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Der Countdown läuft | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (40/2020)

Heutzutage gibt es nichts Aufregenderes als eine Tüte Popcorn während Ihrer Lieblings-Präsidentschaftsdebatte im Fernsehen läuft. Aber der Höhepunkt war am vergangenen Freitag, nachdem die Welt davon erfuhr, dass Donald Trump und seine Frau mit Covid-19 infiziert wurden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Chaotische TV-Debatte

Die Präsidentschaftsdebatte, die am vergangenen Dienstag zwischen Donald Trump und Joe Biden stattfand, war nichts weniger als unterhaltsam. Bitte entschuldigen Sie, dass ich etwas übertreibe, aber die US-Präsidentschaftsdebatte hat mich in die 90er Jahre zurückversetzt, als die Jerry-Springer-Show besonders populär war.

Aktuell befindet sich das Land in einer der schlimmsten Rezessionen seit „The Great Depression“. Momentan gibt es immer noch 6,8 Millionen mehr Arbeitslose in den USA als im Februar vor der Pandemie. Anstatt eine tragfähige Lösung zu präsentieren, um das Land wieder auf den richtigen Weg zu bringen, verbringen die beiden Kandidaten die meiste Zeit damit, mit dem Finger zu zeigen und sich gegenseitig zu unterbrechen. Nach der chaotischen TV-Debatte planen die Veranstalter Änderungen am Konzept. Wir sind gespannt!

POTUS infiziert die Aktienmärkte

Und nun kommen wir zum absoluten „Höhepunkt“ der vergangenen Woche. Vier Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November kündigte Präsident Trump per Twitter, dass seine Frau (FLOTUS) und er (POTUS) sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Der positive Corona-Test von US-Präsident Donald Trump hat weltweit für Unruhe an den Kapitalmärkten gesorgt.

Die Nachricht vom Freitag bringt das Coronavirus wieder in die vordersten Reihen der Schlagzeilen. Dies könnte Auswirkungen auf das Verhalten der Verbraucher haben, die angesichts einer andauernden und hartnäckig anhaltenden Pandemie bei der Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Aktivitäten nun vorsichtiger sein könnten.

Bald kommt der „Digital Euro“?

Wir hatten diese Woche äußerst interessante Nachrichten aus Frankfurt: Europas Notenbank-Helden intensivieren ihre Arbeit an einem digitalen Euro. Die Europäischen Zentralbank wagt den ersten großen Schritt zur Einführung einer digitalen Währung. Technisch würde ein digitaler Euro dem Bitcoin ähneln. Aber im Gegensatz zu der Kryptowährung stünde er unter Aufsicht einer Zentralbank.

Die Rechtsabteilung der Zentralbank hat beim Amt für geistiges Eigentum der Europäischen Union eine Anmeldung für die Marke „Digital Euro” eingereicht. Es wird erwartet, dass die EZB demnächst ihre Einschätzung darüber veröffentlicht, ob eine digitale Währung eingeführt werden soll. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Auf und Ab an den Märkten geht weiter – wer sitzt fest im Sattel? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (37/2020)

Die Märkte waren in dieser Woche wieder sehr stark in Bewegung. Besonders war hierbei der Ungleichtakt zwischen den USA und Europa. Ähnliches Bild konnten wir an den Rohstoffmärkten sehen – während sich Gold und Silber nur marginal veränderten, geriet Öl (-6,42%) enorm unter Druck – das freut derzeit die Autofahrer. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Trump fest im Sattel, aber wer hält die Zügel?

Die Märkte in den USA schlossen alle samt im Minus (Dow Jones -1,66%, NASDAQ -4,60% und S&P 500 -2,51%). Dies wäre zur Vorwoche sicherlich nicht stark verwunderlich, wenn nicht die europäischen Indizes mit einem Plus schlossen (DAX 2,80%, Euro Stoxx 1,69%).

Sicherlich hat die “Labor Day” Woche rund um die Trauerfeier anlässlich 9/11 ihren Anteil an der schwachen Woche an den US-Märkten gehabt. Doch auch der US-Wahlkampf wird seinen Einfluss auf die Zurückhaltung an den amerikanischen Märkten haben. Nachdem Trump in den letzten Umfragewerten deutlich aufholen konnte, wird sich wohl Verunsicherung breit machen bei den Anlegern, ob des Ausgangs der Wahl und der zukünftigen Wirtschaftsausrichtung im Land.

Die EU und Euro-Zone sollte sich gut festhalten

Die EU hat die Bruttoinlandszahlen der Mitgliedsstaaten diese Woche vorgestellt. Dabei waren sicherlich keine Jubelsprünge zu erwarten, aber die vorgelegten Zahlen sorgten dennoch für Ernüchterung. Die EU verzeichnete ein Minus von 12,1% und die Euro-Zone -11,9%. Von Erholung sind wir also weiterhin noch entfernt. Die größten Verlierer sind dabei die alt-bekannten Länder Spanien (-18,5%), Portugal (-14,1%) und Frankreich (-13,8%). Deutschland liegt mit -10,1% im Mittelfeld.

Als wäre die Krise nicht genug, bäumt sich ein vermeintlich beruhigtes Pferd wieder auf. Zwischen der EU und Großbritannien ist ein Streit entstanden, da die festgelegten Austrittsvereinbarungen wohl souveräne Staaten in ihrem Freihandelsabkommen beschneiden. Wie lang wird dieser wilde Rodeo noch andauern?

Gibt die FED nächste Woche den Märkten die Sporen?

Die EZB hat in ihrer Sitzung am Donnerstag verkündet keine Lockerungssignale auszusenden. Was die vorgelegten GDP-Zahlen wohl auch kaum begründen würden. Von ihrem PEPP-Programm in Höhe von 1,35 Billionen € wurden erst 500 Mrd. € ausgeschöpft und das langjährige Inflationsziel von knapp unter 2% ist ebenfalls weit entfernt.

Die FED hat bereits einen Strategiewechsel verkündet und alle sind auf die Aussagen nächste Woche gespannt und die Reaktionen an den Märkten. Die FED will nun Inflationszahlen über zwei Prozent tolerieren, wenn sie vorher lange darunter lag. Doch wie sehen dann die Maßnahmen von der FED aus? Wir werden es nächste Woche spätestens wissen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Erwartungen sind hoch, aber das Vertrauen schwindet | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (25/2020)

Nachdem vorletzte Woche die Märkte herbe Verluste aufzeigten und nicht sicher war, ob es der Beginn einer Talfahrt wird oder nur eine Gewinnmitnahme, bestimmte die vergangene Woche der Abwärtstrend die Märkte. Wieviel Einfluss dabei Wirecard auf den DAX hatte, ist nicht abschätzbar. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Wirecard – vertrauenswürdig oder selbst Opfer?

Diese Woche wurde gespannt auf Eröffnung des Jahresabschlusses von Wirecard gewartet, da diese bereits mehrfach verlegt wurde. Doch auch dieses Mal wurden die Analysten vor den Kopf gestoßen. Das hatte dramatische Auswirkungen auf den DAX, der sich zum Wochenende jedoch wieder stabilisieren konnte und mit einem Plus von 3,19% schließen konnte. Wirecard dagegen verlor 71,97% innerhalb nur einer Woche. Doch der nominelle Wertverlust wiegt sicherlich nicht so schwer, wie der Vertrauensverlust, den Moody‘s mit ihrem Rating auf Ramschniveau Ausdruck verlieh. Derweilen stellte sich Ex-Chef Markus Braun selbst als Opfer dar und trat mit sofortiger Wirkung zurück. Nachfolger James Freis hat viel aufzuarbeiten – insbesondere die Suche nach den fehlenden 1,9 Mrd. € wird eine große Herausforderung. Es gibt jedoch noch einen viel größeren Verlierer bei der ganzen Story, und zwar den deutschen Aktienmarkt. Wie beim Platzen der Tech-Blase Anfang der 2000er ist das Grundvertrauen der Anleger erschüttert. Und gerade als sich eine neue Kultur am Entwickeln war.

Was tun, wenn selbst den Rettern das Vertrauen schwindet?

In der vergangenen Woche fand der EU-Gipfel zur Klärung des EU-Haushalts per Videokonferenz statt. Im Fokus dabei stand das geplante 750 Mrd. € Hilfspaket. Einige Länder benötigen dringend und umgehen die Finanzspritze, um ihren krisengebeutelten Wirtschaften wieder Leben einzuhauchen. Doch es gibt viele Fragen bzgl. Auszahlung, Rückzahlung und Summen. Eine Einigung war nicht zu erwarten, aber ein wirklicher Durchbruch zeichnete sich am Ende auch nicht ab – man vermeldete lediglich Annäherungen. Was dieses Ergebnis für einen Vertrauen erweckt, zeigte eine Reaktion von Christine Lagarde, die vor negativen Marktreaktionen warnte, falls das erwartete Hilfspaket nicht abgeschlossen wird, da die Marktteilnehmer die angekündigten Hilfen bereits eingepreist hätten und nur dadurch etwas Ruhe an den Märkten bestehen. Was sagt das nun über das Vertrauen zu den groß angekündigten Hilfsprogrammen der Regierungen aus?

Und wer vertraut eigentlich noch Trump?

Der US-Präsident setzt seinen Wahlkampf fort und trotzt dabei der aktuellen Pandemie. Seinem Rundumschlag in Tulsa hörten weit weniger Anhänger zu als angenommen. Der Grund liegt für Trump nahe – es seien die Medien mit ihrer Angstmacherei. Doch eine kürzlich durchgeführte Umfrage in den USA könnte einen anderen Grund darlegen. Das Vertrauen in den derzeitigen US-Präsidenten ist so schlecht wie nur dreimal zuvor in der Geschichte der Vereinigten Amerikanischen Staaten. Über 54% der Bevölkerung sprach sich gegen Trump aus und vielleicht ist es mittlerweile sogar noch mehr. Die Gallup Umfrage im Juni ergab nur 39% Befürwortung für den amtierenden US-Präsidenten und seine Politik. Derweilen regen sich erste Stimmen, dass das Vertrauen in einen fairen und demokratischen Wahlkampf schwinden. Es bleibt in den nächsten Wochen spannenden wie sich Erwartungen und Vertrauen in dieser herausfordernden Zeit weiterentwickeln, da sie die Grundwerte eines guten Marktes sind.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Notenbankhelden & das Coronavirus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (10/2020)

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in China geht zurück! Angesichts der positiven Nachrichten stieg der chinesische Leitindex CSI 300 vergangene Woche um mehr als fünf Prozent. Doch die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zeigen sich mit dem Coronavirus etwas überfordert zu sein. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Coronavirus zwingt China in die Knie

Die chinesische Mediengruppe Caixin und das Institut IHS Markit teilten am vergangenen Montag mit, dass Produktion, Aufträge und Beschäftigtenzahl im Februar so stark gefallen sind wie noch nie seit Beginn der monatlichen Umfrage vor rund 16 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex brach dadurch um 10,8 auf 40,3 Punkte ein, was einen Rückgang von minus 21,14 Prozent entspricht.

Experten gehen aber davon aus, dass die chinesische Industrie im März wieder Fuß fasst. “Harte Daten wie der tägliche Kohleverbrauch deuten weiter darauf hin, dass Unternehmen ihre Produktion wieder aufnehmen und die chinesische Wirtschaft sich allmählich erholt”, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik ist zuletzt merklich gesunken, ebenso die der Toten.

Aus der Ferne betrachtet, reagieren viele in China auf die Entwicklungen in Europa und in den USA mit einer Mischung aus Schock und Freude. Die Chinesen finden es schwer zu glauben, dass die Supermächte der Welt ihre Reaktion auf das Virus vermasselt haben, selbst nachdem sie Wochen Zeit hatten, sich auf seine mögliche Ankunft vorzubereiten.

Die Notenbankhelden sind jetzt gefragt

Dass die großen Zentralbanken bereit stehen um sich gegen den Abschwung der Weltwirtschaft zu stemmen haben sie nicht nur signalisiert, sie sind auch bereits zur Tat geschritten. Christine Lagarde hat „angemessene und zielgerichtete Maßnahmen“ in Aussicht gestellt, um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzuwirken. Die EZB beobachte die Entwicklung der Wirtschaft und der Inflation ganz genau. Die Fed hat sich dazu entschieden, in einem außerplanmäßigen Schritt den Leitzins um 50 BP zu senken.

Die Märkte hatten mit diesem Schritt erst bei der nächsten Fed-Sitzung am 17./18. März gerechnet. Dass die US-Notenbank nicht bis zur nächsten Sitzung warten wollte, deuten die Marktteilnehmer als eine sehr pessimistische Sicht der Fed auf die Auswirkung des Coronavirus auf die Weltwirtschaft – Die Bank of Japan (BoJ) hat in einer Notfallerklärung zu Beginn der Woche bereits klar gemacht, dass sie bereitstehe den Markt mit weiterer Liquidität zu versorgen und dadurch zu stabilisieren. Dabei hat die BoJ angeboten, Staatsanleihen im Volumen von 500 Mrd. JPY (4,2 Mrd. Euro) zu erwerben. Die großen Notenbanken tun also wieder das was sie am besten können: sich mit niedrigeren Zinsen und noch weiterer Liquidität gegen den Abschwung der Wirtschaft zu stemmen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht eines Tages an den Punkt gelangen, indem wir in diesen Geldschwemmen ertrinken, sondern dass die Weltwirtschaft stark genug ist, um ohne diese Droge zu wachsen. Auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg vor uns steht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Angst, die Gier und das Risiko | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.