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Ein ungewöhnlicher Sommer geht zu Ende | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (35/2020)

Sommerloch? Von wegen! Wer auf die alte Börsenweisheit „Sell in May and Go Away“ hörte, hat es dieses Jahr schnell bereut und hoffentlich schnell wieder gegengesteuert. Seit Anfang Mai hat der DAX 30 gut 24,52% zugelegt und der NASDAQ 37,60%. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Ein ungewöhnlicher Sommer ist fast vorbei

Die Aktienmärkte schlossen letzte Woche wesentlich solider – trotzdem noch auf dem Weg zum besten August seit 34 Jahren. Damit setzt sich die Rallye mit dem dritten Bärenmarkt in zwei Jahrzehnten fort: die Dotcom Blase, vor der Finanzkrise 2008 und jetzt während der Corona-Krise.

Die Momentum getriebene Rally zwingt die letzten Bären an der Wall Street zum Aufgeben. „Fear of Missing Out“ (FOMO) scheint ja in jedem Investmentbank-Haus an der Wallstreet angekommen zu sein. Auch Citigroup hat sein Jahresendziel für den S&P 500 von 2900 auf 3300 Punkte angehoben und wie schon in unserem letzten Wochenrückblick erwähnt Goldman Sachs ist deutlich bullischer mit einem Jahresendziel von 3600 Punkte unterwegs. 

Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Erholung ungleichmäßig

Nach einem Rekordhoch von 6,9 Millionen Arbeitslosen-Amerikanern vor knapp einem halben Jahr, liegen die derzeitigen Arbeitslosenansprüche weiterhin bei über einer Million pro Woche, was deutlich mehr sind als zu jedem Zeitpunkt während der großen Finanzkrise im Jahr 2008.

In jüngerer Zeit, wo die Beschäftigung in großen Teilen der Dienstleistungswirtschaft weiterhin eingeschränkt ist, werden einige der vorübergehenden Entlassungen nun doch dauerhaft (die Zahl der dauerhaft arbeitslosen Personen hat sich von Februar bis Juli verdoppelt). Dies zieht eine Bedrohung für das Verbrauchervertrauen und den Verlauf der Erholung mit sich, was eine Abschätzung für den weiteren Verlauf an den Märkten erschwert.

Eine starke Berichtssaison macht Hoffnung

Das Ergebnis fällt schlecht aus, aber nicht so schlecht wie ursprünglich erwartet – und das ist wiederum positiv für die Aktienmärkte. Für 98% der S&P 500-Unternehmen, die ihre Ergebnisse für das zweite Quartal gemeldet haben, waren die Ergebnisse deutlich stärker als prognostiziert. Ein Grund dafür ist die Zusammensetzung der wichtigsten Indizes, welche auf Sektoren ausgerichtet sind, die von der Pandemie profitiert haben – z.B. unsere häufig erwähnten Tech-Konzerne.

Ein weiterer Grund könnte die ungezügelte Geldpolitik und negativen Realzinsen sein, da die Notenbankhelden bereit sind alles zu tun, um die Wirtschaften am Leben zu halten. Damit werden jedoch Korrekturen am Aktienmarkt ausgehebelt. Aber wie lange kann das noch gut ausgehen? Irgendwann müssen Kinder ihr Zuhause verlassen und lernen, auf eigenen Füßen zu gehen.

Last, but not least, möchten wir der Investoren-Legende Warren Buffett alles Gute zum 90. Geburtstag wünschen. Buffett gilt als erfolgreichster Investor aller Zeiten – mit einer Performance von rund 20 Prozent pro Jahr bei Berkshire Hathaway seit 1965!

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Deflation sowie Inflation | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (20/2020)

Nach einer Reihe enttäuschender Wirtschaftsdaten und eskalierender Spannungen zwischen den USA und China lösten die Aktienmärkte den Großteil der Gewinne der Vorwoche wieder auf. Die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion in den USA verzeichneten im April den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen, was den vollständigen und plötzlichen Stopp der wirtschaftlichen Aktivität widerspiegelt. Werfen wir einen Blick darauf was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Inflation, Deflation oder sogar beides?

Die jüngste Inflationsmessung in den USA zeigte im vergangenen Monat einen starken Rückgang der US-Kerninflation (CPI, consumer price index) von 2,1 Prozent auf 1,4 Prozent – der größte Rückgang seit 1957. Allerdings lässt die Kerninflation die Preise von Energie und Lebensmitteln, da diese sehr volatil sind bzw. sein können, außen vor. Erwähnenswert ist jedoch, dass die Lebensmittelpreise in diesem Monat um 1,5 Prozent gestiegen sind. Die Preise für alle sechs großen US-Lebensmittelkonzerne im Lebensmitteleinzelhandel stiegen im Laufe des Monats um mindestens 1,5 Prozent. Lebensmitteleinkäufer sehen in dieser Zeit des Hortens und der wirtschaftlichen Notlage kaum Schnäppchen.

Hierzulande sehen wir ein ähnliches Bild. In Deutschland erreichte die Inflation den tiefsten Stand seit November 2016. Die Teuerungsrate fiel im April auf 0,9 Prozent nach 1,4 Prozent im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die billigen Energiepreise sind ein Grund, warum die Inflation allgemein gesunken ist. Der Ölpreis ist sehr stark gedrückt worden und dadurch verbilligte sich Energie insgesamt um 5,8 Prozent zum April 2019. Tanken kostete gut 15 Prozent und Heizöl fast 24 Prozent weniger.

Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen weit überdurchschnittlich um 4,8 Prozent. “Hier wurden die Auswirkungen der Pandemie insbesondere durch die Preisanstiege bei Obst (+11,0 Prozent) und Gemüse (+6,5 Prozent) deutlich”, erklärten die Statistiker. Dienstleistungen kosteten 1,3 Prozent mehr, wobei die Wohnungsmieten um 1,4 Prozent anzogen.

Die Pandemie wirkt sich bisher überwiegend deflationär aus, was bedeutet, dass die Zentralbanken auf absehbare Zeit ihre sehr akkommodierende Geldpolitik beibehalten werden.

MMM – Die modernen monetären Magier

Die Arbeitslosenzahlen der vergangenen Woche weisen ein Plus in Höhe von 2,981 Millionen auf. Damit steigt die Zahl der Anträge insgesamt auf 36,5 Millionen Menschen. Die gute Nachricht: der Zuwachs ist deutlich zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: wir reden immer noch von Millionen Anträgen pro Woche.

Um der Wirtschaft zu helfen, den wirtschaftlichen Abschwung zu überstehen und eine mögliche Erholung zu unterstützen, haben die modernen monetären Magier bzw. die Notenbank-Helden die eine oder andere Nachtschicht einlegen müssen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat in dieser kritischen Zeit aggressiv gehandelt, indem sie Unternehmen und Verbrauchern über 2 Billionen Dollar an kostengünstigen Finanzmitteln zur Verfügung stellte.

Insgesamt beläuft sich die bisherige Reaktion der US-Notenbank auf den daraus resultierenden wirtschaftlichen Abschwung auf 14 Prozent des BIP und könnte noch höher ausfallen, wenn der Kongress neue Hilfsmaßnahmen verabschiedet.  Dieses Ausgabenniveau steht im Vergleich zu nur 4 Prozent des BIP während der Rezession 2008-2009. Abgesehen von der Höhe der Ausgaben ist dies auch die schnellste Reaktion auf einen Abschwung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ob der entstandene Schaden so schnell durch monetäre Maßnahmen wegzuzaubern ist, bleibt noch offen. Sicher ist jedoch, dass ohne die zügigen Maßnahmen der modernen monetären Magier ein weitaus größerer Schaden entstanden wäre.

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Jubelstürme zu den Lockerungen – Hiopsbotschaften nach dem Lockdown | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (19/2020)

Die Regierungen lockern nach und nach ihre Teils drastischen Einschränkungen zur Eindämmung des Virus, dessen Name nicht genannt werden darf. In manchen Ländern schneller, in anderen langsamer – in einzelnen unter dem Druck der Einwohner, im Großteil ohne viel Einwände der Bürger. Doch was kostet ein Lockdown die Gesellschaft? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Aktienmärkte frohlocken, Arbeitslosenzahlen erschrecken

Die Aktienmärkte setzen in der vergangenen Woche den Aufwärtstrend fort. Der Dow Jones legte 2,56 Prozent zur Vorwoche zu und der DAX nur 0,39 Prozent. Der Dow Jones hat das Niveau von Januar 2020 aktuell fast zur Hälfte wieder erreicht bei einem zwischenzeitlichen Verlust von über 37 Prozent. Der DAX hat einen Verlust von 38 Prozent wieder aufzuholen – und ebenfalls zirka die Hälfte zu seinem Januar-Wert wieder zurückgewonnen. Es scheint, dass die Wirtschaft bzw. die Börse keinen Schaden von der Krise zurückbehält.

Die Arbeitslosenquote spricht da eine andere Sprache. In den USA ist im April ein Rekordniveau erreicht worden -14,7 Prozent Arbeitslose; allein im vergangenen Monat wurden 20,5 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft gestrichen. Weitere 8,1 Millionen Menschen könnten in den Statistiken aktuell noch nicht eingerechnet sein. In Europa und Deutschland sehen die Arbeitslosenzahlen „noch“ stabil aus. Die EU (ohne GB) liegt im März bei 6,6 Prozent – negativer Spitzenreiter Griechenland mit 16,4 Prozent und geringste Quote in Tschechien mit 2 Prozent – und ist beinahe unverändert zu Januar 2020. Wie sieht es wohl im April in der EU aus? In Deutschland liegt die Arbeitslosenquote mit 5,8 Prozent im April auch relativ stabil zu Januar 2020 mit einem Plus von lediglich von 0,5 Prozent. Allerdings meldeten Deutschlands Unternehmen den Angaben zufolge bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit an.

Welchen Anzeichen sollte man nun trauen? Den Aktienmärkten, die eine schnelle Erholung andeuten oder den Arbeitslosenzahlen, die eine noch viel schlimmere Krise prophezeien?

Unverantwortlicher globaler Key-Player oder vertrauenswürdiger Handelspartner

Derweilen deuten sich zwischen den beiden Schwergewichten USA und China Annäherungsversuche zu einem Trade Deal an. Nach dem 2019 offensiv geführten Handelskrieg, wollten beide Parteien mit den Trade Deal im Januar 2020 ihre Handelsbeziehungen neu aufsetzen. Die Unterzeichnung wurde als Durchbruch gefeiert. Diesen Freitag wurde die Beibehaltung des Kurses noch einmal von beiden Seiten bekräftigt.

Doch wie passt das mit den Trump-typischen Tweets und der Untersuchung durch Geheimdienste zusammen, die China als unverantwortliche Nation darstellt, die das Virus leichtfertig ausbreiten ließ und anschließend durch Desinformationen sich eine bessere Ausgangsposition im Kampf gegen das Virus verschafft haben soll? Kann China die angedrohte Rechnung von Trump auf den Trade Deal anrechnen lassen oder wird es doch wieder zu Verstimmungen zwischen den beiden Nationen kommen? Wir werden es sehen…

Notenbanken-Helden vor Gericht

In dieser Krise und in der Finanzkrise wurde das schnelle Handeln der Notenbanken gelobt. Die „Whatever it takes“-Instrumente der EZB waren nun wieder einmal Thema des BVerfG und sie kamen zu einem überraschenden Urteil. Die Anleihekäufe der EZB sind teilweise rechtswidrig, da sie nicht ausreichend begründet seien. Außerdem hätten sich die staatlichen Organe (wie Bundestag, Bundesrat aber auch Bundesbank) dieser Thematik intensiver annehmen müssen. Nun besteht eine 3-monatige Übergangsfrist, in der die EZB einen gut begründeten Beschluss fassen muss. Der EuGH reagierte prompt auf das Urteil aus Karlsruhe und verwies das BVerfG in seine Grenzen, dass sie nicht über EU-Organe urteilen dürfe.

Zeichnet sich hier ein juristischer Streit zwischen zwei mächtigen Parteien an? Und welche Auswirkungen hat dieser und das im Raum stehende Urteil auf die Hilfsaktionen unserer Notenbanken-Helden in dieser Krise?

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Mit FAANG-Aktien durch die Krise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (16/2020)

Innerhalb der letzten vier Wochen haben über 22 Millionen US-Amerikaner ihren Job verloren. Die Börsen sind dennoch freundlich ins Wochenende gegangen, denn anscheinend hatten sie mit noch schlimmeren Daten gerechnet. Besonders die FAANG-Aktien haben sich im Zuge der Pandemie als krisenfest erwiesen.

Mit FAANG-Aktien durch die Krise

Was sind FAANG-Aktien überhaupt? FAANG ist ein Akronym, das Jim Cramer, Moderator von Mad Money bei CNBC, einer Gruppe von Aktien gegeben hat, welche die technologische Revolution der nächsten Generation anführen. Das Akronym setzt sich aus dem ersten Buchstaben dieser fünf Aktien zusammen: Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google – jetzt unter dem Namen der Muttergesellschaft Alphabet. Diese Aktien gehören zu den Nutznießern der Virus-Krise. Vor allem der Streaming-Anbieter Netflix und der weltgrößte Online-Händler Amazon konnten auch innerhalb der Krise enorm an Boden gut machen.

Durch die Eindämmungsmaßnahmen der Regierungen weltweit sind Amazons Lieferdienste sehr gefragt – wer nicht mehr arbeiten geht hat umso mehr Zeit das hart verdiente Geld auszugeben. Die Amazon-Aktie ist seit Jahresbeginn um 28,53 Prozent (stand 17.04.2020) gestiegen – von einer Krise ist hier keinesfalls die Rede. Auch der Online Streaming-Gigant Netflix gehört zu den Gewinnern der Krise. Durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens steigt zu Hause die Nachfrage und somit auch der Konsum nach Unterhaltung. Seit ihrem tiefsten Schlusskurs (298,84 USD) am 16. März 2020 haben die Aktien von Netflix per 17. April 2020 41,53 Prozent zugelegt.

Was hätte eine Investition seit Jahresbeginn in den FAANG-Aktien gebracht? Wir haben Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google in einem Portfolio mit jeweils 20 Prozent gleichgewichtet und sind zu den folgenden Ergebnissen gekommen: Year to Date (YTD) stünde unser Portfolio mit einer Performance in Höhe von 7,67 Prozent weit vor den führenden Indizes entfernt. Der DAX (-19,80 Prozent), Euro Stoxx 50 (-22,88 Prozent), Dow Jones Industrial Average (-15,05 Prozent) und der S&P 500 (-11,03 Prozent) haben noch einen langen Weg bis zur Nulllinie.

Ob Sie es glauben oder nicht, es wird eine Zeit kommen, in welcher diese Pandemie im Rückspiegel zu sehen sein wird. In gewisser Weise bieten die derzeitigen Veränderungen im Konsumverhalten, die sich bereits abzeichnen, jedoch auch gute Chancen für Investoren. Falls unser Leben nach dem Virus mit wesentlichen Einschränkungen verbunden ist, könnten Tech-Aktien weiter an Bedeutung gewinnen.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Virus, dessen Namen nicht mehr genannt werden soll | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (14/2020)

Jeden Tag infizieren sich mehr Menschen mit dem Virus, dessen Namen wir nicht mehr nennen werden. Die Zahl der aktiven Fälle hat fast eine Million erreicht. Mehr als 250 Tausend Menschen haben sich bisher von dem Virus erholt. Dennoch steht die Menschheit vor einem schweren Kampf. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Arbeitslosigkeit nimmt rasant zu

Das öffentliche Leben, wie wir es kennen, wird von Tag zu Tag weiter heruntergefahren. In Deutschland heißt es noch „Kontaktsperre“ während anderer Länder härtere Maßnahmen ergreifen. Dies hat jedoch seinen Preis. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März hierzulande bundesweit 2,335 Millionen Menschen ohne Job. Das entspricht eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent – 60.000 Menschen weniger als im Februar. Allerdings muss man diese Angaben mit Vorsicht genießen – hier wurden Daten berücksichtig, die bis zum 12. März eingegangen sind. Die bevorstehende Arbeitslosenquote für April dürfte wesentlich schlechter ausfallen. 

Jede Woche beantragen weitere Amerikaner Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Laut den Zahlen des US-Ministeriums verloren im März landesweit mehr als zehn Millionen Amerikaner ihre Jobs. Allein in der vergangenen Woche meldete sich eine Rekordzahl von knapp 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos. Experten zufolge ist mit einer dramatischen Verschlechterung der Arbeitsmarktlage in den USA zu rechnen.

Yuval Noah Harari: die Welt nach dem Virus

Yuval Noah Harari, Historiker & Bestseller-Autor, schrieb folgendes in seiner neuesten Kolumne für Financial Times:

Auch dieser Sturm wird vorübergehen. Aber die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, könnte unser Leben für die kommenden Jahre verändern. Die Menschheit befindet sich in mitten einer globalen Krise – vielleicht die größte Krise unserer Generation. Die Entscheidungen, die „wir“ in den nächsten Wochen treffen, werden die Welt für die kommenden Jahre / Dekade prägen. Sie werden nicht nur unseren Alltag, sondern auch unsere Wirtschaft, Politik und Kultur prägen. Wir müssen vor allem die langfristigen Folgen unseres Handelns in Betracht ziehen. […] Viele kurzfristige Notfallmaßnahmen (wie Quarantänen, Kontaktsperren, Online-Konferenzen und Helikoptergeld) werden zu einem festen Bestandteil des Lebens danach sein. Die Menschheit steht gerade vor zwei besonders wichtigen Entscheidungen: zwischen totalitärer Überwachung und der stärkeren Einbindung der Bürger und zwischen nationalistischer Isolation und globaler Solidarität. 

Für welchen Weg werden wir uns entscheiden? Isolation oder Solidarität? Wir müssen uns jetzt entscheiden!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf das OPEC-Treffen am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick. Bis dahin bleiben Sie gesund!Lesen Sie hier den vollständigen Artikel von Yuval Harari: https://www.ft.com/content/19d90308-6858-11ea-a3c9-1fe6fedcca75

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Rebound an Aktienmärkten lässt hoffen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (13/2020)

Die Aktienmärkte rund um den Globus haben vergangene Woche gezeigt, dass sie auch aufwärts können – für die „Risk-Takers“ unter uns war das eine kurzfristige Belohnung. Kommt jetzt schon die nachhaltige Erholung oder müssen wir uns noch ein wenig gedulden?! Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Rebound an den Aktienmärkten lässt hoffen

Eine Woche nach dem der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial Average den zweit höchsten prozentualen Verlust seiner Geschichte eingefahren hat, ging es letzte Woche an den Aktienmärkten rund um den Globus wieder steil nach oben! Satte 11,37 Prozent konnte der Dow am vergangenen Dienstag wieder gut machen – daher auch die Bezeichnung „Turnaround Tuesday“. Das entspricht den größten prozentualen Tagesgewinn seit dem 15. März 1933.

Auch hierzulande feierte der deutsche Leitindex DAX den viert größten Tagesgewinn seiner Geschichte und bescherte Anlegern 10,98 Prozent Wertsteigerung – was ja durchaus auch ein gutes Jahresergebnis wäre. Viele werden sich an dieser Stelle Fragen, ob jetzt schon die Erholung kommt – die Meinungen gehen zu Recht auseinander. Auf der einen Seite sorgt der Stillstand der Wirtschaft für Unruhe und Panik, auf der anderen Seite sorgen die Maßnahmen der Politik und der Notenbanken für Hoffnung. Die Börsen spiegeln die Erwartungen der Investoren an die Zukunft wider, daher ist für uns die viel wichtigere Frage: Wird sich die Wirtschaft nach der Corona-Krise erholen? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, sollte man heute schon handeln.

Schneller, höher, weiter, tiefer…

Die Aktienmärkte bewegen sich heutzutage mit einem nie dagewesen Tempo. Ein Grund dafür ist die Geschwindigkeit und die Reichweite von Nachrichten, die uns heute erreichen. Sei es ein Buschbrand in Australien oder ein Tweet aus dem Weißen Haus! Beeinflussen diese Nachrichten die Aussichten meiner Beteiligungen bzw. Aktien fundamental? Anscheinend, denn die Mehrheit der Anleger verfällt in blanke Panik und drückt auf den roten Sell-Knopf.

Durch die Nachrichtenlage rund um das Coronavirus sind zurzeit viele Anleger der Panik zum Opfer gefallen und haben systematisch ihre Aktien verkauft. Die Kreuzfahrt-Branche ist möglicherweise zu Recht abgewertet worden während Unternehmen wie Amazon und Microsoft nicht. Die Reisebeschränkung auf unabsehbare Zeit könnte viele Reedereien in die Insolvenz treiben. Daher ist eine Beteiligung in Unternehmen dieser Branche abzuraten. Währenddessen gewinnen Dienstleistungsunternehmen wie Microsoft, Amazon, Google (Alphabet) und Netflix an Bedeutung.

Wo es Verlierer gibt, gibt es auch meistens Gewinner – Profiteure sind Online-Lieferanten wie Amazon. Durch die #StayAtHome- und #HomeOffice-Initiative finden dank Teams, Zoom und Telefon-Konferenzen Meetings weiterhin problemlos statt. Für die Langeweile zu Hause hat Netflix eine Lösung und alles rund um das Thema Coronavirus findet man schnell auf Google. Viele Online-Anbieter nutzen den großen Bedarf an „Home-Schooling“, um ihr Angebot zu erweitern. Daher fragen Sie sich aktuell: Wird dieser Firma zu den Gewinnern oder Verlierern der Krise gehören?

In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern viel Kreativität für die Langeweile zu Hause, denn wie man so schön sagt: Die Not macht erfinderisch!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung der Arbeitslosenquote in Deutschland am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick. Bis dahin bleiben Sie gesund!

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Aktienmärkte auf Rekordjagd | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (48/2019)

Eine weniger spannende, jedoch freundliche Handelswoche ist nun zu Ende. Nach der kurzen Atempause der vorletzten Woche sind die Aktienmärkte wieder auf Rekordjagd. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Klimawandel der Konjunktur(erwartungen)

Nach der langen Abkühlung scheint die Konjunktur sich wieder aufzuwärmen. Die deutschen Manager zeigen sich etwas optimistischer was die Konjunktur hierzulande betrifft. Damit ist der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland gemeint. Der Geschäftsklimaindex des Leibnizer-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes und gilt deshalb als der wichtigste Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Der Indexwert legte im November um 0,3 Punkte zu auf 95,0 Zähler, wie das Münchener Institut am vergangenen Montag bekanntgegeben hat. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die zuletzt leicht entspannte Stimmung in Sachen Handelskrieg, aber auch die spürbar gesunkene Wahrscheinlichkeit eines unregulierten (hard) Brexit sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Trendwende nachhaltig bleibt.

Die Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordniveau in Deutschland

Trotz der konjunkturellen Schwäche in Deutschland lag die Zahl der Arbeitslosen im November auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Grund dafür dürfte die steigende Tendenz zur Kurzarbeit sein. Laut Bundesagentur für Arbeit legte die Anzahl der Menschen in Kurzarbeit auf 59.000 Personen um 18 Prozent zu – zusätzlich sind für weitere 49.000 Menschen Anträge gestellt worden. Auch wenn die Arbeitslosenquote gesunken ist, müsste man sich um die Qualität und die Bezahlung dieser Jobs Gedanken machen.

GDP in den USA übertrifft Erwartungen

Die US-Wirtschaft wuchs im Sommer mit einer moderaten Rate von 2,1 Prozent etwas schneller als von Volkswirten erwartet. Viele Experten sagen jedoch weiterhin, dass sich das Wachstum im laufenden Quartal stark verlangsamen sollte, vor allem, weil der Handelskrieg zwischen den USA und China die Unternehmen dazu veranlasst hat, Investitionen und Lagerbestände zu reduzieren. Dennoch wird erwartet, dass die sogenannte „holiday shopping season“ angesichts des soliden Beschäftigungswachstums und der Konsumausgaben relativ gesund sein wird.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin Lagarde am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Rote Zahlen an den Aktienmärkten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (40/2018)

Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (31/2018)

Die Märkte verabschiedeten sich nach zwei Verlusttagen in Folge etwas stabiler in das Wochenende: der deutsche Leitindex DAX schloss bei rund 12.643 Punkten und hat ein Wochenplus von lediglich einem Prozent erzielt. Weltweit sind die Märkte in risikoaverser Stimmung, denn das Damoklesschwert des Handelskonfliktes schwebt weiterhin über den Köpfen der Anleger. Das Sentiment wird aufgrund der sich verschärften Situation zwischen den USA und China stark belastet.

Diese Woche drohte Trump damit, die Zölle auf chinesische Importe von den bisherigen 10 Prozent auf 25 Prozent zu erhöhen – das entspricht einem Volumen von 200 Milliarden Dollar.

Die Berichtssaison läuft momentan zudem auf Hochtouren. Feierlaune gab es dabei für Apple: Die Aktie von Apple überschritt als erstes Unternehmen weltweit die 1-Billion-USD-Marke und sorgte somit für positive Technologie-Werte. Gemessen an der Marktkapitalisierung war Apple somit achtmal wertvoller als das deutsche Unternehmen SAP.

Mit Blick auf die weiteren Indizes lässt sich kein besonders positiver Trend erkennen: der EURO STOXX 50 ging diese Woche lediglich um 0,3 Prozent auf 3.483,52 Punkten nach oben. Die Zolldrohung Trumps hat auch an der Wall Street Ihre Spuren hinterlassen, denn die amerikanischen Börsen präsentierten sich diese Woche ebenfalls eher uneinheitlich. Der S&P 500 schloss mit einer geringfügigen Steigerung um 0,2 Prozent bei 2.839,11 Punkten, während der Dow Jones gleichbleibend bei 25.458,50 Punkten schloss. Der Nasdaq schloss trotz positiver Entwicklungen aufgrund der Apple-Aktie diese Woche negativ um 0,5 Prozent bei 7.812,01 Punkten.

Eine interessante Nachricht gab es diese Woche von Seiten der Bank of England, welche das erste Mal nach der Finanzkrise in 2009 den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent erhöht hat. Die BoE rechnet mit Ihren Projektionen in den kommenden Jahren mit stetigem Wachstum Großbritanniens und kommunizierte zudem, dass bis 2021 die Inflation mit ein bis zwei weiteren Zinserhöhungen unter Kontrolle gehalten werden soll.

Ein letzter Blick sollte auf die Entwicklungen in den USA geworfen werden: seit nun neun Jahren befindet sich die amerikanische Wirtschaft im Aufschwung, doch die US-Zinsstrukturkurve deutet möglicherweise auf ein neues Szenario hin. Diese hat sich in der letzten Zeit deutlich abgeflacht und der Abstand zwischen 2-jährigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen wird immer geringer – ist das ein Warnsignal? Ein weiteres Signal könnte die sinkende Arbeitslosenquote sein, welche inzwischen 3,9 Prozent beträgt – how low can Trump go?!?

In der 32. Börsenwoche erwarten die Anleger neben den zahlreichen Zwischenberichten der Unternehmen einige Konjunkturdaten: Am Montag wird in Deutschland der Auftragseingang Industrie für den Juni veröffentlicht. Dem folgt am Dienstag das Handelsbilanzsaldo und die Erzeugung im produzierenden Gewerbe für den Juni. Am Mittwoch werden das Handelsbilanzsaldo aus China für den Juli und am Donnerstag die Verbraucherpreise für den Juni erwartet. Zudem werden in den USA die Erzeugerpreise für den Juli veröffentlicht. Vor dem Wochenende werden dann am Freitag die BIP-Zahlen Q2 aus Großbritannien veröffentlicht.