Die Helden der Notenbanken | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (25/2019)

In diesem Umfeld gilt: je schlechter die Wirtschaftsnachrichten, desto höher steigen die Aktienmärkte. Dafür sorgen die Helden der Notenbanken! Dies- und jenseits des Atlantiks haben unsere Helden die Türen für noch mehr billiges Geld weit geöffnet.

Die Europäische Zentralbank EZB und die amerikanische Notenbank Fed haben für einige Bewegungen in den Märkten gesorgt – u.a. beim Goldpreis, welcher vergangene Woche erstmals seit Anfang September 2013 wieder über die Marke von 1.400 USD geklettert ist. Auch die Aktienmärkte ließen sich von der Notenbankpolitik begeistern. Der S&P 500 ist am vergangenen Donnerstag mit 2.954 Punkten bereits auf ein neues Allzeithoch gesprungen. Die Aktienmärkte sind gestiegen und gleichzeitig die Gold- und Silberpreise, was eher ungewöhnlich ist.

Fangen wir zuerst mit den schlechten Nachrichten an. Der US-Einkaufsmanagerindex (PMI) ist Anfang Juni auf einen Wert von 50,1 gesunken, der niedrigste Stand seit September 2009. Das verarbeitende Gewerbe macht mehr als 12 Prozent der US-Wirtschaft aus und zählt somit zu den führenden Wirtschaftsindikatoren. Nach Angaben von Unternehmen, die auf den Empire State Manufacturing Survey von Juni 2019 reagierten, nahm die Geschäftstätigkeit im Bundesstaat New York eine deutliche Abwärtsbewegung an. Der Leitindex sank um 26 Punkte und verzeichnete damit den größten monatlichen Rückgang seit Bestehen auf -8,6 Punkte.

Bei uns in Deutschland brachen die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten zusammen. Der zweite Rückgang der ZEW-Erwartungen in Folge ist auf die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China zurückzuführen. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) brach um 19 Punkte auf minus 21,1 Zähler ein.

Und nun zu den guten Nachrichten – die Helden der Notenbanken haben eine Lösung. Mario Draghi, Präsident der EZB bereitet sich darauf vor, die Zinsen erneut zu senken und eine neue Runde von Quantitative Easing bzw. Anleihekäufen einzuleiten, bevor er im Herbst die Europäische Zentralbank verlässt, um die Wirtschaft der Eurozone anzukurbeln und die wachsende globale Unsicherheit über den Handel zu bekämpfen. Jenseits des Atlantiks hat sich das Argument für eine Zinssenkung verstärkt. Die Federal Reserve Bank hat am vergangenen Mittwoch beschlossen die Zinsen konstant zu halten und gleichzeitig die Aussicht auf zwei mögliche Zinssenkungen in diesem Jahr zu erhöhen. Der Patient, in unserem Fall die Wirtschaft, ist noch nicht geheilt. Die Ärzte bzw. die Notenbank-Helden müssen erneut Erste Hilfe leisten, um die Wirtschaft wiederzubeleben.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den G-20 Gipfel in Osaka, Japan. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen