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Keine Ungewissheit mehr, der Sieger heißt Joe Biden| Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (45/2020)

Es war eine historische Woche für die Vereinigte Staaten und für die ganze Welt, die zusah und gespannt auf die Ergebnisse der US-Wahl wartete. Amerika hat einen neuen Präsidenten gewählt, und der Aktienmarkt scheint ihn zu mögen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Eindeutiges Ergebnis der US-Wahl

Der US-Aktienmarkt verzeichnete vergangene Woche seinen besten wöchentlichen Kursgewinn seit Anfang April. Der S&P 500 zog kräftig an und verzeichneten in der gesamten Woche ein Plus von 7,3%. Die Aktienmärkte stellten eine gewisse Erleichterung in Bezug auf die Aussichten auf eine gespaltene Regierung fest, wobei eine Biden-Präsidentschaft und ein von den Republikanern kontrollierter Senat die Wahrscheinlichkeit sofortiger Steuererhöhungen und verschärfter Vorschriften verringerten, ohne jedoch das Potenzial für eine Einigung über eine Form von Finanzhilfepaket auszuschalten.

Nun ist die finale Entscheidung am Samstag gefallen, und Amerika hat einen neuen Präsidenten und eine neue Richtung gewählt. Wir warten gespannt auf die kommende Woche und die Reaktion der Marktteilnehmer.

Was macht die US-Notenbank?

Weitgehend überschattet wurde die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank in der vergangenen Woche. Es überrascht nicht, dass die Zentralbank ihren Leitzinssatz nahe bei Null belassen und ihre Verpflichtung bekräftigt hat, die Zinssätze über einen längeren Zeitraum niedrig zu halten, um die Wirtschaft zu stützen. Ich glaube, dass die Geldpolitik in den kommenden Jahren eine der mächtigeren Kräfte hinter den Märkten sein wird. Historisch gesehen haben Aktien in Zeiten lockerer monetärer Rahmenbedingungen gut abgeschnitten. Ich vermute, dass eine Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank noch einige Jahre entfernt ist, so dass die Politik der US-Notenbank den Märkten auf dem Weg ins Jahr 2021 als möglicher Wind im Rücken bleibt.

US-Arbeitslosenquote sinkt weiter

Der Job-Bericht vom Freitag zeigte, dass die US-Wirtschaft im Oktober 638.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, wodurch die Arbeitslosenquote auf 6,9% gesunken ist. Die Arbeitslosigkeit ist immer noch doppelt so hoch wie vor der Pandemie, und das Tempo der monatlichen Neueinstellungen hat sich verlangsamt, aber die Daten für Oktober sind recht positiv, da sie bestätigen, dass sich der Arbeitsmarkt weiter heilt, wenn auch langsamer, als wir es alle wünschen würden.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Der Countdown läuft | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (40/2020)

Heutzutage gibt es nichts Aufregenderes als eine Tüte Popcorn während Ihrer Lieblings-Präsidentschaftsdebatte im Fernsehen läuft. Aber der Höhepunkt war am vergangenen Freitag, nachdem die Welt davon erfuhr, dass Donald Trump und seine Frau mit Covid-19 infiziert wurden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Chaotische TV-Debatte

Die Präsidentschaftsdebatte, die am vergangenen Dienstag zwischen Donald Trump und Joe Biden stattfand, war nichts weniger als unterhaltsam. Bitte entschuldigen Sie, dass ich etwas übertreibe, aber die US-Präsidentschaftsdebatte hat mich in die 90er Jahre zurückversetzt, als die Jerry-Springer-Show besonders populär war.

Aktuell befindet sich das Land in einer der schlimmsten Rezessionen seit „The Great Depression“. Momentan gibt es immer noch 6,8 Millionen mehr Arbeitslose in den USA als im Februar vor der Pandemie. Anstatt eine tragfähige Lösung zu präsentieren, um das Land wieder auf den richtigen Weg zu bringen, verbringen die beiden Kandidaten die meiste Zeit damit, mit dem Finger zu zeigen und sich gegenseitig zu unterbrechen. Nach der chaotischen TV-Debatte planen die Veranstalter Änderungen am Konzept. Wir sind gespannt!

POTUS infiziert die Aktienmärkte

Und nun kommen wir zum absoluten „Höhepunkt“ der vergangenen Woche. Vier Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November kündigte Präsident Trump per Twitter, dass seine Frau (FLOTUS) und er (POTUS) sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Der positive Corona-Test von US-Präsident Donald Trump hat weltweit für Unruhe an den Kapitalmärkten gesorgt.

Die Nachricht vom Freitag bringt das Coronavirus wieder in die vordersten Reihen der Schlagzeilen. Dies könnte Auswirkungen auf das Verhalten der Verbraucher haben, die angesichts einer andauernden und hartnäckig anhaltenden Pandemie bei der Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Aktivitäten nun vorsichtiger sein könnten.

Bald kommt der „Digital Euro“?

Wir hatten diese Woche äußerst interessante Nachrichten aus Frankfurt: Europas Notenbank-Helden intensivieren ihre Arbeit an einem digitalen Euro. Die Europäischen Zentralbank wagt den ersten großen Schritt zur Einführung einer digitalen Währung. Technisch würde ein digitaler Euro dem Bitcoin ähneln. Aber im Gegensatz zu der Kryptowährung stünde er unter Aufsicht einer Zentralbank.

Die Rechtsabteilung der Zentralbank hat beim Amt für geistiges Eigentum der Europäischen Union eine Anmeldung für die Marke „Digital Euro” eingereicht. Es wird erwartet, dass die EZB demnächst ihre Einschätzung darüber veröffentlicht, ob eine digitale Währung eingeführt werden soll. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

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Erwartungswerte positiv – Märkte im Minus & Ängste steigen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (39/2020)

Die Märkte haben diese Woche erneut Verluste eingefahren und die hohe Volatilität der vergangenen Monate ist ebenfalls zurück. Die Lichtblicke sind aktuell sehr rar und der ein oder andere Experte sehnt sich schon nach dem Jahresabschluss von 2020. Abhaken, abschreiben und besser im Jahr 2021 neu starten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Die wirtschaftliche Erholung hält an

Unterschiedliche Institute haben in der vergangenen Woche ihre Erwartungswerte noch einmal verbessert und damit die Prognosen für die wirtschaftliche Erholung nach oben korrigiert. Das Ifo-Institut geht aktuell „nur“ noch von einem Wirtschaftsabschwung von 5,2% aus – was weniger als in der Finanzkrise 2008/09 war. Auch die GFK verzeichnete einen leichten Anstieg ihres Konsumklimaindex um 0,1 Punkte auf -1,6 und führt dies auf die Konjunkturpakete der Regierung zurück. Selbst in Spanien werden die erwarten Einbrüche reduziert (-21,5 Prozent gegenüber prognostizierten 22,1 Prozent). Dennoch reden wir hier immer noch von deutlichen Wirtschafstabschwüngen und die Risiken von erneuten Einbrüchen steigen derzeit weiter.

Was erwarten die Märkte?

Diese Woche waren die Märkte deutlich im Minus und auch die Rohstoffe mussten deutlich abgeben. Der DAX schloss mit einem Minus von 4,93% die Woche ab, der Dow Jones mit minus 1,75% – dabei retteten die Tech-Werte aus dem NASDAQ (+1,96%) die Woche. Auch Gold (-4,63%) und Silber (-14,84%) verloren deutlich. Diese Konstellation erinnert doch sehr stark an den diesjährigen März. Und tatsächlich schauen die Märkte sehr besorgt auf die hohen Infektionszahlen, die sich in vielen Ländern erneut einstellen und schon wieder zu Lockdowns führt. Aber auch die US-Wahl wird von den Märkten sehr besorgt beobachtet und die ansteigenden Arbeitslosenzahlen in Amerika helfen nicht gerade für eine positive Stimmung.

Ängste essen Seelen auf

Das berühmte Zitat „Angst essen Seele auf“ bezeichnet die aktuelle Situation sehr schön. Jeder fragt sich gerade, wie geht wohl die anhaltende Pandemie weiter? Wie werde ich davon betroffen sein? Wann ist wieder ein normales Leben möglich und werde ich finanziell sicher aufgestellt sein? Doch aktuell beschäftigen viele Menschen weitere Ängste – z.B. ist der Ausgang der US-Wahlen eine der größten Ängste der Deutschen. Auch in den USA wird der Ausgang der Wahl mit bangen erwartet. Unterstützt von der Aussage von Trump, dass er eine friedliche Übergabe bei einer Niederlage nicht garantieren kann – was von seinen Sprechern im Nachgang zügig nachgebessert wurde.

Wichtig ist jedoch für alle und insbesondere die, die sich an den Finanzmärkten tummeln, beschäftigt euch mit euren Ängsten. Ü­­berlegt euch das schlechteste Ereignis und arbeitet Maßnahmen aus. Dann seid ihr, wenn es tatsächlich so eintrifft, vorbereitet und werdet nicht überrascht. Wodurch meist noch viel schlimmere und unüberlegte Reaktionen gefolgt sind.

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Ist an der Börse eine Verschnaufpause angesagt? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (33/2020)

Es war eine weitere positive Woche für den Aktienmarkt, und der S&P 500 flirtet sogar mit neuen Höchstkursen. Auf der anderen Seite standen die Edelmetalle unter einem gewissen Druck und hatten ihren ersten wöchentlichen Rückgang seit Anfang Juni. Werfen wir einen Blick darauf was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Edelmetalle doch nicht so edel?

Der Grund dafür liegt in der Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen, die im Laufe der vergangenen Woche um fast 15 Basispunkte gestiegen sind. Und wie wir alle wissen, höhere Renditen treiben den Dollar tendenziell in die Höhe und setzen Edelmetalle wie Gold und Silber unter Druck, da diese keinen Zins erwirtschaften. Darüber hinaus stieg der Dollar auch aufgrund starker Zahlen des US-Arbeitsmarkts nach oben – und das machte Gold und Silber in der vergangenen Woche für Anleger weniger attraktiv. Gold schloss die Woche mit -4,45% und Silber etwas schwächer mit -6,54%. Dennoch ist der längerfristige Aufwärtstrend für Gold und Silber intakt, und das hat viel mit der USD-Schwäche, dem Ausmaß der Konjunkturmaßnahmen und dem Niedrigzinsumfeld zu tun.

Wirtschaft vs. Aktienmarkt

Die Wirtschaft ist noch weit davon entfernt das BIP-Niveau vor der Pandemie wieder zu erreichen, aber die massive Erholung an den Aktienmärkten spiegelt den zukunftsorientierten Charakter wieder. Schließlich preisen die Aktienmärkte die Zukunft und nicht die Gegenwart ein. Die Rallye, die wir am Markt erleben, gibt daher einen Funken Hoffnung auf eine anhaltende wirtschaftliche Erholung und eine Erholung der Unternehmensgewinne für den Rest dieses Jahres und auch in 2021.

Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken bei der Markterholung eine führende Rolle gespielt haben. Die fiskalische Entlastung durch den US-Kongress hat bisher wirksam dazu beigetragen, die Einkommenslücke zu schließen, die durch den historischen Anstieg der Arbeitslosigkeit entstanden ist. In der Zwischenzeit hat die Fed beispiellose geldpolitische Stimulierungsmaßnahmen sowie Zinssenkungen, Unterstützung der Kreditmärkte und Anleihenkäufe durchgeführt. Diese Maßnahmen stimmen die Aktienmärkte optimistisch, dass die monetären Bedingungen noch einige Zeit günstig bleiben werden. Und das gilt auf für die EuroZone. Die Europäische Zentralbank hat sich zu ihrem Programm zum Ankauf von Anleihen verpflichtet und wird diese Käufe mit hoher Wahrscheinlichkeit bis mindestens Juni 2021 fortsetzen – und das ist positiv für den Aktienmarkt in Europa.

Dennoch könnte uns die Politik einen Strich durch die Rechnung machen

Es scheint eine Ewigkeit her zu sein, aber erst im Januar legten die Vereinigten Staaten und China ihre Differenzen beiseite und einigten sich auf ein Handelsabkommen. Aber seitdem ist viel passiert. Der Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump läuft auf Hochtouren – und seine Rhetorik gegenüber Peking hat sich seitdem nicht verbessert. Er schimpft weiterhin gegen China, das seiner Meinung nach “seine Wiederwahl mit aller Macht verhindern will”. Beide Länder scheinen die Hoffnung oder gar das Interesse an dem Handelsabkommen verloren zu haben – und dies ist eines der Themen, die uns bis mindestens November begleiten wird.

Apropos November. Die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen zwischen Donald Trump und dem demokratischen Kandidaten Joe Biden werden die Märkte zusätzlich verunsichern und beunruhigen. Wir erwarten, dass bis November die Aktienmärkte etwas volatiler reagieren werden. Hoffentlich haben wir eine Lektion aus 2016 gelernt – wo sich alle sicher waren, dass Hillary Clinton gewinnen würde. Auch wenn Joe Biden gute Chancen hat sollten wir uns an den alten Spruch erinnern: Das Stück ist nicht zu Ende, bevor der Vorhang fällt – und der Vorhang fällt erst am 7. November 2020 oder vielleicht auch erst später.

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Das Sommerloch ist da – wenig Bewegung an den Märkten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (29/2020)

Die vergangene Woche war spürbar ruhiger – Langzeit-Themen wie EU-Hilfspaket, Erholung nach der Pandemie sowie aktuelle Themen wie Aufarbeitung des Wirecard Skandals oder die bevorstehende US-Wahlen haben keinen großen Einfluss auf das aktuelle Marktgeschehen. In Deutschland haben die Anleger weiterhin die 13.000 Punkt im Blick und in den USA ist der Tech-Markt erstmals schwächer als der S&P 500. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Inflationsrate wirklich ein Zeichen steigender Kauflaune in der aktuellen Phase?

Die Inflationsraten in Deutschland und den USA sind im vergangenen Monat Juni weiter gestiegen. In beiden Ländern ist ein Plus von 0,6 Prozent zu verzeichnen. Dabei sind wie üblich die Energiepreise ausgeklammert, die jedoch in den letzten Wochen wieder einen deutlichen Anstieg verzeichneten. Als größter Treiber der Inflationsrate sind Nahrungsmittel zu benennen – insbesondere Obst und Fleisch haben hohe Zuschläge aufzuweisen. Fraglich ist, ob in der aktuellen Phase von einem kleinen Trend zu gestiegener Kauflaune gesprochen werden kann. Vielmehr schlägt hier zu buche, dass die Angebotslage weiterhin durch die Pandemie eingeschränkt bzw. aufwendiger ist und die Nachfrage durch die startenden Wirtschaften sich Richtung Ursprung bewegen. Ein wirklicher Anstieg ist es wohl kaum, sondern wohl eher der Gummizugeffekt nach der Krise.

Totgesagte leben länger!

Diese Woche verzeichneten alle klassischen Märkte ein kleines Plus am Ende der Woche. Nur der NASDAQ 100 (der Überflieger der letzten Monate) und der chinesische CSI 300 schlossen im Minus – die chinesische Regierung wird wohl nach den letzten Wochen etwas aufatmen. Heißt das nun, dass die schon fast „totgesagten“ klassischen Märkte wieder zurück im Geschäft sind? Sicherlich wirken sich die Inflationszahlen sowie die Erweiterung des Balance Sheet der FED (+ 38 Milliarden zum Vormonat) positiv auf die klassischen Märkte aus. Doch auch der Dip bei den Tech-Aktien könnte eine Chance zur Erweiterung des Portfolios dienen – aber nach der Rallye ist auch eine Gewinnmitnahme keine schlechte Idee.

Und was macht die EU?

Aktuell tagen die mächtigsten Vertreter der EU in Brüssel und verhandeln um das 750 Mrd. € Hilfspaket. Einen einfachen Verhandlungsweg hat keiner vermutet, aber eine Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen. Frankreichs Staatspräsident Macron drohte schon mit vorzeitiger Abreise, während Merkel mit Geburtstagskuchen und Verhandlungsgeschick die unterschiedlichen Standpunkte zusammenführen will. Und als wäre die Abstimmung rund um die 1,8 Billionen € Haushaltsetat nicht schwer genug, wird über die rechtsstaatliche Situation in Polen und Ungarn diskutiert. Und was macht Brexit-Boris in dieser Zeit eigentlich? Freut er sich, nicht mehr am Verhandlungstisch zu sitzen oder ärgert er sich, keinen Teil vom Kuchen abzubekommen? Vielleicht fällt der Brexit ja doch noch aus. Wir werden sehen.

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Happy Independence – oder sind die Märkte doch nicht mehr unabhängig? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (27/2020)

Diese Woche hat die Sommerpause offiziell in Europa begonnen und am Wochenende feiert Amerika ausgelassen seinen Unabhängigkeitstag. Doch die vergangene Woche hat bereits Weichen für die zweite Jahreshälfte gelegt. Nachdem vorletzte Woche bereits die Zeichen an den Märkten auf Sommerurlaub gestellt waren, plädieren Marktexperten trotz weiter steigenden Kursen zu Gewinnmitnahmen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

FED bereinigt ihre Bilanzsummen – was machen die Märkte?

Die FED hat seit Anfang Juni begonnen ihre Bilanzsumme zu reduzieren. Das wäre nichts außergewöhnliches, wenn nicht seit Beginn der Pandemie eine sehr starke Korrelation zwischen dieser und dem S&P500 verzeichnete wäre. Heißt das nun im Umkehrschluss, dass auch die Märkte wieder absacken werden, wie im Dezember 2018 als die Fed ihre Bilanzkürzung ankündigte. Oder sind sie unabhängig geblieben von den massiven Liquiditätsspritzen der letzten Monate? Zumindest zeigt das Bild, dass hohe Marktliquidität nicht zu sinkenden Aktienkursen führt. Oder ist das doch nur die Ruhe vor der prophezeiten Abhängigkeit der Märkte von den Notenbank-Helden? Erste Zeichen werden wohl noch in den kommenden Wochen erkennbar sein.

Deutsche Doppelspitze in Europa – einmalige Chance?

Diese Woche begann die EU-Ratspräsidentschaft von Deutschland – bekleidet durch Angela Merkel – und damit eine deutsche Doppelspitze mit Ursula von der Leyen als EU-Kommissionschefin. Die Erwartungen und Baustellen könnten nicht größer sein. Wie kann Europa aus der Krise geführt werden? Welchen Platz nimmt Europa auf dem Welthandel neben den USA und China ein? Wie geht es weiter mit dem Brexit und der Flüchtlingskrise? Klar ist, dass das 750 Milliarden Hilfspaket und der siebenjährige Haushaltsplan der EU stark im Fokus stehen, aber eine schnelle und einfache Einigung noch in weiter Ferne liegen. Daher hoffen die Marktteilnehmer, dass die Protagonisten die Sommerpause nutzen, um viel Kraft für die nächsten Monate tanken zu können.

Ein unabhängiger US-Präsident – das Pulverfass in Nationalfarben

Unterdessen folgt der US- Präsident seiner untraditionellen und unkonventionellen Linie weiter. Normalerweise werden zu den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der USA politische Statements vermieden. Trump nutzt dies jedoch für die Fortsetzung seines Wahlkampfes und teilte dabei in alle Gegnerlager aus. Unterdessen werden brennende US-Flaggen aus allen größeren US-Städten übertragen und man fragt sich, warum nicht einmal der höchste nationale Feiertag genutzt wird, um die Gemüter zu besänftigen und den Zusammenhalt wieder zu stärken. Eine weitere Eskalation der Situation wird sicherlich auch auf die Märkte sich auswirken, die sich derzeit nur durch die Erholung nach der Krise im Aufwärtstrend befinden. Es wird ein heißer Sommer und nicht nur durch die Temperaturen.

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Sonne, Strand und Cocktails – bereiten sich die Märkte auf die Sommerpause vor? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (26/2020)

Die Märkte haben sich in der vergangenen Woche überwiegend mit einem Minus in das Wochenende verabschiedet (DAX -1,96%; Dow Jones -3,1%; S&P 500 -2,86%), aber in der aktuell volatilen Phase sind das keine besorgniserregenden Entwicklungen. In der Gesamtheit haben sich die Märkte nach der Krise schon deutlich erholt und es scheint, als würden sich viele Anleger schon auf die Sommerpause vorbereiten. Doch die Aussichten auf eine ruhige Ferienzeit an den Märkten ist ungewiss. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Kauflaune in Deutschland übersteigt die Erwartungen im Juni

Der PMI Index in Deutschland für Juni lag bei 45,8 Punkte und damit über 1,6 Punkte über dem Erwartungswert. Zum Vormonat war das eine deutliche Verbesserung um 13,5 Punkte. Die Stimmung bei den Einkaufsmanagern hat sich somit deutlich verbessert. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass Werte unter 50 Punkte einen Rückgang der Kauflaune bedeutet. Um diese Schwelle zu überschreiten wird sicherlich auf die versprochenen Hilfspakete gewartet, doch ein nennenswerter Durchbruch konnte diese Woche im Gespräch zwischen Deutschland und Frankreich nicht erzielt werden. Was passiert an dieser Stelle noch in der Sommerpause? Sicherlich werden sich die nationalen Wirtschaften etwas erholen, da die eingeschränkten Urlaubsaktivitäten das Geld größtenteils im eigenen Land belassen werden.

Wirecard-Skandal – Wer passt auf die Aufpasser auf?

Der Wirecard-Skandal endete diese Woche unrühmlich für viele Beteiligte. Wirecard wurde das Rating von Moody‘s entzogen, Visa und Mastercard haben die Zusammenarbeit mit Wirecard beendet und an der Börse wurde zeitweise der Handel ausgesetzt. Schlimmere Kreise zieht jedoch die Suche nach den verschwundenen 1,9 Mrd. € und die Aussicht, dass es diese gar nicht gibt. Wer trägt hier die Hauptverantwortung? Der Ex-Chef Markus Braun wurde bereits für die Untersuchungen verhaftet, doch auch EY und BaFin sind ins Kreuzfeuer genommen worden. Hätten diese unabhängigen Aufsichtsorgane die fehlenden Summen nicht schon viel früher aufdecken müssen? Dieser Frage wird sich nun die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) widmen und notwendige Konsequenzen für die Zukunft ableiten, um einen weiteren Fall von Zombieaktien im DAX zu verhindern. Es wird spannend, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird. Klar ist – viele Beteiligte werden dieses Jahr keinen Urlaub mit Sonne, Strand und Cocktail genießen dürfen.

Handelskrieg 2.0? – EU droht im Streit um Nord Stream 2

Das kritisch beäugte Großprojekt zwischen der EU und Russland Nord Stream 2 sorgte diese Woche wieder für neuen Zündstoff. Die USA und allen voran Präsident Trump haben 2019 Sanktionen gegen die am Bau beteiligten Firmen verabschiedet. Nun konterte die EU auf Basis einer Prüfung, dass die Sanktionen gegen internationales Recht verstoßen. Die Gegenmaßnahmen sind jedoch noch nicht genannt worden, aber ganz gewiss ist schon eine Gegenreaktion aus den USA. Wem hilft solch eine Drohgebärde, insbesondere in der aktuellen Krisenzeit? Donald Trump wird sicherlich auch in seinem Golf-Urlaub die Amtsgeschäfte per Twitter nicht ruhen lassen. Seine persönlichen Ziele sind wie zu Amtsantritt nicht ersichtlich und den Erwartungen in seinem eigenen Land kann er ohnehin nicht mehr gerecht werden. Der Sommer bleibt also mehr als spannend und es ist nicht absehbar, ob ein nächster Dominostein die nächste Krise auslöst.

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Die Erwartungen sind hoch, aber das Vertrauen schwindet | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (25/2020)

Nachdem vorletzte Woche die Märkte herbe Verluste aufzeigten und nicht sicher war, ob es der Beginn einer Talfahrt wird oder nur eine Gewinnmitnahme, bestimmte die vergangene Woche der Abwärtstrend die Märkte. Wieviel Einfluss dabei Wirecard auf den DAX hatte, ist nicht abschätzbar. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Wirecard – vertrauenswürdig oder selbst Opfer?

Diese Woche wurde gespannt auf Eröffnung des Jahresabschlusses von Wirecard gewartet, da diese bereits mehrfach verlegt wurde. Doch auch dieses Mal wurden die Analysten vor den Kopf gestoßen. Das hatte dramatische Auswirkungen auf den DAX, der sich zum Wochenende jedoch wieder stabilisieren konnte und mit einem Plus von 3,19% schließen konnte. Wirecard dagegen verlor 71,97% innerhalb nur einer Woche. Doch der nominelle Wertverlust wiegt sicherlich nicht so schwer, wie der Vertrauensverlust, den Moody‘s mit ihrem Rating auf Ramschniveau Ausdruck verlieh. Derweilen stellte sich Ex-Chef Markus Braun selbst als Opfer dar und trat mit sofortiger Wirkung zurück. Nachfolger James Freis hat viel aufzuarbeiten – insbesondere die Suche nach den fehlenden 1,9 Mrd. € wird eine große Herausforderung. Es gibt jedoch noch einen viel größeren Verlierer bei der ganzen Story, und zwar den deutschen Aktienmarkt. Wie beim Platzen der Tech-Blase Anfang der 2000er ist das Grundvertrauen der Anleger erschüttert. Und gerade als sich eine neue Kultur am Entwickeln war.

Was tun, wenn selbst den Rettern das Vertrauen schwindet?

In der vergangenen Woche fand der EU-Gipfel zur Klärung des EU-Haushalts per Videokonferenz statt. Im Fokus dabei stand das geplante 750 Mrd. € Hilfspaket. Einige Länder benötigen dringend und umgehen die Finanzspritze, um ihren krisengebeutelten Wirtschaften wieder Leben einzuhauchen. Doch es gibt viele Fragen bzgl. Auszahlung, Rückzahlung und Summen. Eine Einigung war nicht zu erwarten, aber ein wirklicher Durchbruch zeichnete sich am Ende auch nicht ab – man vermeldete lediglich Annäherungen. Was dieses Ergebnis für einen Vertrauen erweckt, zeigte eine Reaktion von Christine Lagarde, die vor negativen Marktreaktionen warnte, falls das erwartete Hilfspaket nicht abgeschlossen wird, da die Marktteilnehmer die angekündigten Hilfen bereits eingepreist hätten und nur dadurch etwas Ruhe an den Märkten bestehen. Was sagt das nun über das Vertrauen zu den groß angekündigten Hilfsprogrammen der Regierungen aus?

Und wer vertraut eigentlich noch Trump?

Der US-Präsident setzt seinen Wahlkampf fort und trotzt dabei der aktuellen Pandemie. Seinem Rundumschlag in Tulsa hörten weit weniger Anhänger zu als angenommen. Der Grund liegt für Trump nahe – es seien die Medien mit ihrer Angstmacherei. Doch eine kürzlich durchgeführte Umfrage in den USA könnte einen anderen Grund darlegen. Das Vertrauen in den derzeitigen US-Präsidenten ist so schlecht wie nur dreimal zuvor in der Geschichte der Vereinigten Amerikanischen Staaten. Über 54% der Bevölkerung sprach sich gegen Trump aus und vielleicht ist es mittlerweile sogar noch mehr. Die Gallup Umfrage im Juni ergab nur 39% Befürwortung für den amtierenden US-Präsidenten und seine Politik. Derweilen regen sich erste Stimmen, dass das Vertrauen in einen fairen und demokratischen Wahlkampf schwinden. Es bleibt in den nächsten Wochen spannenden wie sich Erwartungen und Vertrauen in dieser herausfordernden Zeit weiterentwickeln, da sie die Grundwerte eines guten Marktes sind.

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Die Notenbankhelden & das Coronavirus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (10/2020)

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in China geht zurück! Angesichts der positiven Nachrichten stieg der chinesische Leitindex CSI 300 vergangene Woche um mehr als fünf Prozent. Doch die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zeigen sich mit dem Coronavirus etwas überfordert zu sein. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Coronavirus zwingt China in die Knie

Die chinesische Mediengruppe Caixin und das Institut IHS Markit teilten am vergangenen Montag mit, dass Produktion, Aufträge und Beschäftigtenzahl im Februar so stark gefallen sind wie noch nie seit Beginn der monatlichen Umfrage vor rund 16 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex brach dadurch um 10,8 auf 40,3 Punkte ein, was einen Rückgang von minus 21,14 Prozent entspricht.

Experten gehen aber davon aus, dass die chinesische Industrie im März wieder Fuß fasst. “Harte Daten wie der tägliche Kohleverbrauch deuten weiter darauf hin, dass Unternehmen ihre Produktion wieder aufnehmen und die chinesische Wirtschaft sich allmählich erholt”, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik ist zuletzt merklich gesunken, ebenso die der Toten.

Aus der Ferne betrachtet, reagieren viele in China auf die Entwicklungen in Europa und in den USA mit einer Mischung aus Schock und Freude. Die Chinesen finden es schwer zu glauben, dass die Supermächte der Welt ihre Reaktion auf das Virus vermasselt haben, selbst nachdem sie Wochen Zeit hatten, sich auf seine mögliche Ankunft vorzubereiten.

Die Notenbankhelden sind jetzt gefragt

Dass die großen Zentralbanken bereit stehen um sich gegen den Abschwung der Weltwirtschaft zu stemmen haben sie nicht nur signalisiert, sie sind auch bereits zur Tat geschritten. Christine Lagarde hat „angemessene und zielgerichtete Maßnahmen“ in Aussicht gestellt, um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzuwirken. Die EZB beobachte die Entwicklung der Wirtschaft und der Inflation ganz genau. Die Fed hat sich dazu entschieden, in einem außerplanmäßigen Schritt den Leitzins um 50 BP zu senken.

Die Märkte hatten mit diesem Schritt erst bei der nächsten Fed-Sitzung am 17./18. März gerechnet. Dass die US-Notenbank nicht bis zur nächsten Sitzung warten wollte, deuten die Marktteilnehmer als eine sehr pessimistische Sicht der Fed auf die Auswirkung des Coronavirus auf die Weltwirtschaft – Die Bank of Japan (BoJ) hat in einer Notfallerklärung zu Beginn der Woche bereits klar gemacht, dass sie bereitstehe den Markt mit weiterer Liquidität zu versorgen und dadurch zu stabilisieren. Dabei hat die BoJ angeboten, Staatsanleihen im Volumen von 500 Mrd. JPY (4,2 Mrd. Euro) zu erwerben. Die großen Notenbanken tun also wieder das was sie am besten können: sich mit niedrigeren Zinsen und noch weiterer Liquidität gegen den Abschwung der Wirtschaft zu stemmen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht eines Tages an den Punkt gelangen, indem wir in diesen Geldschwemmen ertrinken, sondern dass die Weltwirtschaft stark genug ist, um ohne diese Droge zu wachsen. Auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg vor uns steht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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