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Auge um Auge | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (02/2020)

Auge um Auge und die Welt wird blind. Seit unserem letzten Wochenrückblick sieht die Welt nun wieder anders aus. Für Außenstehende ähnelt die Entwicklung an den Aktienmärkten und der Politik einer Achterbahnfahrt vom Feinsten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Auge um Auge, Zahn um Zahn! Und jetzt sind wir quitt?!

Ganz nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ bzw. dem Täter Gleiches mit Gleichem heimzuzahlen, hat der Iran am vergangenen Dienstag aus Vergeltung für die Ermordung seines Generals Qasem Soleimani zwei US-Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Die Angst vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten belastete die Aktienmärkte weltweit. Der Ölpreis dagegen schoss nach oben und näherte sich der magischen Marke von 70 USD je Barrel Brent – was sehr gewöhnlich ist, wenn ein Krieg droht.

Doch wie gewöhnlich kam alles anders als erwartet. Die ganze Welt hielt den Atem bis zur Rede von US-Präsident Trump am vergangenen Mittwoch an. Bei dem Angriff sind keine US-Soldaten ums Leben gekommen und nur minimale Schäden sind an den US-Militärstützpunkten entstanden. Trump möchte daher keine weiteren Eskalationen mit dem Iran verursachen. In seiner Rede am Mittwoch bittet er allerdings die NATO um mehr Unterstützung im Nahen Osten.

Die Bullen bleiben am Drücker – Risk On!

Der Krieg ist abgesagt worden! Die Aktienmärkte gehen wieder ins Rennen – also Risk On! Der DAX ist auf Rekordjagd und die amerikanischen Börsen kennen nur eine Richtung und zwar steil nach oben! Getrieben von Tesla, Facebook und Apple erreicht der NASDAQ 100 wieder mal einen neuen Höchststand und nähert sich dee Marke von 9.000 Punkten. Auch der deutsche Leitindex DAX nähert sich einem neuen Höchststand. Die vergangene Woche konnte er mit 2 Prozent positiver Performance abschließen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Verbrauchervertrauen-Zahlen von Reuters/Uni Michigan am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Angst, die Gier und das Risiko | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






USA vs. Iran: Eskalation erreicht neue Stufe | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (01/2020)

Das Jahr 2019 liegt endgültig hinter uns. Die Themen, die uns im vergangenen Jahr ‚Freude‘ bereitet haben werden uns auch im neuen Jahr weiterhin begleiten. Falls die bisherigen politischen Ereignisse zu langweilig waren dürfte die jüngste Eskalation zwischen den USA und dem Iran für genug Aufregung sorgen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Trump macht ernst und der Iran droht mit Konsequenzen

Nach der Ermordung des iranischen Generals Quasem Soleimani hat der jahrzehntelange Konflikt zwischen dem Iran und den USA eine neue Stufe erreicht. Der heutige anhaltende Konflikt zwischen den beiden Ländern geht auf das Jahr 1979 zurück, als die US-Botschaft während der iranischen Revolution von Demonstranten beschlagnahmt wurde. 52 Amerikaner wurden insgesamt 444 Tage lang als Geiseln gehalten. Die Spannungen stiegen 1988 an, als ein US-amerikanisches Kriegsschiff einen Flug der Iran Air abgeschossen hat und alle 290 Menschen an Bord tötete – der Airbus A300 sei fälschlicherweise für ein Kampfflugzeug gehalten worden. Seit Anfang der 2000er Jahre hat der Iran stets angedeutet, dass er Nuklearanlagen einschließlich einer Urananreicherungsanlage entwickelt, was immer wieder für Spannungen gesorgt hat.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani warnte, dass die Amerikaner Konsequenzen für die Tötung Soleimanis “nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahren” zu befürchten hätten. Trump sagte am Freitag, er habe den Tod von Soleimani, einem der mächtigsten Männer Irans, angeordnet, um einen Krieg zu verhindern, nicht um einen zu beginnen. Offensichtlich hat der US-Präsident sein Ziel verfehlt. Nun stellen wir uns die Frage was sein Ziel wirklich war? Noch vor den kommenden Präsidentschaftswahlen im November öffnet Trump eine weitere Baustelle und schickt die Märkte auf Talfahrt.

Die gute Nachricht: der Ölpreis katapultiert nach oben

Die magische Marke der 70 US-Dollar je Barrel Brent könnte bald nach oben durchbrechen. Was die Ölpreise weiter nach oben katapultieren könnte, ist eine weitere Verschärfung der Eskalationsstufe zwischen den USA und dem Iran. Allein am vergangenen Freitag, nach der Ermordung von Soleimani, stiegt der Rohöl-Preis (Brent Crude) um 4,42 Prozent an. Außerdem hat der Iran in der Vergangenheit immer wieder damit gedroht, die strategisch wichtige Straße von Hormus abzuriegeln. Durch diese Meeresenge werden täglich allein ca. 20% der weltweiten Tagesproduktion verschifft. Es könnte damit eine Spirale ausgelöst werden, die das Potential hat die Ölpreise kräftig anzutreiben.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Beschäftigungszahlen aus den USA am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das war das Jahr 2019! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (52/2019)

Ein ereignisvolles Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Doch genau vor einem Jahr beendete US-Zentralbank Präsident Jerome Powell die Party an den Börsen. Nach vielen Jahren Hausse war die Euphorie und Partystimmung im Keller – zumindest dem Anschein nach. Über das laufende Jahr 2019 sind wir eines Besseren belehrt worden. Die Aktienmärkte haben den Knick aus dem Dezember 2018 wieder schnell ausgebügelt und konnten, vor allem in den USA, neue Höhen erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was 2019 die Märkte bewegte.

Jerome Powell zündete noch einmal die Kerzen an

Bereits im Januar konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, als er von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nahm. Die kulante Politik der Fed trug zur guten Partystimmung an den Börsen bei. Allein im Januar konnte der NASDAQ 100 9,11 Prozent zulegen – die Bullen sind vom Schönheitsschlaf wieder aufgeweckt worden. Insgesamt konnte der NASDAQ 100 über das laufende Jahr 38,56 Prozent (per 27.12.2019) Performance erzielen.

Erst als das Thema der Liquidität bzw. Bilanzabkürzung der US-Notenbank vom Tisch war kannten die Aktienmärkte nur noch eine Richtung – und zwar nach oben!  Auch wenn die Fed ihre jüngsten Maßnahmen nicht als Quantitative-Easing (Lockerung der Geldpolitik) bezeichnen möchte: Tatsache ist, dass die Bilanz der Zentralbank seit dem 28. August 2019 um mehr als 400 Milliarden USD ausgeweitet worden ist (siehe Chart 1). Der NASDAQ 100 hat in diesem Zeitraum 15,59 Prozent zulegen können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Aktienmärkte von Liquidität getrieben werden. Falls genug Liquidität vorhanden bleibt, könnte auch das kommende Jahr für eine positive Überraschung sorgen.

Politische Börsen werden immer relevanter – auch wenn sie nicht relevant sind

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2019, ähnlich wie das Jahr 2018, an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Das ganze Jahr über wurden die Börsen von zwei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits und der Geist des Handelskrieges. Im Laufe des vierten Quartals 2019 haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind:

  • Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen. Für die Aktienmärkte waren das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Im kommenden Jahr dürfte der Brexit, nach langer Verzögerung, endlich stattfinden.
  • In Sachen Handelskrieg haben sich die USA und China auf ein Abkommen der ersten Phase geeinigt. Die geplanten US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren wurden zunächst einmal verschoben. Die chinesische Regierung kündigte ebenso an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen, die immer relevanter werden, auch wenn sie nicht relevant sind, nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf das kommende Jahr und vor allem auf die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblicke.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Der Wahnsinn geht weiter! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (51/2019)

Neue Höchststände in den USA! Die Rallye geht weiter! Die deutsche Industrie bleibt über das ganze Jahr 2019 in der Rezession! Das Impeachment-Verfahren gegen US-Präsident Trump wurde am Mittwochabend offiziell eröffnet! Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die deutsche Industrie bleibt weiter in der Rezession

Am vergangenen Montag (16.12.19) wurden die deutschen Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Im Vergleich zum Vormonat fiel das verarbeitende Gewerbe von 44,1 auf 43,4 Punkte zurück. Seit Anfang des Jahres befindet sich der Einkaufsmanagerindex unter einem Wert von 50 Punkten, was eine Kontraktion der deutschen Industrie darstellt. Doch insgesamt schrumpft die Bedeutung der Industrie in Deutschland. Der Industriesektor macht nur noch 30 Prozent des BIP aus.

Der Servicesektor schlägt sich hingegen weiter wacker. Hier liefen die Geschäfte sogar besser und der Ausblick hellte sich weiter auf. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Dienstleistungssektor von 51,7 auf 52 Punkte an. Allerdings deutet die schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt darauf hin, dass es mit dem Aufschwung bei den Dienstleistern im neuen Jahr eher schleppend vorangehen könnte, so Phil Smith von IHS Markit, das Daten- und Informationsdienste für eine Vielzahl von Branchen wie die Automobilindustrie, Energieversorgung, Finanzdienstleistungen, Rüstungsindustrie und Schifffahrt anbietet.

Donald Trump muss sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen

US-Präsident Donald Trump wird wegen Machtmissbrauch und Behinderung der Ermittlungen des Kongresses angeklagt. Am vergangenen Mittwochabend wurde das Impeachment-Verfahren eröffnet. Das mit der Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus beschlossene Impeachment-Verfahren gegen ihn sei ohne Grundlage, sagte Trump vor einer Studentenvereinigung in Florida.

Das Verfahren findet vor dem US-Senat statt. Im Senat verfügen die Republikaner von Trump über die Mehrheit. Ein Schuldspruch Trumps erfordert eine 2/3 Mehrheit im Senat. Es gilt als so gut wie sicher, dass US-Präsident Trump nicht verurteilt wird. Noch ist unklar, wann das Impeachment-Verfahren in den Senat kommt.

Das Team von Main Value wünscht Ihnen und Ihrer Familie frohe Weihnachten und für 2020 Gesundheit, Freude und Erfolg im Geschäftlichen wie im Privaten. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Definitiv Warren Buffett | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Im aktuellen Interview mit rendite, das Anlagemagazin der Börsen-Zeitung berichtet Frank Fischer, einer der erfolgreichsten Value Investoren Deutschlands, über seine ersten Erfahrungen mit Aktien und Geld.

Herr Fischer, wann und womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Ich habe mit sieben Jahren an der Endhaltestelle der Linie 23 in Frankfurt selbstgemalte Bilder verkauft, was meinem Vater äußerst unangenehm war.

Wofür haben Sie es ausgegeben?
Damit konnte ich mir dann selbst ein Gokart kaufen.

Was war Ihr erstes Investment an den Märkten?
Natürlich eine Aktie, lustigerweise ein Large Cap, und zwar BASF.

Was war Ihr erfolgreichstes Investment?
Ich denke, das war die Secunet. Wir sind bis heute investiert und nach wie vor überzeugt von dieser Firma.

An welches Fehlinvestment erinnern Sie sich?
Ehrlich gesagt gibt es da leider einige. Eines davon war Rosenthal Porzellan, denn das hat mir privat richtig wehgetan, denn es sah eigentlich zu sicher aus.

Treffen Sie Ihre private Anlageentscheidungen allein, oder beraten Sie sich mit jemandem?
Anlageentscheidungen treffe ich selbst, sonst hat meine Frau in vielen Dingen die Hosen an!

Gibt es eine bestimmte Anlagestrategie, die Sie verfolgen?
Wir sind Value-Investoren. Wir versuchen, den realen wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Wenn der Preis für das Unternehmen an der Börse unter dem von uns ermittelten Wert liegt, prüfen wir anhand unserer Kriterien, ob sich ein Investment lohnt.

Welche Kennzahlen sind für Sie wichtig, wenn Sie sich ein Wertpapier näher anschauen?
Zu den Kennzahlen, die wir uns zunächst anschauen gehören, die Cash-flows und der Total Shareholder Return, also was dem Aktionär schließlich zufließt. Daneben gibt es ein paar Kriterien, die für uns wichtig sind. Der Kurs der Aktie sollte eine Sicherheitsmarge bieten, wir wollen höchstens 60 Cent für einen Euro zahlen. Das Unternehmen sollte eigentümergeführt sein und über strukturelle Wettbewerbsvorteile verfügen. Das können zum Beispiel Patente oder Kostenvorteile sein.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit beim Investieren?
Das Thema ist für uns sehr wichtig und hat unterschiedliche Facetten. Zum einen ist uns eine gute Corporate Governance sehr wichtig. Gut geführte, inhabergeführte Unternehmen sind nachhaltiger ausgerichtet als Firmen mit einem externen Manager. Daneben wollen wir bestimmte Themen wie Umweltverschmutzung oder Kinderarbeit nicht unterstützen.

Haben Sie bei der Geldanlage ein Vorbild?
Definitiv Warren Buffett. Er hat das Value Investing weiterentwickelt. Gleichzeitig ist er bei vielen ethischen, philosophischen und Governance-Themen ein Vorbild. Eines unser wichtigsten Auswahlkriterien für ein Unternehmen ist, dass das Management „skin in the game“ hat, also signifikant am Unternehmen beteiligt ist. Dieses Kriterium geht auf Warren Buffett zurück.

Ihr Motto beim Investieren lautet?
Als Value Investor braucht man Sitzfleisch und Demut vor den Märkten.

Welches Buch sollten Anleger gelesen haben?
„The intelligent investor“ von Benjamin Graham. Einfacher ist aber „Buffettology“ von Mary Buffett.

Welches Wertpapier oder welche Assetklasse würden Sie auf Jahressicht empfehlen?
Anleger haben angesichts der niedrigen Zinsen eigentlich keine Wahl, als in Aktien zu investieren. Zwar sind die Konjunkturerwartungen im Moment in einigen Bereichen sehr schwach, gleichzeitig schiebt aber die ansteigende Liquidität die Börsen an. Hinzu kommt, dass die ersten konjunkturellen Indikatoren sich wieder aufhellen. Wenn wir jetzt noch eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sehen, kann das der Börse weitere Impulse geben.

Sie haben eine Million Euro und müssen diese mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren investieren. Wie würden Sie das Geld anlegen bzw. aufteilen?
Immer zu 100 % in Aktien. Besser noch mit Sicherheitsmarge und konzentriert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben. Als Privatinvestor kann man natürlich auch über mehrere Aktienfonds streuen.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






Die Börsengespenster 2019 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (50/2019)

Das ganze Jahr über wurden die Börsen von drei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits, der Geist des Handelskrieges und der Geist der Zinspolitik in den USA. Im Laufe der vergangenen Woche haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind – einer nach dem anderen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Gespenst des Brexits

Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen und Boris Johnson steht im Mittelpunkt. Jetzt dürfte in Sachen Brexit nichts mehr im Weg stehen, denn mit einer Mehrheit im Unterhaus ist der parlamentarische Widerstand höchst unwahrscheinlich.

Für die Aktienmärkte sind das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der europäischen Union. Das Restrisiko eines harten Brexits bzw. eines unregulierten Austritts ist nunmehr vom Tisch. Jetzt müssen das Vereinigte Königreich und die EU ihre Wirtschaftsbeziehungen neu verhandeln. Das Gespenst des Brexits dürfte uns im kommenden Jahr nicht mehr begleiten.

Der Geist des Handelskrieges

Die USA und China haben gesagt, dass sie sich auf ein Abkommen der ersten Phase einigen wollen. US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren, die für heute (Sonntag, 15.12.2019) geplant waren, wurden zunächst einmal verschoben. Im Rahmen der ersten Phase des Abkommens werden die USA die bereits bestehenden Zölle gegen chinesische Produkte senken. Die chinesische Regierung kündigte heute an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, dass China sich im Rahmen des Abkommens vom Freitag verpflichtet hat, in den nächsten zwei Jahren 40 Milliarden US-Dollar an amerikanischen Agrarprodukten zu kaufen. Er sagte, China habe auch versprochen, seine langjährige Praxis des Drucks auf Unternehmen zu beenden, ihre Technologie als Voraussetzung für den Marktzugang zu übergeben. Der Geist des Handelskrieges, zumindest was die erste Phase angeht, dürfte unseren Schlaf nicht mehr rauben.

Der Geist der Zinspolitik in den USA

Die Aktienmärkte schlossen am vergangenen Mittwoch etwas freundlicher, nachdem die US-Notenbank darauf hinwies, dass sie die Zinsen im Jahr 2020 wahrscheinlich nicht anheben wird, was die Befürchtung der Anleger beseitigt, dass sie einen Fehler vom vergangenen Jahr wiederholen würden. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sagte in einer Pressekonferenz, die Zentralbank müsse einen anhaltenden Anstieg der Inflation sehen, bevor sie die Zinsen wieder anheben könne.

Die Inflation ist in den Vereinigten Staaten, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), im November von 1,8 auf 2,1 Prozent pro Jahr gestiegen und lag über der Markterwartung von 2 Prozent, wie die vom United States (US) Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch veröffentlichten Monatsdaten zeigen. Ob wir einen nachhaltigen Anstieg der Inflation in den USA sehen bleibt die Schlüsselfrage für das kommende Jahr!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Kaufrausch trotz Pessimismus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (49/2019)

Der Kaufrausch der US-Konsumenten erreicht neue Höhen. Auf der anderen Seite weist der ISM-Einkaufsmanagerindex auch im November auf eine schrumpfende US-Industrie hin. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Frohen Black Friday! Alles Gute zum Cyber Monday!

Man könnte behaupten, dass Black Friday und Cyber Monday zu Amerikas ‚Lieblingsfesten‘ geworden sind. Mit der bevorstehenden Weihnachtszeit haben viele Amerikaner ihre Weihnachtsgeschenke an diesen beiden Tagen bereits gekauft.

Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Adobe Analytics wurden in diesem Jahr neue Rekordumsätze erzielt. Am Black Friday wurden insgesamt 7,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt, was dem größten Verkaufstag aller Zeiten für den Black Friday entspricht. Am Cyber Monday wurden insgesamt Online-Bestellungen über 9,4 Milliarden US-Dollar aufgegeben, 1,5 Milliarden mehr als im Vorjahr.

Wenn wir einen Blick nach China werfen, sehen wir noch viel Luft nach oben. Allein am ‚Singles‘ Day‘, das chinesische Pendant zu Black Friday und Cyber Monday, hat der Amazon-Rivale Alibaba 38,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt.

Die US-Einkaufsmanager zeigen sich ‚noch‘ pessimistisch

Aus den USA kamen am vergangen Montag Konjunkturdaten, die erneut unter den Erwartungen der Analysten lagen. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ging auf 48,1 Punkte zurück und lag damit deutlich unter den Erwartungen von 49,2 Punkten am Markt. Mit einem Indexwert von unter 50 Punkten signalisiert der Index, dass die US-Industrie schrumpft. Seit August 2019 befindet sich die US-Industrie im ‚Schrumpfmodus‘.

Der Welthandel bleibt das wichtigste branchenübergreifende Thema. Der fortgeschrittene Handelskrieg zwischen den USA und China bereitet den verarbeitenden Sektoren der USA Bauschmerzen. Von den 18 verarbeitenden Industrien verzeichneten nur fünf im November ein Wachstum: Bekleidung, Lebensmittel, Papierprodukte, Elektronikprodukte und sonstige Herstellung. Die restlichen 13 Branchen meldeten einen Rückgang, u.a.: Holzprodukte, Möbel, Textilfabriken, Transportrüstung, Maschinen und chemische Produkte. Ein baldiges Abkommen zwischen den Handelsgiganten könnte die Weltwirtschaft nach vorne katapultieren. Noch müssen wir uns gedulden!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Hin und Her der Politik | Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski, November 2019

Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski | Leiter Research und stellvertretender Leiter Portfoliomanagement und Handel, AMF Capital AG | www.amf-capital.de

Das Hin und Her der Politik

Seit einiger Zeit wird die Europäische Wirtschaft vom Handelskonflikt zwischen China und den USA belastet. Zudem trägt das Hin und Her rund um den Brexit zur Unsicherheit bei. Es ist daher verständlich, dass die Unternehmen bei ihren Investitionen gehemmt sind. Sie bekommen kein klares Bild von der Politik vorgegeben und können daher nicht beurteilen wo die Reise der wirtschaftlichen Entwicklung hingen wird.

Im Handelsstreit heißt es einmal die Zölle werden erhöht, dann  man sei einer Lösung ganz nah, nur um ein paar Tage später zu verkünden, dass man doch nur über eine Verschiebung nachdenke. Und somit kann das ganze Spiel wieder von vorne beginnen. Wie soll ein Unternehmen bei diesem ganzen Hin und Her denn nun wissen wie es sich für die Zukunft positionieren soll? Für ein Unternehmen gibt es kein größeres Problem als die Unsicherheit, denn dadurch sind die Wachstumsaussichten und die damit verbundene Planung der Investitionen extrem schwer zu kalkulieren. Es ist daher kein Wunder das sich die Konjunkturindikatoren in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt haben.

Auch zu Weihnachten werden wir uns wohl über kein Geschenk unter dem Baum freuen können, in dem eine endgültige Lösung für den Handelsstreit enthalten ist. Allerdings geht der Präsidentschaftswahlkampf im neuen Jahr in die heiße Phase und was würden die vielen negativen Schlagzeilen rund um Donald Trump und seinem Amtsenthebungsverfahren eher verblassen lassen, als wenn er einen großartigen Deal für Amerika mit China verkünden könnte.

Ob dieser Deal am Ende wirklich so großartig ist oder einfach nur dazu dient mit erhobenen Haupt davon zuschreiten ist ein andere Frage. Aber mit einem Deal könnte er endlich wieder einen benötigen Sieg präsentieren, welcher ihm wichtige Stimmen für die Wiederwahl bringen könnte. Mit diesem Deal könnte dann auch endlich der Teufelskreis für die Europäischen Exporttitel durchbrochen werden. Die Unternehmen hätten ihre Planungssicherheit zurück und das Umfeld von nicht existenten Zinsen würde den besten Boden liefern, um ihre Projekte zum Nulltarif zu finanzieren.

Wir durchschreiten daher im Moment das Tal der Tränen, allerdings deutet nicht viel darauf hin, dass am Ende des Tals eine Schlucht auf uns wartet. Es scheint vielmehr so, als das die Wirtschaft sich im kommenden Jahr stabilisieren dürfte.

Konjunkturdaten

In Deutschland stieg das BIP im dritten Quartal um +0,1% (VQ: -0,1%; [e]: -0,1%) an, womit man hauch zart einer technischen Rezession (davon wird gesprochen wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal nicht wächst oder einen Rückgang verzeichnet) entgangen ist.

Nachdem der ZEW-Index im Oktober noch deutlich schwächer ausgefallen war, konnte sich der Index im November wieder erholen. Wie das ZEW-Institut mitteilte, kletterte das Barometer auf -2,1 Punkte (Vm: -22,8 Punkte; [e]: -14,8 Punkte) an. Damit schauen die befragten Analysten nicht mehr ganz so negativ in die Zukunft wie in den beiden Vormonaten. Grund dafür waren die besseren Aussichten für einen geregelten Brexit sowie die Verschiebung von US-Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU.

Aber auch die neusten Umfrageergebnisse des Wirtschafsforschungsinstituts Ifo zeigen, dass die deutschen Unternehmen wieder etwas positiver für die Zukunft gestimmt sind. Bei der Umfrage des Münchner Institut unter 9.000 Unternehmen, kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex für November auf 95,0 Punkte (Vm: 94,7 Punkte; [e]: 95,0 Punkte) an. Der Teilindex für die aktuelle Lage ging hingegen auf 97,9 Punkten (Vm: 97,8 Punkte; [e]: 97,9 Punkte) leicht zurück.

Dass der Handelsstreit zwischen China und den USA die Weltwirtschaft belastet zeigt sich besonders deutlich an den Exportzahlen in Japan. Hier kam es bei den Ausfuhren zu dem elften Rückgang in Folge. Im Oktober lag der Rückgang bei -9,2% (Vm: -5,2%; [e]: -7,5%). Durch den Handelsstreik kamen die japanischen Exporte besonders bei den asiatischen Handelspartnern ins stocken.

In den USA scheint hingegen das schlimmste überstanden zu sein. Hier fielen die Daten zur US-Wirtschaft besser aus als im Vorfeld erwartet worden war. Der PMI Composite konnte im November auf 51,9 Punkte (Vm: 50,9 Punkte) deutlich zulegen.

Auch das von der Universität von Michigan publizierte US-Verbrauchervertrauen stieg im November auf 96,8 Punkten (Vm: 95,7 Punkten; [e]: 95,7 Punkte) deutlich an.

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski.






Aktienmärkte auf Rekordjagd | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (48/2019)

Eine weniger spannende, jedoch freundliche Handelswoche ist nun zu Ende. Nach der kurzen Atempause der vorletzten Woche sind die Aktienmärkte wieder auf Rekordjagd. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Klimawandel der Konjunktur(erwartungen)

Nach der langen Abkühlung scheint die Konjunktur sich wieder aufzuwärmen. Die deutschen Manager zeigen sich etwas optimistischer was die Konjunktur hierzulande betrifft. Damit ist der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland gemeint. Der Geschäftsklimaindex des Leibnizer-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes und gilt deshalb als der wichtigste Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Der Indexwert legte im November um 0,3 Punkte zu auf 95,0 Zähler, wie das Münchener Institut am vergangenen Montag bekanntgegeben hat. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die zuletzt leicht entspannte Stimmung in Sachen Handelskrieg, aber auch die spürbar gesunkene Wahrscheinlichkeit eines unregulierten (hard) Brexit sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Trendwende nachhaltig bleibt.

Die Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordniveau in Deutschland

Trotz der konjunkturellen Schwäche in Deutschland lag die Zahl der Arbeitslosen im November auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Grund dafür dürfte die steigende Tendenz zur Kurzarbeit sein. Laut Bundesagentur für Arbeit legte die Anzahl der Menschen in Kurzarbeit auf 59.000 Personen um 18 Prozent zu – zusätzlich sind für weitere 49.000 Menschen Anträge gestellt worden. Auch wenn die Arbeitslosenquote gesunken ist, müsste man sich um die Qualität und die Bezahlung dieser Jobs Gedanken machen.

GDP in den USA übertrifft Erwartungen

Die US-Wirtschaft wuchs im Sommer mit einer moderaten Rate von 2,1 Prozent etwas schneller als von Volkswirten erwartet. Viele Experten sagen jedoch weiterhin, dass sich das Wachstum im laufenden Quartal stark verlangsamen sollte, vor allem, weil der Handelskrieg zwischen den USA und China die Unternehmen dazu veranlasst hat, Investitionen und Lagerbestände zu reduzieren. Dennoch wird erwartet, dass die sogenannte „holiday shopping season“ angesichts des soliden Beschäftigungswachstums und der Konsumausgaben relativ gesund sein wird.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin Lagarde am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen