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Tief durchatmen und los geht’s! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (47/2019)

Nach der sechswöchigen Rallye haben die Aktienmärkte nun eine Pause eingelegt. Heißt es jetzt tief durchatmen und los geht’s oder müssen Anleger eine längere Pause der Bullen befürchten? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Märkte sind wahrscheinlich zu schnell gesprintet

Die Aktienmärkte haben in den letzten sechs Wochen kräftig zugelegt. Der deutsche Leitindex DAX hat in diesem Zeitraum (Kalenderwoche 41 – 46) satte 10,23 Prozent Performance erzielt – die amerikanischen Standardwerte (S&P 500) dagegen konnten in dieser sechswöchigen Aufwärtsphase nur 5,71 Prozent erzielen. Allerdings erwies sich die vergangene Woche als zu schwierig um positive Ergebnisse zu liefern (siehe Performance-Tabelle unten).

Grund dafür waren die überraschend schwachen Ergebnisse des Markit-Einkaufsmanagerindex, der Industrie und Dienstleister im Euroraum zusammenfasst. Der Einkaufsmanagerindex ist eine monatliche Umfrage des Instituts IHS Markit, die auf den Einschätzungen von mehr als 400 ausgewählten Einkaufsmanagern oder Geschäftsführern basiert. Im November fiel der Einkaufsmanagerindex in der Eurozone um 0,3 auf 50,3 Punkte. „Aufgrund der anhaltenden Handelskonflikte verharrte die Industrie in der tiefsten Rezession seit sechs Jahren“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Daten signalisieren, dass die Wirtschaft im Euroraum auf Quartalsbasis derzeit nur um 0,1 Prozent wächst.

EZB-Chefin Lagarde: „Wir werden kontinuierlich die Nebeneffekte unserer (Geld)Politik beobachten“

Die neue Chefin der Europäischen Zentralbank heißt Christine Lagarde. Lagarde qualifizierte sich für den EZB-Posten in erster Linie durch ihren vorherigen Arbeitgeber – den Internationalen Währungsfonds (IWF). Von 2011 bis 2019 hat Lagarde, als Kreditgeber letzter Instanz, Mitgliedstaaten bei Zahlungsschwierigkeiten mit Krediten geholfen. Der IWF vergibt unter bestimmten fiskalischen Bedingungen befristete Kredite an Staaten, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Lagarde am vergangenen Freitag in ihrer ersten Rede als EZB-Präsidentin die Politik auffordert mehr Investitionen zu tätigen, um das Wachstum in der Eurozone anzukurbeln. „Investitionen sind ein besonders wichtiger Teil der Antwort auf die Herausforderungen von heute, da sie sowohl die Nachfrage von heute als auch das Angebot von morgen sind“, sagte Lagarde. Darüber hinaus versicherte Lagarde weiterhin die Unterstützung der EZB, um der Wirtschaft zu helfen und um auf zukünftige Risiken zu reagieren. Wir wünschen Frau Lagarde viel Erfolg dabei!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Konsumieren statt Produzieren | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (45/2019)

Konsum ist die neue Produktion. Die von Reuters und der University of Michigan veröffentlichten Verbrauchervertrauen-Daten halfen den US-Aktienmärkten neue Höhen zu erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Solange die Amerikaner konsumieren kann die Welt weiter investieren

Wohl gemerkt der oben genannte Satz lautet nicht „produzieren“ sondern „konsumieren“. Die Hauptsäule der US-Konjunktur schlechthin ist der private Konsum. Dieser umfasst die Konsumausgaben privater Haushalte und privater Organisationen. In den USA trägt der private Konsum etwa 70 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Daher ist es auch kein Wunder, dass die US-Aktienmärkte steigen, wenn die Stimmung der US-Konsumenten sich aufhellt.

Das Barometer der „University of Michigan“ und einer der vielbeachteten Indikatoren für das US-Verbrauchervertrauen stieg auf 95,5 Zähler im Oktober von 93,2 Punkten im September. Das entspricht einen Anstieg von 2,5 Prozent und ist ein wesentlicher Treiber der neu erklommenen Höchststände an den amerikanischen Aktienmärkten.  

Neue Hochstände trotz Kontraktion

Der US-Einkaufsmanagerindex des „Institute for Supply Management“ (ISM) lag im vergangenen Monat bei 48,3 Prozent, verglichen mit 47,8 Prozent im September. Trotz des überschaubaren Anstiegs von 1 Prozent, lagen die Ergebnisse hinter den Erwartungen von Ökonomen, die von 49,1 Prozent ausgegangen sind.

Warum ist das wichtig? Eine Zahl unter 50 Prozent stellt einen Rückgang des Sektors dar. Der Fertigungssektor macht 12 Prozent des US-BIP aus und ist damit einer der wichtigsten Sektoren der Wirtschaft. Der Sektor verzeichnete jedoch im August seinen ersten Rückgang und beendete eine 35-monatige Expansionsphase, in der der PMI durchschnittlich 56,5 Prozent betrug.

Die Erholung aus der Kontraktionsphase scheint in Sicht zu sein, doch die Bewegung in die Expansionsphase findet im Schneckentempo statt. Die Börsianer beachten den US-Fertigungssektor kaum, denn es gilt: Solange die Amerikaner konsumieren kann die Welt weiter investieren. So konnten sich der S&P 500 und der Dow Jones Industrial mit neuen Hochständen in das Wochenende verabschieden. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ZEW Umfrage über die Konjunkturerwartungen in Deutschland am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Mario Draghi, Mr. Zero | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (43/2019)

Am 1. November 2011 ist Mario Draghi, früher Managing Director und Vizepräsident von Goldman Sachs International in London, zum Präsidenten der Europäischen Zentralbank und somit zu einer der mächtigsten Männer Europas ernannt worden. Nun ist seine Amtszeit am 31. Oktober zu Ende, seine Nullzinspolitik jedoch noch lange nicht. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mr. Zero our Hero!

Als Mario Draghi 2011 EZB-Präsident wurde befand sich die Europäische Union mitten in einer Staatsschuldenkrise, einer Bankenkrise und einer Wirtschaftskrise. Ein Mann erhielt die Aufgabe die EU zu retten, nämlich Mario Draghi bzw. Mr. Zero our Hero! Bereits zwei Tage nach seinem Amtsantritt begann Draghi die Zinsen in Europa zu senken. Schließlich gelang es Mr. Zero, den Leitzins am 10. März 2016 auf Null zu senken.

Auf dem Höhepunkt der Eurokrise sorgte Draghi für eine Kehrtwende, als er am 26. Juli 2012 während seiner Rede in London versicherte, „alles Notwendige“ zu tun, um den Euro zu erhalten. Darüber hinaus kündigte Mr. Zero an, dass die EZB im Notfall europäische Staatsanleihen ankaufen würde, was sie ja schließlich ab März 2015 tat.

Zum Ende seiner Amtszeit kündigte Draghi die Verlängerung seiner ultralockeren Geldpolitik durch die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde an. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, Banken müssen zudem weiter 50 Basispunkte Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Zudem will die neue EZB-Präsidentin Lagarde von November an auf unbestimmte Zeit monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen stecken. All diese Maßnahmen sollten für eine stabil wachsende Wirtschaft im Euroraum sorgen.

Verbrauchervertrauen im Euroraum trübt sich im Oktober stark ein

Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im Oktober überraschend stark eingetrübt. Der entsprechende Indikator ist im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Punkte auf minus 7,6 Punkte gefallen, was dem tiefsten Stand des laufenden Jahres entspricht. Die Erwartungen der Volkswirte lagen im Durchschnitt bei minus 6,8 Punkten.

Der überraschende Rückgang schien den führenden Aktienindex Europas Euro Stoxx 50 wenig zu beeindrucken. Der Euro Stoxx 50 konnte die 43. Kalenderwoche mit einer Performance von plus 1,26 Prozent abschließen. Seit Jahresanfang liegt der Euro Stoxx 50 (YTD: 20,77 Prozent) sogar mit der Nase knapp vorne vor dem S&P 500 (YTD: 20,57 Prozent). Grund dafür ist sicherlich das angekündigte Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den Brexit-Tag am kommenden Donnerstag bzw. an Halloween. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Oktober Deals – sollten Anleger jetzt jubeln? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (42/2019)

Der Monat Oktober ist bekannt für seine großartigen Angebote am Schwarzen Freitag. Allerdings war dieses Jahr anders. Anleger durften sich bereits zwei Mal freuen: zum einen über den China-Deal und am vergangenen Donnerstag über den Brexit-Deal! Doch die Kauflaune der Börsianer war letzte Woche nicht zu spüren. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Endlich ein Brexit-Deal, aber die Euphorie lässt schnell nach

Für kurze Zeit während des Brexit-Gipfels am vergangenen Donnerstag waren die europäischen Aktienmärkte voller Euphorie, denn die EU und Großbritannien hatten sich endlich auf einen Brexit-Deal geeinigt. Nachdem der deutsche Leitindex um mehr als 1 Prozent gestiegen ist, mussten die Gewinne auch schnell wieder abgegeben werden, denn die Börsianer erinnerten sich schnell daran, dass auch Theresa May zu Ihrer Zeit einen Deal mit der EU hatte. Wir alle wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Das Prozedere ist bekannt: auch Boris Johnsons muss, wie seine Vorgängerin Theresa May, vor dem britischen Unterhaus antreten um die Parlamentarier von „seinem“ Deal zu überzeugen. Der erste Anlauf am vergangenen Samstag fühlte sich wie ein Déjà-vu an. Das britische Parlament hat zunächst ein Gesetz beschlossen, welches die Unterstützung des Deals mit der EU bis zur vollständigen Gesetzgebung zurückhält. Johnson ist entschlossen, erneut am Montag vor dem Parlament anzutreten. Möglicherweise wird Johnson, wie Theresa May, die EU erneut um eine Verlängerung bitten. Das Brexit-Spiel dürfte uns bis in das Jahr 2020 begleiten.

US-Banken bleiben trotz Notenbankpolitik profitabel

US-Banker und Bankinvestoren können endlich ausatmen. Es gab erhebliche Ängste, dass die Ergebnisse des 3. Quartals aufgrund der sinkenden Zinsen deutlich schlechter ausfallen würden.

Die amerikanischen Großbanken haben einmal mehr bewiesen, dass sie einen Schlag einstecken können. Die meisten Banken übertrafen die Gewinnschätzungen der Analysten, einige davon mit deutlichem Abstand.

Das Ertragswachstum war jedoch geringer, da die Kreditmargen aufgrund der niedrigen Zinssätze deutlich enger waren. Trotz der dünneren Luft im dritten Quartal funktionieren die Geschäftsmodelle der US-Banken nach wie vor. Die großen Kreditgeber sammeln immer noch in gesundem Tempo Einlagen – anders als bei den europäischen Banken. Mittlerweile erwirtschaften die meisten US-Großbanken in einem Quartal mehr Gewinn, als die Deutsche Bank im ganzen Jahr. Die europäischen Banken müssen Ihre Quartalsergebnisse in den kommenden Wochen noch veröffentlichen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die EZB Zinsentscheidung am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Delist China, Impeach Trump | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (39/2019)

Die vergangene Woche begann mit einem Knall. Als ob die Aktienmärkte nicht genug auf dem Teller hätten. Nun soll gegen US Präsident Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren (impeachment inquiry) eingeleitet werden. Präsident Trump hat jedoch wichtigere Dinge zu erledigen, wie z.B. das Delisting chinesischer Firmen von den US-Börsen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

To impeach, or not to impeach, that is the question

Am vergangenen Dienstag kündigten die US-Demokraten, angeführt von Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump an.

Grund dafür sei ein Telefonat zwischen US-Präsident und dem ukrainischen Staatschef. Angeblich soll es sich dabei um Ermittlungen gegen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden gehandelt haben. Trump soll den ukrainischen Präsidenten Selenskij mehrfach aufgefordert haben, Ermittlungen einzuleiten, die seinem Rivalen Joe Biden bei den kommenden Präsidentschaftswahlen schaden könnten.

Wie gewöhnlich, reagierte Präsident Trump auf Twitter, indem er eine Hexenjagd auf sich beklagte. Die amerikanischen Börsen ließen sich wenig bis kaum beeindrucken und gingen Dienstag nur etwas schwächer aus dem Handel.  

Delisting chinesischer Unternehmen von US-Börsen

Statt sich auf sein Amtsenthebungsverfahren zu konzentrieren, möchte Trump lieber China weiteren Schaden hinzufügen, denn der Handelskrieg ist immer noch nicht entschieden. Die US-Regierung diskutiert zurzeit weitere Schritte gegen den Handelspartner China als Reaktion auf neue Restriktionen für ausländische Investoren in China. Eine Möglichkeit ist durch das Delisting von chinesischen Unternehmen, die über ADRs (American Depositary Receipts) an den amerikanischen Börsen gelistet sind. American Depositary Receipts sind Zertifikate, die Aktien eines ausländischen Unternehmens verbriefen, um an US-Börsen gehandelt werden zu können, wie z.B. Alibaba, JD, Baidu, tencent & Co. Durch die Ankündigung von Trump gingen die chinesischen Tech-Giganten mit heftigen Verlusten aus dem Handel am Freitag.

Gibt der Ifo-Geschäftsklimaindex wieder Grund zur Hoffnung?

Der Trend einer sich weiter eintrübenden Stimmung bei den deutschen Unternehmen konnte im September erst einmal gestoppt werden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte von 94,3 auf 94,6 Punkte, nachdem er im August noch auf dem tiefsten Stand seit November 2012 gefallen war. Der Ifo-Geschäftsklimaindex zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren der deutschen Wirtschaft, bei dem rund 9.000 Unternehmen nach ihrer Einschätzung zur aktuellen wirtschaftlichen Lage befragt werden.

Dagegen haben sich die neusten PMI-Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone im September eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex des Markit Institut ging von 51,9 auf 50,4 Punkte zurück. Dies stellt den tiefsten Stand seit Anfang des Jahres dar. Von einer Trendwende der Konjunkturlage in Europa kann daher nicht gesprochen werden.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die US-Beschäftigungszahlen am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Powell-Put und die Achterbahn der Ölpreise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (38/2019)

Es bleibt nicht langweilig an den Börsen! Die vergangene Handelswoche wurde von zwei Themen dominiert: die Leitzinssenkung der Fed und die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens wichtigsten Ölanlagen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Ölpreise nehmen Investoren auf eine wilde Reise mit

Es war die wildeste Achterbahnfahrt für die Ölpreise in der jüngsten Vergangenheit. Die Preise stiegen an, fielen wieder und stiegen anschließend am Donnerstag und Freitag moderat wieder an. Grund dafür waren die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens Ölanlagen. In den frühen Morgenstunden des 14. Septembers wurden zwei der wichtigsten Ölanlagen Saudi-Arabiens – Aramcos Abqaiq und Khurais – durch eine Reihe von Drohnenangriffe in Brand gesetzt. Dadurch wird die Ölproduktion zunächst um 5,7 Millionen Barrel pro Tag reduziert.

Der Ölpreis stieg am vergangenen Montag um 14,61 Prozent an. Saudi-Arabien berichtet jedoch, dass die Ölproduktion bis Ende September wieder normalisiert wird. Es ist noch nicht klar, wer für die Angriffe verantwortlich ist, deshalb werden wir (Main Value) uns vorerst nur auf die Fakten beziehen.

Powell kann es Präsident Trump immer noch nicht recht machen

Zum zweiten Mal in Folge hat die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Der Leitzins ist der Zinssatz zu dem sich US-Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren können. Somit liegt der Leitzins in der Spanne zwischen 1,75 bis 2 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell hat sich von seiner aggressiven Haltung gegenüber Zinserhöhungen zu einer vorsichtigen Haltung in wenigen Monaten entwickelt, da sich die finanziellen Bedingungen u.a. aufgrund des Handelskrieges geändert haben.

Präsident Trump schien mit der moderaten Zinssenkung der Notenbank nicht zufrieden zu sein, denn Trump ist der Ansicht, dass die Notenbank die Zinsen auf null oder tiefer senken sollte. Schon zu Zeiten der Finanzkrise 2008 wurde ein Negativzinsszenario ausgeschlossen. Die US-Wirtschaft sei weiterhin „moderat“, so Powell während seiner Rede am vergangenen Mittwoch. Die Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent ist an ihrem tiefsten Punkt seit 50 Jahren.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandprodukts am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Aus FANG wird BANG!? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (29/2019)

Bei Investoren weltweit wächst die Sorge, dass die beliebten FANG-Giganten ihren Höchststand erreicht haben könnten, und damit vielleicht auch der Gesamtmarkt. Die Mega-Cap-Tech-Aktien, die einen Großteil des rekordverdächtigen Bullenmarkts angeführt haben, verlieren langsam aber sicher an Dynamik.

Die sogenannten FANG-Giganten – Facebook, Amazon, Netflix und Googles Muttergesellschaft Alphabet – sind trotz ihres starken Comebacks seit Jahresbeginn während der letzten 12 Monaten nach wie vor überwiegen im Minus (siehe Chart unten). Die zweistellige Performance von Amazon in den letzten 12 Monaten könnte auch dann gefährdet werden, falls der E-Commerce-Riese bei den Quartalsergebnissen nächste Woche enttäuschen sollte.

Die führenden Aktienmärkte beendeten die vergangene Woche etwas leichter (siehe Chart). Die enttäuschenden Quartalszahlen von DAX-Schwergewicht SAP machten dem Gesamtmarkt hierzulande am Donnerstag etwas zu schaffen. Darüber hinaus sorgte die ZEW Beurteilung zur aktuellen Lage in Deutschland ebenfalls für Wirbel. Mit -24,5 Punkten deutet dieser vorauslaufende Stimmungsindikator inzwischen einen recht nachhaltigen Pessimismus bei den Befragungsteilnehmern an.

Über den Atlantik dagegen sorgten US-Großbanken wie JP Morgan, die zum Teil glänzenden Quartalszahlen veröffentlichten, für positive Kurse am Aktienmarkt. Doch der Überraschungskandidat der Woche war Silber. Während Gold eine negative Wochenperformance verzeichnete konnte Silber mit +6,43 Prozent die Woche abschließen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Quartalsergebnisse von Amazon und Alphabet am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Woodstock des Kapitalismus, Warren Buffett & Co. | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (18/2019)

Es ist wieder soweit. Die ganze Welt hört zu! Warren Buffett, das „Orakel von Omaha“, verbrachte den vergangenen Samstag damit, mit Investoren von Berkshire Hathaway sowie dem Rest der Welt auf der Jahreshauptversammlung 2019 in Omaha zu sprechen. Der inzwischen 88-jährige Buffett und sein langjähriger Geschäftspartner und Stellvertreter Charlie Munger nahmen sich 6 Stunden Zeit, um auf die Fragen und Anliegen ihrer Aktionäre einzugehen.

Im ersten Quartal 2019 präsentiert die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway nur glänzende Zahlen: der operative Gewinn stieg im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 5,6 Mrd. USD und der Nettoüberschuss betrug sogar 21,7 Mrd. USD. Im ersten Quartal tätigte Berkshire Aktienrückkäufe im Wert von 1,7 Mrd. USD. Aktionäre fiebern auf weitere kursstützende Aktienrückkäufe, da die Gesellschaft auf liquiden Mitteln von gut 114 Mrd. USD sitzt.

Eine der umstrittensten Fragen, die während der Hauptversammlung gestellt wurde bezog sich auf dem wachsenden Einfluss des Sozialismus in Amerika. Daraufhin antwortete Buffett: „Ich glaube nicht, dass sich das Land im Jahr 2020, 2040 oder 2060 dem Sozialismus zuwenden wird“. Es sei allerdings die Aufgabe einer florierenden kapitalistischen Nation dafür zu sorgen, durch Regulierung, dass niemand zurückgelassen wird.

Am Vergangenen Mittwoch trotzte Jerome Powell, Chairman der amerikanischen Notenbank, der Forderung von Donald Trump nach einer Zinssenkung und hielt die aktuelle Zinspolitik aufrecht – der Leitzins bleibt unverändert zwischen 2,25 und 2,50 Prozent. „Die Fed ist keine politische Institution und ihre Entscheidungen sind nicht von den kurzfristigen Überlegungen der Politik (Donald Trump) abhängig“, betonte Powell während der Pressekonferenz zur Zinsentscheidung.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


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Endrit Çela im Interview mit FondsTrends | Neue ,,Value-Phase“, Fondsgipfel & ESG

Artikel von www.fondstrends.lu | 02.April 2019

Endrit Çela | Relationship Manager, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Aktien-, Immobilien- und Rentenmärkte sind über zehn Jahre hinweg stetig gestiegen und haben ungeahnte Höhen erklommen. Für den Anleger stellen sich zwei entscheidende Fragen, die aktuell im Fokus der Fondsgipfel Roadshow stehen: „Wie investieren nach 10 Jahren Hausse in 2019?“ und „Sind Aktien weiterhin alternativlos?“

FondsTrends sprach mit Endrit Çela, Relationship Manager der Shareholder Value Management AG, über die aktuelle Roadshow und eine womöglich neue „Value-Phase“ an den Märkten.

FondsTrends: Vor einigen Jahren haben Shareholder Value Management AG, DJE Investment S.A. und ACATIS Investment KVG mbH den Fondsgipfel ins Leben gerufen. Drei starke Partner, die sich verbünden. Wie kam es dazu?

Endrit Çela: Die erste gemeinsame Roadshow mit den Gesellschaften DJE und ACATIS startete im Jahr 2016 – ausschlaggebend war die positive Chemie zwischen den befreundeten Value-Investoren. Gemeinsam können wir für unsere Besucher und Kunden eine geballte Expertise von erfahrenen Fondsmanagern anbieten. Für diese Expertise haben die drei Gesellschaften die Auszeichnung „Fondsmanager des Jahres“ erhalten – DJE im Jahr 2006, ACATIS im Jahr 2017 und unser Haus mit Frank Fischer als Fondsmanager im letzten Jahr. Aufgrund der positiven Entwicklung der Roadshows haben wir uns letzten Endes dafür entschieden, eine gemeinsame Plattform – ein Label – für unsere Roadshows aufzubauen. So wurde FONDSGIPFEL erschaffen.

FondsTrends: „Wie investieren nach 10 Jahren Hausse in 2019?“ ist das Thema Ihrer diesjährigen Roadshow, die in der DACH-Region und Luxemburg schon auf Hochtouren läuft. Worauf dürfen sich die Teilnehmer in diesem Jahr freuen?

Endrit Çela: Nach einer jahrelangen Hausse sind die Börsen weltweit in den Korrekturmodus geschwenkt. An der Wall Street wurde Ende letzten Jahres der schlechteste Dezember seit 1931 erlebt. Diese negativen Entwicklungen haben für Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt, weshalb diese nach Orientierung suchen. Sie suchen insbesondere nach sicheren Möglichkeiten, um weiterhin eine nachhaltige Rendite erzielen zu können. Wir, die Shareholder Value Management AG, sind überzeugt, dass an Aktien kein Weg vorbeiführt, ganz nach dem amerikanischen Begriff „TINA“ – „there is no alternative“. Aus diesem Grund dürfen sich die Teilnehmer der diesjährigen FONDSGIPFEL-Veranstaltungsreihe auf die Expertise dreier Gesellschaften freuen, die einen Ausblick auf die aktuelle und zukünftige Kapitalmarktlage sowie intelligente Investitionsmöglichkeiten geben werden.

FondsTrends: Die Investment-Philosophie der Shareholder Value Management AG folgt konsequent dem Gedanken des Value-Investing im Sinne von Benjamin Graham und Warren Buffett. Nachdem die Börsen in Folge der Finanzkrise durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken über Jahre nach oben getrieben wurden, gab es im vergangenen Jahr einen merklichen Bruch. Hat womöglich eine neue „Value-Phase“ an den Märkten begonnen, die aktives Management begünstigt? Wie stellen Sie sich generell für ein schwierigeres Umfeld an den Märkten in den nächsten Jahren auf?

Endrit Çela: Die Shareholder Value Management AG hält an dem bewährten Konzept der antizyklischen Kapitalanlage in unterbewertete Unternehmen fest. Unser Ziel ist der Vermögenserhalt und -zuwachs unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Nach den jüngsten Kapriolen an den Finanzmärkten könnte durchaus eine neue Value-Phase begonnen haben, da viele Unternehmen zu günstigen Preisen zu erwerben sind. Bei fallenden Märkten fallen auch die Aktienkurse der Unternehmen und genau in diesem Zeitpunkt können wir zuschlagen.

Wir sind aufgrund der „politischen Börsen“ und der aktuellen Gemengelage defensiver unterwegs und sichern unsere Positionen am Markt ab. Da die zukünftigen Entwicklungen weltweit nicht abzuschätzen sind, müssen „Schocks“ einkalkuliert werden. Durch einen höheren Kassenbestand und eine geringere Aktienquote muss demnach für eine gewisse Flexibilität gesorgt werden. Diese Flexibilität bietet uns die Chance, bei fallenden Kursen unterbewertete Aktien zu kaufen.

FondsTrends: Das Thema ESG und Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle im Asset Management. Inwiefern reagieren Sie auf diesen Trend? Sehen Sie hier einen Paradigmenwechsel, oder ist das ganze Ihrer Ansicht nach eher eine „Modeerscheinung“?

Endrit Çela: Inzwischen achten immer mehr Anleger auf Nachhaltigkeitskriterien, so sind mehr als 300 Milliarden Euro in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits in diese Mandate investiert. Das Pflänzchen wächst und gedeiht, weshalb wir einen eindeutigen Paradigmenwechsel erkannt haben. Bei unseren beratenen Fonds-Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem Frankfurter – Value Focus Fund und dem Frankfurter Stiftungsfonds werden strenge Nachhaltigkeitskriterien beachtet. Unsere Überzeugung verbietet die Investition in Unternehmen, die ihre Erträge durch Rüstungsgüter, Glücksspiel oder ähnlichem erzielen. Darüber hinaus bleibt das Ziel bestehen, auf Dauer kein Geld zu verlieren und eine mittel- bis langfristige überdurchschnittliche Rendite im Einklang mit sozialen, ökologischen, Governance- und anderen nachhaltigkeitsbezogenen Kriterien zu erzielen. Hinzu kommt, dass die EU-Kommission demnächst die Berücksichtigung von SDG-Kriterien (Sustainable Development Goals) bei Investitionen vorschreiben wird. Mit ihrer Initiative wollen die EU-Länder die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitskriterien vorantreiben, die wir ebenfalls unterschrieben haben.

FondsTrends: Sie kommen ursprünglich aus Michigan. Was schätzen Sie am Arbeiten in Deutschland und was vermissen Sie am meisten, wenn Sie an Ihre alte Heimat denken?

Endrit Çela: In den USA sind Investitionen in die Aktienmärkte selbstverständlich, weshalb ich mit 16 meine erste Aktie gekauft habe. Mein Portfolio sollte Aktien von Unternehmen beinhalten, deren Produkte in meinem Alltag nicht wegzudenken waren. Damals habe ich beispielsweise Aktien von Microsoft gekauft. Umso mehr freue ich mich, mein Wissen und meine Begeisterung über die Aktienmärkte durch meine Tätigkeit bei der Shareholder Value Management AG weitergeben zu können.

Ich habe in Michigan jahrelang professionell American Football gespielt sowie Powerlifting und Leichtathletik betrieben. Trotz der „competitive atmosphere“ sind dort starke Freundschaften entstanden, welche mir heute am meisten fehlen. Doch viele meiner guten Freunde besuchen mich regelmäßig und sind von Deutschland und Europa begeistert.

FondsTrends: Herr Çela, wir danken Ihnen für das interessante Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg – sowohl für den Fondsgipfel als auch die Shareholder Value Management AG!

Endrit Çela ist Relationship Manager der Shareholder Value Management AG. Seine frühe Kindheit verbrachte er in Albanien. Gemeinsam mit seiner Familie wanderte er im Alter von neun Jahren nach Michigan, USA aus und beendete dort seine sportliche und schulische Laufbahn. Seit elf Jahren lebt er in Deutschland. Hier absolvierte er sein Studium der Politikwissenschaften und wagte den erfolgreichen Quereinstieg in die Investmentwelt.





Lege nicht alle Eier in einen Korb | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (16/2019)

Die goldene Regel der Kapitalanlage lautet: Lege nicht alle Eier in einen Korb. Wer ein Teil seiner bunten Eier dieses Jahr in China versteckt hat, der konnte sicherlich ein fröhliches Osterfest feiern. Der chinesische Leitindex CSI 300 hat seit Jahresbeginn eine Performance von 36,87 Prozent erzielt.

Falls Sie daran zweifeln, ob die monetären und fiskalischen Konjunkturmaßnahmen in China Wirkung zeigen würden, dann dürften die jüngst veröffentlichten Daten von März diese Bedenken ausräumen. Das Konjunkturprogramm hat die chinesische Wirtschaft tatsächlich angekurbelt – zumindest für den Augenblick. Chinas BIP-Wachstum war im ersten Quartal besser als erwartet und entsprach dem Wachstum des Vorquartals (6,4 Prozent). Die chinesische Wirtschaft hat sich nun wieder stabilisiert, nachdem sie im letzten Jahr durch den Handelskonflikt einiges einbüßen musste.

Auf der anderen Seite des Osternests zeigt die US-Wirtschaft erste Anzeichen einer möglichen Abkühlung. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen und die Baubeginne in den USA hat sich im März entgegen den Erwartungen abgeschwächt (-0,3 Prozent) – Experten sind von einer Zunahme um 4,1 Prozent ausgegangen. Im Februar ist die Zahl der Baubeginne im Vergleich zum Vormonat um 12 Prozent gefallen – doch die amerikanischen Aktienmärkte lassen sich nicht von der schwächelnden Bautätigkeit abhalten.

Der Online-Videodienst-Gigant Netflix hat am vergangenen Dienstag die Zahlen für das erste Quartal 2019 veröffentlicht. Das abgelaufene Quartal war besser als erwartet: in den vergangenen drei Monaten stieg die Abonnentenzahl um 9,6 Millionen auf 149,9 Millionen – ein neuer Quartals-Rekord in der Netflix-Erfolgsgeschichte. Auch der Umsatz legte gegenüber dem Vergleichszeitraum um 22 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu, der Nettogewinn erhöhte sich um 19 Prozent auf 344 Millionen Dollar. Damit übertraf Netflix klar die Erwartungen der Analysten und gibt sich unbeeindruckt vom verschärften Wettbewerb. Denn erst vor wenigen Tagen kündigte Walt Disney seine eigene Videoplattform „Disney+“ an, die im Herbst starten soll. In der kommenden Woche werden weitere US-Tech Giganten Ihre Quartalszahlen vorliegen: Facebook (24. April), Microsoft (24. April) Amazon (25. April).

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen