Beiträge

Warren Buffett: Wetten Sie nie gegen Amerika | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (18/2020)

Gestern fand die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Wie gewohnt berichtete das Finanz-Urgestein Warren Buffett über das vergangene Wirtschaftsjahr und die aktuelle Lage. Wie gewohnt? Nein, auch hier ist das übliche pilgern von über 40.000 Finanzexperten durch die aktuelle Situation nicht möglich. Dieses Jahr fand die Konferenz rein digital statt und auch Charlie Munger konnte wie gewöhnlich nicht persönlich neben Warren Buffett sitzen – ihm geht es aber gesundheitlich sehr gut, so die Aussage.

Warren Buffett nutzte in einem einstündigen Sprint durch die US-amerikanische Wirtschaftsgeschichte die derzeitige wirtschaftliche Herausforderung einzuordnen. Von 1789 bis heute (231 Jahre) hat die noch junge USA viele Rückschläge erlebt, aber auf lange Sicht ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen und die Zukunft der USA ist weiterhin rosig – so Warren Buffett. Er rät in seiner alten Weisheit: Bleiben Sie langfristig investiert und nutzen Sie die Situation Ihr Portfolio zu überprüfen.

Dies hat Warren Buffett selbst auch so gemacht – sein Portfolio umfasst keinerlei Airline Aktien (er hielt Aktien von Delta Air Lines, United Airlines, Southwest Airlines und American Airlines) mehr. Er rechnet nicht mit einer schnellen Erholung und sieht Airlines nur noch als spekulative Anlagemöglichkeit und nicht mehr als Investitionsmöglichkeit. Auch die deutsche vorzeige Airline Lufthansa wird wohl ohne staatliche Unterstützung nicht überleben – oder sollte man eher Verstaatlichung sagen?

Die reinen Zahlen des Abschlussbericht von Berkshire Hathaway lesen sich weiterhin wie ein Märchen – Steigerung des Betriebsgewinn um 6 Prozent auf 5,9 Mrd. USD, 137 Mrd. USD liquide Mittel, 1,7 Mrd. USD eigene Aktien zurückgekauft. Aber warum nutzt Warren Buffett die hohe Liquidität nicht um weitere Zukäufe in der aktuellen Krise zu tätigen? Diese Frage beschäftigt auch andere Finanzexperten und vermuten doch ein weiteres Abrutschen der Aktienmärkte und Einbußen in den nationalen Wirtschaften.

In seiner Rede lobt Warren Buffett noch einmal ausdrücklich die Handlungen der Notenbanken und die veranlassten Maßnahmen. Neben Paul Volcker in den 80er Jahren hebt Buffett Jerome Powell mit seinem entschlossenen Handeln heraus.

Nicht nur die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway hat positives zu vermelden. Auch die Aktienmärkte strotzen der aktuellen Krise. Dieser Monat war der beste seit 1987 (der sogenannte Flash-Crash) und trotzt damit den ganzen negativen Wachstumsprognosen, hohen Arbeitslosenzahlen und anhaltenden Beschränkungen. Zu Recht?

P.S. Wir sind gespannt, ob die Börsenweisheit „Sell in May and go away – but don‘t forget to come back in September“ auch in der aktuellen Situation bestand hat.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Bleib’ doch mal zu Hause und gönn’ dir eine Pause! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (12/2020)

Seit einigen Wochen gibt es nur noch ein Thema auf der Welt – Corona. Durch die Corona-Pandemie sind Begriffe wie Brexit, Trade-War und US-Präsidentschaftswahlen schnell wieder in Vergessenheit geraten. Um auch diese Krise so schnell wie möglich zu überwinden, damit wir uns auf die wichtigeren Dinge im Leben konzentrieren können, sollten wir zunächst zu Hause bleiben, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Daher sag‘ ich: Bleib’ doch mal zu Hause und gönn‘ dir eine Pause!

Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Wir starten heute mit einem Blick auf die Aktienmärkte in den USA. Der amerikanische Leitindex Dow Jones hatte am vergangenen Montag (16. März 2020) den zweithöchsten prozentualen Verlust seiner Geschichte, nämlich minus 12,93 Prozent. Der größte Tagesverlust in Höhe von minus 22,61 Prozent erlitt der Dow Jones an dem sogenannten „Black Monday“ am 19. Oktober 1987 – ob er noch zu toppen ist bleibt in den Sternen geschrieben.

Lasst uns unsere Aufmerksamkeit auf Europa richten. Die Lage an den europäischen Aktienmärkten ist vergangene Woche wesentlich entspannter gewesen. Der deutsche Leitindex DAX schloss die Woche mit minus 3,29 Prozent und der EuroStoxx 50 mit minus 1,45 Prozent. Die Maßnahmen der Politik und der Notenbanken konnten Anleger vergangene Woche etwas beruhigen. Doch bis die Anzahl der Infizierten rückläufig wird ist eine Seitwärtsbewegung oder sogar eine weitere Abwärtsbewegung nicht auszuschließen.

Wie geht es jetzt weiter?!

Es gibt keinen Grund zur Panik, denn alle Regierungen und Notenbanken rund um den Globus kommen der Wirtschaft mit Milliarden, wenn nicht gar mit Billionen von Dollar zur Hilfe. Darüber hinaus arbeiten Forschungsunternehmen wie CureVac und BioNTech, nur um einige Beispiele zu nennen, mit Hochdruck an Impfstoffen gegen das Coronavirus. Auch Unternehmen wie VW haben umfangreiche Hilfsprogramme für das deutsche Gesundheitssystem beschlossen.

Es wird sehr viel getan, um die Verspannungen, welche wir derzeit erleben, weitestgehend zu lösen. Doch die unkonventionellen Maßnahmen der Notenbanken und der Regierungen sind allein nicht ausreichend solange Individuen sich nicht an die Regeln halten. Um das Gesundheitssystem zu entlassen, und vor allem damit die Corona-Infizierten schnellstmöglich behandelt werden können, müssen wir solidarisch handeln und einfach zu Hause bleiben.

In Zeiten dieses außergewöhnlichen unsichtbaren Gegners müssen wir kurzfristig alle Opfer bringen, damit wir langfristig unsere Lebensgrundlage nicht verlieren. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern viel Geduld und Gesundheit und vor allem, vergessen Sie nicht die Gelegenheiten zu ergreifen, welche aus der Coronakrise entstehen – so wie aus jeder Krise. Denn im Nachhinein ist man immer schlauer.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ifo-Geschäftsaussichten am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Börsenweisheit: Wie der Januar so das ganze Jahr?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (05/2020)

Ein ereignisvoller Januar geht zu Ende. Der Coronavirus färbt die Börsen rot. Die Nachrichten über die „Epidemie“ überschwemmten die Nachrichten so sehr, dass wir beinahe vergessen haben, uns am Freitag von Großbritannien zu verabschieden. Heute möchten wir uns mit einer alten Börsenweisheit beschäftigen. Soll der Januar ein Vorzeichen für das laufende Jahr sein? Werfen wir einen Blick darauf!

Wir stellen den Mythos auf die Probe

Letztes Jahr um diese Zeit haben wir auf CNBC einen interessanten Artikel mit dem Titel „As goes January, so goes the year: Old Wall Street indicator puts odds of 2019 gain at more than 80%” gelesen. Übersetzt heißt es: Wie der Januar, so das ganze Jahr: Der alte Wall Street-Indikator prognostiziert die Gewinnchancen für 2019 auf mehr als 80%. Die alte Börsenweisheit bzw. das Januar-Barometer ist die Hypothese, dass die Aktienmarktperformance im Januar die Performance für den Rest des Jahres prognostiziert. Wenn der Aktienmarkt im Januar steigt, wird er voraussichtlich bis Ende des Jahres weiter steigen.

Im Jahr 2019 stieg der S&P 500 im Januar um 7,87 Prozent, das beste Ergebnis seit 1987. Wie wir wissen, schloss der S&P 500 das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 28,88 Prozent ab – wieder einmal hatte das Januar-Barometer Recht. Sollten wir diesen alten Weisheiten mehr Aufmerksamkeit schenken? Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, haben wir den deutschen Leitindex DAX 30 auf die Probe gestellt – siehe Tabelle unten.

Der deutsche Aktienindex bzw. der DAX 30 wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörse, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt. Er misst die Performance der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Der DAX wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und hat eine Historie von knapp 32 Jahren – um genauer zu sein 31 Jahre und 7 Monate. In 18 von 31 Jahren lag das Januar-Barometer vollkommen richtig. Das entspricht einer Trefferquote von 58,06 Prozent – weit entfernt von der 80-prozentigen Quote im S&P 500, die bis 1950 zurückgeht.

Im Jahr 1989 hätte man z.B. die DAX-Jahresperformance in Höhe von 34,83 Prozent nicht erwirtschaften können, da der Januar eine negative Entwicklung erzielte. Das Jahr 2008 wäre jedoch weniger holprig gewesen, wenn wir im Januar ausgestiegen wären. Das Januar-Barometer ist und bleibt ein Mythos. Wir sind uns jedoch sehr wohl bewusst, dass Menschen es lieben, einfache Regeln zu befolgen. Der DAX schloss den ersten Monat des Jahres mit einem Verlust von 2,02 Prozent. Der alten Börsenweisheit nach sollten wir jetzt aus dem Aktienmarkt aussteigen, oder sollen wir lieber den Gewinner des heutigen Super Bowl LIV abwarten? Eine weitere Börsenweisheit lautet „Hin und Her macht Taschen leer“, weshalb eine langfristige Orientierung die optimale Strategie ist.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Caixin PMI-Zahlen aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das war das Jahr 2019! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (52/2019)

Ein ereignisvolles Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Doch genau vor einem Jahr beendete US-Zentralbank Präsident Jerome Powell die Party an den Börsen. Nach vielen Jahren Hausse war die Euphorie und Partystimmung im Keller – zumindest dem Anschein nach. Über das laufende Jahr 2019 sind wir eines Besseren belehrt worden. Die Aktienmärkte haben den Knick aus dem Dezember 2018 wieder schnell ausgebügelt und konnten, vor allem in den USA, neue Höhen erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was 2019 die Märkte bewegte.

Jerome Powell zündete noch einmal die Kerzen an

Bereits im Januar konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, als er von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nahm. Die kulante Politik der Fed trug zur guten Partystimmung an den Börsen bei. Allein im Januar konnte der NASDAQ 100 9,11 Prozent zulegen – die Bullen sind vom Schönheitsschlaf wieder aufgeweckt worden. Insgesamt konnte der NASDAQ 100 über das laufende Jahr 38,56 Prozent (per 27.12.2019) Performance erzielen.

Erst als das Thema der Liquidität bzw. Bilanzabkürzung der US-Notenbank vom Tisch war kannten die Aktienmärkte nur noch eine Richtung – und zwar nach oben!  Auch wenn die Fed ihre jüngsten Maßnahmen nicht als Quantitative-Easing (Lockerung der Geldpolitik) bezeichnen möchte: Tatsache ist, dass die Bilanz der Zentralbank seit dem 28. August 2019 um mehr als 400 Milliarden USD ausgeweitet worden ist (siehe Chart 1). Der NASDAQ 100 hat in diesem Zeitraum 15,59 Prozent zulegen können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Aktienmärkte von Liquidität getrieben werden. Falls genug Liquidität vorhanden bleibt, könnte auch das kommende Jahr für eine positive Überraschung sorgen.

Politische Börsen werden immer relevanter – auch wenn sie nicht relevant sind

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2019, ähnlich wie das Jahr 2018, an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Das ganze Jahr über wurden die Börsen von zwei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits und der Geist des Handelskrieges. Im Laufe des vierten Quartals 2019 haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind:

  • Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen. Für die Aktienmärkte waren das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Im kommenden Jahr dürfte der Brexit, nach langer Verzögerung, endlich stattfinden.
  • In Sachen Handelskrieg haben sich die USA und China auf ein Abkommen der ersten Phase geeinigt. Die geplanten US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren wurden zunächst einmal verschoben. Die chinesische Regierung kündigte ebenso an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen, die immer relevanter werden, auch wenn sie nicht relevant sind, nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf das kommende Jahr und vor allem auf die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblicke.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Twitter-Gewitter | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (20/2019)

Das Twitter-Gewitter des amerikanischen Präsidenten Donald Trump erschütterte die Börsen am vergangenen Montag erneut. Der US-Leitindex Dow Jones schloss den Handelstag um 2,38 Prozent schwächer. Doch eine anschließende Rallye konnte den Wochenverlust auf nur noch -0,69 Prozent reduzieren. Es gibt jedoch einige Warnsignale, die auf weitere Turbulenzen hindeuten.

Angesichts der Verflachung der US-Zinskurve (mittlerweile inverse Zinskurve) weisen Experten nach wie vor auf erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten weltweit hin. Selbst wenn es eine angemessene Deeskalation des Handelskrieges gibt, dürfte uns die Volatilität erhalten bleiben – letzten Endes befinden wir uns am oberen Wendepunkt des Konjunkturzyklus. Seit der jüngsten Finanzkrise 2008/2009 unternehmen die Zentralbanken weltweit jedoch ihr Bestes, um Risiken von den Finanzmärkten fernzuhalten.

Die zunehmende Erwartung, dass die amerikanische Notenbank als Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Handelsspannungen, die Zinsen früher als später senken wird, half der Börse, die Handelsbedenken in der vergangenen Woche abzuschütteln und somit die Aktienkurse auch in Zukunft zu stützen. Diese Erwartung wird jedoch von der Fed bisher nicht berücksichtigt, da die Inflation noch leicht unter dem Jahresziel von 2 Prozent liegt. Am kommenden Montag wird Fed-Chairman Jerome Powell eine Rede über die Bewertung der Risiken für die Stabilität des Finanzsystems halten – jedes Wort seiner Rede wird von Börsianern auf die Goldwaage gelegt.

Hierzulande sind die Verbraucherpreise kräftig gestiegen. Im April 2019 lagen die Verbraucherpreise, die vom statistischen Bundesamt monatlich veröffentlicht werden, um 2 Prozent höher als im April 2018 – damit zog die Inflationsrate kräftig an. Laut statistischem Bundesamt ist der starke Anstieg im vergangenen Monat vor allem der Preiserhöhung bei Pauschalreisen (+11,2%) zuzuschreiben. Auch für die Fahrt mit dem Fernbus (+13,6%), für Flugtickets (+6,1%) und Bahntickets (+3,4%) mussten Verbraucher deutlich mehr bezahlen. Grund dafür sind steigende Energiepreise. Brent-Öl ist beispielsweise seit Jahresbeginn um 34,22 Prozent teurer geworden.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Tweet, Tweet, BAM! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (19/2019)

Die Woche fing gleich mit einem Paukenschlag an! US-Präsident Donald Trump erwischte mit seinen Trade-War Tweets am vergangenen Sonntag die Börsen auf dem falschen Fuß und sorgte erstmals für eine Korrektur an den Aktienmärkten weltweit.

Die Märkte waren die ganze Woche über rückläufig, da Trump die Aussichten auf ein neues China-Handelsabkommen abwechselnd positiv und negativ einschätzte. Am Freitag traten neue US-Zölle auf chinesische Güter in Höhe von 200 Mrd. USD in Kraft, nachdem die beiden Seiten nicht in der Lage waren, die Details eines neuen Handelsabkommens festzulegen. Doch China lässt sich nicht alles gefallen. Die chinesische Regierung kündigte am Freitag, dass sie Gegenmaßnahmen gegen die neuen Zölle ergreifen wird – die Details sind noch nicht klar.

Die wiederkehrenden Handelskriegsängste zwischen China und den USA lösten am vergangenen Donnerstag einen Rezessionsindikator auf dem US-Rentenmarkt aus – die inverse Zinskurve.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel unter die der 3-monatigen US-Staatsanleihen. Die amerikanische Notenbank Fed sowie Larry Kudlow, Chief Economist Advisor von Präsident Trump, betrachten die inverse Zinskurve zwischen 3-monatigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen als wesentlichen Indikator einer möglichen Rezession bzw. Abkühlung der Wirtschaft. Die inverse Zinskurve hielt jedoch nicht lange an. Am Donnerstagnachmittag notierten die 10-jährige US-Staatsanleihen wieder höher als die 3-monatigen.

Trotz Handelskriegsängsten gab es einige interessante Entwicklungen am deutschen Aktienmarkt. Die Thyssenkrupp AG konnte am vergangenen Freitag den größten Tagesgewinn der Geschichte einbuchen, 24,10 Prozent. Grund dafür ist die abgesagte Stahlfusion mit Tata Steel, ein indisches multinationales Stahlunternehmen.

Das deutsche Unternehmen mit Hauptsitz in Essen will künftig eine Restrukturierung vornehmen. Zunächst sollen weltweit 6.000 Arbeitsplätze gestrichen werden – davon allein 4.000 in Deutschland. Am kommenden Dienstag wird Thyssenkrupp seine Quartalszahlen für das erste Quartal 2019 veröffentlichen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (29/2018)

Die Woche wurde geprägt von TRUMP: Trumps Treffen mit Putin in Helsinki, seine gefährliche Einstellung zum Handelskonflikt mit China, Kritik an die FED und Vorwürfe an China und Europa zu dem Thema Währungsmanipulationen.

Bei dem Treffen Trumps mit Putin in Helsinki folgten Anfang der Woche viele Schlagzeilen: keiner weiß genau, was besprochen wurde, doch es existieren zahlreiche Vorstellungen. Im Mittelpunkt des Gipfeltreffens sollen die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und den USA, Syrien, der Ukraine-Konflikt und die Rüstungspolitik gestanden haben. Trotz der großen Empörungen nach dem Treffen in Helsinki sei ein weiteres Treffen gegen Ende des Jahres in Washington stattfinden.

„The Summit with Russia was a great succes, except with the real enemy of people, the Fake News Media. I look forward to our second meeting so that we can start implementing some of the many things discussed, including stopping terrorism, security for Israel nuclear…” – so Trump auf Twitter.

Auf den Märkten herrscht wegen den Uneinigkeiten im Handelskonflikt weiterhin Unsicherheit. Trump signalisierte in dieser Woche, dass durchaus auch Strafzölle auf alle chinesischen Waren erhoben werden könnten. Die Weltwirtschaft könnte durch die sich zuspitzende Situation erhebliche Schäden erleiden. Der Internationale Währungsfonds musste wegen der handelspolitischen Entwicklungen sogar nach unten korrigiert werden.

„The United States should not be penalized because we are doing so well. Tightening now hurts all that we have done. The U.S. should be allowed to recapture what was lost due to illegal currency manipulation and BAD trade deals. Debt coming due & we are raising rates – Really?” – Trump

In seinem oben zitierten Tweet beschuldigte er China und Europa zudem der Währungsmanipulation. Dieser Vorwurf sorgte auf den Finanzmärkten für Wirbel: die Kurse der US-Anleihen gaben nach, wonach die Rendite zehnjähriger US-Anleihen um 6 Basispunkte auf 2,90 Prozent anstieg.

Mit der US-Notenbank FED fachte er schließlich auch eine Debatte an, da er die Zinserhöhungen stark kritisierte. Diese würden dem wirtschaftspolitischen Kurs der USA schaden und schließlich die Wettbewerbsfähigkeit der USA beeinträchtigen. Während die internationalen Zentralbanken die Zinsen niedrig halten, steigt der US-Dollar Kurs weiter an. Seit Ende Januar nun schon um fast 10 Prozent. Der Dollar steht somit stark unter Druck: die US-Handelsdefizite könnten ansteigen und die Märkte könnten negativ beeinflusst werden. Auch die Währungen der Schwellenländer stehen unter Druck, da Ihre eigenen Währungen wegen des stärkeren Dollars teurer werden. Somit müssen die Schwellenländer für den Kauf von US-Dollar-basierten Rohstoffen wie bspw. Rohöl deutlich mehr zahlen.

Die Kapitalmärkte antworteten diese Woche mit Achterbahnfahrten: der deutsche Leitindex DAX begann die Woche recht positiv, hat allerdings im Laufe der Woche nachgegeben. Er schloss mit lediglich 12.455,00 Punkten bei +0,9 Prozent. Auch der EURO STOXX 50 hat nach einer volatilen Woche lediglich eine positive Steigerung um 1 Prozent erreichen können und schloss mit 3.450 Punkten. Die amerikanischen Leitindizes folgten den europäischen: Der S&P 500 schloss mit einem Plus von 0,7 Prozent mit 2.801,83 Punkten, der Dow Jones lediglich mit +0,1% mit 25.058,12 Punkten und der NASDAQ mit 0,9 Prozent Gewinn und 7.820,20 Punkten.

In der 30. Kalenderwoche erwarten uns folgende Konjunkturdaten: am Dienstag werden der Einkaufsmanagerindex Industrie und am Mittwoch der ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht.