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Anschnallen – es wird eine holprige Fahrt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (43/2020)

Nach drei aufeinanderfolgenden Wochen positiver Performance gab der S&P 500 in der vergangenen Woche leicht nach. Der Nachrichtenfluss wurde von den Schlagzeilen rund um die Verhandlungen über eine weitere Runde von Konjunkturmaßnahmen aus Washington dominiert. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Wer die Wahl gewinnt ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft ist noch wichtiger

Die volle Aufmerksamkeit der Welt ist auf das Rennen um das Oval Office gerichtet, das am 3. November 2020 bevorsteht, aber die Aktienmärkte orientieren sich an den Ergebnissen der Verhandlungen über eine weitere Runde von Fiskalmaßnahmen aus Washington. Die Märkte stiegen aufgrund von Anzeichen für einen parteiischen Kompromiss und gaben nach, sobald die Nachricht von einer erneuten Pattsituation bekannt wurde.

Die Tatsache, dass die Marktbewegungen stärker von den Aussichten auf fiskalische Stimuli als von der bevorstehenden Wahl beeinflusst wurden, signalisiert eines: Diese Wahl ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft und die Unternehmensgewinne werden nach dem Abklingen des Wahlrausches ein stärkerer und dauerhafterer Motor für die Wirtschaft sein.

Der Bärenmarkt verwandelt sich in einen Bullenmarkt

Der 23. März war das Bärenmarkttief der Pandemie, mit dem schnellsten Rückgang in der Geschichte von Rekordhochs bis zur Bodenbildung. Der S&P 500 fiel in etwas mehr als einem Monat um 35% und löste die erste Baisse seit mehr als einem Jahrzehnt aus.

Der Rückgang war schwer und erschütternd, aber Disziplin und Perspektive wurden belohnt, da der 23. März den Wendepunkt am Aktienmarkt darstellte. Die US-Aktienmärkte sind auf neue Höchststände zurückgekehrt, darunter eine 60%ige Rallye von Ende März bis Anfang September, einer der kräftigsten Starts einer Markterholung in der Geschichte.

Schwarzer Montag legt die Messlatte für die Volatilität fest

Letzte Woche war der 33. Jahrestag des so genannten “Schwarzen Montags”. Am 19. Oktober 1987 fiel der Dow Jones Industrial Average um 23% (damals 508 Punkte), der größte Ein-Tages-Rückgang für den Aktienmarkt. Der zweitgrößte Rückgang der Börsengeschichte erfolgte dieses Jahr, als der Dow Jones am 16. März um 13% (2.997 Punkte) fiel.

Der Schwarze Montag ist eine gute Erinnerung daran, warum es wichtig ist, nicht in Panik zu geraten oder seine Strategie aufzugeben, wenn die täglichen Rückgänge extreme Ausmaße annehmen. Der Dow hatte zwei Tage nach dem Schwarzen Montag seinen achtstärksten Tag in der Geschichte (Anstieg um 10% am 21.10.) und Anfang dieses Jahres seinen viertbesten Tag in der Geschichte, mit einem Anstieg von mehr als 11% am 24. März 2020. In diesem Sinne sollten sie sich lieber anschnallen, aber auf keinen Fall aussteigen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Börse: das Tauziehen geht weiter | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (42/2020)

An den Börsen geht das Tauziehen zwischen den Bullen & Bären weiter. Die Hoffnung auf ein weiteres Konjunkturpaket in den USA ließ die Börsen letzte Woche positiv abschließen. Die europäischen Aktienmärkte hingegen schlossen aufgrund der starksteigenden Covid-19-Fälle leicht negativ. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Bullen vs. Bären

Die Börsen weltweit schwankten in der vergangenen Woche zwischen grün und rot und spiegelten damit ein Tauziehen zwischen wachsenden Sorgen und ermutigenden Wirtschaftsdaten wider. Die Schwäche des Aktienmarktes war hauptsächlich auf die anhaltende Pattsituation bei den Konjunkturgesprächen zurückzuführen, zusammen mit dem jüngsten Anstieg der COVID-19-Fälle und den zusätzlichen Sorgen über die Wiedereröffnung der Wirtschaft.

Die US-Märkte fanden jedoch einen Hoffnungsschimmer durch einen positiven Bericht, der zeigte, dass die Verbraucherausgaben im September trotz des Mangels an erneuter Hilfe aus Washington stark angestiegen waren, was eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber der wirtschaftlichen Erholung signalisierte.

Wirtschaftlicher Ausblick

Experten zufolge hat die Wirtschaft höchstwahrscheinlich den Tiefpunkt erreicht, aber das Wachstumstempo wird sich verlangsamen, und die Rückkehr zum Niveau vor der Pandemie wird Zeit brauchen. Trotz der Unsicherheiten sollte eine allmähliche Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zusammen mit niedrigen Zinssätzen und fiskalischen Maßnahmen dazu beitragen, die wirtschaftliche Erholung bis 2021 aufrechtzuerhalten.

Die Pandemie hat eine zweigleisige Wirtschaft geschaffen, da die großen Industriezweige entweder weiterhin Kapazitätsengpässe oder eine schwache Nachfrage haben. So lagen beispielsweise im August die Konsumausgaben für Waren um 5% über dem Höchststand vom Februar, während die Ausgaben für die weitaus größere Kategorie von Dienstleistungen (z.B. Restaurants, Hotels) um 7% unter dem Höchststand blieben. Dieser ungleichmäßige Aufschwung hindert die Wirtschaft daran, ihr volles Potenzial auszuschöpfen, und er wird wahrscheinlich anhalten, bis ein Impfstoff eintrifft.

Wie geht es an den Aktienmärkten weiter?

Die längerfristigen Aussichten für die Aktienmärkte sind positiv und werden durch das Wirtschaftswachstum, die Unternehmensgewinne und die niedrigen Zinssätze unterstützt. Kurzfristig erwarten Börsianer eine weiterhin hohe Volatilität aufgrund der Ungewissheit, die weiterhin die Marktteilnehmer beschäftigt.

Das vor uns liegende Quartal wird angesichts der Virusproblematik, der schwindenden finanziellen Unterstützung und der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China immer schwieriger. Und hier in Europa droht sogar in 10 Wochen ein harter Brexit, wenn die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien scheitern. Eine neue Hausse ist möglich, aber nicht ohne Kopfschmerzen zwischendurch.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Volatilität setzt sich im Oktober fort | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (41/2020)

Die Kursschwankungen aus September setzen sich auch im Oktober fort. Viele Unsicherheiten bleiben uns auch in diesem Monat erhalten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Das große US-Konjunkturpaket wird nicht umgesetzt

In der vergangenen Woche schwankte die US-Börse, als die Erwartungen für weitere Finanzhilfen für Haushalte und Unternehmen zwischen zweifelhaft und hoffnungsvoll schwankten. Nur wenige Tage später scheiterten die Verhandlungen zwischen den Republikanern und Demokraten über ein neues Konjunkturpaket.

Die Märkte erholten sich jedoch wieder, da die Aussicht bestand, dass kleinere und zielgerichtetere Hilfspakete möglicherweise eine gewisse Einigung unter den politischen Entscheidungsträgern finden könnten. Daraufhin haben die US-Aktienmärkte die vergangene Woche positiv abgeschlossen – der Dow Jones +3,27% und der S&P 500 +3,84%.

Gold & Silber steigen, während der Dollar schwächelt

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Gold und Silber erlebten vergangene Woche eine erneute Kaufdynamik, nachdem die Hoffnung wieder entfacht wurde, dass die US-Politiker ein Abkommen über ein umfassendes Konjunkturpaket zur Unterstützung der fragilen Wirtschaft abschließen könnten.

Auf der anderen Seite setzte sich vergangener Woche die Dollarschwäche fort. Der US-Dollar gilt als ein sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit. In diesem Jahr ist er seinem Ruf nicht gerecht geworden. Die Stärke des US-Dollars ist relativ, und die Schwäche anderer wichtiger Währungen wie Pfund Sterling und Euro könnte zur Wiederbelebung des Dollars beitragen.

Es ist mal wieder soweit – Berichtsaison Q3 2020

Auch wenn die Corona-Krise die Welt weiter fest im Griff hat, nimmt diese Woche die Berichtssaison für das 3. Quartal 2020 Fahrt auf. Wie gewöhnlich machen die großen US-Banken wie JPMorgan, Citigroup und Goldman Sachs den Auftakt. Den großen US-Banken drohen angesichts hoher Arbeitslosenzahlen und des neuen dauerhaften Nullzinsumfelds schwere Zeiten. Hierzulande in Deutschland gibt es nur vereinzelt Zahlen von Unternehmen aus der 2. Reihe wie z.B. Metro.

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Der Gummizugeffekt nach der Krise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (23/2020)

Während die Pandemie in den Medien mittlerweile nur noch die zweite Geige spielt und durch die weltweiten Protestwellen gegen Polizeigewalt und Rassismus abgelöst wurde, setzen die Märkte ihre Rallye fort. Derweilen schiebt jedes Land ein massives Wirtschaftspaket nach dem anderen nach, um die drei monatige Zwangspause abzufedern. Mit erstem Erfolg? Zumindest hellen sich die Erwartungen für 2021 bereits weiter auf. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Tech-Giganten als Sieger der Krise

Der NASDAQ hat ein All-Time High vergangene Woche erreicht und steht mit einem satten Plus von 12,5% seit Jahresbeginn da. Der Bereich Technologie ist der Safe Haven für Investoren in der Krise geworden. Warum auch nicht? Denn das Geschäftsmodell von Google, Amazon etc. sind von Maskenpflicht, Abstandsregeln und Lockdown gar nicht betroffen gewesen. Doch mittlerweile sind die Werte der Tech-Giganten nicht mehr repräsentativ zu den Produktionszahlen. Entwickelt sich hier eine nächste Tech-Bubble? Denn klar ist, dass weitere Investoren ihr Vermögen sicher positionieren wollen und somit die Nachfrage weiter anheizen. Könnte das aber das Comeback der Value-Title bedeuten?

Gründungsmitglied Lufthansa verlässt DAX

Diese Woche wurde der endgültige Abstieg von Lufthansa aus dem DAX verkündet. Damit trifft es ein drittes Gründungsmitglied in den letzten Jahren. Doch versteht jemand warum? Klar ist, dass der DAX kein Spiegel der Wirtschaftslage wiedergeben kann, sondern nur die TOP-Werte in Deutschland darstellt. Der Gummizugeffekt nach der Krise hält auch an der deutschen Börse Einzug. Diese Woche hat der DAX mit einem Plus von 10,88% geschlossen und liegt bei der Performance seit Jahresbeginn nur noch bei minus 3,03%. Doch auch die Werte in der zweiten Reihe von MDAX und SDAX konnten diese Woche große Gewinne verbuchen. Die Erwartungen aller Marktteilnehmer nach der Verkündung des Konjunkturpakets sind enorm gewachsen. Doch die Realität schlägt bereits erbarmungslos zurück. Kommt die Senkung der Mehrwertsteuer wirklich beim Kunden an? Zumal unklar ist, wie die Unternehmen die schnelle Umstellung schaffen sollen? Der Kinderbonus erweist sich ebenfalls als Überraschungsei – wer bekommt es überhaupt und wann?

Überraschung am US-Arbeitsmarkt

Diese Woche überraschte der amerikanische Arbeitsmarkt selbst Präsident Trump. Im Mai wurden 2,5 Millionen „neue“ Jobs geschaffen – sicherlich sind sie eher wieder entstanden nach den ersten Lockerungen in den USA. Zumindest konnte Trump sein fehlendes politisches Feingefühl bei seiner Ansprache am Mittwoch darlegen. Was wird die derzeitige Entwicklung in den USA für die in 150 Tagen anstehende Präsidentschaftswahl bedeuten? Kann sich die Weltwirtschaft nach dieser „Krise“ auch wieder erholen?

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Jubelstürme zu den Lockerungen – Hiopsbotschaften nach dem Lockdown | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (19/2020)

Die Regierungen lockern nach und nach ihre Teils drastischen Einschränkungen zur Eindämmung des Virus, dessen Name nicht genannt werden darf. In manchen Ländern schneller, in anderen langsamer – in einzelnen unter dem Druck der Einwohner, im Großteil ohne viel Einwände der Bürger. Doch was kostet ein Lockdown die Gesellschaft? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Aktienmärkte frohlocken, Arbeitslosenzahlen erschrecken

Die Aktienmärkte setzen in der vergangenen Woche den Aufwärtstrend fort. Der Dow Jones legte 2,56 Prozent zur Vorwoche zu und der DAX nur 0,39 Prozent. Der Dow Jones hat das Niveau von Januar 2020 aktuell fast zur Hälfte wieder erreicht bei einem zwischenzeitlichen Verlust von über 37 Prozent. Der DAX hat einen Verlust von 38 Prozent wieder aufzuholen – und ebenfalls zirka die Hälfte zu seinem Januar-Wert wieder zurückgewonnen. Es scheint, dass die Wirtschaft bzw. die Börse keinen Schaden von der Krise zurückbehält.

Die Arbeitslosenquote spricht da eine andere Sprache. In den USA ist im April ein Rekordniveau erreicht worden -14,7 Prozent Arbeitslose; allein im vergangenen Monat wurden 20,5 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft gestrichen. Weitere 8,1 Millionen Menschen könnten in den Statistiken aktuell noch nicht eingerechnet sein. In Europa und Deutschland sehen die Arbeitslosenzahlen „noch“ stabil aus. Die EU (ohne GB) liegt im März bei 6,6 Prozent – negativer Spitzenreiter Griechenland mit 16,4 Prozent und geringste Quote in Tschechien mit 2 Prozent – und ist beinahe unverändert zu Januar 2020. Wie sieht es wohl im April in der EU aus? In Deutschland liegt die Arbeitslosenquote mit 5,8 Prozent im April auch relativ stabil zu Januar 2020 mit einem Plus von lediglich von 0,5 Prozent. Allerdings meldeten Deutschlands Unternehmen den Angaben zufolge bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit an.

Welchen Anzeichen sollte man nun trauen? Den Aktienmärkten, die eine schnelle Erholung andeuten oder den Arbeitslosenzahlen, die eine noch viel schlimmere Krise prophezeien?

Unverantwortlicher globaler Key-Player oder vertrauenswürdiger Handelspartner

Derweilen deuten sich zwischen den beiden Schwergewichten USA und China Annäherungsversuche zu einem Trade Deal an. Nach dem 2019 offensiv geführten Handelskrieg, wollten beide Parteien mit den Trade Deal im Januar 2020 ihre Handelsbeziehungen neu aufsetzen. Die Unterzeichnung wurde als Durchbruch gefeiert. Diesen Freitag wurde die Beibehaltung des Kurses noch einmal von beiden Seiten bekräftigt.

Doch wie passt das mit den Trump-typischen Tweets und der Untersuchung durch Geheimdienste zusammen, die China als unverantwortliche Nation darstellt, die das Virus leichtfertig ausbreiten ließ und anschließend durch Desinformationen sich eine bessere Ausgangsposition im Kampf gegen das Virus verschafft haben soll? Kann China die angedrohte Rechnung von Trump auf den Trade Deal anrechnen lassen oder wird es doch wieder zu Verstimmungen zwischen den beiden Nationen kommen? Wir werden es sehen…

Notenbanken-Helden vor Gericht

In dieser Krise und in der Finanzkrise wurde das schnelle Handeln der Notenbanken gelobt. Die „Whatever it takes“-Instrumente der EZB waren nun wieder einmal Thema des BVerfG und sie kamen zu einem überraschenden Urteil. Die Anleihekäufe der EZB sind teilweise rechtswidrig, da sie nicht ausreichend begründet seien. Außerdem hätten sich die staatlichen Organe (wie Bundestag, Bundesrat aber auch Bundesbank) dieser Thematik intensiver annehmen müssen. Nun besteht eine 3-monatige Übergangsfrist, in der die EZB einen gut begründeten Beschluss fassen muss. Der EuGH reagierte prompt auf das Urteil aus Karlsruhe und verwies das BVerfG in seine Grenzen, dass sie nicht über EU-Organe urteilen dürfe.

Zeichnet sich hier ein juristischer Streit zwischen zwei mächtigen Parteien an? Und welche Auswirkungen hat dieser und das im Raum stehende Urteil auf die Hilfsaktionen unserer Notenbanken-Helden in dieser Krise?

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Warren Buffett: Wetten Sie nie gegen Amerika | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (18/2020)

Gestern fand die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Wie gewohnt berichtete das Finanz-Urgestein Warren Buffett über das vergangene Wirtschaftsjahr und die aktuelle Lage. Wie gewohnt? Nein, auch hier ist das übliche pilgern von über 40.000 Finanzexperten durch die aktuelle Situation nicht möglich. Dieses Jahr fand die Konferenz rein digital statt und auch Charlie Munger konnte wie gewöhnlich nicht persönlich neben Warren Buffett sitzen – ihm geht es aber gesundheitlich sehr gut, so die Aussage.

Warren Buffett nutzte in einem einstündigen Sprint durch die US-amerikanische Wirtschaftsgeschichte die derzeitige wirtschaftliche Herausforderung einzuordnen. Von 1789 bis heute (231 Jahre) hat die noch junge USA viele Rückschläge erlebt, aber auf lange Sicht ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen und die Zukunft der USA ist weiterhin rosig – so Warren Buffett. Er rät in seiner alten Weisheit: Bleiben Sie langfristig investiert und nutzen Sie die Situation Ihr Portfolio zu überprüfen.

Dies hat Warren Buffett selbst auch so gemacht – sein Portfolio umfasst keinerlei Airline Aktien (er hielt Aktien von Delta Air Lines, United Airlines, Southwest Airlines und American Airlines) mehr. Er rechnet nicht mit einer schnellen Erholung und sieht Airlines nur noch als spekulative Anlagemöglichkeit und nicht mehr als Investitionsmöglichkeit. Auch die deutsche vorzeige Airline Lufthansa wird wohl ohne staatliche Unterstützung nicht überleben – oder sollte man eher Verstaatlichung sagen?

Die reinen Zahlen des Abschlussbericht von Berkshire Hathaway lesen sich weiterhin wie ein Märchen – Steigerung des Betriebsgewinn um 6 Prozent auf 5,9 Mrd. USD, 137 Mrd. USD liquide Mittel, 1,7 Mrd. USD eigene Aktien zurückgekauft. Aber warum nutzt Warren Buffett die hohe Liquidität nicht um weitere Zukäufe in der aktuellen Krise zu tätigen? Diese Frage beschäftigt auch andere Finanzexperten und vermuten doch ein weiteres Abrutschen der Aktienmärkte und Einbußen in den nationalen Wirtschaften.

In seiner Rede lobt Warren Buffett noch einmal ausdrücklich die Handlungen der Notenbanken und die veranlassten Maßnahmen. Neben Paul Volcker in den 80er Jahren hebt Buffett Jerome Powell mit seinem entschlossenen Handeln heraus.

Nicht nur die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway hat positives zu vermelden. Auch die Aktienmärkte strotzen der aktuellen Krise. Dieser Monat war der beste seit 1987 (der sogenannte Flash-Crash) und trotzt damit den ganzen negativen Wachstumsprognosen, hohen Arbeitslosenzahlen und anhaltenden Beschränkungen. Zu Recht?

P.S. Wir sind gespannt, ob die Börsenweisheit „Sell in May and go away – but don‘t forget to come back in September“ auch in der aktuellen Situation bestand hat.

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Das große Maskenspiel (2020) | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (17/2020)

Die ersten Lockerungsmaßnahmen sind angekündigt worden – die Maskenpflicht und die „soziale Distanzierung“ werden uns voraussichtlich noch lange begleiten. Der Schaden durch das Virus, dessen Namen wir nicht mehr nennen werden, ist jedoch bereits real, wird in einigen Fällen dauerhaft bleiben und geht über die monetären Aspekte hinaus. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ähnelt der großen Depression von 1929

Im Laufe der letzten 5 Wochen verloren jede Woche durchschnittlich 5,3 Millionen US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz. Für die Babyboomers, Generation X, Millenials und Centenials sind solche Dimensionen der Arbeitslosigkeit eine nie da gewesen Herausforderung. Auf dem Höchststand der Arbeitslosigkeit nach der Finanzkrise 2008 waren ‚nur‘ 15,3 Millionen Amerikaner ohne Job. Doch allein in den vergangenen fünf Wochen haben bereits 26,5 Millionen Arbeitnehmer Arbeitslosenanträge gestellt. Vor diesem fünfwöchigen Abschnitt von 26,5 Millionen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung gab es nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics am 13. März bereits 7,1 Millionen Arbeitslose-Amerikaner. Wenn man die Zahlen zusammenzählt, ergäbe dies mehr als 33 Millionen Arbeitslose oder eine reale Arbeitslosenquote von 20,6 Prozent – das wäre der höchste Stand seit 1934.

Der durch die Virus-Krise verursachte Schaden kennt keine Grenzen. Laut dem Beratungsunternehmen McKinsey sind in Europa rund 59 Millionen Arbeitsplätze bedroht – 59 Millionen, die mit einem Schicksal verbunden sind. Für den schlimmsten Fall geht McKinsey davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Europa auf 11,2 Prozent klettern könnte und sich erst im Jahr 2024 wieder erholen könnte. Im besten Fall steigt die Arbeitslosenquote auf 7,6 Prozent und eine Rückkehr zu dem Stand vor der Krise sei im 4. Quartal 2021 möglich.

Bringt diese grenzüberschreitende Krise die handelnden Vertreter wenigstens wieder für einen gemeinsamen Aufbau an einen Tisch? Die letzten Jahren waren ja dominiert von Abgrenzung und Handelskriegen.

Erst denken, dann handeln

Oder besser gesagt: erst kritisch nachdenken, dann gezielt handeln. In unserem Wochenrückblick vom 1. März 2020 haben wir uns mit dem Thema der „Massenpsychologie“ beschäftigt.  Gustav Le Bons schrieb einmal in seinem Buch ,Psychologie der Massen‘, dass „der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert […] in dieser Situation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung.“

Einige Wochen später stellen wir hierzulande fest, dass selbst unsere renommierten Politiker ihre Kritikfähigkeit in der Krise verloren haben. Ihre Kritikfähigkeit gegenüber der Statistik und vor allem gegenüber dem Gruppenzwang. Berichten zufolge („Rechnen mit falschen Zahlen“: Warum wir es nicht schaffen, Corona richtig zu messen) zählt bisher in Nordheim-Westfalen als Covid-19-Todesfall, wer beim Tod mit dem Virus infiziert war, unabhängig davon, ob er daran verstorben ist oder nur damit. Ob ich mit Zahnschmerzen sterbe oder daran sterbe ist nun mal ein gewaltiger Unterschied. Wir, und vor allem unsere Politiker, sollten uns mit dem Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität näher beschäftigen: Eine hohe Korrelation zwischen zwei Variablen bedeutet nicht, dass die beiden Variablen kausal miteinander zusammenhängen. Stattdessen liefern Korrelationen lediglich einen ersten Hinweis, dass dies der Fall sein könnte.

Dennoch haben unsere Politiker mit mehr als fragwürdigen Statistiken / Schätzungen den Wohlstand der kommenden Generationen aufs Spiel gesetzt. War es das wert? Willkommen zum großen Maskenspiel 2020 – wir beginnen gleich mit der 2. Ausführung. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Fahrt.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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01. Warum soll ich Aktien kaufen? | Investmentbabo Podcast

Die Investmentbabos Michael Duarte und Endrit Cela sprechen einmal im Monat über alles was die Investmentwelt bewegt. Von aktuellen Trends und Marktentwicklungen aber auch fachliche und vertriebliche Diskussionen sollen nicht zu kurz kommen.

Warum soll ich Aktien kaufen?

Wieso soll ich eigentlich Aktien kaufen? I.d.R. überspringen viele Investoren/Berater/Podcaster diese entscheidende Frage. Bevor ich mir Gedanken über die Verteilung meines Kapitals, Kosten, direktes oder indirektes Investieren oder Sonstiges mache – sollte man sich erstmal Fragen “Wieso soll ich überhaupt Aktien kaufen?”.

Wir sind der Meinung das alles andere langfristig gar keinen Sinn macht. Einige Beispiele gefällig : Procter und Gamble, Coca Cola, Apple, S&P 500. Endrit haut ein paar amerikanische Weisheiten raus und Michael erklärt warum er das Kindergeld erhöhen würde.

Hier geht es zum Investmentbabo-Podcast auf Spotify: Folge 1: Warum soll ich Aktien kaufen?

Sie finden den Investmentbabo-Podcasts auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer und Podcast.de






Mit FAANG-Aktien durch die Krise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (16/2020)

Innerhalb der letzten vier Wochen haben über 22 Millionen US-Amerikaner ihren Job verloren. Die Börsen sind dennoch freundlich ins Wochenende gegangen, denn anscheinend hatten sie mit noch schlimmeren Daten gerechnet. Besonders die FAANG-Aktien haben sich im Zuge der Pandemie als krisenfest erwiesen.

Mit FAANG-Aktien durch die Krise

Was sind FAANG-Aktien überhaupt? FAANG ist ein Akronym, das Jim Cramer, Moderator von Mad Money bei CNBC, einer Gruppe von Aktien gegeben hat, welche die technologische Revolution der nächsten Generation anführen. Das Akronym setzt sich aus dem ersten Buchstaben dieser fünf Aktien zusammen: Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google – jetzt unter dem Namen der Muttergesellschaft Alphabet. Diese Aktien gehören zu den Nutznießern der Virus-Krise. Vor allem der Streaming-Anbieter Netflix und der weltgrößte Online-Händler Amazon konnten auch innerhalb der Krise enorm an Boden gut machen.

Durch die Eindämmungsmaßnahmen der Regierungen weltweit sind Amazons Lieferdienste sehr gefragt – wer nicht mehr arbeiten geht hat umso mehr Zeit das hart verdiente Geld auszugeben. Die Amazon-Aktie ist seit Jahresbeginn um 28,53 Prozent (stand 17.04.2020) gestiegen – von einer Krise ist hier keinesfalls die Rede. Auch der Online Streaming-Gigant Netflix gehört zu den Gewinnern der Krise. Durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens steigt zu Hause die Nachfrage und somit auch der Konsum nach Unterhaltung. Seit ihrem tiefsten Schlusskurs (298,84 USD) am 16. März 2020 haben die Aktien von Netflix per 17. April 2020 41,53 Prozent zugelegt.

Was hätte eine Investition seit Jahresbeginn in den FAANG-Aktien gebracht? Wir haben Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google in einem Portfolio mit jeweils 20 Prozent gleichgewichtet und sind zu den folgenden Ergebnissen gekommen: Year to Date (YTD) stünde unser Portfolio mit einer Performance in Höhe von 7,67 Prozent weit vor den führenden Indizes entfernt. Der DAX (-19,80 Prozent), Euro Stoxx 50 (-22,88 Prozent), Dow Jones Industrial Average (-15,05 Prozent) und der S&P 500 (-11,03 Prozent) haben noch einen langen Weg bis zur Nulllinie.

Ob Sie es glauben oder nicht, es wird eine Zeit kommen, in welcher diese Pandemie im Rückspiegel zu sehen sein wird. In gewisser Weise bieten die derzeitigen Veränderungen im Konsumverhalten, die sich bereits abzeichnen, jedoch auch gute Chancen für Investoren. Falls unser Leben nach dem Virus mit wesentlichen Einschränkungen verbunden ist, könnten Tech-Aktien weiter an Bedeutung gewinnen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen