Die Regierungen lockern nach und nach ihre Teils drastischen Einschränkungen zur Eindämmung des Virus, dessen Name nicht genannt werden darf. In manchen Ländern schneller, in anderen langsamer – in einzelnen unter dem Druck der Einwohner, im Großteil ohne viel Einwände der Bürger. Doch was kostet ein Lockdown die Gesellschaft? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Aktienmärkte frohlocken, Arbeitslosenzahlen erschrecken

Die Aktienmärkte setzen in der vergangenen Woche den Aufwärtstrend fort. Der Dow Jones legte 2,56 Prozent zur Vorwoche zu und der DAX nur 0,39 Prozent. Der Dow Jones hat das Niveau von Januar 2020 aktuell fast zur Hälfte wieder erreicht bei einem zwischenzeitlichen Verlust von über 37 Prozent. Der DAX hat einen Verlust von 38 Prozent wieder aufzuholen – und ebenfalls zirka die Hälfte zu seinem Januar-Wert wieder zurückgewonnen. Es scheint, dass die Wirtschaft bzw. die Börse keinen Schaden von der Krise zurückbehält.

Die Arbeitslosenquote spricht da eine andere Sprache. In den USA ist im April ein Rekordniveau erreicht worden -14,7 Prozent Arbeitslose; allein im vergangenen Monat wurden 20,5 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft gestrichen. Weitere 8,1 Millionen Menschen könnten in den Statistiken aktuell noch nicht eingerechnet sein. In Europa und Deutschland sehen die Arbeitslosenzahlen „noch“ stabil aus. Die EU (ohne GB) liegt im März bei 6,6 Prozent – negativer Spitzenreiter Griechenland mit 16,4 Prozent und geringste Quote in Tschechien mit 2 Prozent – und ist beinahe unverändert zu Januar 2020. Wie sieht es wohl im April in der EU aus? In Deutschland liegt die Arbeitslosenquote mit 5,8 Prozent im April auch relativ stabil zu Januar 2020 mit einem Plus von lediglich von 0,5 Prozent. Allerdings meldeten Deutschlands Unternehmen den Angaben zufolge bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit an.

Welchen Anzeichen sollte man nun trauen? Den Aktienmärkten, die eine schnelle Erholung andeuten oder den Arbeitslosenzahlen, die eine noch viel schlimmere Krise prophezeien?

Unverantwortlicher globaler Key-Player oder vertrauenswürdiger Handelspartner

Derweilen deuten sich zwischen den beiden Schwergewichten USA und China Annäherungsversuche zu einem Trade Deal an. Nach dem 2019 offensiv geführten Handelskrieg, wollten beide Parteien mit den Trade Deal im Januar 2020 ihre Handelsbeziehungen neu aufsetzen. Die Unterzeichnung wurde als Durchbruch gefeiert. Diesen Freitag wurde die Beibehaltung des Kurses noch einmal von beiden Seiten bekräftigt.

Doch wie passt das mit den Trump-typischen Tweets und der Untersuchung durch Geheimdienste zusammen, die China als unverantwortliche Nation darstellt, die das Virus leichtfertig ausbreiten ließ und anschließend durch Desinformationen sich eine bessere Ausgangsposition im Kampf gegen das Virus verschafft haben soll? Kann China die angedrohte Rechnung von Trump auf den Trade Deal anrechnen lassen oder wird es doch wieder zu Verstimmungen zwischen den beiden Nationen kommen? Wir werden es sehen…

Notenbanken-Helden vor Gericht

In dieser Krise und in der Finanzkrise wurde das schnelle Handeln der Notenbanken gelobt. Die „Whatever it takes“-Instrumente der EZB waren nun wieder einmal Thema des BVerfG und sie kamen zu einem überraschenden Urteil. Die Anleihekäufe der EZB sind teilweise rechtswidrig, da sie nicht ausreichend begründet seien. Außerdem hätten sich die staatlichen Organe (wie Bundestag, Bundesrat aber auch Bundesbank) dieser Thematik intensiver annehmen müssen. Nun besteht eine 3-monatige Übergangsfrist, in der die EZB einen gut begründeten Beschluss fassen muss. Der EuGH reagierte prompt auf das Urteil aus Karlsruhe und verwies das BVerfG in seine Grenzen, dass sie nicht über EU-Organe urteilen dürfe.

Zeichnet sich hier ein juristischer Streit zwischen zwei mächtigen Parteien an? Und welche Auswirkungen hat dieser und das im Raum stehende Urteil auf die Hilfsaktionen unserer Notenbanken-Helden in dieser Krise?

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen