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Das Sommerloch ist da – wenig Bewegung an den Märkten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (29/2020)

Die vergangene Woche war spürbar ruhiger – Langzeit-Themen wie EU-Hilfspaket, Erholung nach der Pandemie sowie aktuelle Themen wie Aufarbeitung des Wirecard Skandals oder die bevorstehende US-Wahlen haben keinen großen Einfluss auf das aktuelle Marktgeschehen. In Deutschland haben die Anleger weiterhin die 13.000 Punkt im Blick und in den USA ist der Tech-Markt erstmals schwächer als der S&P 500. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Inflationsrate wirklich ein Zeichen steigender Kauflaune in der aktuellen Phase?

Die Inflationsraten in Deutschland und den USA sind im vergangenen Monat Juni weiter gestiegen. In beiden Ländern ist ein Plus von 0,6 Prozent zu verzeichnen. Dabei sind wie üblich die Energiepreise ausgeklammert, die jedoch in den letzten Wochen wieder einen deutlichen Anstieg verzeichneten. Als größter Treiber der Inflationsrate sind Nahrungsmittel zu benennen – insbesondere Obst und Fleisch haben hohe Zuschläge aufzuweisen. Fraglich ist, ob in der aktuellen Phase von einem kleinen Trend zu gestiegener Kauflaune gesprochen werden kann. Vielmehr schlägt hier zu buche, dass die Angebotslage weiterhin durch die Pandemie eingeschränkt bzw. aufwendiger ist und die Nachfrage durch die startenden Wirtschaften sich Richtung Ursprung bewegen. Ein wirklicher Anstieg ist es wohl kaum, sondern wohl eher der Gummizugeffekt nach der Krise.

Totgesagte leben länger!

Diese Woche verzeichneten alle klassischen Märkte ein kleines Plus am Ende der Woche. Nur der NASDAQ 100 (der Überflieger der letzten Monate) und der chinesische CSI 300 schlossen im Minus – die chinesische Regierung wird wohl nach den letzten Wochen etwas aufatmen. Heißt das nun, dass die schon fast „totgesagten“ klassischen Märkte wieder zurück im Geschäft sind? Sicherlich wirken sich die Inflationszahlen sowie die Erweiterung des Balance Sheet der FED (+ 38 Milliarden zum Vormonat) positiv auf die klassischen Märkte aus. Doch auch der Dip bei den Tech-Aktien könnte eine Chance zur Erweiterung des Portfolios dienen – aber nach der Rallye ist auch eine Gewinnmitnahme keine schlechte Idee.

Und was macht die EU?

Aktuell tagen die mächtigsten Vertreter der EU in Brüssel und verhandeln um das 750 Mrd. € Hilfspaket. Einen einfachen Verhandlungsweg hat keiner vermutet, aber eine Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen. Frankreichs Staatspräsident Macron drohte schon mit vorzeitiger Abreise, während Merkel mit Geburtstagskuchen und Verhandlungsgeschick die unterschiedlichen Standpunkte zusammenführen will. Und als wäre die Abstimmung rund um die 1,8 Billionen € Haushaltsetat nicht schwer genug, wird über die rechtsstaatliche Situation in Polen und Ungarn diskutiert. Und was macht Brexit-Boris in dieser Zeit eigentlich? Freut er sich, nicht mehr am Verhandlungstisch zu sitzen oder ärgert er sich, keinen Teil vom Kuchen abzubekommen? Vielleicht fällt der Brexit ja doch noch aus. Wir werden sehen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Warren Buffett: Wetten Sie nie gegen Amerika | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (18/2020)

Gestern fand die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Wie gewohnt berichtete das Finanz-Urgestein Warren Buffett über das vergangene Wirtschaftsjahr und die aktuelle Lage. Wie gewohnt? Nein, auch hier ist das übliche pilgern von über 40.000 Finanzexperten durch die aktuelle Situation nicht möglich. Dieses Jahr fand die Konferenz rein digital statt und auch Charlie Munger konnte wie gewöhnlich nicht persönlich neben Warren Buffett sitzen – ihm geht es aber gesundheitlich sehr gut, so die Aussage.

Warren Buffett nutzte in einem einstündigen Sprint durch die US-amerikanische Wirtschaftsgeschichte die derzeitige wirtschaftliche Herausforderung einzuordnen. Von 1789 bis heute (231 Jahre) hat die noch junge USA viele Rückschläge erlebt, aber auf lange Sicht ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen und die Zukunft der USA ist weiterhin rosig – so Warren Buffett. Er rät in seiner alten Weisheit: Bleiben Sie langfristig investiert und nutzen Sie die Situation Ihr Portfolio zu überprüfen.

Dies hat Warren Buffett selbst auch so gemacht – sein Portfolio umfasst keinerlei Airline Aktien (er hielt Aktien von Delta Air Lines, United Airlines, Southwest Airlines und American Airlines) mehr. Er rechnet nicht mit einer schnellen Erholung und sieht Airlines nur noch als spekulative Anlagemöglichkeit und nicht mehr als Investitionsmöglichkeit. Auch die deutsche vorzeige Airline Lufthansa wird wohl ohne staatliche Unterstützung nicht überleben – oder sollte man eher Verstaatlichung sagen?

Die reinen Zahlen des Abschlussbericht von Berkshire Hathaway lesen sich weiterhin wie ein Märchen – Steigerung des Betriebsgewinn um 6 Prozent auf 5,9 Mrd. USD, 137 Mrd. USD liquide Mittel, 1,7 Mrd. USD eigene Aktien zurückgekauft. Aber warum nutzt Warren Buffett die hohe Liquidität nicht um weitere Zukäufe in der aktuellen Krise zu tätigen? Diese Frage beschäftigt auch andere Finanzexperten und vermuten doch ein weiteres Abrutschen der Aktienmärkte und Einbußen in den nationalen Wirtschaften.

In seiner Rede lobt Warren Buffett noch einmal ausdrücklich die Handlungen der Notenbanken und die veranlassten Maßnahmen. Neben Paul Volcker in den 80er Jahren hebt Buffett Jerome Powell mit seinem entschlossenen Handeln heraus.

Nicht nur die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway hat positives zu vermelden. Auch die Aktienmärkte strotzen der aktuellen Krise. Dieser Monat war der beste seit 1987 (der sogenannte Flash-Crash) und trotzt damit den ganzen negativen Wachstumsprognosen, hohen Arbeitslosenzahlen und anhaltenden Beschränkungen. Zu Recht?

P.S. Wir sind gespannt, ob die Börsenweisheit „Sell in May and go away – but don‘t forget to come back in September“ auch in der aktuellen Situation bestand hat.

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Wir schaffen das (isoliert) zusammen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (11/2020)

Die Grenzen schließen und die Menschheit isoliert sich nun zu Hause. In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex allein am Donnerstag den zweitgrößten Tagesverlust (-12,24 Prozent) seiner Geschichte erlitten. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich unsere Welt unter Quarantäne und keiner weiß so richtig wie es weitergehen wird. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mut ist gefragt! Verkaufen kann jeder…

Wieder einmal handelten Börsianer weltweit nach dem Motto „Cash is King“ und verkauften regelrecht ihre Aktien. Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor im Sell-Off-Modus. Allein in der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX gewaltige 20 Prozent und rutschte sogar im Wochenverlauf unter die Marke von 9.000 Punkten. Und wieder einmal gab es weltweit einen Run auf haltbare Lebensmittel – besonders in Deutschland und Österreich ist der Bedarf nach Toilettenpapier sehr hoch. In 200 Jahren werden Verhaltensforscher das Jahr 2020 und die Corona-Krise genau beleuchten und zur Erkenntnis kommen: alle Sorgen lösen sich mit genügend Toilettenpapier von allein.

Doch wer langfristig denkt sollte jetzt nicht in Panik verfallen und alles verkaufen – und wer kurzfristig denkt, soll langfristig denken! Auch wenn es schwer ist zurzeit Vorhersagen über den kurzfristigen Verlauf des Corona-Virus zu treffen, eines ist sicher: Jede Krise wird an den Börsen wieder aufgeholt. Deshalb ist in Zeiten wie diesen besonders viel Mut gefragt, denn Panik ist hochgradig ansteckend, vor allem in Situationen in denen nichts bekannt ist. Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen.  

Notenbankhelden – die Retter in der Not und Kreditgeber der letzten Instanz

Anders als in der Finanzkrise 2008, als das Bankensystem zu kollabieren drohte, haben wir es im Jahr 2020 mit einem Virus zu tun, das vor allem die Lieferketten der Wirtschaft zunächst einmal zum Stillstand bringt – zumindest bis das Virus eingedämmt ist und bis die Zahl der Geheilten die Zahl der Neuinfizierten übertrifft. Man könnte sagen, die Wirtschaft macht nun eine Pause. Doch während dieser Pause müssen Rechnungen trotzdem beglichen werden. Das fällt der Wirtschaft besonders schwer, wenn die Verbraucher zu Hause isoliert sind und eben nicht „verbrauchen“ können.

Wir haben es also mit einer Liquiditätskrise zu tun. Während dieser „Pause“ braucht die Wirtschaft genügend Liquidität, um permanente Schäden zu vermeiden. Die Notenbankhelden sehen sich durch die Corona-Pandemie gezwungen weiter aufs Gaspedal zu drücken. Am vergangenen Donnerstag beschloss die amerikanische Notenbank, den Geschäftsbanken weitere 1,5 Billionen Dollar an Zentralbankgeld zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Auch die Europäische Zentralbank EZB beschloss vergangene Woche, den Geschäftsbanken weitere umfangreiche Leihgeschäfte zu extrem günstigen Konditionen anzubieten. Zudem wird sie bis Ende diesen Jahres weitere 120 Milliarden Euro in den Kauf von Anleihen stecken.

Diese Maßnahmen sollen die Banken in die Lage versetzen, besser auf den krisenbedingten Mehrbedarf der Unternehmen an Liquidität zu reagieren. Darüber hinaus werden Hilfspakete von Staaten zur Bewältigung der Corona-Krise ausgelegt. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance sich langfristig an dem Erfolg von „Great Businesses“ zu beteiligen, denn jetzt sind diese Unternehmen besonders günstig zu kaufen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Das war das Jahr 2019! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (52/2019)

Ein ereignisvolles Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Doch genau vor einem Jahr beendete US-Zentralbank Präsident Jerome Powell die Party an den Börsen. Nach vielen Jahren Hausse war die Euphorie und Partystimmung im Keller – zumindest dem Anschein nach. Über das laufende Jahr 2019 sind wir eines Besseren belehrt worden. Die Aktienmärkte haben den Knick aus dem Dezember 2018 wieder schnell ausgebügelt und konnten, vor allem in den USA, neue Höhen erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was 2019 die Märkte bewegte.

Jerome Powell zündete noch einmal die Kerzen an

Bereits im Januar konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, als er von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nahm. Die kulante Politik der Fed trug zur guten Partystimmung an den Börsen bei. Allein im Januar konnte der NASDAQ 100 9,11 Prozent zulegen – die Bullen sind vom Schönheitsschlaf wieder aufgeweckt worden. Insgesamt konnte der NASDAQ 100 über das laufende Jahr 38,56 Prozent (per 27.12.2019) Performance erzielen.

Erst als das Thema der Liquidität bzw. Bilanzabkürzung der US-Notenbank vom Tisch war kannten die Aktienmärkte nur noch eine Richtung – und zwar nach oben!  Auch wenn die Fed ihre jüngsten Maßnahmen nicht als Quantitative-Easing (Lockerung der Geldpolitik) bezeichnen möchte: Tatsache ist, dass die Bilanz der Zentralbank seit dem 28. August 2019 um mehr als 400 Milliarden USD ausgeweitet worden ist (siehe Chart 1). Der NASDAQ 100 hat in diesem Zeitraum 15,59 Prozent zulegen können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Aktienmärkte von Liquidität getrieben werden. Falls genug Liquidität vorhanden bleibt, könnte auch das kommende Jahr für eine positive Überraschung sorgen.

Politische Börsen werden immer relevanter – auch wenn sie nicht relevant sind

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2019, ähnlich wie das Jahr 2018, an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Das ganze Jahr über wurden die Börsen von zwei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits und der Geist des Handelskrieges. Im Laufe des vierten Quartals 2019 haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind:

  • Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen. Für die Aktienmärkte waren das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Im kommenden Jahr dürfte der Brexit, nach langer Verzögerung, endlich stattfinden.
  • In Sachen Handelskrieg haben sich die USA und China auf ein Abkommen der ersten Phase geeinigt. Die geplanten US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren wurden zunächst einmal verschoben. Die chinesische Regierung kündigte ebenso an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen, die immer relevanter werden, auch wenn sie nicht relevant sind, nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf das kommende Jahr und vor allem auf die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblicke.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Kaufrausch trotz Pessimismus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (49/2019)

Der Kaufrausch der US-Konsumenten erreicht neue Höhen. Auf der anderen Seite weist der ISM-Einkaufsmanagerindex auch im November auf eine schrumpfende US-Industrie hin. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Frohen Black Friday! Alles Gute zum Cyber Monday!

Man könnte behaupten, dass Black Friday und Cyber Monday zu Amerikas ‚Lieblingsfesten‘ geworden sind. Mit der bevorstehenden Weihnachtszeit haben viele Amerikaner ihre Weihnachtsgeschenke an diesen beiden Tagen bereits gekauft.

Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Adobe Analytics wurden in diesem Jahr neue Rekordumsätze erzielt. Am Black Friday wurden insgesamt 7,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt, was dem größten Verkaufstag aller Zeiten für den Black Friday entspricht. Am Cyber Monday wurden insgesamt Online-Bestellungen über 9,4 Milliarden US-Dollar aufgegeben, 1,5 Milliarden mehr als im Vorjahr.

Wenn wir einen Blick nach China werfen, sehen wir noch viel Luft nach oben. Allein am ‚Singles‘ Day‘, das chinesische Pendant zu Black Friday und Cyber Monday, hat der Amazon-Rivale Alibaba 38,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt.

Die US-Einkaufsmanager zeigen sich ‚noch‘ pessimistisch

Aus den USA kamen am vergangen Montag Konjunkturdaten, die erneut unter den Erwartungen der Analysten lagen. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ging auf 48,1 Punkte zurück und lag damit deutlich unter den Erwartungen von 49,2 Punkten am Markt. Mit einem Indexwert von unter 50 Punkten signalisiert der Index, dass die US-Industrie schrumpft. Seit August 2019 befindet sich die US-Industrie im ‚Schrumpfmodus‘.

Der Welthandel bleibt das wichtigste branchenübergreifende Thema. Der fortgeschrittene Handelskrieg zwischen den USA und China bereitet den verarbeitenden Sektoren der USA Bauschmerzen. Von den 18 verarbeitenden Industrien verzeichneten nur fünf im November ein Wachstum: Bekleidung, Lebensmittel, Papierprodukte, Elektronikprodukte und sonstige Herstellung. Die restlichen 13 Branchen meldeten einen Rückgang, u.a.: Holzprodukte, Möbel, Textilfabriken, Transportrüstung, Maschinen und chemische Produkte. Ein baldiges Abkommen zwischen den Handelsgiganten könnte die Weltwirtschaft nach vorne katapultieren. Noch müssen wir uns gedulden!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Sorgen um die Konjunktur im In- und Ausland | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (40/2019)

Der Oktober hat erneut zugeschlagen. Während der ersten zwei Handelstage im neuen Monat hat der deutsche Leitindex DAX die kompletten Gewinne aus dem September wieder abgegeben. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Sorgen um die Konjunktur im In- und Ausland

Die deutsche Konjunktur ist auf einer Achterbahnfahrt – und das nicht erst seit gestern. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute (DIW, ifo, ifW, IWH, RWI) Deutschlands blicken besorgt auf die Konjunktur zu Hause. In Ihrer Herbstdiagnose teilten die Institute eine etwas trübere Prognose des Wachstums in Deutschland mit: das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2019 nur um 0,5 Prozent und 2020 um 1,1 Prozent steigen. Im Frühjahr waren die Prognosen etwas freundlicher, nämlich 0,8 (2019) und 1,8 (2020) Prozent.

Werfen wir einen Blick über den Atlantik zum großen Bruder Amerika, wobei wir feststellen, dass auch dort das konjunkturelle Bild etwas schwammiger wird. Die Wirtschaftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe (ISM Manufacturing PMI) ist von 49,1 im August auf 47,8 im September gefallen – der niedrigste Wert seit Juli 2009 (44,8). Das verarbeitende Gewerbe der USA bzw. die Produktion, ist die größte der Welt. Sie produziert rund 18 Prozent der Weltproduktion und trug 2018 11,6 Prozent zur Wirtschaftsleistung der USA bei. Obwohl das verarbeitende Gewerbe zwei Monate hintereinander gesunken ist, sank auch die Arbeitslosenquote auf 3,5 Prozent, was einem 50-Jahres-Tief in den USA entspricht.

Die Arbeitslosenquoten und die PMI-Zahlen in den USA zeigen zwei verschiedene Bilder auf. Doch sie sind nur zwei von vielen Messgrößen für die Konjunktur. Das komplexe Gebilde der Wirtschaftsleistung lässt sich nicht so einfach von lediglich zwei Werten erklären.

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung steigt signifikant

Am Rande der schlechten wirtschaftlichen Nachrichten der vergangenen Woche reagierten die Aktienmärkte weltweit auch entsprechend negativ. Gegen Ende der Woche traten die Märkte jedoch in einen weiteren Rallye-Modus ein. Die jüngste Markterholung war darauf zurückzuführen, dass sich die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Leitzinssenkung der Fed am 30. Oktober wesentlich erhöht hat. Wieder einmal scheint es, als könnten die US-Notenbank Helden den Tag retten. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Powell-Put und die Achterbahn der Ölpreise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (38/2019)

Es bleibt nicht langweilig an den Börsen! Die vergangene Handelswoche wurde von zwei Themen dominiert: die Leitzinssenkung der Fed und die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens wichtigsten Ölanlagen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Ölpreise nehmen Investoren auf eine wilde Reise mit

Es war die wildeste Achterbahnfahrt für die Ölpreise in der jüngsten Vergangenheit. Die Preise stiegen an, fielen wieder und stiegen anschließend am Donnerstag und Freitag moderat wieder an. Grund dafür waren die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens Ölanlagen. In den frühen Morgenstunden des 14. Septembers wurden zwei der wichtigsten Ölanlagen Saudi-Arabiens – Aramcos Abqaiq und Khurais – durch eine Reihe von Drohnenangriffe in Brand gesetzt. Dadurch wird die Ölproduktion zunächst um 5,7 Millionen Barrel pro Tag reduziert.

Der Ölpreis stieg am vergangenen Montag um 14,61 Prozent an. Saudi-Arabien berichtet jedoch, dass die Ölproduktion bis Ende September wieder normalisiert wird. Es ist noch nicht klar, wer für die Angriffe verantwortlich ist, deshalb werden wir (Main Value) uns vorerst nur auf die Fakten beziehen.

Powell kann es Präsident Trump immer noch nicht recht machen

Zum zweiten Mal in Folge hat die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Der Leitzins ist der Zinssatz zu dem sich US-Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren können. Somit liegt der Leitzins in der Spanne zwischen 1,75 bis 2 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell hat sich von seiner aggressiven Haltung gegenüber Zinserhöhungen zu einer vorsichtigen Haltung in wenigen Monaten entwickelt, da sich die finanziellen Bedingungen u.a. aufgrund des Handelskrieges geändert haben.

Präsident Trump schien mit der moderaten Zinssenkung der Notenbank nicht zufrieden zu sein, denn Trump ist der Ansicht, dass die Notenbank die Zinsen auf null oder tiefer senken sollte. Schon zu Zeiten der Finanzkrise 2008 wurde ein Negativzinsszenario ausgeschlossen. Die US-Wirtschaft sei weiterhin „moderat“, so Powell während seiner Rede am vergangenen Mittwoch. Die Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent ist an ihrem tiefsten Punkt seit 50 Jahren.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandprodukts am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Die Bullen retten die Börse | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (01/2019)

Die gute Konjunkturlage in den USA und eine kulante Politik der Fed konnten am vergangenen Freitag die Börsen wieder retten – die Bullen sind wieder da! Die Frage ist, ob sie lange im Ring bleiben werden?

Eine Stunde vor Börsenbeginn am Freitag wurden amerikanische Börsianer mit einem phänomenalen Arbeitsmarktbericht beschert. Darauffolgend sind die Bullen nach den langen Festtagen erwacht. Am amerikanischen Arbeitsmarkt wurden im Dezember 312.000 Stellen aufgebaut – die Erwartungen von 178.000 wurden weit übertroffen. Darüber hinaus zogen die durchschnittlichen Stundenlöhne zum Vorjahr um 3,2 Prozent an – ein guter Indikator für den Verbrauch und letztendlich für die amerikanische Wirtschaft.

Viele Experten warfen Jerome Powell vor, er habe mit seiner harten Haltung der Zinspolitik drei Wochen zuvor den Einbruch an den Märkten verstärkt. Doch bei einem Podium mit seinen Vorgängern Janet Yellen und Ben Bernanke konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, denn Powell hält an seinem Kurs aus der Krisenpolitik auszusteigen fest. Eine klare Aussage an Donald Trump, welcher Powell gerne aus seinem Amt werfen würde.

Wie haben sich die Börsen in der ersten Woche des neuen Jahres entwickelt?

Der deutsche Leitindex startete in das neue Jahr leicht volatil, doch er konnte Gewinne einholen. Mit einem wöchentlichen Performancegewinn in Höhe von 1,98 Prozent notiert der DAX derzeit bei 10.806,20 Punkten. Ähnlich verlief auch die Woche des europäischen Leitindexes Euro Stoxx 50 mit einem Plus von 1,85 Prozent bei 3.043,07 Punkten.

An der Wall Street schlossen die Kurse am vergangenen Freitag ebenfalls mit signifikanten Performancegewinnen ab. Auf Wochensicht schloss der S&P 500 mit einer Steigerung in Höhe von  1,86 Prozent bei 2.531,40 Punkten. Der NASDAQ 100 stieg um 2,19 Prozent an und schloss mit 6.419,12 Punkten. Der Dow Jones 30 Industrial schloss mit einer Steigerung um 1,61 Prozent bei 23.433,16 Punkten.

Anders als die amerikanischen und europäischen Märkte musste der japanische Leitindex NIKKEI mit Beginn des neuen Handelsjahres Verluste in Höhe von 2,26 Prozent einbüßen. Gründe dafür waren mitunter ein starker Yen, die Umsatz-Warnung von Apple und der Kurseinbruch an der Wall Street gegen Ende des Jahres.

An den Rohstoffmärkten haben sich ebenfalls interessante Bewegungen vollzogen: Während der Goldpreis um geringfügige 0,33 Prozent angestiegen ist, hat der Silberpreis auf Wochensicht 2,08 Prozent zugelegt. Doch besonders interessant war die Entwicklung der Ölpreise. Brent-Öl hat auf Wochensicht ganze 9,31 Prozent zugelegt – Initialzünder für diese Wertentwicklung sind die positiven Signale durch die Gespräche zum Handelskonflikt zwischen den USA und China.


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen