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Das Auf und Ab an den Märkten geht weiter – wer sitzt fest im Sattel? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (37/2020)

Die Märkte waren in dieser Woche wieder sehr stark in Bewegung. Besonders war hierbei der Ungleichtakt zwischen den USA und Europa. Ähnliches Bild konnten wir an den Rohstoffmärkten sehen – während sich Gold und Silber nur marginal veränderten, geriet Öl (-6,42%) enorm unter Druck – das freut derzeit die Autofahrer. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Trump fest im Sattel, aber wer hält die Zügel?

Die Märkte in den USA schlossen alle samt im Minus (Dow Jones -1,66%, NASDAQ -4,60% und S&P 500 -2,51%). Dies wäre zur Vorwoche sicherlich nicht stark verwunderlich, wenn nicht die europäischen Indizes mit einem Plus schlossen (DAX 2,80%, Euro Stoxx 1,69%).

Sicherlich hat die “Labor Day” Woche rund um die Trauerfeier anlässlich 9/11 ihren Anteil an der schwachen Woche an den US-Märkten gehabt. Doch auch der US-Wahlkampf wird seinen Einfluss auf die Zurückhaltung an den amerikanischen Märkten haben. Nachdem Trump in den letzten Umfragewerten deutlich aufholen konnte, wird sich wohl Verunsicherung breit machen bei den Anlegern, ob des Ausgangs der Wahl und der zukünftigen Wirtschaftsausrichtung im Land.

Die EU und Euro-Zone sollte sich gut festhalten

Die EU hat die Bruttoinlandszahlen der Mitgliedsstaaten diese Woche vorgestellt. Dabei waren sicherlich keine Jubelsprünge zu erwarten, aber die vorgelegten Zahlen sorgten dennoch für Ernüchterung. Die EU verzeichnete ein Minus von 12,1% und die Euro-Zone -11,9%. Von Erholung sind wir also weiterhin noch entfernt. Die größten Verlierer sind dabei die alt-bekannten Länder Spanien (-18,5%), Portugal (-14,1%) und Frankreich (-13,8%). Deutschland liegt mit -10,1% im Mittelfeld.

Als wäre die Krise nicht genug, bäumt sich ein vermeintlich beruhigtes Pferd wieder auf. Zwischen der EU und Großbritannien ist ein Streit entstanden, da die festgelegten Austrittsvereinbarungen wohl souveräne Staaten in ihrem Freihandelsabkommen beschneiden. Wie lang wird dieser wilde Rodeo noch andauern?

Gibt die FED nächste Woche den Märkten die Sporen?

Die EZB hat in ihrer Sitzung am Donnerstag verkündet keine Lockerungssignale auszusenden. Was die vorgelegten GDP-Zahlen wohl auch kaum begründen würden. Von ihrem PEPP-Programm in Höhe von 1,35 Billionen € wurden erst 500 Mrd. € ausgeschöpft und das langjährige Inflationsziel von knapp unter 2% ist ebenfalls weit entfernt.

Die FED hat bereits einen Strategiewechsel verkündet und alle sind auf die Aussagen nächste Woche gespannt und die Reaktionen an den Märkten. Die FED will nun Inflationszahlen über zwei Prozent tolerieren, wenn sie vorher lange darunter lag. Doch wie sehen dann die Maßnahmen von der FED aus? Wir werden es nächste Woche spätestens wissen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Bleib’ doch mal zu Hause und gönn’ dir eine Pause! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (12/2020)

Seit einigen Wochen gibt es nur noch ein Thema auf der Welt – Corona. Durch die Corona-Pandemie sind Begriffe wie Brexit, Trade-War und US-Präsidentschaftswahlen schnell wieder in Vergessenheit geraten. Um auch diese Krise so schnell wie möglich zu überwinden, damit wir uns auf die wichtigeren Dinge im Leben konzentrieren können, sollten wir zunächst zu Hause bleiben, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Daher sag‘ ich: Bleib’ doch mal zu Hause und gönn‘ dir eine Pause!

Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Wir starten heute mit einem Blick auf die Aktienmärkte in den USA. Der amerikanische Leitindex Dow Jones hatte am vergangenen Montag (16. März 2020) den zweithöchsten prozentualen Verlust seiner Geschichte, nämlich minus 12,93 Prozent. Der größte Tagesverlust in Höhe von minus 22,61 Prozent erlitt der Dow Jones an dem sogenannten „Black Monday“ am 19. Oktober 1987 – ob er noch zu toppen ist bleibt in den Sternen geschrieben.

Lasst uns unsere Aufmerksamkeit auf Europa richten. Die Lage an den europäischen Aktienmärkten ist vergangene Woche wesentlich entspannter gewesen. Der deutsche Leitindex DAX schloss die Woche mit minus 3,29 Prozent und der EuroStoxx 50 mit minus 1,45 Prozent. Die Maßnahmen der Politik und der Notenbanken konnten Anleger vergangene Woche etwas beruhigen. Doch bis die Anzahl der Infizierten rückläufig wird ist eine Seitwärtsbewegung oder sogar eine weitere Abwärtsbewegung nicht auszuschließen.

Wie geht es jetzt weiter?!

Es gibt keinen Grund zur Panik, denn alle Regierungen und Notenbanken rund um den Globus kommen der Wirtschaft mit Milliarden, wenn nicht gar mit Billionen von Dollar zur Hilfe. Darüber hinaus arbeiten Forschungsunternehmen wie CureVac und BioNTech, nur um einige Beispiele zu nennen, mit Hochdruck an Impfstoffen gegen das Coronavirus. Auch Unternehmen wie VW haben umfangreiche Hilfsprogramme für das deutsche Gesundheitssystem beschlossen.

Es wird sehr viel getan, um die Verspannungen, welche wir derzeit erleben, weitestgehend zu lösen. Doch die unkonventionellen Maßnahmen der Notenbanken und der Regierungen sind allein nicht ausreichend solange Individuen sich nicht an die Regeln halten. Um das Gesundheitssystem zu entlassen, und vor allem damit die Corona-Infizierten schnellstmöglich behandelt werden können, müssen wir solidarisch handeln und einfach zu Hause bleiben.

In Zeiten dieses außergewöhnlichen unsichtbaren Gegners müssen wir kurzfristig alle Opfer bringen, damit wir langfristig unsere Lebensgrundlage nicht verlieren. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern viel Geduld und Gesundheit und vor allem, vergessen Sie nicht die Gelegenheiten zu ergreifen, welche aus der Coronakrise entstehen – so wie aus jeder Krise. Denn im Nachhinein ist man immer schlauer.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ifo-Geschäftsaussichten am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Hin und Her der Politik | Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski, November 2019

Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski | Leiter Research und stellvertretender Leiter Portfoliomanagement und Handel, AMF Capital AG | www.amf-capital.de

Das Hin und Her der Politik

Seit einiger Zeit wird die Europäische Wirtschaft vom Handelskonflikt zwischen China und den USA belastet. Zudem trägt das Hin und Her rund um den Brexit zur Unsicherheit bei. Es ist daher verständlich, dass die Unternehmen bei ihren Investitionen gehemmt sind. Sie bekommen kein klares Bild von der Politik vorgegeben und können daher nicht beurteilen wo die Reise der wirtschaftlichen Entwicklung hingen wird.

Im Handelsstreit heißt es einmal die Zölle werden erhöht, dann  man sei einer Lösung ganz nah, nur um ein paar Tage später zu verkünden, dass man doch nur über eine Verschiebung nachdenke. Und somit kann das ganze Spiel wieder von vorne beginnen. Wie soll ein Unternehmen bei diesem ganzen Hin und Her denn nun wissen wie es sich für die Zukunft positionieren soll? Für ein Unternehmen gibt es kein größeres Problem als die Unsicherheit, denn dadurch sind die Wachstumsaussichten und die damit verbundene Planung der Investitionen extrem schwer zu kalkulieren. Es ist daher kein Wunder das sich die Konjunkturindikatoren in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt haben.

Auch zu Weihnachten werden wir uns wohl über kein Geschenk unter dem Baum freuen können, in dem eine endgültige Lösung für den Handelsstreit enthalten ist. Allerdings geht der Präsidentschaftswahlkampf im neuen Jahr in die heiße Phase und was würden die vielen negativen Schlagzeilen rund um Donald Trump und seinem Amtsenthebungsverfahren eher verblassen lassen, als wenn er einen großartigen Deal für Amerika mit China verkünden könnte.

Ob dieser Deal am Ende wirklich so großartig ist oder einfach nur dazu dient mit erhobenen Haupt davon zuschreiten ist ein andere Frage. Aber mit einem Deal könnte er endlich wieder einen benötigen Sieg präsentieren, welcher ihm wichtige Stimmen für die Wiederwahl bringen könnte. Mit diesem Deal könnte dann auch endlich der Teufelskreis für die Europäischen Exporttitel durchbrochen werden. Die Unternehmen hätten ihre Planungssicherheit zurück und das Umfeld von nicht existenten Zinsen würde den besten Boden liefern, um ihre Projekte zum Nulltarif zu finanzieren.

Wir durchschreiten daher im Moment das Tal der Tränen, allerdings deutet nicht viel darauf hin, dass am Ende des Tals eine Schlucht auf uns wartet. Es scheint vielmehr so, als das die Wirtschaft sich im kommenden Jahr stabilisieren dürfte.

Konjunkturdaten

In Deutschland stieg das BIP im dritten Quartal um +0,1% (VQ: -0,1%; [e]: -0,1%) an, womit man hauch zart einer technischen Rezession (davon wird gesprochen wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal nicht wächst oder einen Rückgang verzeichnet) entgangen ist.

Nachdem der ZEW-Index im Oktober noch deutlich schwächer ausgefallen war, konnte sich der Index im November wieder erholen. Wie das ZEW-Institut mitteilte, kletterte das Barometer auf -2,1 Punkte (Vm: -22,8 Punkte; [e]: -14,8 Punkte) an. Damit schauen die befragten Analysten nicht mehr ganz so negativ in die Zukunft wie in den beiden Vormonaten. Grund dafür waren die besseren Aussichten für einen geregelten Brexit sowie die Verschiebung von US-Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU.

Aber auch die neusten Umfrageergebnisse des Wirtschafsforschungsinstituts Ifo zeigen, dass die deutschen Unternehmen wieder etwas positiver für die Zukunft gestimmt sind. Bei der Umfrage des Münchner Institut unter 9.000 Unternehmen, kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex für November auf 95,0 Punkte (Vm: 94,7 Punkte; [e]: 95,0 Punkte) an. Der Teilindex für die aktuelle Lage ging hingegen auf 97,9 Punkten (Vm: 97,8 Punkte; [e]: 97,9 Punkte) leicht zurück.

Dass der Handelsstreit zwischen China und den USA die Weltwirtschaft belastet zeigt sich besonders deutlich an den Exportzahlen in Japan. Hier kam es bei den Ausfuhren zu dem elften Rückgang in Folge. Im Oktober lag der Rückgang bei -9,2% (Vm: -5,2%; [e]: -7,5%). Durch den Handelsstreik kamen die japanischen Exporte besonders bei den asiatischen Handelspartnern ins stocken.

In den USA scheint hingegen das schlimmste überstanden zu sein. Hier fielen die Daten zur US-Wirtschaft besser aus als im Vorfeld erwartet worden war. Der PMI Composite konnte im November auf 51,9 Punkte (Vm: 50,9 Punkte) deutlich zulegen.

Auch das von der Universität von Michigan publizierte US-Verbrauchervertrauen stieg im November auf 96,8 Punkten (Vm: 95,7 Punkten; [e]: 95,7 Punkte) deutlich an.

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski.






Aktienmärkte auf Rekordjagd | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (48/2019)

Eine weniger spannende, jedoch freundliche Handelswoche ist nun zu Ende. Nach der kurzen Atempause der vorletzten Woche sind die Aktienmärkte wieder auf Rekordjagd. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Klimawandel der Konjunktur(erwartungen)

Nach der langen Abkühlung scheint die Konjunktur sich wieder aufzuwärmen. Die deutschen Manager zeigen sich etwas optimistischer was die Konjunktur hierzulande betrifft. Damit ist der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland gemeint. Der Geschäftsklimaindex des Leibnizer-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes und gilt deshalb als der wichtigste Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Der Indexwert legte im November um 0,3 Punkte zu auf 95,0 Zähler, wie das Münchener Institut am vergangenen Montag bekanntgegeben hat. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die zuletzt leicht entspannte Stimmung in Sachen Handelskrieg, aber auch die spürbar gesunkene Wahrscheinlichkeit eines unregulierten (hard) Brexit sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Trendwende nachhaltig bleibt.

Die Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordniveau in Deutschland

Trotz der konjunkturellen Schwäche in Deutschland lag die Zahl der Arbeitslosen im November auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Grund dafür dürfte die steigende Tendenz zur Kurzarbeit sein. Laut Bundesagentur für Arbeit legte die Anzahl der Menschen in Kurzarbeit auf 59.000 Personen um 18 Prozent zu – zusätzlich sind für weitere 49.000 Menschen Anträge gestellt worden. Auch wenn die Arbeitslosenquote gesunken ist, müsste man sich um die Qualität und die Bezahlung dieser Jobs Gedanken machen.

GDP in den USA übertrifft Erwartungen

Die US-Wirtschaft wuchs im Sommer mit einer moderaten Rate von 2,1 Prozent etwas schneller als von Volkswirten erwartet. Viele Experten sagen jedoch weiterhin, dass sich das Wachstum im laufenden Quartal stark verlangsamen sollte, vor allem, weil der Handelskrieg zwischen den USA und China die Unternehmen dazu veranlasst hat, Investitionen und Lagerbestände zu reduzieren. Dennoch wird erwartet, dass die sogenannte „holiday shopping season“ angesichts des soliden Beschäftigungswachstums und der Konsumausgaben relativ gesund sein wird.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin Lagarde am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Tief durchatmen und los geht’s! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (47/2019)

Nach der sechswöchigen Rallye haben die Aktienmärkte nun eine Pause eingelegt. Heißt es jetzt tief durchatmen und los geht’s oder müssen Anleger eine längere Pause der Bullen befürchten? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Märkte sind wahrscheinlich zu schnell gesprintet

Die Aktienmärkte haben in den letzten sechs Wochen kräftig zugelegt. Der deutsche Leitindex DAX hat in diesem Zeitraum (Kalenderwoche 41 – 46) satte 10,23 Prozent Performance erzielt – die amerikanischen Standardwerte (S&P 500) dagegen konnten in dieser sechswöchigen Aufwärtsphase nur 5,71 Prozent erzielen. Allerdings erwies sich die vergangene Woche als zu schwierig um positive Ergebnisse zu liefern (siehe Performance-Tabelle unten).

Grund dafür waren die überraschend schwachen Ergebnisse des Markit-Einkaufsmanagerindex, der Industrie und Dienstleister im Euroraum zusammenfasst. Der Einkaufsmanagerindex ist eine monatliche Umfrage des Instituts IHS Markit, die auf den Einschätzungen von mehr als 400 ausgewählten Einkaufsmanagern oder Geschäftsführern basiert. Im November fiel der Einkaufsmanagerindex in der Eurozone um 0,3 auf 50,3 Punkte. „Aufgrund der anhaltenden Handelskonflikte verharrte die Industrie in der tiefsten Rezession seit sechs Jahren“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Daten signalisieren, dass die Wirtschaft im Euroraum auf Quartalsbasis derzeit nur um 0,1 Prozent wächst.

EZB-Chefin Lagarde: „Wir werden kontinuierlich die Nebeneffekte unserer (Geld)Politik beobachten“

Die neue Chefin der Europäischen Zentralbank heißt Christine Lagarde. Lagarde qualifizierte sich für den EZB-Posten in erster Linie durch ihren vorherigen Arbeitgeber – den Internationalen Währungsfonds (IWF). Von 2011 bis 2019 hat Lagarde, als Kreditgeber letzter Instanz, Mitgliedstaaten bei Zahlungsschwierigkeiten mit Krediten geholfen. Der IWF vergibt unter bestimmten fiskalischen Bedingungen befristete Kredite an Staaten, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Lagarde am vergangenen Freitag in ihrer ersten Rede als EZB-Präsidentin die Politik auffordert mehr Investitionen zu tätigen, um das Wachstum in der Eurozone anzukurbeln. „Investitionen sind ein besonders wichtiger Teil der Antwort auf die Herausforderungen von heute, da sie sowohl die Nachfrage von heute als auch das Angebot von morgen sind“, sagte Lagarde. Darüber hinaus versicherte Lagarde weiterhin die Unterstützung der EZB, um der Wirtschaft zu helfen und um auf zukünftige Risiken zu reagieren. Wir wünschen Frau Lagarde viel Erfolg dabei!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Powell-Put und die Achterbahn der Ölpreise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (38/2019)

Es bleibt nicht langweilig an den Börsen! Die vergangene Handelswoche wurde von zwei Themen dominiert: die Leitzinssenkung der Fed und die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens wichtigsten Ölanlagen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Ölpreise nehmen Investoren auf eine wilde Reise mit

Es war die wildeste Achterbahnfahrt für die Ölpreise in der jüngsten Vergangenheit. Die Preise stiegen an, fielen wieder und stiegen anschließend am Donnerstag und Freitag moderat wieder an. Grund dafür waren die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens Ölanlagen. In den frühen Morgenstunden des 14. Septembers wurden zwei der wichtigsten Ölanlagen Saudi-Arabiens – Aramcos Abqaiq und Khurais – durch eine Reihe von Drohnenangriffe in Brand gesetzt. Dadurch wird die Ölproduktion zunächst um 5,7 Millionen Barrel pro Tag reduziert.

Der Ölpreis stieg am vergangenen Montag um 14,61 Prozent an. Saudi-Arabien berichtet jedoch, dass die Ölproduktion bis Ende September wieder normalisiert wird. Es ist noch nicht klar, wer für die Angriffe verantwortlich ist, deshalb werden wir (Main Value) uns vorerst nur auf die Fakten beziehen.

Powell kann es Präsident Trump immer noch nicht recht machen

Zum zweiten Mal in Folge hat die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Der Leitzins ist der Zinssatz zu dem sich US-Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren können. Somit liegt der Leitzins in der Spanne zwischen 1,75 bis 2 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell hat sich von seiner aggressiven Haltung gegenüber Zinserhöhungen zu einer vorsichtigen Haltung in wenigen Monaten entwickelt, da sich die finanziellen Bedingungen u.a. aufgrund des Handelskrieges geändert haben.

Präsident Trump schien mit der moderaten Zinssenkung der Notenbank nicht zufrieden zu sein, denn Trump ist der Ansicht, dass die Notenbank die Zinsen auf null oder tiefer senken sollte. Schon zu Zeiten der Finanzkrise 2008 wurde ein Negativzinsszenario ausgeschlossen. Die US-Wirtschaft sei weiterhin „moderat“, so Powell während seiner Rede am vergangenen Mittwoch. Die Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent ist an ihrem tiefsten Punkt seit 50 Jahren.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandprodukts am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Wird sich Fed-Chef Powell Donald Trump beugen? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (30/2019)

Das US-Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal mit einer jährlichen Rate von nur 2,1 Prozent – deutlich niedriger als die Wachstumsrate von 3,1 Prozent im ersten Quartal. Dennoch schlossen am Freitag der S&P 500 und der NASDAQ 100 nach der Veröffentlichung des BIP-Berichts erneut auf neuen Höchstständen. Doch Experten warnen vor einer sogenannten „Earnings Recession“ in den USA. Es spricht alles dafür, dass die Fed am kommenden Mittwoch die Zinsen senken wird. Doch die Frage bleibt um wie viel.

Laut FactSet, eines der führenden Finanzdaten- und Softwareunternehmen der USA neben Bloomberg und Thomson Reuters, hat sich die Berichtssaison für das zweite Quartal 2019 weiter verschlechtert. Da immer mehr Unternehmen weiterhin negative Ergebnisse melden, steigt die Wahrscheinlichkeit der ersten „Earnings Recession“ seit drei Jahren weiter an. Amazon, der weltgrößte Online-Händler, konnte die glänzenden Zahlen der Vorquartale nicht übertreffen. Wegen hoher Kosten stiegen die Gewinne im zweiten Quartal nicht mehr so kräftig an. Die Aktie fiel nachbörslich um gut zwei Prozent. Auch Tesla hat einmal mehr mit seinen jüngsten Zahlen enttäuscht. Obwohl der US-Elektroautobauer im ersten Halbjahr nur 160.000 ausliefern konnte, hält er an seinem Auslieferungsziel von 360.000 bis 400.000 Elektroautos fest.  

Allerdings zeigen die US-Aktienmärkte keinerlei Zeichen einer Verlangsamung. Leider haben sich viele Bausteine der US-Wirtschaft abgeschwächt. Die Wohnbauinvestitionen gingen im sechsten Quartal in Folge zurück. Auch die Unternehmensinvestitionen gingen zurück, und die Exporte brachen aufgrund des Handelskrieges zwischen den USA und China ein. Das US-BIP im zweiten Quartal 2019 (+2,1 Prozent) liegt weit unter dem 3-Prozent-Ziel, welches Präsident Trump wiederholt versprochen hat. Doch eine Hoffnung gibt es noch, nämlich die Notenbank-Helden. Wenn die Wirtschaft weiter schwächelt, werden die Notenbank-Helden durch Zinssenkungen und „quantitative easing“ den Tag retten – so zumindest die Hoffnung der Marktteilnehmer.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Die USA überrascht während Europa schwächelt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (17/2019)

Die Weltwirtschaft befindet sich seit den schlimmsten Tagen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 in einer langen Expansionsphase. Viele befürchten jedoch einen weiteren großen Abschwung. Wenn wir einen Blick auf die Einkaufsmanagerdaten auf der ganzen Welt werfen, sehen wir, dass sich die Weltwirtschaft etwas verlangsamt. Der IWF hat sogar seine Prognose für das globale Wachstum von 3,7 auf 3,3 Prozent für das Jahr 2019 gesenkt.

Doch die Amerikaner sind immer für eine Überraschung gut. Das Bruttoinlandsprodukt der USA wuchs im ersten Quartal 2019 mit 3,2 Prozent – viel stärker als die von den meisten Analysten erwarteten 2,3 Prozent. Das Wachstum im ersten Quartal wurde durch einen Anstieg der Staats- und Kommunalausgaben sowie durch einen Anstieg der US-Exporte getragen. Die Befürchtungen, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte, sind vorerst verschwunden.

Wenn man die Eurozone betrachtet, sieht die Lage etwas heikler aus. Die Wirtschaft der Eurozone startet schwach in das 2. Quartal 2019. Dies geht aus den aktuellen Einkaufsmanagerdaten für den Monat April hervor: das Wachstum im Dienstleistungssektor der Eurozone gab gegenüber März um 0,3 Punkte auf 51,3 nach. Nun befindet sich der aktuelle Wert auf dem Niveau von Dezember und Januar. Doch die Aktienmärkte Europas kennen seit Jahresbeginn nur eine Richtung, und zwar nach oben. Der DAX und der Euro Stoxx 50 konnten bereits seit Jahresbeginn 16,63 Prozent zulegen. In der kommenden Woche warten wir gespannt auf die BIP-Zahlen für die Eurozone.

Und zuletzt richten wir unseren Blick nach Asien, denn auch hier stößt man kaum auf positive Konjunkturdaten. Die japanische Wirtschaft leidet unter der schwachen globalen Nachfrage. Die japanische Industrie schrumpfte im April dank einer Belebung der Neueinstellungen etwas langsamer, aber die neuen Exportaufträge sind so schnell wie seit fast drei Jahren nicht mehr gesunken. Dies deutet darauf hin, dass die schwache globale Nachfrage ein wichtiger Druckpunkt für die japanische Wirtschaft bleibt. Und China konnte nur durch konjunkturelle Maßnahmen der Regierung die Verlangsamung der Wirtschaft kurzfristig aufhalten. In der kommenden Woche dürften die Einkaufsmanagerdaten aus China ein klareres Bild wiedergeben.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen