkturzyklus. Seit der jüngsten Finanzkrise 2008/2009 unternehmen die Zentralbanken weltweit jedoch ihr Bestes, um Risiken von den Finanzmärkten fernzuhalten.

Die zunehmende Erwartung, dass die amerikanische Notenbank als Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Handelsspannungen, die Zinsen früher als später senken wird, half der Börse, die Handelsbedenken in der vergangenen Woche abzuschütteln und somit die Aktienkurse auch in Zukunft zu stützen. Diese Erwartung wird jedoch von der Fed bisher nicht berücksichtigt, da die Inflation noch leicht unter dem Jahresziel von 2 Prozent liegt. Am kommenden Montag wird Fed-Chairman Jerome Powell eine Rede über die Bewertung der Risiken für die Stabilität des Finanzsystems halten – jedes Wort seiner Rede wird von Börsianern auf die Goldwaage gelegt.

Hierzulande sind die Verbraucherpreise kräftig gestiegen. Im April 2019 lagen die Verbraucherpreise, die vom statistischen Bundesamt monatlich veröffentlicht werden, um 2 Prozent höher als im April 2018 – damit zog die Inflationsrate kräftig an. Laut statistischem Bundesamt ist der starke Anstieg im vergangenen Monat vor allem der Preiserhöhung bei Pauschalreisen (+11,2%) zuzuschreiben. Auch für die Fahrt mit dem Fernbus (+13,6%), für Flugtickets (+6,1%) und Bahntickets (+3,4%) mussten Verbraucher deutlich mehr bezahlen. Grund dafür sind steigende Energiepreise. Brent-Öl ist beispielsweise seit Jahresbeginn um 34,22 Prozent teurer geworden.

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Handelskrieg Spekulationen wecken die Bullen wieder | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (03/2019)

Spekulationen auf eine Entschärfung im Handelskrieg zwischen Amerika und China sorgten am vergangenen Freitag für eine massive Rally an den europäischen Märkten. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge soll die amerikanische Regierung die Einfuhrzölle auf chinesische Ware senken bzw. ganz aufheben.

Natürlich können wir nicht ausschließen, dass diese Gerüchte wieder einmal nur Gerüchte sind. Davon lassen sich die Anleger allerdings nicht erschrecken. In der abgelaufenen Woche (KW 03/2019) hat der deutsche Leitindex 2,92 Prozent zugelegt – seit Jahresbeginn 6,12 Prozent. Allerdings dürfte die Debatte um den Brexit Börsianern auch in der kommenden Woche Bauchschmerzen bereiten. Am kommenden Montag präsentiert die britische PM Theresa May nun ihren Notfall-Plan zu den Scheidungsverfahren zwischen Großbritannien und der EU. Am 29. Januar soll das britische Parlament über das neue Abkommen entscheiden – ein ungeordneter (hard) Brexit am 29. März 2019 ist nach wie vor sehr wahrscheinlich.

Die Berichtssaison zum 4. Quartal 2018 hat vergangener Woche nun begonnen. Erste Bilanzen wurden in den USA bereits vorgelegt – ein klares Fazit ist daraus noch nicht abzuleiten. Die S&P 500 Umsatz- und Gewinnerwartungen für das 4. Quartal 2018 sind deutlich gefallen. Analysten rechnen mit einem Gewinnzuwachs von nur 10,6 Prozent – Anfang November 2018 lagen die Erwartungen bei 15 Prozent.

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Die Bullen retten die Börse | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (01/2019)

Die gute Konjunkturlage in den USA und eine kulante Politik der Fed konnten am vergangenen Freitag die Börsen wieder retten – die Bullen sind wieder da! Die Frage ist, ob sie lange im Ring bleiben werden?

Eine Stunde vor Börsenbeginn am Freitag wurden amerikanische Börsianer mit einem phänomenalen Arbeitsmarktbericht beschert. Darauffolgend sind die Bullen nach den langen Festtagen erwacht. Am amerikanischen Arbeitsmarkt wurden im Dezember 312.000 Stellen aufgebaut – die Erwartungen von 178.000 wurden weit übertroffen. Darüber hinaus zogen die durchschnittlichen Stundenlöhne zum Vorjahr um 3,2 Prozent an – ein guter Indikator für den Verbrauch und letztendlich für die amerikanische Wirtschaft.

Viele Experten warfen Jerome Powell vor, er habe mit seiner harten Haltung der Zinspolitik drei Wochen zuvor den Einbruch an den Märkten verstärkt. Doch bei einem Podium mit seinen Vorgängern Janet Yellen und Ben Bernanke konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, denn Powell hält an seinem Kurs aus der Krisenpolitik auszusteigen fest. Eine klare Aussage an Donald Trump, welcher Powell gerne aus seinem Amt werfen würde.

Wie haben sich die Börsen in der ersten Woche des neuen Jahres entwickelt?

Der deutsche Leitindex startete in das neue Jahr leicht volatil, doch er konnte Gewinne einholen. Mit einem wöchentlichen Performancegewinn in Höhe von 1,98 Prozent notiert der DAX derzeit bei 10.806,20 Punkten. Ähnlich verlief auch die Woche des europäischen Leitindexes Euro Stoxx 50 mit einem Plus von 1,85 Prozent bei 3.043,07 Punkten.

An der Wall Street schlossen die Kurse am vergangenen Freitag ebenfalls mit signifikanten Performancegewinnen ab. Auf Wochensicht schloss der S&P 500 mit einer Steigerung in Höhe von  1,86 Prozent bei 2.531,40 Punkten. Der NASDAQ 100 stieg um 2,19 Prozent an und schloss mit 6.419,12 Punkten. Der Dow Jones 30 Industrial schloss mit einer Steigerung um 1,61 Prozent bei 23.433,16 Punkten.

Anders als die amerikanischen und europäischen Märkte musste der japanische Leitindex NIKKEI mit Beginn des neuen Handelsjahres Verluste in Höhe von 2,26 Prozent einbüßen. Gründe dafür waren mitunter ein starker Yen, die Umsatz-Warnung von Apple und der Kurseinbruch an der Wall Street gegen Ende des Jahres.

An den Rohstoffmärkten haben sich ebenfalls interessante Bewegungen vollzogen: Während der Goldpreis um geringfügige 0,33 Prozent angestiegen ist, hat der Silberpreis auf Wochensicht 2,08 Prozent zugelegt. Doch besonders interessant war die Entwicklung der Ölpreise. Brent-Öl hat auf Wochensicht ganze 9,31 Prozent zugelegt – Initialzünder für diese Wertentwicklung sind die positiven Signale durch die Gespräche zum Handelskonflikt zwischen den USA und China.


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen