Beiträge

Detlef lässt uns schwitzen und die Märkte bleiben ebenfalls heiß! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (32/2020)

Die Aktienmärkte konnten im neuen Monat August die Gewinne des Vormonats fortsetzen. Die Angst vor der zweiten Welle ist an den Börsen scheinbar nicht angekommen. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 2,94%, der Dow Jones mit 3,80% und auch die anderen Indizes schlossen mit einem Plus. Der US-Dollar war diese Woche der heißeste Kandidat am Markt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Rekorde, Rekorde, Rekorde! – Höchststände für NASDAQ und Gold

Der US-Technology-Index Nasdaq 100 schloss am vergangenen Montag erstmalig über die magische Marke von 11.000 Zählern. Damit gehört der Index mit 27,55% Performance zu den Spitzenreitern der Weltbörsen. Viele der gelisteten NASDAQ Technologie Unternehmen gehören zu den absoluten Gewinnern der Krise wie etwa Amazon, Facebook und Apple, die fast tagtäglich neue Rekordkurse schreiben.

Auch Gold erreichte diese Woche erneute Höchstwerte und sprang erstmals über die 2.000 US-Dollar Grenze und schloss die Woche bei 2.035,16 US-Dollar. Der kleine Bruder Silber hat jedoch noch einige Luft bis zu seinem Allzeithoch.

Wann wird die Rally ein Ende haben? Wird es der zweite Lockdown werden, die Normalisierung der Märkte oder doch ein verändertes Nutzungsverhalten bei den Kunden? Eins ist sicher – die nächsten Monate werden einen Ausblick auf die weitere Zukunft geben.

Erholung trotz Hitzewelle in Deutschland

Das deutsche Statistikamt veröffentlichte die Exportzahlen für Juni 2020. Und eine Erholung ist deutlich spürbar. Die Exporte betrugen 96,1 Mrd. Euro und dagegen die Importe 80,5 Mrd. Euro. Deutschland bleibt somit seinem Ruf als Export-Weltmeister treu und erzielte erneut einen Handelsüberschuss. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies ein Plus von knapp 14,9%. Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt jedoch die Auswirkungen der Pandemie – zirka 10% weniger bei Ex- und Importen. Der April war jedoch um 30% weniger als im Vorjahr und bildet damit den Tiefpunkt in der Krise.

Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland hellen sich somit weiter auf. Dennoch wird mit einer Rezession von knapp 6,5% gerechnet. Interessant wird es jedoch nach den Sommerurlauben, ob die Eindämmung der Pandemie weiterhin erfolgt hat oder es doch zu erneuten Einschränkungen kommt. Diese pessimistischen Perspektiven prophezeien sehr hohen Insolvenzen im Herbst. Also sollten wir alle ein Teil sein, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt.

Trump kommt ins Schwitzen

Die US-Wirtschaftsdaten fielen im Juli besser als erwartet aus. Die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor nahm zu und die US-Wirtschaft schuf im Juli 1,76 Millionen neue Arbeitsplätze und übertraf damit die Schätzungen. Doch von einer Erholung der Wirtschaft in den USA ist noch nicht die Rede. Im Gegenteil – die weiterhin hohen Infektionszahlen bringen Trump immer mehr in Erklärungsnot.

Vom europäischen Beispiel angeregt, versuchte Trump ein weiteres Hilfspaket für die US-Wirtschaft abzuschließen. Dazu muss jedoch der Kongress seine Zustimmung geben. Die Gespräche dazu wurden jedoch gestern erfolglos abgebrochen. Als Konsequenz entschied Trump das Hilfspaket per Dekret. Wie bereits bekannt, hält sich der aktuelle US-Präsident nicht an gegebenen Gesetzen und wählt lieber einen Alleingang. Daher wird es wohl erneut zu Klagen gegen sein neustes Dekret geben – wie bei zahlreichen zuvor auch.

Der Wahlkampf mit Trump wird wohl für jeden Gegenkandidaten (egal ob Republikaner oder Demokrat) zu einem heißen Ritt.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Coronavirus – Der nächste Störfaktor für das Wirtschafswachstum und die Märkte | Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski, Januar 2020

Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski | Leiter Research und stellvertretender Leiter Portfoliomanagement und Handel, AMF Capital AG | www.amf-capital.de

Die Märkte befinden sich im Moment im Griff des Coronavirus. Viele Anleger fühlen sich an 2002 erinnert, als China der Ausgangspunkt für den Ausbruch des SARS-Virus war. Damals kam es weltweit zu 8.000 Infizierungen und 800 toten. Der Schaden für die Wirtschaft bezifferte die Weltbank und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf rund 30 Mrd. USD. Der Anteil des chinesischen BIP an der Weltwirtschaft lag zu dieser Zeit jedoch nur bei knappen 5%, heute sind es 16,5%. Um die chinesische Wirtschaft zu stützen hat die People’s Bank of China (PBOC) den Markt mit Liquidität in Höhe von 1,2 Bio. Yuan (ca. 173,8 Mrd. USD) versorgt. Die Notenbank hat das Geld in Form von umgekehrten Repogeschäften zur Verfügung gestellt. Dabei kauft die PBOC den Banken Wertpapiere ab und pumpt dadurch Geld in den Markt. Hierdurch erhöht sich kurzfristig die Geldmenge im Wirtschafssystem. Es dürfte nicht die einzige Maßnahme bleiben, welche ergriffen wird – es wurde u.a. eine Senkung des Leitzinses in Aussicht gestellt.

Die Berichtssaison in Europa und den USA ist in vollem Gang: Die Q4-Zahlen von bisher 56% der S&P-500-Unternehmen liegen vor. Das Wachstum bei den Umsätzen konnte um rund 1,93% zulegen, während die Gewinne ein leicht negatives Bild zeigen. Die Zahlen liegen jedoch über den Erwartungen der Analysten, die Umsätze kamen mit +1,05% und die Gewinne mit +5,55% besser rein als erwartet.

In der Eurozone haben 31% der Stoxx-600-Firmen ihr Zahlenwerk präsentiert, hier lag das Gewinnwachstum bei -5,66% und das Umsatzwachstum bei -1,16%. Während die Umsätze um -1,50% schlechter ausfielen als erwartet wurde, lagen die Gewinne mit +5,80% über den Erwartungen am Markt.

Konjunktur

Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone im vierten Quartal 2019 bei +0,1% (VQ: +0,2%; [e]: +0,2%). Besonders schwach zeigte sich die Wirtschaft dabei in Frankreich und Italien, hier war das BIP sogar um -0,1% bzw. -0,3% rückläufig. Nach der ersten Schätzung verzeichnete die Wirtschaft damit ein Wachstum von 1,0% (VJ: +1,2%) im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund für das schwächere Wachstum lag in dem gebeutelten Industriesektor, der vor allem unter dem Handelskonflikt litt, sowie dem Strukturwandel in der Automobilbranche.

Beim internationalen Weltwirtschafsgipfel in Davos hat der internationale Währungsfonds (IWF) seine überarbeiteten Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum in den kommenden Jahren präsentiert. Für das laufende Jahr wird nur noch von einem Wachstum von +3,3% (zuvor: 3,4%) ausgegangen. Im darauffolgenden Jahr erwartet der IWF dann einen leichten Anstieg auf +3,4 (zuvor: +3,6). Als Hauptgrund für die nach unten angepasster Prognose zog der IWF die Neubewertungen der Schwellenländer heran und stellte hier insbesondere Indien hervor. Dort habe sich der Konsum stärker abgeschwächt, was mit einem deutlich langsameren Anstieg der Einkommen auf dem Land begründet wird.

Die EZB hält ihren Kurs der expansiven Geldpolitik bei und lässt den Leitzins unverändert. Die Risiken des Konjunkturausblickes sieht die Notenbank eher nach unten gerichtet. Vor dem Hintergrund der weiterhin nur schwachen Inflation in der Eurozone hält die EZB eine äußerst akkommodierende Geldpolitik für einen längeren Zeitraum für angebracht. Aus den Umfrageergebnissen der EZB zum Kreditgeschäft der Banken (Bank Lending Survey) geht hervor, dass die Kreditnachfrage der Unternehmen im Euroraum im vierten Quartal zum ersten Mal seit sechs Jahren rückläufig ist. Der Rückgang war vor allem in Spanien und Frankreich zu beobachten, während die Nachfrage in Italien zulegen konnte. Die Ergebnisse dürften die EZB darin bestärken ihren Kurs einer ultralockeren Geldpolitik fortzusetzen. Es deutet daher weiterhin nichts darauf hin, dass wir mit steigenden Renditen rechnen müssen. 

Auch die Fed verzichtete bei ihrer Sitzung auf eine Änderung des Zinsbandes, das sich damit weiterhin in der Spanne von 1,5% bis 1,75% befindet. Der Satz für die Überschussreserven der Banken (IOER) wurde hingegen auf 1,60% (zuvor: 1,55%) leicht nach oben angepasst.

Die Stimmung bei den deutschen Unternehmen hat sich zu Jahresbeginn überraschend eingetrübt. Wie aus dem Ifo-Geschäftsklimaindex für Januar hervorgeht, ging das Barometer auf 95,9 Punkte (Vm: 96,3 Punkte; [e]: 97,0 Punkte) zurück. Die im Vorfeld befragten Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg der Stimmung gerechnet, da mit dem Phase-Eins-Abkommen zwischen China und den USA sowie der Entwicklung rund um einen Hard Brexit zwei Belastungsfaktoren weggefallen waren. Für den Rückgang war vor allem die Erwartungskomponente verantwortlich, während die aktuelle Lage von den Unternehmen leicht positiver beurteilt wurde als im Vormonat.

Das Verbrauchervertrauen ist in Deutschland für den Monat Februar angestiegen. Die nachlassende Spannung im internationalen Handelsstreit sorgte dafür, dass der entsprechende Konsumklimaindex auf 9,9 Punkte (Vm: 9,6 Punkte; [e]: 9,6 Punkte) zulegen konnte. Als Exportnation ist es gerade für Deutschland wichtig, dass ein freier Warenaustausch möglich ist.

Auch in den USA ist die Kauflaune der US-Verbraucher gestiegen. Für Januar ermittelte das Forschungsinstitut Conference Board einen Anstieg des Index auf 131,6 Punkte (Vm: 126,5 Punkte; [e]: 128,0 Punkte). Die Konsumenten bewerteten dabei sowohl die aktuelle Lage als auch die Zukunftsaussichten besser. Der US-Konsum ist eine tragende Säule des US-Wachstums, er macht ca. 70% der dortigen Wirtschafsleistung aus. 

In China schwächte sich der Einkaufsmanagerindex im Januar auf 51,9 Punkte (Vm: 52,6 Punkte) ab. Überraschend ist der Rückgang dahingehend, dass es mit dem unterschriebenen Phase-Eins-Abkommen zu einer Annährung im Handelsstreit zwischen den USA und China gekommen ist und dies eigentlich zu einem positiven Effekt führen sollte. Zudem sind in den Daten die Auswirkungen des Corona-Virus noch nicht komplett enthalten, da dieser erst gegen Ende des Monats ausgebrochen ist.

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski.






Aktienmärkte auf Rekordjagd | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (48/2019)

Eine weniger spannende, jedoch freundliche Handelswoche ist nun zu Ende. Nach der kurzen Atempause der vorletzten Woche sind die Aktienmärkte wieder auf Rekordjagd. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Klimawandel der Konjunktur(erwartungen)

Nach der langen Abkühlung scheint die Konjunktur sich wieder aufzuwärmen. Die deutschen Manager zeigen sich etwas optimistischer was die Konjunktur hierzulande betrifft. Damit ist der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland gemeint. Der Geschäftsklimaindex des Leibnizer-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes und gilt deshalb als der wichtigste Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Der Indexwert legte im November um 0,3 Punkte zu auf 95,0 Zähler, wie das Münchener Institut am vergangenen Montag bekanntgegeben hat. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die zuletzt leicht entspannte Stimmung in Sachen Handelskrieg, aber auch die spürbar gesunkene Wahrscheinlichkeit eines unregulierten (hard) Brexit sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Trendwende nachhaltig bleibt.

Die Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordniveau in Deutschland

Trotz der konjunkturellen Schwäche in Deutschland lag die Zahl der Arbeitslosen im November auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Grund dafür dürfte die steigende Tendenz zur Kurzarbeit sein. Laut Bundesagentur für Arbeit legte die Anzahl der Menschen in Kurzarbeit auf 59.000 Personen um 18 Prozent zu – zusätzlich sind für weitere 49.000 Menschen Anträge gestellt worden. Auch wenn die Arbeitslosenquote gesunken ist, müsste man sich um die Qualität und die Bezahlung dieser Jobs Gedanken machen.

GDP in den USA übertrifft Erwartungen

Die US-Wirtschaft wuchs im Sommer mit einer moderaten Rate von 2,1 Prozent etwas schneller als von Volkswirten erwartet. Viele Experten sagen jedoch weiterhin, dass sich das Wachstum im laufenden Quartal stark verlangsamen sollte, vor allem, weil der Handelskrieg zwischen den USA und China die Unternehmen dazu veranlasst hat, Investitionen und Lagerbestände zu reduzieren. Dennoch wird erwartet, dass die sogenannte „holiday shopping season“ angesichts des soliden Beschäftigungswachstums und der Konsumausgaben relativ gesund sein wird.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin Lagarde am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Konjunkturerwartungen machen wieder Hoffnung | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (46/2019)

Die Rallye geht weiter! Der DAX hat am vergangenen Freitag die sechste Gewinnwoche in Folge über die Ziellinie gebracht. Über den Atlantik konnten die amerikanischen Aktienmärkte erneut neue Höchststände verzeichnen. Geht die Rallye bis zum Jahresende weiter oder geht den Aktienmärkten kurz vor Weihnachten wieder die Luft aus? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen machen wieder Hoffnung

Die ZEW-Konjunkturerwartungen gehören zu den wichtigsten Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine Umfrage des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW, bei welcher rund 350 Finanzexperten monatlich zur künftigen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten befragt werden. In der aktuellen Umfrage stiegen die Konjunkturerwartungen für Deutschland sehr stark an und erreichten den besten Wert seit Mai. Im August erreichte der Indexwert für die Konjunkturerwartungen den tiefsten Stand seit Ende 2011. Der starke Anstieg deutet eine Konjunkturwende an.

„Die Hoffnung steigt, dass sich das internationale wirtschaftspolitische Umfeld in der näheren Zukunft verbessern wird. Dies ist der Grund für den starken Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen im November. Die Chancen auf ein Abkommen zwischen Großbritannien und der EU und damit auf einen geregelten Austritt Großbritanniens sind inzwischen erkennbar größer geworden. Hinzu kommt, dass Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die Vereinigten Staaten weniger wahrscheinlich sind als vor einigen Wochen. Auch eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint etwas näher zu rücken“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Politische Börsen haben kurze Beine

Der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China, der immer wieder nahende Brexit, der Krieg in Syrien, die Drohnenangriffe auf Ölfelder in Saudi-Arabien, der „Unberechenbare“ im Weißen Haus, und so weiter und so fort. Dabei lautet eine bekannte Börsenweisheit: „Politische Börsen haben kurze Beine“. All diese Themen haben in den vergangenen Jahren die Börsenkurse nur kurzfristig beeinflusst. Langfristig zählen nur die harten Fakte wie Unternehmensgewinne, Wirtschaftswachstum und das Zinsniveau.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der neuen EZB Präsidentin Lagarde am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Konsumieren statt Produzieren | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (45/2019)

Konsum ist die neue Produktion. Die von Reuters und der University of Michigan veröffentlichten Verbrauchervertrauen-Daten halfen den US-Aktienmärkten neue Höhen zu erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Solange die Amerikaner konsumieren kann die Welt weiter investieren

Wohl gemerkt der oben genannte Satz lautet nicht „produzieren“ sondern „konsumieren“. Die Hauptsäule der US-Konjunktur schlechthin ist der private Konsum. Dieser umfasst die Konsumausgaben privater Haushalte und privater Organisationen. In den USA trägt der private Konsum etwa 70 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Daher ist es auch kein Wunder, dass die US-Aktienmärkte steigen, wenn die Stimmung der US-Konsumenten sich aufhellt.

Das Barometer der „University of Michigan“ und einer der vielbeachteten Indikatoren für das US-Verbrauchervertrauen stieg auf 95,5 Zähler im Oktober von 93,2 Punkten im September. Das entspricht einen Anstieg von 2,5 Prozent und ist ein wesentlicher Treiber der neu erklommenen Höchststände an den amerikanischen Aktienmärkten.  

Neue Hochstände trotz Kontraktion

Der US-Einkaufsmanagerindex des „Institute for Supply Management“ (ISM) lag im vergangenen Monat bei 48,3 Prozent, verglichen mit 47,8 Prozent im September. Trotz des überschaubaren Anstiegs von 1 Prozent, lagen die Ergebnisse hinter den Erwartungen von Ökonomen, die von 49,1 Prozent ausgegangen sind.

Warum ist das wichtig? Eine Zahl unter 50 Prozent stellt einen Rückgang des Sektors dar. Der Fertigungssektor macht 12 Prozent des US-BIP aus und ist damit einer der wichtigsten Sektoren der Wirtschaft. Der Sektor verzeichnete jedoch im August seinen ersten Rückgang und beendete eine 35-monatige Expansionsphase, in der der PMI durchschnittlich 56,5 Prozent betrug.

Die Erholung aus der Kontraktionsphase scheint in Sicht zu sein, doch die Bewegung in die Expansionsphase findet im Schneckentempo statt. Die Börsianer beachten den US-Fertigungssektor kaum, denn es gilt: Solange die Amerikaner konsumieren kann die Welt weiter investieren. So konnten sich der S&P 500 und der Dow Jones Industrial mit neuen Hochständen in das Wochenende verabschieden. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ZEW Umfrage über die Konjunkturerwartungen in Deutschland am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Sorgen um die Konjunktur im In- und Ausland | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (40/2019)

Der Oktober hat erneut zugeschlagen. Während der ersten zwei Handelstage im neuen Monat hat der deutsche Leitindex DAX die kompletten Gewinne aus dem September wieder abgegeben. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Sorgen um die Konjunktur im In- und Ausland

Die deutsche Konjunktur ist auf einer Achterbahnfahrt – und das nicht erst seit gestern. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute (DIW, ifo, ifW, IWH, RWI) Deutschlands blicken besorgt auf die Konjunktur zu Hause. In Ihrer Herbstdiagnose teilten die Institute eine etwas trübere Prognose des Wachstums in Deutschland mit: das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2019 nur um 0,5 Prozent und 2020 um 1,1 Prozent steigen. Im Frühjahr waren die Prognosen etwas freundlicher, nämlich 0,8 (2019) und 1,8 (2020) Prozent.

Werfen wir einen Blick über den Atlantik zum großen Bruder Amerika, wobei wir feststellen, dass auch dort das konjunkturelle Bild etwas schwammiger wird. Die Wirtschaftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe (ISM Manufacturing PMI) ist von 49,1 im August auf 47,8 im September gefallen – der niedrigste Wert seit Juli 2009 (44,8). Das verarbeitende Gewerbe der USA bzw. die Produktion, ist die größte der Welt. Sie produziert rund 18 Prozent der Weltproduktion und trug 2018 11,6 Prozent zur Wirtschaftsleistung der USA bei. Obwohl das verarbeitende Gewerbe zwei Monate hintereinander gesunken ist, sank auch die Arbeitslosenquote auf 3,5 Prozent, was einem 50-Jahres-Tief in den USA entspricht.

Die Arbeitslosenquoten und die PMI-Zahlen in den USA zeigen zwei verschiedene Bilder auf. Doch sie sind nur zwei von vielen Messgrößen für die Konjunktur. Das komplexe Gebilde der Wirtschaftsleistung lässt sich nicht so einfach von lediglich zwei Werten erklären.

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung steigt signifikant

Am Rande der schlechten wirtschaftlichen Nachrichten der vergangenen Woche reagierten die Aktienmärkte weltweit auch entsprechend negativ. Gegen Ende der Woche traten die Märkte jedoch in einen weiteren Rallye-Modus ein. Die jüngste Markterholung war darauf zurückzuführen, dass sich die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Leitzinssenkung der Fed am 30. Oktober wesentlich erhöht hat. Wieder einmal scheint es, als könnten die US-Notenbank Helden den Tag retten. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Keine Zinsen, keine Sparer? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (10/2019)

Die Weltkonjunktur sorgt für trübe Wolken am Finanzmarkt-Himmel: die Exportzahlen aus China sind deutlich schwächer ausgefallen, die Auftragseingänge in der deutschen Industrie könnten höher sein und der amerikanische Arbeitsmarkt enttäuschte diese Woche ebenfalls. So wurden diesen Monat in den USA lediglich 20.000 neue Stellen geschaffen, während die Stundenlöhne deutlich zugelegt haben. 

Die schlechten Nachrichten haben für Gewinnmitnahmen an den Börsen gesorgt, weshalb im Wochenüberblick die Leitindizes tendenziell negativ abgeschlossen haben. 

In Europa hat EZB-Präsident Mario Draghi für Aufruhr gesorgt: die von Sparern lang ersehnte Zinswende wurde diese Woche von der EZB abgesagt. So werden die Leitzinsen mindestens bis Ende des Jahres aufgrund der sich eintrübenden Konjunktur in Europa weiterhin bei null Prozent belassen. Des Weiteren wurde die Unterstützung der Banken mit Geldspritzen zu günstigen Konditionen angekündigt. Die EZB bezweckt mit den sogenannten TLTRO-Programmen die stärkere Investition in die Wirtschaft. Das nun dritte TLTRO-Programm startet im September und wird bis März 2021 andauern. EZB-Ökonomen prognostizieren in der Euro-Zone in 2019 nur noch ein Wachstum von 1,1 Prozent, weshalb Unterstützungsmaßnahmen notwendig seien. Auch die Inflationsprognosen für die nächsten Jahre wurden stark nach unten korrigiert. Nach den Nachrichten aus der EZB-Zentrale in Frankfurt fiel der Euro und notiert derzeit bei 1,1236 US-Dollar.

Für Sparer in Deutschland sind diese Entwicklungen besonders schlecht, da in Deutschland die Preise im Vergleich zu den restlichen Euro-Ländern stärker steigen und klassische Sparbücher und Ähnliches nicht profitabel sind. Sparer verlieren bei steigenden Verbraucherpreisen Geld – die EZB bürdet ihnen nach Abzug der laufenden Inflation negative Realrenditen auf ihr Geldvermögen auf. In Deutschland unterliegen ca. 3,7 Billionen Euro Bankeinlagen größtenteils dem negativen Realzins. 

Positive Aussichten zeichnen sich indes bezüglich des Schlagzeilen-Themas „Handelskonflikt“ ab. Die Verhandlungen zwischen den USA und China verlaufen laut chinesischen Stimmen Richtung Einigung mit Beseitigung beidseitiger Strafzölle. Trump würde einem Deal allerdings nur zustimmen, wenn dieser den USA nicht schaden würde. 

Die Erzeugerpreise sind in China im Februar lediglich um 0,1 Prozent im Vergleich zum Januar angestiegen. Die Verbraucherpreise stiegen auch nur um 1,5 Prozent an – geringe Nachfrage und langsames Wirtschaftswachstum in China. Eine Einigung mit den USA könnte die Situation in China positiv verändern. 

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Trade War – die dunklen Wolken lösen sich langsam auf | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (08/2019)

Die dunklen Wolken am Himmel des Handelskonfliktes scheinen sich langsam aufzulösen – können Anleger die lang ersehnte Einigung zwischen den USA und China erwarten? Die Staatspräsidenten haben sich zumindest bei dem Treffen in dieser Woche hinsichtlich einer Einigung zuversichtlich gezeigt. China habe den USA Zusagen in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar gemacht, um das US-Defizit im Warenaustausch mit China zu reduzieren. Auch der Streit zwischen der US-Regierung und Huawei könnten bei dem Abkommen gelöst werden. Doch Anleger sollten sparsam mit dem Optimismus umgehen, denn Einigungen zwischen den USA und der EU sind bisher nicht in Sicht. Es steht weiterhin offen, ob die deutsche Automobilindustrie unter amerikanischen Strafzöllen leiden wird.

Insgesamt entwickelten sich die Märkte diese Woche positiv, trotz negativer Ergebnisse des ifo-Geschäftsklimaindex im Februar. Deutschlands Unternehmer haben die Lage in Deutschland seit 2014 nicht mehr so schlecht bewertet – ein Indiz für die weiterhin gedämpfte Konjunktur. Im Januar stand der Index bei 99,3 Punkten und sank diesen Monat auf 98,5 Punkte.

In der kommenden Woche beginnen erneut Abstimmungen zu dem Thema BREXIT. Nach Gesprächen zwischen May und Juncker gab es erneut keine Fortschritte. Die Gefahr eines „No Deal“-Brexit ist laut Experten hoch.

16,92 Prozent Performance in 2019 – der chinesische Aktienindex CSI 300 ist bisheriger Spitzenreiter in der Performancetabelle. Anscheinend sind Investoren davon überzeugt, dass die chinesischen Märkte ihre unruhigen Zeiten hinter sich haben – trotz des weiterhin existenten Handelskonfliktes.

Ein heißes Thema sind derzeit Aktienrückkäufe, welche insbesondere von amerikanischen Unternehmen in Rekordhöhe betrieben werden. Die Meinungen spalten sich: Während Namen wir Sanders, Schumer oder Rubio Aktienrückkäufe als wertvernichtende und für die Wirtschaft gefährliche Praktiken beschimpfen, befürworten andere das Doping der Aktienkurse. Bereits die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms steigert die Kurse in den darauffolgenden Tagen um durchschnittlich ein bis zwei Prozent. Über 700 Milliarden Dollar haben amerikanische Unternehmen im letzten Jahr für ihre eigenen Aktien ausgegeben. Der Trend steigt allerdings auch in Deutschland an: So hat beispielsweise der Industriegaskonzern Linde angekündigt bis Ende April ca. fünf Prozent der ausstehenden Aktien aufzukaufen (ungefähr eine Milliarde US-Dollar).

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen

Rote Zahlen an den Aktienmärkten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (40/2018)

“Die Euro-Zone ist unumkehrbar, und sie ist stark.“

„Wir sollten politische Entscheidungen nicht dramatisieren. (…) Die Euro-Zone ist unumkehrbar, und sie ist stark.“ – Draghi

Die Märkte sind nach den veröffentlichten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) erleichtert und dafür ist heute tatsächlich ein Italiener zuständig. Die Treffen der EZB sind vollbracht und es ist ein Licht am Ende des Tunnels sichtbar: die Entscheidungen deuten auf eine Normalisierung der Geldpolitik hin. Zwar hält die EZB momentan noch an den historisch niedrigen Leitzinsen von 0,0 Prozent fest, doch den Anleihekaufprogrammen soll per Dezember diesen Jahres ein Ende gesetzt werden. Bis Ende September 2018 sollen Anleihen im Gegenwert von 30 Milliarden Euro angekauft werden, danach lediglich noch 15 Milliarden Euro bis Ende des Jahres und anschließend soll das sogenannte „Quantitative Easing“ (QE) Programm enden. Bisher wurden die Kapitalmärkte durch die Geldpolitik der EZB aufgepumpt, um die Konjunktur zu beleben und eine Deflation zu vermeiden. Da im Mai 2018 die Inflationsrate auf 1,9 Prozent fiel, wurde das angestrebte Ziel der EZB erreicht. Die Euro-Zone verspricht verbesserte Konjunktur- und ansteigende Inflationsdaten. Investoren haben vom Treffen der EZB die deutliche Kommunikation von Zinsschritten erwartet, doch dieses fiel eher vage aus. Deshalb führte die folgende Enttäuschung zur Schwächung des Euro-Kurses: der Euro fiel gegen den Dollar auf 1,1667. Im Gegensatz dazu stieg der deutsche Leitindex DAX und schloss mit + 1,9 Prozent bei 13.162 Punkten. Auch der EURO STOXX 50 verzeichnete Steigerungen um +1,5 Prozent auf 3.534 Punkten.

Der Markt in den USA geht nach den FED-Sitzungen diese Woche von zwei weiteren Zinsschritten aus, also weitere 50 Basispunkte. Es ist zudem mit drei Zinsschritten im nächsten Jahr und einem im darauffolgenden Jahr zu rechnen. Momentan beläuft sich die Zinsspanne in den USA zwischen 1,75-2 Prozent und tendiert somit auch zur Normalisierung der Geldpolitik.

Text und Image: Demi Çelik