Ein ereignisvoller Januar geht zu Ende. Der Coronavirus färbt die Börsen rot. Die Nachrichten über die „Epidemie“ überschwemmten die Nachrichten so sehr, dass wir beinahe vergessen haben, uns am Freitag von Großbritannien zu verabschieden. Heute möchten wir uns mit einer alten Börsenweisheit beschäftigen. Soll der Januar ein Vorzeichen für das laufende Jahr sein? Werfen wir einen Blick darauf!

Wir stellen den Mythos auf die Probe

Letztes Jahr um diese Zeit haben wir auf CNBC einen interessanten Artikel mit dem Titel „As goes January, so goes the year: Old Wall Street indicator puts odds of 2019 gain at more than 80%” gelesen. Übersetzt heißt es: Wie der Januar, so das ganze Jahr: Der alte Wall Street-Indikator prognostiziert die Gewinnchancen für 2019 auf mehr als 80%. Die alte Börsenweisheit bzw. das Januar-Barometer ist die Hypothese, dass die Aktienmarktperformance im Januar die Performance für den Rest des Jahres prognostiziert. Wenn der Aktienmarkt im Januar steigt, wird er voraussichtlich bis Ende des Jahres weiter steigen.

Im Jahr 2019 stieg der S&P 500 im Januar um 7,87 Prozent, das beste Ergebnis seit 1987. Wie wir wissen, schloss der S&P 500 das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 28,88 Prozent ab – wieder einmal hatte das Januar-Barometer Recht. Sollten wir diesen alten Weisheiten mehr Aufmerksamkeit schenken? Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, haben wir den deutschen Leitindex DAX 30 auf die Probe gestellt – siehe Tabelle unten.

Der deutsche Aktienindex bzw. der DAX 30 wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörse, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt. Er misst die Performance der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Der DAX wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und hat eine Historie von knapp 32 Jahren – um genauer zu sein 31 Jahre und 7 Monate. In 18 von 31 Jahren lag das Januar-Barometer vollkommen richtig. Das entspricht einer Trefferquote von 58,06 Prozent – weit entfernt von der 80-prozentigen Quote im S&P 500, die bis 1950 zurückgeht.

Im Jahr 1989 hätte man z.B. die DAX-Jahresperformance in Höhe von 34,83 Prozent nicht erwirtschaften können, da der Januar eine negative Entwicklung erzielte. Das Jahr 2008 wäre jedoch weniger holprig gewesen, wenn wir im Januar ausgestiegen wären. Das Januar-Barometer ist und bleibt ein Mythos. Wir sind uns jedoch sehr wohl bewusst, dass Menschen es lieben, einfache Regeln zu befolgen. Der DAX schloss den ersten Monat des Jahres mit einem Verlust von 2,02 Prozent. Der alten Börsenweisheit nach sollten wir jetzt aus dem Aktienmarkt aussteigen, oder sollen wir lieber den Gewinner des heutigen Super Bowl LIV abwarten? Eine weitere Börsenweisheit lautet „Hin und Her macht Taschen leer“, weshalb eine langfristige Orientierung die optimale Strategie ist.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Caixin PMI-Zahlen aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen