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US-Konjunkturprognosen weit verfehlt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (08/2020)

In der abgelaufenen Börsenwoche haben die globalen Aktienmärkte überwiegend rote Zahlen geschrieben. Grund dafür: Das Coronavirus richtet weiterhin Verwüstungen an und die US-Konjunktur schrumpft zum ersten Mal seit der letzten Finanzkrise. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die US-Konjunktur überrascht mit roten Zahlen

Mit Ausnahme der Schließung der US-Regierung im Jahr 2013 schrumpfte die US-Konjunktur zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise im Februar. Dies geht aus den aktuellen Ergebnissen der Umfrage zum US-Markit-Einkaufsmanagerindex hervor. Die Erwartungen der Analysten wurden sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Produktionssektor weit verfehlt. Die Schwäche war vor allem im Dienstleistungssektor zu beobachten, wo der erste Rückgang seit vier Jahren zu verzeichnen war. Auch die Produktion im verarbeitenden Gewerbe kam fast zum Stillstand, da die Aufträge zum Erliegen gekommen sind.

Die Verschlechterung der Lage steht zum größten Teil im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus in China. Besonders unter Druck kamen der Reise- und Tourismussektor, da viele Flüge und Reisen nach Asien insbesonders nach China gestrichen wurden. Sinkende Exporte nach China setzen den US-Produktionssektor, aber auch den Produktionssektor in Deutschland massiv unter Druck. US-Unternehmen berichteten jedoch auch über eine erhöhte Vorsicht bei ihren Ausgaben, da sie sich Sorgen um eine breitere wirtschaftliche Verlangsamung und die Unsicherheit vor den Präsidentschaftswahlen im Laufe dieses Jahres machen.

In der vergangenen Woche sahen wir wieder einmal ein Lehrstück darüber, wie volatil die Aktienmärkte sein können und vor allem wie Angst und Gier das Anlegerverhalten bestimmen können. Die Woche fing insgesamt freundlich an bis die Angst um das Coronavirus und die US-PMI-Zahlen gegen Ende der Woche für schlechte Laune sorgten. Der deutsche Leitindex DAX verlor 1,2 Prozent. Der NASDAQ 100 zeigt in der Wochenbilanz ein Minus von 1,84 Prozent. Der chinesische Leitindex CSI 300 konnte aufgrund der Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbank (People’s Bank of Chine) überzeugen und schloss die Woche mit einem Plus von 4,06 Prozent ab.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den ifo-Geschäftsklimaindex am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Stahl- und Rohstoffmärkte auf Talfahrt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (07/2020)

Gerade als China und die USA begannen, ein Abkommen zu schließen, und die Handelsspannungen zwischen Peking und Washington DC nachließen, hat das neuartige Coronavirus die Angst und Unsicherheit vor allem auf den Stahl- und Rohstoffmärkten wieder verstärkt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Dr. Copper & Co. stellen die Auswirkungen des Coronavirus vor

Dr. Copper bzw. der Kupferpreis kann angeblich wichtige Wendepunkte in der Weltwirtschaft und auf dem Aktienmarkt vorhersagen. Vor einigen Jahren waren Wall Street-Analysten von dieser Fähigkeit so beeindruckt, dass sie zu dem Schluss kamen, Kupfer müsse einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften haben. Wenn die Korrelation immer noch besteht, steht dem Aktienmarkt eine massive Korrektur bevor. Da die chinesische Regierung aufgrund des Coronavirus Unternehmen zur Schließung zwingt, ist die industrielle Aktivität in der Region Wuhan stark zurückgegangen. Und da China ein bedeutender Kupferverbraucher ist, hat auch die Kupfernachfrage einen Schlag erlitten.

Zuletzt fiel der Kupferpreis deutlich unter die Marke von 6.000 US-Dollar je Tonne. Auch andere Industriemetalle haben kräftige Verluste erlitten – das gilt besonders für die Stahlindustrie. Wuhan ist nach wie vor eine wichtige stahlproduzierende Region und ein Verbindungspunkt, an dem die Rohstoffe über den Jangtse und den Han Shui-Fluss fließen, um u.a. die Wuhan Iron and Steel Corporation mit Eisenerz zu versorgen. Diese Flusstransportwege wurden aufgrund des Coronavirus auch bereits gesperrt.

Der Powell-Put treibt die Märkte zu neuen Höhen an

Doch die Börse brüllt und ignoriert alle Ansichten, die potenziell negative Folgen haben könnten. Wir stecken einfach den Kopf in den Sand und verlassen uns auf die Notenbanken. Das jüngste Ereignis des Coronavirus wurde völlig untertrieben oder gänzlich von den Aktienmärkten ignoriert. Wenn es schlimmer wird, kann die Fed einfach mehr Geld drucken und die Zinsen weiter senken.

Doch China macht über 19 Prozent des weltweiten BIP aus und ist tief in die globale Lieferkette integriert. Rund 156 chinesische Unternehmen sind an den US-Börsen notiert und weisen eine Gesamtmarktkapitalisierung von 1,2 Billionen US-Dollar auf. Fast ein Drittel der chinesischen Bevölkerung steht Berichten zufolge unter Quarantäne. Wirtschaftszentren wie Shenzhen, Peking und Shanghai, die einen erheblichen Teil des chinesischen BIP ausmachen, stehen alle unter Quarantäne. Gegenwärtig gleichen die Millionenmetropolen Chinas Geisterstädten. Experten zufolge ist der Höhepunkt noch lange nicht erreicht.

Wie stark die Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind, ist noch schwierig auszumachen.Doch eines ist sicher: Falls Chinas Metropolen länger unter Quarantäne bleiben, können selbst die Gelddruckmaschinen der Zentralbanken nicht viel einrichten. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf Zinsentscheidung der People’s Bank of China am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Der Aktienmarkt fürchtet nur eins | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (06/2020)

Das Coronavirus fordert, trotz drakonischen Maßnahmen der chinesischen Regierung, mehr Tote als die SARS-Pandemie von 2002/2003. Das erste Mal, dass wir überhaupt von dem Coronavirus gehört haben, ist erst einige Wochen her. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Coronavirus – der nächste Störfaktor für die Weltkonjunktur

Die Märkte befinden sich zurzeit im Griff des Coronavirus. Viele Anleger fühlen sich an 2002 erinnert, als China der Ausgangspunkt für den Ausbruch des SARS-Virus war. In einem Zeitraum von knapp zwei Jahren kam es damals weltweit zu 8.000 Infizierungen und 800 Toten. Bereits einige Wochen nach der Bekanntmachung des Coronavirus sind aktuell über 800 Tote und die Zahl der Infizierten weltweit ist überhaupt nicht klar. Tatsache ist, dass aktuell einiges nicht klar ist. Nichtsdestotrotz läuten die Alarmglocken, und zwar erstens, weil wir heute in einer sehr vernetzten Welt leben, in welcher die Ausbreitung eines solchen Virus gewaltige Konsequenzen haben kann. Und zweitens, ist der Schaden für die Weltwirtschaft, falls der Virus nicht gestoppt werden kann, möglicherweise hoch.

Der Anteil des chinesischen BIP an der Weltwirtschaft lag beim Ausbruch des SARS-Virus 2002/2003 bei knappen 5 Prozent, heute sind es 16,5 Prozent. Um die chinesische Wirtschaft zu stützen hat die People’s Bank of China (PBoC) den Markt mit Liquidität in Höhe von 1,2 Bio. Yuan (ca. 173,8 Mrd. USD) versorgt. Die Notenbank hat das Geld in Form von umgekehrten REPO-Geschäften zur Verfügung gestellt. Dabei kauft die PBoC den Banken Wertpapiere ab und pumpt dadurch Geld in den Markt. Hierdurch erhöht sich kurzfristig die Geldmenge im Wirtschafssystem. Es dürfte nicht die einzige Maßnahme bleiben, welche ergriffen wird – es wurde u.a. eine Senkung des Leitzinses in Aussicht gestellt, sagte Markus Mitrovski im aktuellen Main Value-Konjunkturrückblick.

Die Aktienmärkte fürchten nur eins…

Die Aktienmärkte haben wieder gezeigt, dass sie nichts fürchten – außer Liquiditätsknappheit. Die obengenannten Liquiditäts-Maßnahmen der People’s Bank of China konnten vergangene Woche die Aktienmärkte auf neue Rekordhöhen treiben, vor allem in den USA. Dort gibt es 156 chinesische Unternehmen, die an den US-Börsen notiert sind und eine Gesamtmarktkapitalisierung von 1,2 Billionen Dollar aufweisen. Der NASDAQ 100 schloss die Woche mit einem Plus von 4,56 Prozent, der S&P 500 mit einem Plus von 3,17 Prozent und der Dow Jones Industrial Average mit einem Plus von 3 Prozent.

Doch falls das Coronavirus in diesem Tempo grassiert, wird es selbst für die Notenbanken schwierig die Aktienmärkte aufrechtzuerhalten. Es gibt immer noch Grund zur Annahme, dass der wachsende Coronavirus-Ausbruch in China eingedämmt werden kann, sagte ein hochrangiger Beamter der Weltgesundheitsorganisation am Samstag und wies auf einige Anzeichen hin, dass sich die Krankheit möglicherweise nicht so schnell ausbreiten wird, wie befürchtet – hoffen wir, dass er Recht behält.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Ergebnisse des Verbraucherpreisindex aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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EU & Großbritannien: Freunde mit gewissen Vorzügen?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (04/2020)

Eine lange Scheidungsphase zwischen Großbritannien und der EU naht allmählich dem Ende zu. Die Scheidungspapiere sind offiziell unterschrieben, die Anwälte sind beruhigt und die Umzugsfirma ist bereits bestellt worden. Großbritannien zieht am 31. Januar 2020 aus der europäischen Gemeinschaft aus!  Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Freunde mit gewissen Vorzügen?!

Der Ablauf jeder Scheidung hängt stark davon ab, ob die Scheidung einvernehmlich oder streitig ist. Im Falle Brexit war die Scheidung eher mühsam und voller Vorwürfe. Am vergangenen Freitag haben die EU-Spitzen und der britische Premierminister Boris Johnson das Brexit-Abkommen unterzeichnet. Am kommenden Mittwoch, den 29. Januar muss nur noch das EU-Parlament zustimmen. Einen Hard-Brexit soll es nicht geben. Bis zum Ende des Jahres wird in einer Übergangszeit versucht neue Verträge und Abkommen für die neuen Beziehungen zu finden. Bleiben Großbritannien und die Europäische Union Freunde mit gewissen Vorzügen oder gehen sie ein für alle Mal getrennte Wege?

Dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 können wir ein Fazit ziehen. Die von Brexit-Kritikern befürchtete Katastrophe ist offensichtlich nicht eingetreten. Genau so wenig haben die Briten einen wirtschaftlichen Boom erlebt. Das hat die lokalen Zeitungen jedoch nicht davon abgehalten, mehr Vorhersagen darüber zu machen, was nach dem 31. Januar geschehen wird. Eine Sache ist jedoch sicher: es herrscht in Sachen Brexit wieder Gewissheit. Der britische Leitindex FTSE 100 und der europäische Leitindex EuroStoxx 50 konnten am Freitag mit über 1 Prozent Performance ins Wochenende gehen.

Die Chefin räumt auf!

Für die neue EZB-Chefin Christine Lagarde gibt es keine Zeit zu verlieren. Am vergangenen Donnerstag kündigte Lagarde an, dass sie die strategische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank einmal ausführlich prüfen wird. Lagarde möchte die Nebenwirkungen der jahrelangen lockeren Geldpolitik genauer unter die Lupe nehmen.

Das Hauptziel der Notenbank ist die Preisstabilität im Euroraum. Mittelfristig soll die Inflationsrate knapp unter 2 Prozent bleiben. Dies ist der Notenbank jedoch nicht gelungen, daher stellt sich die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist. Beim Thema Geldpolitik bleibt jedoch alles beim Alten – der Leitzins und der Einlagezins bleiben zunächst unverändert.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Und dann gab’s 4 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (03/2020)

Während die Amis neue Rekorde an den Aktienmärkten feiern, müssen die Anleger hierzulande noch ein wenig Geduld aufbringen. Am vergangenen Montag schloss der NASDAQ 100 erstmals einen Handelstag über die 9.000 Punkte Marke. Der Dow Jones Industrial Average hat auch nicht enttäuscht und nähert sich an das Ziel von Donald Trump, nämlich die Marke von 30.000 Punkten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Und dann gab’s vier

Wenn Sie eine Frage haben, hat Google eine Antwort. Dank Google ist jeder ein Arzt, Steuerberater, Anwalt und Vermögensverwalter gleichzeitig. Dank Google sind auch viele Investoren um einiges wohlhabender geworden. Die Aktie ist in den letzten drei Monaten um 17 Prozent und im letzten Jahr um fast 30 Prozent gestiegen. Damit wurde Alphabet, der Mutterkonzern von Google, die vierte Billionen-Dollar-Firma an der Wall Street neben Apple, Microsoft und Amazon – das größte Unternehmen Europas ist Nestlé mit einem Wert von rund 325 Milliarden US-Dollar.

Die vier Tech-Giganten machen knapp 40 Prozent des NASDAQ 100 aus und sind die Hauptreiber der außergewöhnlichen Performance der vergangenen Jahre. Doch wie lange soll die Rallye der Tech-Werte gehen? Wir sind doch schon längst in der Verlängerung, oder? Mithilfe der Liquiditätsspritze durch die US-Notenbank Fed ist jedoch alles möglich – Quantitative Easing bis ins Unendliche!

Das Phase-1-Handelsabkommen zwischen China und den USA ist aus dem Weg geräumt

Das bedeutet, dass sich die Märkte jetzt darauf konzentrieren können, ob sich die Wachstumsaussichten aufhellen werden. Die Anzeichen sind nicht allzu schlecht. Trotz des tobenden Handelskrieges wuchs das chinesische Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal unverändert um 6 Prozent. Die Industrieproduktion, die Anlageinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze stiegen stärker an als erwartet.

Das Wachstum und die Inflation in der Eurozone sind gestiegen. Die Inflationserwartungen gemessen an den Geldmärkten sind auf dem höchsten Stand seit Mai letzten Jahres und die Konjunkturüberraschungsindizes im Euroraum sowie weltweit zeigen einen positiven Trend nach oben. Die jüngsten Wirtschaftsdaten, einschließlich der US-Einzelhandelsumsätze, deuten auf positive Wachstumsaussichten für das laufende Jahr. Kein Wunder also, dass die Aktienmärkte in den USA auf neue Höchststände geklettert sind.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


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Konjunkturerwartungen machen wieder Hoffnung | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (46/2019)

Die Rallye geht weiter! Der DAX hat am vergangenen Freitag die sechste Gewinnwoche in Folge über die Ziellinie gebracht. Über den Atlantik konnten die amerikanischen Aktienmärkte erneut neue Höchststände verzeichnen. Geht die Rallye bis zum Jahresende weiter oder geht den Aktienmärkten kurz vor Weihnachten wieder die Luft aus? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen machen wieder Hoffnung

Die ZEW-Konjunkturerwartungen gehören zu den wichtigsten Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine Umfrage des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW, bei welcher rund 350 Finanzexperten monatlich zur künftigen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten befragt werden. In der aktuellen Umfrage stiegen die Konjunkturerwartungen für Deutschland sehr stark an und erreichten den besten Wert seit Mai. Im August erreichte der Indexwert für die Konjunkturerwartungen den tiefsten Stand seit Ende 2011. Der starke Anstieg deutet eine Konjunkturwende an.

„Die Hoffnung steigt, dass sich das internationale wirtschaftspolitische Umfeld in der näheren Zukunft verbessern wird. Dies ist der Grund für den starken Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen im November. Die Chancen auf ein Abkommen zwischen Großbritannien und der EU und damit auf einen geregelten Austritt Großbritanniens sind inzwischen erkennbar größer geworden. Hinzu kommt, dass Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die Vereinigten Staaten weniger wahrscheinlich sind als vor einigen Wochen. Auch eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint etwas näher zu rücken“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Politische Börsen haben kurze Beine

Der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China, der immer wieder nahende Brexit, der Krieg in Syrien, die Drohnenangriffe auf Ölfelder in Saudi-Arabien, der „Unberechenbare“ im Weißen Haus, und so weiter und so fort. Dabei lautet eine bekannte Börsenweisheit: „Politische Börsen haben kurze Beine“. All diese Themen haben in den vergangenen Jahren die Börsenkurse nur kurzfristig beeinflusst. Langfristig zählen nur die harten Fakte wie Unternehmensgewinne, Wirtschaftswachstum und das Zinsniveau.

Das Wirtschaftswachstum weltweit stabilisiert sich, die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate sind optimistisch, der Ausblick für die Unternehmensgewinne hellt sich auf, vor allem in Europa, und das niedrige Zinsniveau dürfte uns noch lange begleiten. Die harten Fakten zeichnen ein optimistisches Bild für die Aktienmärkte ab. Wir dürfen uns von den politischen Börsen nicht allzu oft ablenken lassen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der neuen EZB Präsidentin Lagarde am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Schwellenländer unter Wasser | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (35/2018)

Erneut sorgte der Handelskonflikt in Kombination mit zahlreichen Währungskrisen an den Märkten für Unruhen. Donald Trump hat die Bombe zur Eskalation an den Märkten gezündet und wird die Strafzölle auf chinesische Importe nach dem Ablauf der Frist am 6. September 2018 in Kraft treten lassen. Diese betreffen Importmengen in der Höhe von 200 Milliarden US-Dollar.

Doch auch die Entwicklungen in den Schwellenländern sorgen für große Sorgen bei Anlegern: die starken Währungsabwertungen könnten Initialzünder für Rezessionen und weitreichende Finanzierungskrisen werden. Seit Anfang des Jahres haben sich internationale Investoren gegen die drohenden Verluste ausgestattet, indem Sie begannen, Gelder aus den Schwellenländern abzuziehen und größtenteils in den USA zu investieren. Die durchgeführten sowie bevorstehenden Zinserhebungen der FED unterstützten dieses Phänomen tatkräftig. Die Türkei wird an den Märkten weiterhin als größtes Krisenherd wahrgenommen. Doch auch weitere Länder mit einer hohen US-Dollar-Verschuldung sind von den Krisen betroffen – so mitunter Argentinien, Brasilien, Indien oder Indonesien.

Argentiniens Präsident hat den Kampf gegen die Abwertung des Pesos damit gestartet, dass er den Internationalen Währungsfonds um frühzeitige Hilfestellung bat. Argentinien leidet unter hohen Staatshaushaltsdefiziten, einer Inflationsrate von über 30 Prozent und einer schwachen Wirtschaftsentwicklung. Um die zunehmende Währungsabwertung zu stoppen hob die argentinische Zentralbank am Donnerstag die Leitzinsen auf 60 Prozent an und am folgenden Tag stimmte der Internationale Währungsfonds zur Unterstützung des Landes in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar zu.

Bei Betrachtung der Börsen über einen längeren Zeitraum ist ein uneinheitliches Bild sichtbar: während die amerikanische Wirtschaft aufgrund günstiger steuerlicher Rahmenbedingungen durch die Steuerreform stark investiert, entwickelt sich die europäische Wirtschaft verhaltener. Dennoch haben zahlreiche europäische Unternehmen – im deutschen Wirtschaftsraum beispielsweise Firmen wie SAP, RWE oder Vonovia – von positiven Gewinnentwicklungen berichten können.

Während der deutsche Leitindex zu Beginn der Woche positiv startete, geriet er zum Wochenende unter Druck und notierte mit einer negativen Entwicklung um 0,2 Prozent bei 12.350,30 Punkten. Der EURO STOXX schloss mit einer ähnlichen Kursentwicklung mit -0,8 Prozent bei 3.383,45 Punkten. Die amerikanischen Leitindizes verabschiedeten sich deutlich positiver in das Wochenende: der S&P 500 zeichnete eine positive Entwicklung mit 1,4 Prozent Steigerung bei 2.901,60 Punkten ab. Der Dow Jones schloss bei 25.964,50 Punkten mit einer leichten, positiven Steigerung um 0,9 Prozent. Gewinner der Woche war der Nasdaq, welcher mit einer Steigerung um 2,8 Prozent bei 8.109,54 Punkten schloss.

Vor dem Ausblick auf die Konjunkturtermine in der kommenden Börsenwoche werfen wir einen Fokus auf die Zinsstrukturkurve der US-Staatsanleihen. US-Staatsanleihen spiegeln auf den Märkten die Wachstumserwartungen der Marktteilnehmer wieder. Bei sinkenden Renditen erwarten Anleger langfristig ein geringeres nominales Wachstum. US-Staatsanleihen sind bei Investoren besonders beliebt, da diese langfristige, risikofreie Investments darstellen.

Der Abstand der zweijährigen und zehnjährigen US-Staatsanleihen nimmt seit einem längeren Zeitraum ab. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen beträgt 2,629 Prozent, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen 2,860 Prozent beträgt – hier fehlt eindeutig der Risikoaufschlag bei längeren Laufzeiten. Ist das Abflachen der Zinsstrukturkurve lediglich eine Reaktion auf die Entscheidungen der FED bezüglich der Leitzinsen oder signalisiert sie möglicherweise eine bevorstehende Rezession?

In der 36. Börsenwoche stehen den Kapitalmärkten folgende Termine bevor: Am Montag wird in Deutschland der Einkaufsmanagerindex PMI für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht – ebenso in einigen weiteren Ländern. Der amerikanische Einkaufsmanagerindex ISM-PMI des verarbeitenden Gewerbes folgt am Dienstag. Am Ende der Woche wird der US-Arbeitsmarktbericht für die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsstellen veröffentlicht.





Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (29/2018)

Die Woche wurde geprägt von TRUMP: Trumps Treffen mit Putin in Helsinki, seine gefährliche Einstellung zum Handelskonflikt mit China, Kritik an die FED und Vorwürfe an China und Europa zu dem Thema Währungsmanipulationen.

Bei dem Treffen Trumps mit Putin in Helsinki folgten Anfang der Woche viele Schlagzeilen: keiner weiß genau, was besprochen wurde, doch es existieren zahlreiche Vorstellungen. Im Mittelpunkt des Gipfeltreffens sollen die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und den USA, Syrien, der Ukraine-Konflikt und die Rüstungspolitik gestanden haben. Trotz der großen Empörungen nach dem Treffen in Helsinki sei ein weiteres Treffen gegen Ende des Jahres in Washington stattfinden.

„The Summit with Russia was a great succes, except with the real enemy of people, the Fake News Media. I look forward to our second meeting so that we can start implementing some of the many things discussed, including stopping terrorism, security for Israel nuclear…” – so Trump auf Twitter.

Auf den Märkten herrscht wegen den Uneinigkeiten im Handelskonflikt weiterhin Unsicherheit. Trump signalisierte in dieser Woche, dass durchaus auch Strafzölle auf alle chinesischen Waren erhoben werden könnten. Die Weltwirtschaft könnte durch die sich zuspitzende Situation erhebliche Schäden erleiden. Der Internationale Währungsfonds musste wegen der handelspolitischen Entwicklungen sogar nach unten korrigiert werden.

„The United States should not be penalized because we are doing so well. Tightening now hurts all that we have done. The U.S. should be allowed to recapture what was lost due to illegal currency manipulation and BAD trade deals. Debt coming due & we are raising rates – Really?” – Trump

In seinem oben zitierten Tweet beschuldigte er China und Europa zudem der Währungsmanipulation. Dieser Vorwurf sorgte auf den Finanzmärkten für Wirbel: die Kurse der US-Anleihen gaben nach, wonach die Rendite zehnjähriger US-Anleihen um 6 Basispunkte auf 2,90 Prozent anstieg.

Mit der US-Notenbank FED fachte er schließlich auch eine Debatte an, da er die Zinserhöhungen stark kritisierte. Diese würden dem wirtschaftspolitischen Kurs der USA schaden und schließlich die Wettbewerbsfähigkeit der USA beeinträchtigen. Während die internationalen Zentralbanken die Zinsen niedrig halten, steigt der US-Dollar Kurs weiter an. Seit Ende Januar nun schon um fast 10 Prozent. Der Dollar steht somit stark unter Druck: die US-Handelsdefizite könnten ansteigen und die Märkte könnten negativ beeinflusst werden. Auch die Währungen der Schwellenländer stehen unter Druck, da Ihre eigenen Währungen wegen des stärkeren Dollars teurer werden. Somit müssen die Schwellenländer für den Kauf von US-Dollar-basierten Rohstoffen wie bspw. Rohöl deutlich mehr zahlen.

Die Kapitalmärkte antworteten diese Woche mit Achterbahnfahrten: der deutsche Leitindex DAX begann die Woche recht positiv, hat allerdings im Laufe der Woche nachgegeben. Er schloss mit lediglich 12.455,00 Punkten bei +0,9 Prozent. Auch der EURO STOXX 50 hat nach einer volatilen Woche lediglich eine positive Steigerung um 1 Prozent erreichen können und schloss mit 3.450 Punkten. Die amerikanischen Leitindizes folgten den europäischen: Der S&P 500 schloss mit einem Plus von 0,7 Prozent mit 2.801,83 Punkten, der Dow Jones lediglich mit +0,1% mit 25.058,12 Punkten und der NASDAQ mit 0,9 Prozent Gewinn und 7.820,20 Punkten.

In der 30. Kalenderwoche erwarten uns folgende Konjunkturdaten: am Dienstag werden der Einkaufsmanagerindex Industrie und am Mittwoch der ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht.

Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (28/2018)

Die teuerste Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte ist bald beendet: das Finale zwischen Frankreich und Kroatien findet heute im Luschniki-Stadion in Moskau statt. Die Kosten für die Weltmeisterschaft in Russland werden inzwischen auf zehn Milliarden Euro beziffert.

Doch werfen wir nun einen Rückblick auf das Geschehen auf den Märkten diese Woche: Der deutsche Leitindex DAX erlebte einen ruhigen Start in die Woche. Doch Mitte der Woche wurde die ruhige Lage dank neuer Nachrichten aus den USA beendet – der DAX rutschte zeitweise bis auf 12.420 Punkte ab. Gegen Wochenende erholten sich die Märkte allerdings wieder, weshalb der DAX trotz eines Auf- und Absteigens positiv mit 12.547,00 Punkte schloss, einem Wochenplus i.H.v.  0,9 Prozent. Der EURO STOXX 50 erlebte einen ähnlichen Verlauf und schloss mit 3.454,54 Punkten mit einer Steigerung um 1,3 Prozent. Die amerikanischen Leitindizes S&P 500 und Nasdaq hatten eher ruhige Verläufe im Laufe der Woche: der S&P 500 gewann um 2,8 Prozent auf 2.801,31 Punkte und der Nasdaq sogar um 3,6 Prozent auf 7.825,98 Prozent. Der Dow Jones 30 Industrial hingegen folgte den europäischen Märkten und war uneinheitlich – er schloss mit einem Gewinn um 1,5 Prozent auf 25.019,41 Punkte.

Je nachdem, welcher Tweet von Trump oder anderen Akteuren der Weltwirtschaft und -politik veröffentlicht wird, reagieren die Märkte: der DAX folgt einem auf und ab, die Wochengewinne der Indizes sind somit wegen der Nachrichten stets gefährdet. Doch das beherrschende Thema ist und bleibt weiterhin der HANDELSKONFLIKT, welcher die Weltwirtschaft weiterhin gefährdet. Die Drohungen der USA, eine Liste mit weiteren Zöllen auf chinesische Importgüter zu veröffentlichen, wurde diese Woche tatsächlich wahrgemacht: Güter im Wert von 200 Milliarden US-Dollar, auf die weitere Zölle von zehn Prozent geplant sind. Diese sollen spätestens im September in Kraft treten.

Der Ölpreis hat diese Woche unter dem Handelskonflikt stark gelitten, erholten sich allerdings schnell wieder. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 75,19 Dollar und war somit 74 Cent teuer als am Tag zuvor. Der Preis für ein Barell West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August stieg auf 70,76 Dollar, 43 Cent teuer. Experten prognostizieren bis Jahresende einen Ölpreisanstieg auf bis zu 80 US-Dollar pro Barrel.

Der Eurokurs hat diese Woche unter dem starken US-Dollar gelitten: am Freitag fiel der Referenzkurs auf 1,1658, während der Dollar bei 0,8589 notierte. Der Dollar legte zu den meisten anderen relevanten Währungen deutlich zu. Doch die Stimmung auf dem Devisenmarkt bleibt weiterhin fragil – eine Entspannung erwartet hier harte Fakten im Handelskonflikt. Auch der britische Pfund war unter Druck, da Trump die weiche Brexit-Strategie der britischen Premierministerin Theresa May kritisierte.

Theresa May erhielt die Zustimmung des Kabinetts, einen weichen Brexit durchzuführen. So sollen zukünftig die Briten EU-Standards und das EU-Recht bei Industrie- und Agrargütern berücksichtigen und somit effektiv in einer Zollunion bleiben. Allerdings sind Dienstleistungen von dieser Regelung ausgeschlossen. Die Entscheidungen führten dazu, dass konservative Politiker wie der Brexit-Minister David Davis und Außenminister Boris Johnson auf Ihr Amt verzichteten.

Negative Nachrichten erhielt die Türkei am Freitagabend von der Ratingagentur Fitch: diese stufte die Türkei-Bonität aufgrund der sich verschärfenden Abwärtsrisiken der makroökonomischen Stabilität, des steigenden Haushaltsdefizits, der sich weiter abwertenden Lira und der steigenden Inflation auf BB (zuvor BB-) ab.

In der Kalenderwoche 28 erwartet uns am Mittwoch in der Eurozone der Verbraucherpreisindex, am Mittwoch wird das FED Beige Book veröffentlicht sowie am Donnerstag der Philadelphia-FED-Index für den Juli 2018 und am Freitag die Erzeugerpreise in Deutschland. Weiterhin bleibt unser Augenmerk auf den Entwicklungen im Handelskonflikt.