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Deflation sowie Inflation | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (20/2020)

Nach einer Reihe enttäuschender Wirtschaftsdaten und eskalierender Spannungen zwischen den USA und China lösten die Aktienmärkte den Großteil der Gewinne der Vorwoche wieder auf. Die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion in den USA verzeichneten im April den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen, was den vollständigen und plötzlichen Stopp der wirtschaftlichen Aktivität widerspiegelt. Werfen wir einen Blick darauf was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Inflation, Deflation oder sogar beides?

Die jüngste Inflationsmessung in den USA zeigte im vergangenen Monat einen starken Rückgang der US-Kerninflation (CPI, consumer price index) von 2,1 Prozent auf 1,4 Prozent – der größte Rückgang seit 1957. Allerdings lässt die Kerninflation die Preise von Energie und Lebensmitteln, da diese sehr volatil sind bzw. sein können, außen vor. Erwähnenswert ist jedoch, dass die Lebensmittelpreise in diesem Monat um 1,5 Prozent gestiegen sind. Die Preise für alle sechs großen US-Lebensmittelkonzerne im Lebensmitteleinzelhandel stiegen im Laufe des Monats um mindestens 1,5 Prozent. Lebensmitteleinkäufer sehen in dieser Zeit des Hortens und der wirtschaftlichen Notlage kaum Schnäppchen.

Hierzulande sehen wir ein ähnliches Bild. In Deutschland erreichte die Inflation den tiefsten Stand seit November 2016. Die Teuerungsrate fiel im April auf 0,9 Prozent nach 1,4 Prozent im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die billigen Energiepreise sind ein Grund, warum die Inflation allgemein gesunken ist. Der Ölpreis ist sehr stark gedrückt worden und dadurch verbilligte sich Energie insgesamt um 5,8 Prozent zum April 2019. Tanken kostete gut 15 Prozent und Heizöl fast 24 Prozent weniger.

Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen weit überdurchschnittlich um 4,8 Prozent. “Hier wurden die Auswirkungen der Pandemie insbesondere durch die Preisanstiege bei Obst (+11,0 Prozent) und Gemüse (+6,5 Prozent) deutlich”, erklärten die Statistiker. Dienstleistungen kosteten 1,3 Prozent mehr, wobei die Wohnungsmieten um 1,4 Prozent anzogen.

Die Pandemie wirkt sich bisher überwiegend deflationär aus, was bedeutet, dass die Zentralbanken auf absehbare Zeit ihre sehr akkommodierende Geldpolitik beibehalten werden.

MMM – Die modernen monetären Magier

Die Arbeitslosenzahlen der vergangenen Woche weisen ein Plus in Höhe von 2,981 Millionen auf. Damit steigt die Zahl der Anträge insgesamt auf 36,5 Millionen Menschen. Die gute Nachricht: der Zuwachs ist deutlich zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: wir reden immer noch von Millionen Anträgen pro Woche.

Um der Wirtschaft zu helfen, den wirtschaftlichen Abschwung zu überstehen und eine mögliche Erholung zu unterstützen, haben die modernen monetären Magier bzw. die Notenbank-Helden die eine oder andere Nachtschicht einlegen müssen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat in dieser kritischen Zeit aggressiv gehandelt, indem sie Unternehmen und Verbrauchern über 2 Billionen Dollar an kostengünstigen Finanzmitteln zur Verfügung stellte.

Insgesamt beläuft sich die bisherige Reaktion der US-Notenbank auf den daraus resultierenden wirtschaftlichen Abschwung auf 14 Prozent des BIP und könnte noch höher ausfallen, wenn der Kongress neue Hilfsmaßnahmen verabschiedet.  Dieses Ausgabenniveau steht im Vergleich zu nur 4 Prozent des BIP während der Rezession 2008-2009. Abgesehen von der Höhe der Ausgaben ist dies auch die schnellste Reaktion auf einen Abschwung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ob der entstandene Schaden so schnell durch monetäre Maßnahmen wegzuzaubern ist, bleibt noch offen. Sicher ist jedoch, dass ohne die zügigen Maßnahmen der modernen monetären Magier ein weitaus größerer Schaden entstanden wäre.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das war das Jahr 2019! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (52/2019)

Ein ereignisvolles Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Doch genau vor einem Jahr beendete US-Zentralbank Präsident Jerome Powell die Party an den Börsen. Nach vielen Jahren Hausse war die Euphorie und Partystimmung im Keller – zumindest dem Anschein nach. Über das laufende Jahr 2019 sind wir eines Besseren belehrt worden. Die Aktienmärkte haben den Knick aus dem Dezember 2018 wieder schnell ausgebügelt und konnten, vor allem in den USA, neue Höhen erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was 2019 die Märkte bewegte.

Jerome Powell zündete noch einmal die Kerzen an

Bereits im Januar konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, als er von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nahm. Die kulante Politik der Fed trug zur guten Partystimmung an den Börsen bei. Allein im Januar konnte der NASDAQ 100 9,11 Prozent zulegen – die Bullen sind vom Schönheitsschlaf wieder aufgeweckt worden. Insgesamt konnte der NASDAQ 100 über das laufende Jahr 38,56 Prozent (per 27.12.2019) Performance erzielen.

Erst als das Thema der Liquidität bzw. Bilanzabkürzung der US-Notenbank vom Tisch war kannten die Aktienmärkte nur noch eine Richtung – und zwar nach oben!  Auch wenn die Fed ihre jüngsten Maßnahmen nicht als Quantitative-Easing (Lockerung der Geldpolitik) bezeichnen möchte: Tatsache ist, dass die Bilanz der Zentralbank seit dem 28. August 2019 um mehr als 400 Milliarden USD ausgeweitet worden ist (siehe Chart 1). Der NASDAQ 100 hat in diesem Zeitraum 15,59 Prozent zulegen können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Aktienmärkte von Liquidität getrieben werden. Falls genug Liquidität vorhanden bleibt, könnte auch das kommende Jahr für eine positive Überraschung sorgen.

Politische Börsen werden immer relevanter – auch wenn sie nicht relevant sind

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2019, ähnlich wie das Jahr 2018, an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Das ganze Jahr über wurden die Börsen von zwei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits und der Geist des Handelskrieges. Im Laufe des vierten Quartals 2019 haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind:

  • Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen. Für die Aktienmärkte waren das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Im kommenden Jahr dürfte der Brexit, nach langer Verzögerung, endlich stattfinden.
  • In Sachen Handelskrieg haben sich die USA und China auf ein Abkommen der ersten Phase geeinigt. Die geplanten US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren wurden zunächst einmal verschoben. Die chinesische Regierung kündigte ebenso an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen, die immer relevanter werden, auch wenn sie nicht relevant sind, nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf das kommende Jahr und vor allem auf die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblicke.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Definitiv Warren Buffett | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Im aktuellen Interview mit rendite, das Anlagemagazin der Börsen-Zeitung berichtet Frank Fischer, einer der erfolgreichsten Value Investoren Deutschlands, über seine ersten Erfahrungen mit Aktien und Geld.

Herr Fischer, wann und womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Ich habe mit sieben Jahren an der Endhaltestelle der Linie 23 in Frankfurt selbstgemalte Bilder verkauft, was meinem Vater äußerst unangenehm war.

Wofür haben Sie es ausgegeben?
Damit konnte ich mir dann selbst ein Gokart kaufen.

Was war Ihr erstes Investment an den Märkten?
Natürlich eine Aktie, lustigerweise ein Large Cap, und zwar BASF.

Was war Ihr erfolgreichstes Investment?
Ich denke, das war die Secunet. Wir sind bis heute investiert und nach wie vor überzeugt von dieser Firma.

An welches Fehlinvestment erinnern Sie sich?
Ehrlich gesagt gibt es da leider einige. Eines davon war Rosenthal Porzellan, denn das hat mir privat richtig wehgetan, denn es sah eigentlich zu sicher aus.

Treffen Sie Ihre private Anlageentscheidungen allein, oder beraten Sie sich mit jemandem?
Anlageentscheidungen treffe ich selbst, sonst hat meine Frau in vielen Dingen die Hosen an!

Gibt es eine bestimmte Anlagestrategie, die Sie verfolgen?
Wir sind Value-Investoren. Wir versuchen, den realen wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Wenn der Preis für das Unternehmen an der Börse unter dem von uns ermittelten Wert liegt, prüfen wir anhand unserer Kriterien, ob sich ein Investment lohnt.

Welche Kennzahlen sind für Sie wichtig, wenn Sie sich ein Wertpapier näher anschauen?
Zu den Kennzahlen, die wir uns zunächst anschauen gehören, die Cash-flows und der Total Shareholder Return, also was dem Aktionär schließlich zufließt. Daneben gibt es ein paar Kriterien, die für uns wichtig sind. Der Kurs der Aktie sollte eine Sicherheitsmarge bieten, wir wollen höchstens 60 Cent für einen Euro zahlen. Das Unternehmen sollte eigentümergeführt sein und über strukturelle Wettbewerbsvorteile verfügen. Das können zum Beispiel Patente oder Kostenvorteile sein.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit beim Investieren?
Das Thema ist für uns sehr wichtig und hat unterschiedliche Facetten. Zum einen ist uns eine gute Corporate Governance sehr wichtig. Gut geführte, inhabergeführte Unternehmen sind nachhaltiger ausgerichtet als Firmen mit einem externen Manager. Daneben wollen wir bestimmte Themen wie Umweltverschmutzung oder Kinderarbeit nicht unterstützen.

Haben Sie bei der Geldanlage ein Vorbild?
Definitiv Warren Buffett. Er hat das Value Investing weiterentwickelt. Gleichzeitig ist er bei vielen ethischen, philosophischen und Governance-Themen ein Vorbild. Eines unser wichtigsten Auswahlkriterien für ein Unternehmen ist, dass das Management „skin in the game“ hat, also signifikant am Unternehmen beteiligt ist. Dieses Kriterium geht auf Warren Buffett zurück.

Ihr Motto beim Investieren lautet?
Als Value Investor braucht man Sitzfleisch und Demut vor den Märkten.

Welches Buch sollten Anleger gelesen haben?
„The intelligent investor“ von Benjamin Graham. Einfacher ist aber „Buffettology“ von Mary Buffett.

Welches Wertpapier oder welche Assetklasse würden Sie auf Jahressicht empfehlen?
Anleger haben angesichts der niedrigen Zinsen eigentlich keine Wahl, als in Aktien zu investieren. Zwar sind die Konjunkturerwartungen im Moment in einigen Bereichen sehr schwach, gleichzeitig schiebt aber die ansteigende Liquidität die Börsen an. Hinzu kommt, dass die ersten konjunkturellen Indikatoren sich wieder aufhellen. Wenn wir jetzt noch eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sehen, kann das der Börse weitere Impulse geben.

Sie haben eine Million Euro und müssen diese mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren investieren. Wie würden Sie das Geld anlegen bzw. aufteilen?
Immer zu 100 % in Aktien. Besser noch mit Sicherheitsmarge und konzentriert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben. Als Privatinvestor kann man natürlich auch über mehrere Aktienfonds streuen.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






Die Börsengespenster 2019 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (50/2019)

Das ganze Jahr über wurden die Börsen von drei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits, der Geist des Handelskrieges und der Geist der Zinspolitik in den USA. Im Laufe der vergangenen Woche haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind – einer nach dem anderen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Gespenst des Brexits

Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen und Boris Johnson steht im Mittelpunkt. Jetzt dürfte in Sachen Brexit nichts mehr im Weg stehen, denn mit einer Mehrheit im Unterhaus ist der parlamentarische Widerstand höchst unwahrscheinlich.

Für die Aktienmärkte sind das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der europäischen Union. Das Restrisiko eines harten Brexits bzw. eines unregulierten Austritts ist nunmehr vom Tisch. Jetzt müssen das Vereinigte Königreich und die EU ihre Wirtschaftsbeziehungen neu verhandeln. Das Gespenst des Brexits dürfte uns im kommenden Jahr nicht mehr begleiten.

Der Geist des Handelskrieges

Die USA und China haben gesagt, dass sie sich auf ein Abkommen der ersten Phase einigen wollen. US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren, die für heute (Sonntag, 15.12.2019) geplant waren, wurden zunächst einmal verschoben. Im Rahmen der ersten Phase des Abkommens werden die USA die bereits bestehenden Zölle gegen chinesische Produkte senken. Die chinesische Regierung kündigte heute an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, dass China sich im Rahmen des Abkommens vom Freitag verpflichtet hat, in den nächsten zwei Jahren 40 Milliarden US-Dollar an amerikanischen Agrarprodukten zu kaufen. Er sagte, China habe auch versprochen, seine langjährige Praxis des Drucks auf Unternehmen zu beenden, ihre Technologie als Voraussetzung für den Marktzugang zu übergeben. Der Geist des Handelskrieges, zumindest was die erste Phase angeht, dürfte unseren Schlaf nicht mehr rauben.

Der Geist der Zinspolitik in den USA

Die Aktienmärkte schlossen am vergangenen Mittwoch etwas freundlicher, nachdem die US-Notenbank darauf hinwies, dass sie die Zinsen im Jahr 2020 wahrscheinlich nicht anheben wird, was die Befürchtung der Anleger beseitigt, dass sie einen Fehler vom vergangenen Jahr wiederholen würden. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sagte in einer Pressekonferenz, die Zentralbank müsse einen anhaltenden Anstieg der Inflation sehen, bevor sie die Zinsen wieder anheben könne.

Die Inflation ist in den Vereinigten Staaten, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), im November von 1,8 auf 2,1 Prozent pro Jahr gestiegen und lag über der Markterwartung von 2 Prozent, wie die vom United States (US) Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch veröffentlichten Monatsdaten zeigen. Ob wir einen nachhaltigen Anstieg der Inflation in den USA sehen bleibt die Schlüsselfrage für das kommende Jahr!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Tief durchatmen und los geht’s! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (47/2019)

Nach der sechswöchigen Rallye haben die Aktienmärkte nun eine Pause eingelegt. Heißt es jetzt tief durchatmen und los geht’s oder müssen Anleger eine längere Pause der Bullen befürchten? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Märkte sind wahrscheinlich zu schnell gesprintet

Die Aktienmärkte haben in den letzten sechs Wochen kräftig zugelegt. Der deutsche Leitindex DAX hat in diesem Zeitraum (Kalenderwoche 41 – 46) satte 10,23 Prozent Performance erzielt – die amerikanischen Standardwerte (S&P 500) dagegen konnten in dieser sechswöchigen Aufwärtsphase nur 5,71 Prozent erzielen. Allerdings erwies sich die vergangene Woche als zu schwierig um positive Ergebnisse zu liefern (siehe Performance-Tabelle unten).

Grund dafür waren die überraschend schwachen Ergebnisse des Markit-Einkaufsmanagerindex, der Industrie und Dienstleister im Euroraum zusammenfasst. Der Einkaufsmanagerindex ist eine monatliche Umfrage des Instituts IHS Markit, die auf den Einschätzungen von mehr als 400 ausgewählten Einkaufsmanagern oder Geschäftsführern basiert. Im November fiel der Einkaufsmanagerindex in der Eurozone um 0,3 auf 50,3 Punkte. „Aufgrund der anhaltenden Handelskonflikte verharrte die Industrie in der tiefsten Rezession seit sechs Jahren“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Daten signalisieren, dass die Wirtschaft im Euroraum auf Quartalsbasis derzeit nur um 0,1 Prozent wächst.

EZB-Chefin Lagarde: „Wir werden kontinuierlich die Nebeneffekte unserer (Geld)Politik beobachten“

Die neue Chefin der Europäischen Zentralbank heißt Christine Lagarde. Lagarde qualifizierte sich für den EZB-Posten in erster Linie durch ihren vorherigen Arbeitgeber – den Internationalen Währungsfonds (IWF). Von 2011 bis 2019 hat Lagarde, als Kreditgeber letzter Instanz, Mitgliedstaaten bei Zahlungsschwierigkeiten mit Krediten geholfen. Der IWF vergibt unter bestimmten fiskalischen Bedingungen befristete Kredite an Staaten, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Lagarde am vergangenen Freitag in ihrer ersten Rede als EZB-Präsidentin die Politik auffordert mehr Investitionen zu tätigen, um das Wachstum in der Eurozone anzukurbeln. „Investitionen sind ein besonders wichtiger Teil der Antwort auf die Herausforderungen von heute, da sie sowohl die Nachfrage von heute als auch das Angebot von morgen sind“, sagte Lagarde. Darüber hinaus versicherte Lagarde weiterhin die Unterstützung der EZB, um der Wirtschaft zu helfen und um auf zukünftige Risiken zu reagieren. Wir wünschen Frau Lagarde viel Erfolg dabei!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Konjunkturerwartungen machen wieder Hoffnung | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (46/2019)

Die Rallye geht weiter! Der DAX hat am vergangenen Freitag die sechste Gewinnwoche in Folge über die Ziellinie gebracht. Über den Atlantik konnten die amerikanischen Aktienmärkte erneut neue Höchststände verzeichnen. Geht die Rallye bis zum Jahresende weiter oder geht den Aktienmärkten kurz vor Weihnachten wieder die Luft aus? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen machen wieder Hoffnung

Die ZEW-Konjunkturerwartungen gehören zu den wichtigsten Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine Umfrage des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW, bei welcher rund 350 Finanzexperten monatlich zur künftigen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten befragt werden. In der aktuellen Umfrage stiegen die Konjunkturerwartungen für Deutschland sehr stark an und erreichten den besten Wert seit Mai. Im August erreichte der Indexwert für die Konjunkturerwartungen den tiefsten Stand seit Ende 2011. Der starke Anstieg deutet eine Konjunkturwende an.

„Die Hoffnung steigt, dass sich das internationale wirtschaftspolitische Umfeld in der näheren Zukunft verbessern wird. Dies ist der Grund für den starken Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen im November. Die Chancen auf ein Abkommen zwischen Großbritannien und der EU und damit auf einen geregelten Austritt Großbritanniens sind inzwischen erkennbar größer geworden. Hinzu kommt, dass Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die Vereinigten Staaten weniger wahrscheinlich sind als vor einigen Wochen. Auch eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint etwas näher zu rücken“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Politische Börsen haben kurze Beine

Der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China, der immer wieder nahende Brexit, der Krieg in Syrien, die Drohnenangriffe auf Ölfelder in Saudi-Arabien, der „Unberechenbare“ im Weißen Haus, und so weiter und so fort. Dabei lautet eine bekannte Börsenweisheit: „Politische Börsen haben kurze Beine“. All diese Themen haben in den vergangenen Jahren die Börsenkurse nur kurzfristig beeinflusst. Langfristig zählen nur die harten Fakte wie Unternehmensgewinne, Wirtschaftswachstum und das Zinsniveau.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der neuen EZB Präsidentin Lagarde am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Oktober Deals – sollten Anleger jetzt jubeln? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (42/2019)

Der Monat Oktober ist bekannt für seine großartigen Angebote am Schwarzen Freitag. Allerdings war dieses Jahr anders. Anleger durften sich bereits zwei Mal freuen: zum einen über den China-Deal und am vergangenen Donnerstag über den Brexit-Deal! Doch die Kauflaune der Börsianer war letzte Woche nicht zu spüren. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Endlich ein Brexit-Deal, aber die Euphorie lässt schnell nach

Für kurze Zeit während des Brexit-Gipfels am vergangenen Donnerstag waren die europäischen Aktienmärkte voller Euphorie, denn die EU und Großbritannien hatten sich endlich auf einen Brexit-Deal geeinigt. Nachdem der deutsche Leitindex um mehr als 1 Prozent gestiegen ist, mussten die Gewinne auch schnell wieder abgegeben werden, denn die Börsianer erinnerten sich schnell daran, dass auch Theresa May zu Ihrer Zeit einen Deal mit der EU hatte. Wir alle wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Das Prozedere ist bekannt: auch Boris Johnsons muss, wie seine Vorgängerin Theresa May, vor dem britischen Unterhaus antreten um die Parlamentarier von „seinem“ Deal zu überzeugen. Der erste Anlauf am vergangenen Samstag fühlte sich wie ein Déjà-vu an. Das britische Parlament hat zunächst ein Gesetz beschlossen, welches die Unterstützung des Deals mit der EU bis zur vollständigen Gesetzgebung zurückhält. Johnson ist entschlossen, erneut am Montag vor dem Parlament anzutreten. Möglicherweise wird Johnson, wie Theresa May, die EU erneut um eine Verlängerung bitten. Das Brexit-Spiel dürfte uns bis in das Jahr 2020 begleiten.

US-Banken bleiben trotz Notenbankpolitik profitabel

US-Banker und Bankinvestoren können endlich ausatmen. Es gab erhebliche Ängste, dass die Ergebnisse des 3. Quartals aufgrund der sinkenden Zinsen deutlich schlechter ausfallen würden.

Die amerikanischen Großbanken haben einmal mehr bewiesen, dass sie einen Schlag einstecken können. Die meisten Banken übertrafen die Gewinnschätzungen der Analysten, einige davon mit deutlichem Abstand.

Das Ertragswachstum war jedoch geringer, da die Kreditmargen aufgrund der niedrigen Zinssätze deutlich enger waren. Trotz der dünneren Luft im dritten Quartal funktionieren die Geschäftsmodelle der US-Banken nach wie vor. Die großen Kreditgeber sammeln immer noch in gesundem Tempo Einlagen – anders als bei den europäischen Banken. Mittlerweile erwirtschaften die meisten US-Großbanken in einem Quartal mehr Gewinn, als die Deutsche Bank im ganzen Jahr. Die europäischen Banken müssen Ihre Quartalsergebnisse in den kommenden Wochen noch veröffentlichen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die EZB Zinsentscheidung am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Die Handelsgiganten sind sich einig | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (41/2019)

Ein vorläufiger Kompromiss wurde in Sachen Handelskrieg getroffen. Der langersehnte „Deal“ soll aus zwei Phasen bestehen. Vor weniger als einer Woche zögerte Präsident Trump, überhaupt einen Deal mit China zu machen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Handelsgiganten sind sich nun einig

In Sachen Handelsstreit zwischen den USA und China haben Präsident Trump und Präsident Xi sich auf einen umfangreichen Handelsdeal, der aus 2 Phasen bestehen soll, nun geeinigt. Dabei soll die erste Phase u.a. die Agrargüter und Finanzdienstleistungen umfassen. Während der ersten Phase soll China US-Agrarprodukte im Wert von 40 bis 50 Milliarden Dollar pro Jahr beziehen. Im Gegenzug wollen die USA das Inkrafttreten der ursprünglich für den 15. Oktober geplanten zusätzlichen Zölle auf chinesische Waren mit einem Volumen von 250 Milliarden Dollar aussetzen.

Selbst wenn das vorgeschlagene Abkommen zwischen den Handelsgiganten abgesegnet wird, bleibt der durchschnittliche Zollsatz der chinesischen Importe bei 21 Prozent, während in China der durchschnittliche Zollsatz für US-Importe auf fast 22 Prozent angehoben wurde. Wir sollten uns noch nicht zu früh freuen, denn Trumps (Fake) Trade-Deal könnte nur eine weitere Etappe im Zyklus der Verhandlungen mit China sein. Wie so oft in der Vergangenheit müssen jedoch noch viele wichtige Details offengelegt werden.

Die US-Wirtschaft sieht für US-Notenbankheld Powell gut aus

Laut Fed-Chef Powell, der am Dienstag auf der Konferenz der National Association for Business Economics eine ausführliche Rede hielt, ist die US-Wirtschaft weder zu heiß noch zu kalt und die Inflation ist unter Kontrolle – alles scheint nach Plan zu laufen. Laut Powell gibt es keinen Aspekt der Wirtschaft, der wirklich boomt. Es gibt einen soliden Konsumsektor, in dem die Löhne auf dem Niveau von Produktivität und Inflation steigen und die Schaffung von Arbeitsplätzen wächst auf einem gesunden Tempo.

Trotz des positiven Konjunkturausblicks, den Powell am Dienstag geäußert hat, wird die US-Notenbank die Zinsen voraussichtlich bis auf weiteres weiter senken. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung am 30. Oktober liegt bei 75,4 Prozent. Die vereinten Kräfte von Trump und Powell, d.h. Trade Deal und weitere Zinssenkungen, könnten zu einer starken Jahresendrallye am Aktienmarkt führen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den Brexit Gipfel des Europäischen Rates von Donnerstag bis Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Die September-Rallye setzt sich fort | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (37/2019)

Die Aktienmärkte weltweit haben die September-Rallye in der vergangenen Woche eindrucksvoll fortgesetzt. Nach mehrheitlich positiven Handelstagen ist die August-Delle bald wieder ausgebügelt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

In China steigt die Verbraucherinflation im August deutlich

Chinas Verbraucherpreisindex, der Hauptindikator für die Inflation, ist im August gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Der relativ hohe Wert wird hauptsächlich durch die Lebensmittelpreise verursacht, die im Vergleich zum Vormonat um 10 Prozent gestiegen sind. Aufgrund des reduzierten Angebots infolge der afrikanischen Schweinepest stiegen die Schweinefleischpreise im August gegenüber dem Vorjahr um 46,7 Prozent, verglichen mit 27 Prozent im Juli. Schließlich ist 2019 das Jahr des Schweins in China.

Die EZB geht wieder Shoppen – nach Staatsanleihen

Ab November wird die EZB wieder Staatsanleihen im Wert von 20 Milliarden Euro monatlich kaufen, und zwar so lange bis der Arzt kommt. Damit versucht die EZB die europäische Wirtschaft durch „easy money“ anzukurbeln. Bundesbank Präsident Jens Weidmann kritisierte diesen Schritt und sagte im Interview mit der Bild-Zeitung, dass die EZB „über das Ziel hinausgeschossen“ sei. Die EZB beschloss außerdem die Strafzinsen für Banken, die überschüssiges Geld bei der Notenbank hinterlegen, um weitere 10 Basispunkte zu erhöhen. Der Zinssatz beträgt nun minus 50 Basispunkte.

Die Stimmung der US-Konsumenten erholt sich leicht im September

Die US-Verbraucherstimmung der University of Michigan erholte sich im September nach einem starken Rückgang im August. Die robuste Erholung signalisiert eine Bereitschaft der US-Verbraucher, die wirtschaftliche Expansion trotz zunehmenden Unsicherheiten weiter voranzutreiben. Der vorläufige Stimmungsindex der University of Michigan stieg von einem fast dreijährigen Tiefststand von 89,8 im August auf 92 Punkte im September.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Pressekonferenz der amerikanischen Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Chinas Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Erholung | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (36/2019)

Nun ist es wieder Sonntag. Eine weitere Handelswoche ist inzwischen zu Ende gegangen. Viel bewegte vergangene Woche die Aktienmärkte: das britische Unterhaus hat sich klar gegen ein No-Deal-Brexit ausgesprochen; in Italien ist es der Fünf-Sterne-Bewegung-Partei gelungen gemeinsam mit den Sozialdemokraten eine Regierung zu bilden und die Handelsgespräche zwischen China und USA werden im Oktober weitergeführt.

Die chinesische Wirtschaft zeigte im August Anzeichen einer Erholung – zumindest kurzfristig. Chinas Produktionsindex Caixin kehrt im expansiven Modus zurück. Der Caixin-Index ist einer der führenden Indikatoren für die Geschäftsbedingungen in China und wird von Analysten weltweit genau beobachtet. Ein Wert von 50 trennt die Expansion von der Kontraktion. Je höher der Wert über 50 liegt, desto schneller die Expansion, während je weiter unter 50, desto größer die Kontraktion. Laut Daten der chinesischen Regierung expandierte trotz Handelskonflikt mit den USA Chinas Produktion von 49,9 Punkten im Juli auf 50,4 im August. Das verarbeitende Gewerbe machte in der ersten Hälfte des Jahres knapp 30 Prozent des chinesischen Bruttoinlandproduktes aus.

Die Exportaufträge gingen jedoch im dritten Monat in Folge und mit dem stärksten Tempo seit November 2018 zurück. Sowohl Washington als auch Peking begannen am vergangenen Sonntag, neue Zölle auf die Waren des anderen zu erheben. Beide Handelsmächte haben sich jedoch darauf geeinigt, konkrete Maßnahmen zu unternehmen, um positive Bedingungen für einen weiteren Dialog zu schaffen. Beide Länder werden sich Anfang Oktober in Washington treffen.

Werfen wir nun einen Blick auf Europa. „Take back control from Boris. Bring down Boris. Defend Democracy. Resist the parliament shutdown.” – diese und viele weitere schlagkräftige Slogans prägten die Proteste im Vereinigten Königreich am vergangenen Wochenende. Der neue britische Regierungschef Boris Johnson wird den Brexit zum 31. Oktober 2019 durchführen und betont dabei ausdrücklich, dass ein Austrittsabkommen mit der EU nicht relevant dafür sei. Doch das britische Unterhaus ist einer anderen Meinung gewesen – das britische Unterhaus hat sich klar gegen einen No-Deal-Brexit ausgesprochen. Das neue Gesetz sieht vor, den Brexit vom 31. Oktober bis zum 31. Januar 2020 zu vertagen, falls Johnson bis zum 19. Oktober kein Austrittsabkommen mit der EU erreicht hat – so soll ein „Hard Brexit“ Großbritanniens aus der Europäischen Union verhindert werden. In der kommenden Woche wird das britische Parlament zum neuen Brexit Plan abstimmen. Wir lassen uns, wie immer, einfach mal überraschen.

Nach wochenlanger Krise in Italien gibt es nun endlich eine Regierung. Die neue italienische Regierung aus der populistischen Partei Fünf-Sterne-Bewegung und den Sozialdemokraten ist nach mühsamen Verhandlungen entstanden – auch wenn vor kurzem noch diese Konstellation der Regierungsbildung undenkbar erschien. Ob diese Koalition Früchte trägt werden wir in den kommenden Wochen genauer beobachten.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen-Daten am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


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