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Die Hoffnung auf Normalität treibt die Börsen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (15/2020)

Ostern ist das Fest der Hoffnung. Das ist genau, was wir in der aktuellen herausfordernden Zeit benötigen – die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Die Börse und die Hoffnung sind zukunftsorientiert. Beide können in gewissem Maße als der Motor des Lebens und der Antrieb unserer Existenz gesehen werden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Hoffnung ohne Handeln ist nicht genug

In der vergangenen kurzen Börsenwoche legten die globalen Aktienindizes dank der Entwicklungen zur Eindämmung des Virus (dessen Namen wir nicht mehr nennen werden) und die erlassenen Maßnahmen zur Absicherung der globalen Wirtschaft deutlich zu. Der deutsche Leitindex DAX bescherte uns vor den Osterferien mit einem Wochenbeitrag von 10,91 Prozent ein kleines Osternest. Trotz der stark steigenden Arbeitslosenzahlen in den USA konnten sowohl der Dow Jones Industrial Average, als auch der S&P 500 Index, der die Aktien der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, über 12 Prozent Performance erzielen.

Doch nur zu hoffen, dass die Zahl der Infizierten sinkt ist nicht genug. Wir müssen weiterhin konsequent handeln. Wir sind eindeutig noch nicht über den Berg – wie Frau Merkel vor den Osterferien sagte: Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig werden.

Die Notenbankhelden und Staaten arbeiten rund um die Uhr

Die Notenbanken (Zentralbanken) und Staaten rund um den Globus legen Milliardenprogramme auf, die dabei helfen sollen, die Folgen der Virus-Krise in den Griff zu bekommen. Dabei fragen wir uns, ob solche Maßnahmen für einen Anstieg der Inflation sorgen könnten. Die Mischung aus Angebotsverknappung, die durch den Produktionsrückgang ausgelöst wird, Hamsterkäufe, gewaltige Liquiditätsmaßnahmen der Notenbanken und explodierende Haushaltsdefizite führen bekannterweise zu einem Anstieg der Preise.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Stillstand des globalen Welthandels. Bislang konnte der Welthandel die Inflation eindämmen. Unternehmen, Verbraucher und Staaten haben von der günstigen Arbeitskraft und von den günstigen Rohstoffen der Schwellenlänger profitiert. Durch den Einbruch des Welthandels werden Produkte, die nicht mehr importiert werden können, teurer. Auf der anderen Seite werden Produkte, welche nicht mehr exportiert werden können, wesentlich günstiger, da wir ein Überangebot aufbauen.

Diese Kombination aus Inflation und Deflation könnte eine besondere Herausforderung für die Staaten und Notenbanken darstellen. Nichtsdestotrotz sind wir uns sicher, dass auch hierfür eine Lösung bereitsteht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Ergebnisse des deutschen Verbraucherpreisindex am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Rebound an Aktienmärkten lässt hoffen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (13/2020)

Die Aktienmärkte rund um den Globus haben vergangene Woche gezeigt, dass sie auch aufwärts können – für die „Risk-Takers“ unter uns war das eine kurzfristige Belohnung. Kommt jetzt schon die nachhaltige Erholung oder müssen wir uns noch ein wenig gedulden?! Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Rebound an den Aktienmärkten lässt hoffen

Eine Woche nach dem der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial Average den zweit höchsten prozentualen Verlust seiner Geschichte eingefahren hat, ging es letzte Woche an den Aktienmärkten rund um den Globus wieder steil nach oben! Satte 11,37 Prozent konnte der Dow am vergangenen Dienstag wieder gut machen – daher auch die Bezeichnung „Turnaround Tuesday“. Das entspricht den größten prozentualen Tagesgewinn seit dem 15. März 1933.

Auch hierzulande feierte der deutsche Leitindex DAX den viert größten Tagesgewinn seiner Geschichte und bescherte Anlegern 10,98 Prozent Wertsteigerung – was ja durchaus auch ein gutes Jahresergebnis wäre. Viele werden sich an dieser Stelle Fragen, ob jetzt schon die Erholung kommt – die Meinungen gehen zu Recht auseinander. Auf der einen Seite sorgt der Stillstand der Wirtschaft für Unruhe und Panik, auf der anderen Seite sorgen die Maßnahmen der Politik und der Notenbanken für Hoffnung. Die Börsen spiegeln die Erwartungen der Investoren an die Zukunft wider, daher ist für uns die viel wichtigere Frage: Wird sich die Wirtschaft nach der Corona-Krise erholen? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, sollte man heute schon handeln.

Schneller, höher, weiter, tiefer…

Die Aktienmärkte bewegen sich heutzutage mit einem nie dagewesen Tempo. Ein Grund dafür ist die Geschwindigkeit und die Reichweite von Nachrichten, die uns heute erreichen. Sei es ein Buschbrand in Australien oder ein Tweet aus dem Weißen Haus! Beeinflussen diese Nachrichten die Aussichten meiner Beteiligungen bzw. Aktien fundamental? Anscheinend, denn die Mehrheit der Anleger verfällt in blanke Panik und drückt auf den roten Sell-Knopf.

Durch die Nachrichtenlage rund um das Coronavirus sind zurzeit viele Anleger der Panik zum Opfer gefallen und haben systematisch ihre Aktien verkauft. Die Kreuzfahrt-Branche ist möglicherweise zu Recht abgewertet worden während Unternehmen wie Amazon und Microsoft nicht. Die Reisebeschränkung auf unabsehbare Zeit könnte viele Reedereien in die Insolvenz treiben. Daher ist eine Beteiligung in Unternehmen dieser Branche abzuraten. Währenddessen gewinnen Dienstleistungsunternehmen wie Microsoft, Amazon, Google (Alphabet) und Netflix an Bedeutung.

Wo es Verlierer gibt, gibt es auch meistens Gewinner – Profiteure sind Online-Lieferanten wie Amazon. Durch die #StayAtHome- und #HomeOffice-Initiative finden dank Teams, Zoom und Telefon-Konferenzen Meetings weiterhin problemlos statt. Für die Langeweile zu Hause hat Netflix eine Lösung und alles rund um das Thema Coronavirus findet man schnell auf Google. Viele Online-Anbieter nutzen den großen Bedarf an „Home-Schooling“, um ihr Angebot zu erweitern. Daher fragen Sie sich aktuell: Wird dieser Firma zu den Gewinnern oder Verlierern der Krise gehören?

In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern viel Kreativität für die Langeweile zu Hause, denn wie man so schön sagt: Die Not macht erfinderisch!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung der Arbeitslosenquote in Deutschland am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick. Bis dahin bleiben Sie gesund!

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Bleib’ doch mal zu Hause und gönn’ dir eine Pause! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (12/2020)

Seit einigen Wochen gibt es nur noch ein Thema auf der Welt – Corona. Durch die Corona-Pandemie sind Begriffe wie Brexit, Trade-War und US-Präsidentschaftswahlen schnell wieder in Vergessenheit geraten. Um auch diese Krise so schnell wie möglich zu überwinden, damit wir uns auf die wichtigeren Dinge im Leben konzentrieren können, sollten wir zunächst zu Hause bleiben, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Daher sag‘ ich: Bleib’ doch mal zu Hause und gönn‘ dir eine Pause!

Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Wir starten heute mit einem Blick auf die Aktienmärkte in den USA. Der amerikanische Leitindex Dow Jones hatte am vergangenen Montag (16. März 2020) den zweithöchsten prozentualen Verlust seiner Geschichte, nämlich minus 12,93 Prozent. Der größte Tagesverlust in Höhe von minus 22,61 Prozent erlitt der Dow Jones an dem sogenannten „Black Monday“ am 19. Oktober 1987 – ob er noch zu toppen ist bleibt in den Sternen geschrieben.

Lasst uns unsere Aufmerksamkeit auf Europa richten. Die Lage an den europäischen Aktienmärkten ist vergangene Woche wesentlich entspannter gewesen. Der deutsche Leitindex DAX schloss die Woche mit minus 3,29 Prozent und der EuroStoxx 50 mit minus 1,45 Prozent. Die Maßnahmen der Politik und der Notenbanken konnten Anleger vergangene Woche etwas beruhigen. Doch bis die Anzahl der Infizierten rückläufig wird ist eine Seitwärtsbewegung oder sogar eine weitere Abwärtsbewegung nicht auszuschließen.

Wie geht es jetzt weiter?!

Es gibt keinen Grund zur Panik, denn alle Regierungen und Notenbanken rund um den Globus kommen der Wirtschaft mit Milliarden, wenn nicht gar mit Billionen von Dollar zur Hilfe. Darüber hinaus arbeiten Forschungsunternehmen wie CureVac und BioNTech, nur um einige Beispiele zu nennen, mit Hochdruck an Impfstoffen gegen das Coronavirus. Auch Unternehmen wie VW haben umfangreiche Hilfsprogramme für das deutsche Gesundheitssystem beschlossen.

Es wird sehr viel getan, um die Verspannungen, welche wir derzeit erleben, weitestgehend zu lösen. Doch die unkonventionellen Maßnahmen der Notenbanken und der Regierungen sind allein nicht ausreichend solange Individuen sich nicht an die Regeln halten. Um das Gesundheitssystem zu entlassen, und vor allem damit die Corona-Infizierten schnellstmöglich behandelt werden können, müssen wir solidarisch handeln und einfach zu Hause bleiben.

In Zeiten dieses außergewöhnlichen unsichtbaren Gegners müssen wir kurzfristig alle Opfer bringen, damit wir langfristig unsere Lebensgrundlage nicht verlieren. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern viel Geduld und Gesundheit und vor allem, vergessen Sie nicht die Gelegenheiten zu ergreifen, welche aus der Coronakrise entstehen – so wie aus jeder Krise. Denn im Nachhinein ist man immer schlauer.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ifo-Geschäftsaussichten am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Notenbankhelden & das Coronavirus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (10/2020)

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in China geht zurück! Angesichts der positiven Nachrichten stieg der chinesische Leitindex CSI 300 vergangene Woche um mehr als fünf Prozent. Doch die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zeigen sich mit dem Coronavirus etwas überfordert zu sein. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Coronavirus zwingt China in die Knie

Die chinesische Mediengruppe Caixin und das Institut IHS Markit teilten am vergangenen Montag mit, dass Produktion, Aufträge und Beschäftigtenzahl im Februar so stark gefallen sind wie noch nie seit Beginn der monatlichen Umfrage vor rund 16 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex brach dadurch um 10,8 auf 40,3 Punkte ein, was einen Rückgang von minus 21,14 Prozent entspricht.

Experten gehen aber davon aus, dass die chinesische Industrie im März wieder Fuß fasst. “Harte Daten wie der tägliche Kohleverbrauch deuten weiter darauf hin, dass Unternehmen ihre Produktion wieder aufnehmen und die chinesische Wirtschaft sich allmählich erholt”, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik ist zuletzt merklich gesunken, ebenso die der Toten.

Aus der Ferne betrachtet, reagieren viele in China auf die Entwicklungen in Europa und in den USA mit einer Mischung aus Schock und Freude. Die Chinesen finden es schwer zu glauben, dass die Supermächte der Welt ihre Reaktion auf das Virus vermasselt haben, selbst nachdem sie Wochen Zeit hatten, sich auf seine mögliche Ankunft vorzubereiten.

Die Notenbankhelden sind jetzt gefragt

Dass die großen Zentralbanken bereit stehen um sich gegen den Abschwung der Weltwirtschaft zu stemmen haben sie nicht nur signalisiert, sie sind auch bereits zur Tat geschritten. Christine Lagarde hat „angemessene und zielgerichtete Maßnahmen“ in Aussicht gestellt, um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzuwirken. Die EZB beobachte die Entwicklung der Wirtschaft und der Inflation ganz genau. Die Fed hat sich dazu entschieden, in einem außerplanmäßigen Schritt den Leitzins um 50 BP zu senken.

Die Märkte hatten mit diesem Schritt erst bei der nächsten Fed-Sitzung am 17./18. März gerechnet. Dass die US-Notenbank nicht bis zur nächsten Sitzung warten wollte, deuten die Marktteilnehmer als eine sehr pessimistische Sicht der Fed auf die Auswirkung des Coronavirus auf die Weltwirtschaft – Die Bank of Japan (BoJ) hat in einer Notfallerklärung zu Beginn der Woche bereits klar gemacht, dass sie bereitstehe den Markt mit weiterer Liquidität zu versorgen und dadurch zu stabilisieren. Dabei hat die BoJ angeboten, Staatsanleihen im Volumen von 500 Mrd. JPY (4,2 Mrd. Euro) zu erwerben. Die großen Notenbanken tun also wieder das was sie am besten können: sich mit niedrigeren Zinsen und noch weiterer Liquidität gegen den Abschwung der Wirtschaft zu stemmen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht eines Tages an den Punkt gelangen, indem wir in diesen Geldschwemmen ertrinken, sondern dass die Weltwirtschaft stark genug ist, um ohne diese Droge zu wachsen. Auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg vor uns steht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Coronavirus & die Psychologie der Massen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (09/2020)

Massenpanik, Hamsterkäufe, Marktverwerfungen. Das Coronavirus ist auch im Westen angekommen. Die Reaktion der Menschen ist sowohl an den Aktienmärkten sowie in den Supermärkten aus dem Ruder gelaufen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die psychische Ansteckung des Coronavirus

Gustav Le Bons schrieb einmal in seinem Buch ,Psychologie der Massen‘, dass „der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert und sich affektiv, zum Teil primitiv-barbarisch, verhält. In dieser Situation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung. Somit ist die Masse von Führern“ oder in unserem Fall von der Berichterstattung der Medien leicht zu lenken. 

Die vergangene (Börsen)Woche war nichts weniger als ein Beispiel für Le Bons „psychische Ansteckung“, denn noch viel ansteckender als das Coronavirus ist die Angst davor angesteckt zu werden. Aus diesem Grund gab es vergangene Woche in verschiedenen Orten Deutschlands einen Run auf haltbare Lebensmittel. Viele Deutsche haben aus Angst sogenannte Hamsterkäufe getätigt und bereiten sich auf das Schlimmste vor. Auch die Aktienmärkte weltweit haben direkt vom Rallye-Modus in den Sell-Off-Modus geschaltet, da Anleger, sowohl institutionelle als auch private, nach dem Motto „Cash is King“ gehandelt haben. 

Aktien- oder Hamsterkäufe

Wenn das Blut durch die Straßen fließe, soll Baron Rothschild gesagt haben, gelte es in die Zukunft zu investieren. Werfen wir einen Blick auf die unten geführte Performance-Tabelle der führenden globalen Indizes und wir sehen überall zweistellige negative Renditen. Der deutsche Leitindex DAX verlor in der vergangenen Woche 12,44 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average zeigt in der Wochenbilanz ein Minus von 12,36 Prozent. Überall sind wir von roten Zahlen umgeben, sodass man behaupten könnte, dass das Blut durch die Straßen fließt. Es lohnt sich sicherlich einen Blick auf die Einzelwerte zu werfen, die vergangene Woche massive Verluste einstecken mussten. 

Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet, mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen, begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance günstig Aktien zu erwerben. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Produktionszahlen des Caixin PMI Index aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





US-Konjunkturprognosen weit verfehlt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (08/2020)

In der abgelaufenen Börsenwoche haben die globalen Aktienmärkte überwiegend rote Zahlen geschrieben. Grund dafür: Das Coronavirus richtet weiterhin Verwüstungen an und die US-Konjunktur schrumpft zum ersten Mal seit der letzten Finanzkrise. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die US-Konjunktur überrascht mit roten Zahlen

Mit Ausnahme der Schließung der US-Regierung im Jahr 2013 schrumpfte die US-Konjunktur zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise im Februar. Dies geht aus den aktuellen Ergebnissen der Umfrage zum US-Markit-Einkaufsmanagerindex hervor. Die Erwartungen der Analysten wurden sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Produktionssektor weit verfehlt. Die Schwäche war vor allem im Dienstleistungssektor zu beobachten, wo der erste Rückgang seit vier Jahren zu verzeichnen war. Auch die Produktion im verarbeitenden Gewerbe kam fast zum Stillstand, da die Aufträge zum Erliegen gekommen sind.

Die Verschlechterung der Lage steht zum größten Teil im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus in China. Besonders unter Druck kamen der Reise- und Tourismussektor, da viele Flüge und Reisen nach Asien insbesonders nach China gestrichen wurden. Sinkende Exporte nach China setzen den US-Produktionssektor, aber auch den Produktionssektor in Deutschland massiv unter Druck. US-Unternehmen berichteten jedoch auch über eine erhöhte Vorsicht bei ihren Ausgaben, da sie sich Sorgen um eine breitere wirtschaftliche Verlangsamung und die Unsicherheit vor den Präsidentschaftswahlen im Laufe dieses Jahres machen.

In der vergangenen Woche sahen wir wieder einmal ein Lehrstück darüber, wie volatil die Aktienmärkte sein können und vor allem wie Angst und Gier das Anlegerverhalten bestimmen können. Die Woche fing insgesamt freundlich an bis die Angst um das Coronavirus und die US-PMI-Zahlen gegen Ende der Woche für schlechte Laune sorgten. Der deutsche Leitindex DAX verlor 1,2 Prozent. Der NASDAQ 100 zeigt in der Wochenbilanz ein Minus von 1,84 Prozent. Der chinesische Leitindex CSI 300 konnte aufgrund der Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbank (People’s Bank of Chine) überzeugen und schloss die Woche mit einem Plus von 4,06 Prozent ab.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den ifo-Geschäftsklimaindex am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Kapitalmärkte im Fokus – Jahresrückblick 2018

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2018 an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Es war ein guter Start im euphorischen Bullenmarkt, doch das Ende sah anders aus: der deutsche Leitindex DAX schloss mit einem Jahres-Performanceverlust von 18,26 Prozent ab, der europäische Leitindex sogar mit 14,77 Prozent Verlusten. Auch die amerikanischen Märkte konnten kurz vor Silvester keine positiven Zahlen veröffentlichen – der breit gefächerte S&P 500 hat im Jahresverlauf 6,24 Prozent verloren, der Dow Jones Industrial Average musste 5,63 Prozent Verluste einbüßen und der Technologieindex NASDAQ 100 schloss mit geringen Verlusten in Höhe von 1,04 Prozent. Der japanische Leitindex NIKKEI schloss wie der DAX mit 12,08 Prozent Performanceverlusten und der CSI 300 mit satten Verlusten in Höhe von 25,09 Prozent.

Was geschah mit den Indizes im Detail?

Beginnen wir mit dem deutschen Leitindex DAX:

DAX 30

Zu Beginn des Jahres 2018 notierte der DAX bei 12.917,64 Punkten, wohingegen am letzten Handelstag nur noch 10.558,96 Punkte übrigblieben. Von den 251 Handelstagen waren 129 Tage negativ und 122 Tage positiv – doch lediglich 3 Monate konnte der DAX positiv abschließen. Am besten entwickelte sich der Monat April mit einer Monatsperformance von 4,26 Prozent. Doch das vierte Quartal verschlechterte die Lage mit einem Perfomanceverlust in Höhe von 13,78 Prozent. Mit einer Volatilität von 15,46 Prozent und einem maximalen Drawdown in Höhe von 23,44 Prozent erlebten Marktteilnehmer unbequeme Tage. 

Der europäische Leitindex EURO STOXX 50 verlief ähnlich: 

EURO STOXX 50

Gestartet hat der EURO STOXX 50 mit 3.490,19 Punkten. Am Ende des Jahres notierte der Index nur noch bei 2.986,53 Punkten. Auch hier war der April der stärkste Monat, sowie das vierte Quartal das Schwächste. Von 255 Handelstagen verliefen 129 Tage positiv und 126 Tage negativ. 

Die amerikanischen Leitindizes entwickelten sich ebenfalls stark volatil: Der S&P 500 notierte am Anfang des Jahres bei 2.695,81 Punkten und schloss gestern bei 2.506,85 Punkten. Die Volatilität betrug 17 Prozent. Nach einem starken dritten Quartal mit einer Performance in Höhe von 7,20 Prozent verlor der S&P 500 im letzten Quartal ganze 13,97 Prozent Performance. Die 132 positiven Handelstage konnten die 119 negativen Handelstage nicht ausgleichen. 

S&P 500

Der Dow Jones zählte am 2. Januar 2018 24.824,01 Punkte, wohingegen der Index gestern mit 23.327,46 Zählern in das neue Jahr ging. 

DOW JONES IND. AVG.

Wie der S&P 500 auch verlief das vierte Quartal mit 11,83 Prozent Verlusten am schwächsten. Bei einem maximalen Drawdown von 18,77 Prozent betrug die Volatilität des Dow Jones 17,85 Prozent. Doch auch die 7 positiven Handelsmonate konnten die Performance gegen Ende des Jahres nicht positiv stimmen. 

Der Vola-Winner war ganz eindeutig der Tech-Index in den USA!

NASDAQ 100

Mit einer Volatilität in Höhe von 22,63 Prozent schloss der NASDAQ 100 im vierten Quartal mit Verlusten in Höhe von 17,01 Prozent ab – das nach zuvorigen positiven Quartalen. Gestartet hat der Index Anfang des Jahres mit 6.511,34 Punkten. Am Ende des Jahres waren es 6.329,96 Punkte. Bei 251 Handelstagen konnten die 135 positiven Handelstage die jährliche Performance trotz den schlechten letzten Monaten noch einigermaßen retten. 

Wie zu Beginn bereits erwähnt haben die asiatischen Indizes ebenso ein volatiles Jahr hinter sich. Der NIKKEI begann mit 23.506,33 Punkten und notierte am Ende des Jahres nur noch bei 20.014,77 Punkten. Grund dafür war der schlechte Dezember mit einem Verlust von 10,45 Prozent. Die Volatilität betrug hier 19,29 Prozent. 

NIKKEI

Der CIS 300 erlebte ersichtlich eine Talfahrt von anfänglichen 4.030,85 Punkten auf 3.010,65 Punkte. 

CSI 300

Das vierte Quartal war hier ebenfalls mit 12,45 Prozent Performanceverlusten schlaggebend. Das maximale Drawdown betrug bei einer Volatilität von 21,31 Prozent ganze 31,88 Prozent. 

Was waren die Gründe für die schlechte Entwicklung an den Finanzmärkten?

Die Gründe für die schlechten Verläufe der Indizes sind vielfältig und Schlagwörter wie Handelskonflikt, Unsicherheit, Zinsschritte der FED, BREXIT, Italienkrise und Invertierung der US-Zinskurve könnten den Marktteilnehmern noch lange im Kopf nachhallen. 

Nach monatelangen Verstimmungen der Märkte durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte jetzt allerdings ein Hoffnungsfunken aufflammen. Nachdem sich die großen Weltmächte mit Strafzöllen auf Importe schikaniert haben folgen versöhnliche Töne: Trump und Xi haben aufgrund der positiven, historischen Diplomatie zwischen beiden Seiten den Ausbau der Zusammenarbeit angekündigt. Diese solle die diplomatischen Beziehungen stärken, stabilisieren und fördern. 

In Europa belastete zudem die Italienkrise das Gemüt der Märkte – und auch hier wurden kurz vor Ende des Jahres nach wochenlangen Streitereien zwischen der EU und der italienischen Regierung Kompromisse getroffen. Der schuldenreiche Haushaltsplan für das Jahr 2019 wurde nach hitzigen Diskussionen durch die Vertrauensabstimmung abgesegnet. Das bedeutet für Italien eine ansteigende Staatsverschuldung, weshalb Sorgen an den Finanzmärkten bestehen – ein Kollaps Italiens würde für die Eurozone, insbesondere für Deutschland, gravierende Folgen haben.

Politische Börsen sind unbeliebt, doch die Liste der geopolitischen Probleme ist noch länger: Mit Blick Richtung Großbritannien wird ein düsteres Szenario bezüglich des BREXIT heraufbeschworen. Premierministerin Theresa May warnte gleich zu Beginn des neuen Jahres vor einem ungeordneten Brexit – mit verheerenden Folgen. Die Abstimmung über den Brexit-Vertrag wurde im britischen Parlament aufgrund fehlender Mehrheit verschoben und zudem häufen sich lauten Stimmen, dass eine zweite Abstimmung über den Brexit stattfinden solle. Letzteres wird von May strikt abgelehnt. Die EU indes hat für den Fall eines ungeordneten Brexit einen Notfallplan namens „No Deal“ beschlossen. Es bleibt gespannt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen in den kommenden Wochen entwickeln werden – zumal außer Theresa May keiner eine vage Vorstellung vom Ende des Spiels hat. 

Für Unsicherheit könnte auch die schlechte Prognose für die Weltkonjunktur sorgen, insbesondere jedoch in Deutschland. Die Prognose trübt die Lage ein, da die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr abkühlen würde. Die EZB geht davon aus, dass sich die Wirtschaft nach der Abschwächung der Weltkonjunktur wieder stabilisieren wird und dass die Inflation weltweit langsam zulegen würde. Aufgrund dieser Aussichten werden von Seiten der EZB vorerst keine Zinsschritte geplant. 

FED Chef Powell musste sich aufgrund der letzten Zinsschritte in den USA gegenüber Donald Trump rechtfertigen. Nachdem ihm von Seiten Trump mit einer Absetzung gedroht wurde, musste Powell den Präsidenten zurechtweisen, um die Unabhängigkeit der Notenbank vom Staat zu gewährleisten. Angesichts der boomenden, amerikanischen Wirtschaft wurden die Leitzinsen in 2018 viermal erhöht – ganz zum Verärgernis der US-Präsidenten. Im neuen Jahr sollen zwei weitere Zinserhöhungen folgen. Powells Aussage sei, dass das angestrebte Zinsniveau weder die Wirtschaft anschieben würde, noch diese bremsen würde. Trump kritisierte die Zinsschritte mit der Begründung, dass die steigenden Zinsen der amerikanischen Wirtschaft schaden würden. 

Mit Blick auf die US-Treasuries könnte jedoch Sorge bestehen, da sich diese deutlich angenähert haben:

Die kurzfristigen Zinsen auf den Anleihemärkten sind angestiegen, wohingegen die der langjährigen eher gesunken sind. Die daraus resultierende invertierte Zinsstrukturkurve stellt dar, dass das Verhältnis von langfristigen Anlagen zu höheren Renditen nicht mehr gewährleistet wird. Signalisiert die invertierte Zinsstrukturkurve eine drohende Rezession in den USA? 

Werfen wir zudem noch einen Blick auf die Rohstoffmärkte: die geopolitischen Unsicherheiten prägten auch die Rohstoffmärkte in 2018. 

So könnte der Goldpreis aufgrund der politischen und konjunkturellen Risiken steigen – bei fallenden Aktienkursen und sinkender Risikobereitschaft stellt Gold traditionell eine gute Absicherungsalternative dar. Der Goldpreis litt in 2018 besonders unter den Zinserhöhungen der FED, da eine straffere Geldpolitik verzinsliche Anlagen im Vergleich zu Gold deutlich attraktiver macht. 

Gold (USD)

Gemeinsam mit dem Edelmetall Platin hat Silber in 2018 die schlechteste Rendite erzielt. Auch hier war der maßgebliche Treiber der Handelskonflikt zwischen den USA und China, sowie die Sorgen vor einer baldigen Rezession. Derzeit existiert zudem ein Überangebot an Silber. Doch der niedrige Preis sorgt dafür, dass in den aktuellen Phasen das Weißmetall als „kleiner Bruder des Goldes“ für Investoren attraktiver wird. 

Silber (USD)

Für den Ölpreis (hier Brent-Öl) hat insbesondere das letzte Quartal im Jahr 2018 Verluste mit sich gebracht. 

Das hohe Marktangebot an Rohöl ist Grund für die schlechte Entwicklung. So hatte die Fördermenge in Saudi-Arabien zuletzt ein neues Rekordhoch erreicht. Gekoppelt mit der sich abschwächenden Weltwirtschaft, schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone und einer insgesamt weniger dynamischen Wirtschaft ist die Nachfrage deutlich gesunken. 

Brent-Öl (USD)

Rückblickend können wir festhalten, dass die politischen Börsen in 2018 vielen Marktteilnehmern die Suppe versalzen haben. 

Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das neue Jahr! 


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen, Graphen: eigene Darstellung

Auf der Suche nach dem Boden | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (46/2018)

„Rot, rot, rot sind alle meine Kurse (- Kleider?)!“ | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (41/2018)