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Oktober Deals – sollten Anleger jetzt jubeln? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (42/2019)

Der Monat Oktober ist bekannt für seine großartigen Angebote am Schwarzen Freitag. Allerdings war dieses Jahr anders. Anleger durften sich bereits zwei Mal freuen: zum einen über den China-Deal und am vergangenen Donnerstag über den Brexit-Deal! Doch die Kauflaune der Börsianer war letzte Woche nicht zu spüren. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Endlich ein Brexit-Deal, aber die Euphorie lässt schnell nach

Für kurze Zeit während des Brexit-Gipfels am vergangenen Donnerstag waren die europäischen Aktienmärkte voller Euphorie, denn die EU und Großbritannien hatten sich endlich auf einen Brexit-Deal geeinigt. Nachdem der deutsche Leitindex um mehr als 1 Prozent gestiegen ist, mussten die Gewinne auch schnell wieder abgegeben werden, denn die Börsianer erinnerten sich schnell daran, dass auch Theresa May zu Ihrer Zeit einen Deal mit der EU hatte. Wir alle wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Das Prozedere ist bekannt: auch Boris Johnsons muss, wie seine Vorgängerin Theresa May, vor dem britischen Unterhaus antreten um die Parlamentarier von „seinem“ Deal zu überzeugen. Der erste Anlauf am vergangenen Samstag fühlte sich wie ein Déjà-vu an. Das britische Parlament hat zunächst ein Gesetz beschlossen, welches die Unterstützung des Deals mit der EU bis zur vollständigen Gesetzgebung zurückhält. Johnson ist entschlossen, erneut am Montag vor dem Parlament anzutreten. Möglicherweise wird Johnson, wie Theresa May, die EU erneut um eine Verlängerung bitten. Das Brexit-Spiel dürfte uns bis in das Jahr 2020 begleiten.

US-Banken bleiben trotz Notenbankpolitik profitabel

US-Banker und Bankinvestoren können endlich ausatmen. Es gab erhebliche Ängste, dass die Ergebnisse des 3. Quartals aufgrund der sinkenden Zinsen deutlich schlechter ausfallen würden.

Die amerikanischen Großbanken haben einmal mehr bewiesen, dass sie einen Schlag einstecken können. Die meisten Banken übertrafen die Gewinnschätzungen der Analysten, einige davon mit deutlichem Abstand.

Das Ertragswachstum war jedoch geringer, da die Kreditmargen aufgrund der niedrigen Zinssätze deutlich enger waren. Trotz der dünneren Luft im dritten Quartal funktionieren die Geschäftsmodelle der US-Banken nach wie vor. Die großen Kreditgeber sammeln immer noch in gesundem Tempo Einlagen – anders als bei den europäischen Banken. Mittlerweile erwirtschaften die meisten US-Großbanken in einem Quartal mehr Gewinn, als die Deutsche Bank im ganzen Jahr. Die europäischen Banken müssen Ihre Quartalsergebnisse in den kommenden Wochen noch veröffentlichen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die EZB Zinsentscheidung am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Delist China, Impeach Trump | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (39/2019)

Die vergangene Woche begann mit einem Knall. Als ob die Aktienmärkte nicht genug auf dem Teller hätten. Nun soll gegen US Präsident Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren (impeachment inquiry) eingeleitet werden. Präsident Trump hat jedoch wichtigere Dinge zu erledigen, wie z.B. das Delisting chinesischer Firmen von den US-Börsen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

To impeach, or not to impeach, that is the question

Am vergangenen Dienstag kündigten die US-Demokraten, angeführt von Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump an.

Grund dafür sei ein Telefonat zwischen US-Präsident und dem ukrainischen Staatschef. Angeblich soll es sich dabei um Ermittlungen gegen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden gehandelt haben. Trump soll den ukrainischen Präsidenten Selenskij mehrfach aufgefordert haben, Ermittlungen einzuleiten, die seinem Rivalen Joe Biden bei den kommenden Präsidentschaftswahlen schaden könnten.

Wie gewöhnlich, reagierte Präsident Trump auf Twitter, indem er eine Hexenjagd auf sich beklagte. Die amerikanischen Börsen ließen sich wenig bis kaum beeindrucken und gingen Dienstag nur etwas schwächer aus dem Handel.  

Delisting chinesischer Unternehmen von US-Börsen

Statt sich auf sein Amtsenthebungsverfahren zu konzentrieren, möchte Trump lieber China weiteren Schaden hinzufügen, denn der Handelskrieg ist immer noch nicht entschieden. Die US-Regierung diskutiert zurzeit weitere Schritte gegen den Handelspartner China als Reaktion auf neue Restriktionen für ausländische Investoren in China. Eine Möglichkeit ist durch das Delisting von chinesischen Unternehmen, die über ADRs (American Depositary Receipts) an den amerikanischen Börsen gelistet sind. American Depositary Receipts sind Zertifikate, die Aktien eines ausländischen Unternehmens verbriefen, um an US-Börsen gehandelt werden zu können, wie z.B. Alibaba, JD, Baidu, tencent & Co. Durch die Ankündigung von Trump gingen die chinesischen Tech-Giganten mit heftigen Verlusten aus dem Handel am Freitag.

Gibt der Ifo-Geschäftsklimaindex wieder Grund zur Hoffnung?

Der Trend einer sich weiter eintrübenden Stimmung bei den deutschen Unternehmen konnte im September erst einmal gestoppt werden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte von 94,3 auf 94,6 Punkte, nachdem er im August noch auf dem tiefsten Stand seit November 2012 gefallen war. Der Ifo-Geschäftsklimaindex zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren der deutschen Wirtschaft, bei dem rund 9.000 Unternehmen nach ihrer Einschätzung zur aktuellen wirtschaftlichen Lage befragt werden.

Dagegen haben sich die neusten PMI-Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone im September eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex des Markit Institut ging von 51,9 auf 50,4 Punkte zurück. Dies stellt den tiefsten Stand seit Anfang des Jahres dar. Von einer Trendwende der Konjunkturlage in Europa kann daher nicht gesprochen werden.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die US-Beschäftigungszahlen am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Powell-Put und die Achterbahn der Ölpreise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (38/2019)

Es bleibt nicht langweilig an den Börsen! Die vergangene Handelswoche wurde von zwei Themen dominiert: die Leitzinssenkung der Fed und die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens wichtigsten Ölanlagen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Ölpreise nehmen Investoren auf eine wilde Reise mit

Es war die wildeste Achterbahnfahrt für die Ölpreise in der jüngsten Vergangenheit. Die Preise stiegen an, fielen wieder und stiegen anschließend am Donnerstag und Freitag moderat wieder an. Grund dafür waren die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens Ölanlagen. In den frühen Morgenstunden des 14. Septembers wurden zwei der wichtigsten Ölanlagen Saudi-Arabiens – Aramcos Abqaiq und Khurais – durch eine Reihe von Drohnenangriffe in Brand gesetzt. Dadurch wird die Ölproduktion zunächst um 5,7 Millionen Barrel pro Tag reduziert.

Der Ölpreis stieg am vergangenen Montag um 14,61 Prozent an. Saudi-Arabien berichtet jedoch, dass die Ölproduktion bis Ende September wieder normalisiert wird. Es ist noch nicht klar, wer für die Angriffe verantwortlich ist, deshalb werden wir (Main Value) uns vorerst nur auf die Fakten beziehen.

Powell kann es Präsident Trump immer noch nicht recht machen

Zum zweiten Mal in Folge hat die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Der Leitzins ist der Zinssatz zu dem sich US-Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren können. Somit liegt der Leitzins in der Spanne zwischen 1,75 bis 2 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell hat sich von seiner aggressiven Haltung gegenüber Zinserhöhungen zu einer vorsichtigen Haltung in wenigen Monaten entwickelt, da sich die finanziellen Bedingungen u.a. aufgrund des Handelskrieges geändert haben.

Präsident Trump schien mit der moderaten Zinssenkung der Notenbank nicht zufrieden zu sein, denn Trump ist der Ansicht, dass die Notenbank die Zinsen auf null oder tiefer senken sollte. Schon zu Zeiten der Finanzkrise 2008 wurde ein Negativzinsszenario ausgeschlossen. Die US-Wirtschaft sei weiterhin „moderat“, so Powell während seiner Rede am vergangenen Mittwoch. Die Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent ist an ihrem tiefsten Punkt seit 50 Jahren.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandprodukts am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Die September-Rallye setzt sich fort | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (37/2019)

Die Aktienmärkte weltweit haben die September-Rallye in der vergangenen Woche eindrucksvoll fortgesetzt. Nach mehrheitlich positiven Handelstagen ist die August-Delle bald wieder ausgebügelt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

In China steigt die Verbraucherinflation im August deutlich

Chinas Verbraucherpreisindex, der Hauptindikator für die Inflation, ist im August gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Der relativ hohe Wert wird hauptsächlich durch die Lebensmittelpreise verursacht, die im Vergleich zum Vormonat um 10 Prozent gestiegen sind. Aufgrund des reduzierten Angebots infolge der afrikanischen Schweinepest stiegen die Schweinefleischpreise im August gegenüber dem Vorjahr um 46,7 Prozent, verglichen mit 27 Prozent im Juli. Schließlich ist 2019 das Jahr des Schweins in China.

Die EZB geht wieder Shoppen – nach Staatsanleihen

Ab November wird die EZB wieder Staatsanleihen im Wert von 20 Milliarden Euro monatlich kaufen, und zwar so lange bis der Arzt kommt. Damit versucht die EZB die europäische Wirtschaft durch „easy money“ anzukurbeln. Bundesbank Präsident Jens Weidmann kritisierte diesen Schritt und sagte im Interview mit der Bild-Zeitung, dass die EZB „über das Ziel hinausgeschossen“ sei. Die EZB beschloss außerdem die Strafzinsen für Banken, die überschüssiges Geld bei der Notenbank hinterlegen, um weitere 10 Basispunkte zu erhöhen. Der Zinssatz beträgt nun minus 50 Basispunkte.

Die Stimmung der US-Konsumenten erholt sich leicht im September

Die US-Verbraucherstimmung der University of Michigan erholte sich im September nach einem starken Rückgang im August. Die robuste Erholung signalisiert eine Bereitschaft der US-Verbraucher, die wirtschaftliche Expansion trotz zunehmenden Unsicherheiten weiter voranzutreiben. Der vorläufige Stimmungsindex der University of Michigan stieg von einem fast dreijährigen Tiefststand von 89,8 im August auf 92 Punkte im September.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Pressekonferenz der amerikanischen Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Oops, Trump tweeted again | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (31/2019)

Die Zinssenkung der Fed am vergangenen Mittwoch war nicht genug, um Papa Trump zufrieden zu stellen. Also nahm Präsident Trump sein Handy und ließ seine Wut wieder einmal auf China los. Die Ankündigung des US-Präsidenten, ab 1. September neue Strafzölle auf chinesische Produkte in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar zu erheben, sorgte für erdrutschartige Verluste an den Börsen.

Während seiner Rede am vergangenen Mittwoch zögerte Fed-Chef Jerome Powell, sich zu zusätzlichen Zinssenkungen zu verpflichten, die Präsident Trump so dringend braucht. Powell erklärte, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China gut verlaufen würden, und weitere Zinsschritte seien zunächst erstmal nicht angedacht. Allerdings müsste Trump etwas tun, um dem Fed-Chef zu beweisen, dass diese Gespräche überhaupt nicht gut laufen und dass die Weltwirtschaft weiterhin in großer Gefahr ist. Also tat Trump, was er am besten kann und twitterte fleißig. Der Dow Jones Industrial schwankte von einem Plus von 300 Punkten auf einen Verlust von 280 Punkten am Donnerstag.

Hierzulande in Deutschland erlebt die Automobilbranche die schwerste Krise seit Jahren. Grund dafür sind zahlreiche Gewinnwarnungen und sinkende Jahresprognosen von Automobil-Giganten wie Daimler, Volkswagen und Automobil-Zulieferer wie Schaeffler. Fast überall auf der Welt gehen die Verkaufszahlen der Automobilindustrie nach unten. In Europa waren es im ersten Halbjahr minus 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in den USA sind es zwei Prozent und in China sogar dramatische 14 Prozent. Länder wie Brasilien dagegen vermelden starke Zahlen – dort waren es im ersten Halbjahr plus 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf das Wirtschaftsbulletin der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Aus FANG wird BANG!? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (29/2019)

Bei Investoren weltweit wächst die Sorge, dass die beliebten FANG-Giganten ihren Höchststand erreicht haben könnten, und damit vielleicht auch der Gesamtmarkt. Die Mega-Cap-Tech-Aktien, die einen Großteil des rekordverdächtigen Bullenmarkts angeführt haben, verlieren langsam aber sicher an Dynamik.

Die sogenannten FANG-Giganten – Facebook, Amazon, Netflix und Googles Muttergesellschaft Alphabet – sind trotz ihres starken Comebacks seit Jahresbeginn während der letzten 12 Monaten nach wie vor überwiegen im Minus (siehe Chart unten). Die zweistellige Performance von Amazon in den letzten 12 Monaten könnte auch dann gefährdet werden, falls der E-Commerce-Riese bei den Quartalsergebnissen nächste Woche enttäuschen sollte.

Die führenden Aktienmärkte beendeten die vergangene Woche etwas leichter (siehe Chart). Die enttäuschenden Quartalszahlen von DAX-Schwergewicht SAP machten dem Gesamtmarkt hierzulande am Donnerstag etwas zu schaffen. Darüber hinaus sorgte die ZEW Beurteilung zur aktuellen Lage in Deutschland ebenfalls für Wirbel. Mit -24,5 Punkten deutet dieser vorauslaufende Stimmungsindikator inzwischen einen recht nachhaltigen Pessimismus bei den Befragungsteilnehmern an.

Über den Atlantik dagegen sorgten US-Großbanken wie JP Morgan, die zum Teil glänzenden Quartalszahlen veröffentlichten, für positive Kurse am Aktienmarkt. Doch der Überraschungskandidat der Woche war Silber. Während Gold eine negative Wochenperformance verzeichnete konnte Silber mit +6,43 Prozent die Woche abschließen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Quartalsergebnisse von Amazon und Alphabet am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Von wegen Sommerloch an den Börsen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (27/2019)

Amerika hatte diese Woche nicht nur die Unabhängigkeit am 04. Juli zu feiern, sondern auch die dunklen Wolken am Horizont scheinen sich wieder aufzulösen.

Die monatliche Meldung zu den Arbeitslosenzahlen in den USA zeigen mit einer leichten Veränderung auf 3,7 Prozent (+0,1 zum Vormonat) eine leichte Entspannung. Im Monat Juni konnten 224.000 neue Stellen besetzt werden (insbesondere im Service-, Gesundheits- und Transportbereich). Die Zahlen liegen zwar noch hinter den Erwartungen, aber sind schon deutlich freundlicher als im Mai.

Ähnliches Bild zeigt sich beim G20 Gipfel in Osaka. Zwischen den USA und China besteht erst einmal ein „Waffenstillstand“. Trump will vorerst keine weiteren Zölle gegen chinesische Produkte erheben und lässt auch den Verkauf von Huawei wieder zu. Welche Zugeständnisse hat eigentlich China gemacht? Die Märkte haben jedoch sehr positiv auf die Ergebnisse des G20 reagiert – der DAX erreichte seinen Jahreshöchststand mit 12.629,90 Punkten und auch der S&P 500 verbesserte sich um 1,65 Prozent auf 2.990,41 Punkte – im Laufe der vergangenen Woche sogar erstmalig über die 3.000 Punkte-Marke.

Und was passiert in „Good old Europe“? In den zähen Verhandlungsgesprächen zur Regierungsbildung kam diese Woche endlich etwas Bewegung. Für die EZB-Präsidentschaft ist Christine Lagarde im Rennen – wird sie die neue „Superheldin“ von Europa? Erste Stimmen gehen von einer Beibehaltung der lockeren Geldpolitik unter ihrer Führung aus, was sicherlich einige Staaten in Europa beruhigen wird. Auf jeden Fall wird Christine Lagarde viel Erfahrung von ihrer Zeit beim IWF mitbringen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell. Kommt die erste Zinssenkung oder nicht? Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Tweet, Tweet, BAM! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (19/2019)

Die Woche fing gleich mit einem Paukenschlag an! US-Präsident Donald Trump erwischte mit seinen Trade-War Tweets am vergangenen Sonntag die Börsen auf dem falschen Fuß und sorgte erstmals für eine Korrektur an den Aktienmärkten weltweit.

Die Märkte waren die ganze Woche über rückläufig, da Trump die Aussichten auf ein neues China-Handelsabkommen abwechselnd positiv und negativ einschätzte. Am Freitag traten neue US-Zölle auf chinesische Güter in Höhe von 200 Mrd. USD in Kraft, nachdem die beiden Seiten nicht in der Lage waren, die Details eines neuen Handelsabkommens festzulegen. Doch China lässt sich nicht alles gefallen. Die chinesische Regierung kündigte am Freitag, dass sie Gegenmaßnahmen gegen die neuen Zölle ergreifen wird – die Details sind noch nicht klar.

Die wiederkehrenden Handelskriegsängste zwischen China und den USA lösten am vergangenen Donnerstag einen Rezessionsindikator auf dem US-Rentenmarkt aus – die inverse Zinskurve.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel unter die der 3-monatigen US-Staatsanleihen. Die amerikanische Notenbank Fed sowie Larry Kudlow, Chief Economist Advisor von Präsident Trump, betrachten die inverse Zinskurve zwischen 3-monatigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen als wesentlichen Indikator einer möglichen Rezession bzw. Abkühlung der Wirtschaft. Die inverse Zinskurve hielt jedoch nicht lange an. Am Donnerstagnachmittag notierten die 10-jährige US-Staatsanleihen wieder höher als die 3-monatigen.

Trotz Handelskriegsängsten gab es einige interessante Entwicklungen am deutschen Aktienmarkt. Die Thyssenkrupp AG konnte am vergangenen Freitag den größten Tagesgewinn der Geschichte einbuchen, 24,10 Prozent. Grund dafür ist die abgesagte Stahlfusion mit Tata Steel, ein indisches multinationales Stahlunternehmen.

Das deutsche Unternehmen mit Hauptsitz in Essen will künftig eine Restrukturierung vornehmen. Zunächst sollen weltweit 6.000 Arbeitsplätze gestrichen werden – davon allein 4.000 in Deutschland. Am kommenden Dienstag wird Thyssenkrupp seine Quartalszahlen für das erste Quartal 2019 veröffentlichen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Endrit Çela im Interview mit FondsTrends | Neue ,,Value-Phase“, Fondsgipfel & ESG

Artikel von www.fondstrends.lu | 02.April 2019

Endrit Çela | Relationship Manager, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Aktien-, Immobilien- und Rentenmärkte sind über zehn Jahre hinweg stetig gestiegen und haben ungeahnte Höhen erklommen. Für den Anleger stellen sich zwei entscheidende Fragen, die aktuell im Fokus der Fondsgipfel Roadshow stehen: „Wie investieren nach 10 Jahren Hausse in 2019?“ und „Sind Aktien weiterhin alternativlos?“

FondsTrends sprach mit Endrit Çela, Relationship Manager der Shareholder Value Management AG, über die aktuelle Roadshow und eine womöglich neue „Value-Phase“ an den Märkten.

FondsTrends: Vor einigen Jahren haben Shareholder Value Management AG, DJE Investment S.A. und ACATIS Investment KVG mbH den Fondsgipfel ins Leben gerufen. Drei starke Partner, die sich verbünden. Wie kam es dazu?

Endrit Çela: Die erste gemeinsame Roadshow mit den Gesellschaften DJE und ACATIS startete im Jahr 2016 – ausschlaggebend war die positive Chemie zwischen den befreundeten Value-Investoren. Gemeinsam können wir für unsere Besucher und Kunden eine geballte Expertise von erfahrenen Fondsmanagern anbieten. Für diese Expertise haben die drei Gesellschaften die Auszeichnung „Fondsmanager des Jahres“ erhalten – DJE im Jahr 2006, ACATIS im Jahr 2017 und unser Haus mit Frank Fischer als Fondsmanager im letzten Jahr. Aufgrund der positiven Entwicklung der Roadshows haben wir uns letzten Endes dafür entschieden, eine gemeinsame Plattform – ein Label – für unsere Roadshows aufzubauen. So wurde FONDSGIPFEL erschaffen.

FondsTrends: „Wie investieren nach 10 Jahren Hausse in 2019?“ ist das Thema Ihrer diesjährigen Roadshow, die in der DACH-Region und Luxemburg schon auf Hochtouren läuft. Worauf dürfen sich die Teilnehmer in diesem Jahr freuen?

Endrit Çela: Nach einer jahrelangen Hausse sind die Börsen weltweit in den Korrekturmodus geschwenkt. An der Wall Street wurde Ende letzten Jahres der schlechteste Dezember seit 1931 erlebt. Diese negativen Entwicklungen haben für Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt, weshalb diese nach Orientierung suchen. Sie suchen insbesondere nach sicheren Möglichkeiten, um weiterhin eine nachhaltige Rendite erzielen zu können. Wir, die Shareholder Value Management AG, sind überzeugt, dass an Aktien kein Weg vorbeiführt, ganz nach dem amerikanischen Begriff „TINA“ – „there is no alternative“. Aus diesem Grund dürfen sich die Teilnehmer der diesjährigen FONDSGIPFEL-Veranstaltungsreihe auf die Expertise dreier Gesellschaften freuen, die einen Ausblick auf die aktuelle und zukünftige Kapitalmarktlage sowie intelligente Investitionsmöglichkeiten geben werden.

FondsTrends: Die Investment-Philosophie der Shareholder Value Management AG folgt konsequent dem Gedanken des Value-Investing im Sinne von Benjamin Graham und Warren Buffett. Nachdem die Börsen in Folge der Finanzkrise durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken über Jahre nach oben getrieben wurden, gab es im vergangenen Jahr einen merklichen Bruch. Hat womöglich eine neue „Value-Phase“ an den Märkten begonnen, die aktives Management begünstigt? Wie stellen Sie sich generell für ein schwierigeres Umfeld an den Märkten in den nächsten Jahren auf?

Endrit Çela: Die Shareholder Value Management AG hält an dem bewährten Konzept der antizyklischen Kapitalanlage in unterbewertete Unternehmen fest. Unser Ziel ist der Vermögenserhalt und -zuwachs unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Nach den jüngsten Kapriolen an den Finanzmärkten könnte durchaus eine neue Value-Phase begonnen haben, da viele Unternehmen zu günstigen Preisen zu erwerben sind. Bei fallenden Märkten fallen auch die Aktienkurse der Unternehmen und genau in diesem Zeitpunkt können wir zuschlagen.

Wir sind aufgrund der „politischen Börsen“ und der aktuellen Gemengelage defensiver unterwegs und sichern unsere Positionen am Markt ab. Da die zukünftigen Entwicklungen weltweit nicht abzuschätzen sind, müssen „Schocks“ einkalkuliert werden. Durch einen höheren Kassenbestand und eine geringere Aktienquote muss demnach für eine gewisse Flexibilität gesorgt werden. Diese Flexibilität bietet uns die Chance, bei fallenden Kursen unterbewertete Aktien zu kaufen.

FondsTrends: Das Thema ESG und Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle im Asset Management. Inwiefern reagieren Sie auf diesen Trend? Sehen Sie hier einen Paradigmenwechsel, oder ist das ganze Ihrer Ansicht nach eher eine „Modeerscheinung“?

Endrit Çela: Inzwischen achten immer mehr Anleger auf Nachhaltigkeitskriterien, so sind mehr als 300 Milliarden Euro in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits in diese Mandate investiert. Das Pflänzchen wächst und gedeiht, weshalb wir einen eindeutigen Paradigmenwechsel erkannt haben. Bei unseren beratenen Fonds-Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem Frankfurter – Value Focus Fund und dem Frankfurter Stiftungsfonds werden strenge Nachhaltigkeitskriterien beachtet. Unsere Überzeugung verbietet die Investition in Unternehmen, die ihre Erträge durch Rüstungsgüter, Glücksspiel oder ähnlichem erzielen. Darüber hinaus bleibt das Ziel bestehen, auf Dauer kein Geld zu verlieren und eine mittel- bis langfristige überdurchschnittliche Rendite im Einklang mit sozialen, ökologischen, Governance- und anderen nachhaltigkeitsbezogenen Kriterien zu erzielen. Hinzu kommt, dass die EU-Kommission demnächst die Berücksichtigung von SDG-Kriterien (Sustainable Development Goals) bei Investitionen vorschreiben wird. Mit ihrer Initiative wollen die EU-Länder die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitskriterien vorantreiben, die wir ebenfalls unterschrieben haben.

FondsTrends: Sie kommen ursprünglich aus Michigan. Was schätzen Sie am Arbeiten in Deutschland und was vermissen Sie am meisten, wenn Sie an Ihre alte Heimat denken?

Endrit Çela: In den USA sind Investitionen in die Aktienmärkte selbstverständlich, weshalb ich mit 16 meine erste Aktie gekauft habe. Mein Portfolio sollte Aktien von Unternehmen beinhalten, deren Produkte in meinem Alltag nicht wegzudenken waren. Damals habe ich beispielsweise Aktien von Microsoft gekauft. Umso mehr freue ich mich, mein Wissen und meine Begeisterung über die Aktienmärkte durch meine Tätigkeit bei der Shareholder Value Management AG weitergeben zu können.

Ich habe in Michigan jahrelang professionell American Football gespielt sowie Powerlifting und Leichtathletik betrieben. Trotz der „competitive atmosphere“ sind dort starke Freundschaften entstanden, welche mir heute am meisten fehlen. Doch viele meiner guten Freunde besuchen mich regelmäßig und sind von Deutschland und Europa begeistert.

FondsTrends: Herr Çela, wir danken Ihnen für das interessante Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg – sowohl für den Fondsgipfel als auch die Shareholder Value Management AG!

Endrit Çela ist Relationship Manager der Shareholder Value Management AG. Seine frühe Kindheit verbrachte er in Albanien. Gemeinsam mit seiner Familie wanderte er im Alter von neun Jahren nach Michigan, USA aus und beendete dort seine sportliche und schulische Laufbahn. Seit elf Jahren lebt er in Deutschland. Hier absolvierte er sein Studium der Politikwissenschaften und wagte den erfolgreichen Quereinstieg in die Investmentwelt.