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Happy Independence – oder sind die Märkte doch nicht mehr unabhängig? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (27/2020)

Diese Woche hat die Sommerpause offiziell in Europa begonnen und am Wochenende feiert Amerika ausgelassen seinen Unabhängigkeitstag. Doch die vergangene Woche hat bereits Weichen für die zweite Jahreshälfte gelegt. Nachdem vorletzte Woche bereits die Zeichen an den Märkten auf Sommerurlaub gestellt waren, plädieren Marktexperten trotz weiter steigenden Kursen zu Gewinnmitnahmen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

FED bereinigt ihre Bilanzsummen – was machen die Märkte?

Die FED hat seit Anfang Juni begonnen ihre Bilanzsumme zu reduzieren. Das wäre nichts außergewöhnliches, wenn nicht seit Beginn der Pandemie eine sehr starke Korrelation zwischen dieser und dem S&P500 verzeichnete wäre. Heißt das nun im Umkehrschluss, dass auch die Märkte wieder absacken werden, wie im Dezember 2018 als die Fed ihre Bilanzkürzung ankündigte. Oder sind sie unabhängig geblieben von den massiven Liquiditätsspritzen der letzten Monate? Zumindest zeigt das Bild, dass hohe Marktliquidität nicht zu sinkenden Aktienkursen führt. Oder ist das doch nur die Ruhe vor der prophezeiten Abhängigkeit der Märkte von den Notenbank-Helden? Erste Zeichen werden wohl noch in den kommenden Wochen erkennbar sein.

Deutsche Doppelspitze in Europa – einmalige Chance?

Diese Woche begann die EU-Ratspräsidentschaft von Deutschland – bekleidet durch Angela Merkel – und damit eine deutsche Doppelspitze mit Ursula von der Leyen als EU-Kommissionschefin. Die Erwartungen und Baustellen könnten nicht größer sein. Wie kann Europa aus der Krise geführt werden? Welchen Platz nimmt Europa auf dem Welthandel neben den USA und China ein? Wie geht es weiter mit dem Brexit und der Flüchtlingskrise? Klar ist, dass das 750 Milliarden Hilfspaket und der siebenjährige Haushaltsplan der EU stark im Fokus stehen, aber eine schnelle und einfache Einigung noch in weiter Ferne liegen. Daher hoffen die Marktteilnehmer, dass die Protagonisten die Sommerpause nutzen, um viel Kraft für die nächsten Monate tanken zu können.

Ein unabhängiger US-Präsident – das Pulverfass in Nationalfarben

Unterdessen folgt der US- Präsident seiner untraditionellen und unkonventionellen Linie weiter. Normalerweise werden zu den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der USA politische Statements vermieden. Trump nutzt dies jedoch für die Fortsetzung seines Wahlkampfes und teilte dabei in alle Gegnerlager aus. Unterdessen werden brennende US-Flaggen aus allen größeren US-Städten übertragen und man fragt sich, warum nicht einmal der höchste nationale Feiertag genutzt wird, um die Gemüter zu besänftigen und den Zusammenhalt wieder zu stärken. Eine weitere Eskalation der Situation wird sicherlich auch auf die Märkte sich auswirken, die sich derzeit nur durch die Erholung nach der Krise im Aufwärtstrend befinden. Es wird ein heißer Sommer und nicht nur durch die Temperaturen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Erwartungen sind hoch, aber das Vertrauen schwindet | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (25/2020)

Nachdem vorletzte Woche die Märkte herbe Verluste aufzeigten und nicht sicher war, ob es der Beginn einer Talfahrt wird oder nur eine Gewinnmitnahme, bestimmte die vergangene Woche der Abwärtstrend die Märkte. Wieviel Einfluss dabei Wirecard auf den DAX hatte, ist nicht abschätzbar. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Wirecard – vertrauenswürdig oder selbst Opfer?

Diese Woche wurde gespannt auf Eröffnung des Jahresabschlusses von Wirecard gewartet, da diese bereits mehrfach verlegt wurde. Doch auch dieses Mal wurden die Analysten vor den Kopf gestoßen. Das hatte dramatische Auswirkungen auf den DAX, der sich zum Wochenende jedoch wieder stabilisieren konnte und mit einem Plus von 3,19% schließen konnte. Wirecard dagegen verlor 71,97% innerhalb nur einer Woche. Doch der nominelle Wertverlust wiegt sicherlich nicht so schwer, wie der Vertrauensverlust, den Moody‘s mit ihrem Rating auf Ramschniveau Ausdruck verlieh. Derweilen stellte sich Ex-Chef Markus Braun selbst als Opfer dar und trat mit sofortiger Wirkung zurück. Nachfolger James Freis hat viel aufzuarbeiten – insbesondere die Suche nach den fehlenden 1,9 Mrd. € wird eine große Herausforderung. Es gibt jedoch noch einen viel größeren Verlierer bei der ganzen Story, und zwar den deutschen Aktienmarkt. Wie beim Platzen der Tech-Blase Anfang der 2000er ist das Grundvertrauen der Anleger erschüttert. Und gerade als sich eine neue Kultur am Entwickeln war.

Was tun, wenn selbst den Rettern das Vertrauen schwindet?

In der vergangenen Woche fand der EU-Gipfel zur Klärung des EU-Haushalts per Videokonferenz statt. Im Fokus dabei stand das geplante 750 Mrd. € Hilfspaket. Einige Länder benötigen dringend und umgehen die Finanzspritze, um ihren krisengebeutelten Wirtschaften wieder Leben einzuhauchen. Doch es gibt viele Fragen bzgl. Auszahlung, Rückzahlung und Summen. Eine Einigung war nicht zu erwarten, aber ein wirklicher Durchbruch zeichnete sich am Ende auch nicht ab – man vermeldete lediglich Annäherungen. Was dieses Ergebnis für einen Vertrauen erweckt, zeigte eine Reaktion von Christine Lagarde, die vor negativen Marktreaktionen warnte, falls das erwartete Hilfspaket nicht abgeschlossen wird, da die Marktteilnehmer die angekündigten Hilfen bereits eingepreist hätten und nur dadurch etwas Ruhe an den Märkten bestehen. Was sagt das nun über das Vertrauen zu den groß angekündigten Hilfsprogrammen der Regierungen aus?

Und wer vertraut eigentlich noch Trump?

Der US-Präsident setzt seinen Wahlkampf fort und trotzt dabei der aktuellen Pandemie. Seinem Rundumschlag in Tulsa hörten weit weniger Anhänger zu als angenommen. Der Grund liegt für Trump nahe – es seien die Medien mit ihrer Angstmacherei. Doch eine kürzlich durchgeführte Umfrage in den USA könnte einen anderen Grund darlegen. Das Vertrauen in den derzeitigen US-Präsidenten ist so schlecht wie nur dreimal zuvor in der Geschichte der Vereinigten Amerikanischen Staaten. Über 54% der Bevölkerung sprach sich gegen Trump aus und vielleicht ist es mittlerweile sogar noch mehr. Die Gallup Umfrage im Juni ergab nur 39% Befürwortung für den amtierenden US-Präsidenten und seine Politik. Derweilen regen sich erste Stimmen, dass das Vertrauen in einen fairen und demokratischen Wahlkampf schwinden. Es bleibt in den nächsten Wochen spannenden wie sich Erwartungen und Vertrauen in dieser herausfordernden Zeit weiterentwickeln, da sie die Grundwerte eines guten Marktes sind.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Notenbankhelden & das Coronavirus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (10/2020)

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in China geht zurück! Angesichts der positiven Nachrichten stieg der chinesische Leitindex CSI 300 vergangene Woche um mehr als fünf Prozent. Doch die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zeigen sich mit dem Coronavirus etwas überfordert zu sein. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Coronavirus zwingt China in die Knie

Die chinesische Mediengruppe Caixin und das Institut IHS Markit teilten am vergangenen Montag mit, dass Produktion, Aufträge und Beschäftigtenzahl im Februar so stark gefallen sind wie noch nie seit Beginn der monatlichen Umfrage vor rund 16 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex brach dadurch um 10,8 auf 40,3 Punkte ein, was einen Rückgang von minus 21,14 Prozent entspricht.

Experten gehen aber davon aus, dass die chinesische Industrie im März wieder Fuß fasst. “Harte Daten wie der tägliche Kohleverbrauch deuten weiter darauf hin, dass Unternehmen ihre Produktion wieder aufnehmen und die chinesische Wirtschaft sich allmählich erholt”, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik ist zuletzt merklich gesunken, ebenso die der Toten.

Aus der Ferne betrachtet, reagieren viele in China auf die Entwicklungen in Europa und in den USA mit einer Mischung aus Schock und Freude. Die Chinesen finden es schwer zu glauben, dass die Supermächte der Welt ihre Reaktion auf das Virus vermasselt haben, selbst nachdem sie Wochen Zeit hatten, sich auf seine mögliche Ankunft vorzubereiten.

Die Notenbankhelden sind jetzt gefragt

Dass die großen Zentralbanken bereit stehen um sich gegen den Abschwung der Weltwirtschaft zu stemmen haben sie nicht nur signalisiert, sie sind auch bereits zur Tat geschritten. Christine Lagarde hat „angemessene und zielgerichtete Maßnahmen“ in Aussicht gestellt, um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzuwirken. Die EZB beobachte die Entwicklung der Wirtschaft und der Inflation ganz genau. Die Fed hat sich dazu entschieden, in einem außerplanmäßigen Schritt den Leitzins um 50 BP zu senken.

Die Märkte hatten mit diesem Schritt erst bei der nächsten Fed-Sitzung am 17./18. März gerechnet. Dass die US-Notenbank nicht bis zur nächsten Sitzung warten wollte, deuten die Marktteilnehmer als eine sehr pessimistische Sicht der Fed auf die Auswirkung des Coronavirus auf die Weltwirtschaft – Die Bank of Japan (BoJ) hat in einer Notfallerklärung zu Beginn der Woche bereits klar gemacht, dass sie bereitstehe den Markt mit weiterer Liquidität zu versorgen und dadurch zu stabilisieren. Dabei hat die BoJ angeboten, Staatsanleihen im Volumen von 500 Mrd. JPY (4,2 Mrd. Euro) zu erwerben. Die großen Notenbanken tun also wieder das was sie am besten können: sich mit niedrigeren Zinsen und noch weiterer Liquidität gegen den Abschwung der Wirtschaft zu stemmen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht eines Tages an den Punkt gelangen, indem wir in diesen Geldschwemmen ertrinken, sondern dass die Weltwirtschaft stark genug ist, um ohne diese Droge zu wachsen. Auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg vor uns steht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Angst, die Gier und das Risiko | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






Der Wahnsinn geht weiter! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (51/2019)

Neue Höchststände in den USA! Die Rallye geht weiter! Die deutsche Industrie bleibt über das ganze Jahr 2019 in der Rezession! Das Impeachment-Verfahren gegen US-Präsident Trump wurde am Mittwochabend offiziell eröffnet! Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die deutsche Industrie bleibt weiter in der Rezession

Am vergangenen Montag (16.12.19) wurden die deutschen Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Im Vergleich zum Vormonat fiel das verarbeitende Gewerbe von 44,1 auf 43,4 Punkte zurück. Seit Anfang des Jahres befindet sich der Einkaufsmanagerindex unter einem Wert von 50 Punkten, was eine Kontraktion der deutschen Industrie darstellt. Doch insgesamt schrumpft die Bedeutung der Industrie in Deutschland. Der Industriesektor macht nur noch 30 Prozent des BIP aus.

Der Servicesektor schlägt sich hingegen weiter wacker. Hier liefen die Geschäfte sogar besser und der Ausblick hellte sich weiter auf. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Dienstleistungssektor von 51,7 auf 52 Punkte an. Allerdings deutet die schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt darauf hin, dass es mit dem Aufschwung bei den Dienstleistern im neuen Jahr eher schleppend vorangehen könnte, so Phil Smith von IHS Markit, das Daten- und Informationsdienste für eine Vielzahl von Branchen wie die Automobilindustrie, Energieversorgung, Finanzdienstleistungen, Rüstungsindustrie und Schifffahrt anbietet.

Donald Trump muss sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen

US-Präsident Donald Trump wird wegen Machtmissbrauch und Behinderung der Ermittlungen des Kongresses angeklagt. Am vergangenen Mittwochabend wurde das Impeachment-Verfahren eröffnet. Das mit der Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus beschlossene Impeachment-Verfahren gegen ihn sei ohne Grundlage, sagte Trump vor einer Studentenvereinigung in Florida.

Das Verfahren findet vor dem US-Senat statt. Im Senat verfügen die Republikaner von Trump über die Mehrheit. Ein Schuldspruch Trumps erfordert eine 2/3 Mehrheit im Senat. Es gilt als so gut wie sicher, dass US-Präsident Trump nicht verurteilt wird. Noch ist unklar, wann das Impeachment-Verfahren in den Senat kommt.

Das Team von Main Value wünscht Ihnen und Ihrer Familie frohe Weihnachten und für 2020 Gesundheit, Freude und Erfolg im Geschäftlichen wie im Privaten. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Das Twitter-Gewitter | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (20/2019)

Das Twitter-Gewitter des amerikanischen Präsidenten Donald Trump erschütterte die Börsen am vergangenen Montag erneut. Der US-Leitindex Dow Jones schloss den Handelstag um 2,38 Prozent schwächer. Doch eine anschließende Rallye konnte den Wochenverlust auf nur noch -0,69 Prozent reduzieren. Es gibt jedoch einige Warnsignale, die auf weitere Turbulenzen hindeuten.

Angesichts der Verflachung der US-Zinskurve (mittlerweile inverse Zinskurve) weisen Experten nach wie vor auf erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten weltweit hin. Selbst wenn es eine angemessene Deeskalation des Handelskrieges gibt, dürfte uns die Volatilität erhalten bleiben – letzten Endes befinden wir uns am oberen Wendepunkt des Konjunkturzyklus. Seit der jüngsten Finanzkrise 2008/2009 unternehmen die Zentralbanken weltweit jedoch ihr Bestes, um Risiken von den Finanzmärkten fernzuhalten.

Die zunehmende Erwartung, dass die amerikanische Notenbank als Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Handelsspannungen, die Zinsen früher als später senken wird, half der Börse, die Handelsbedenken in der vergangenen Woche abzuschütteln und somit die Aktienkurse auch in Zukunft zu stützen. Diese Erwartung wird jedoch von der Fed bisher nicht berücksichtigt, da die Inflation noch leicht unter dem Jahresziel von 2 Prozent liegt. Am kommenden Montag wird Fed-Chairman Jerome Powell eine Rede über die Bewertung der Risiken für die Stabilität des Finanzsystems halten – jedes Wort seiner Rede wird von Börsianern auf die Goldwaage gelegt.

Hierzulande sind die Verbraucherpreise kräftig gestiegen. Im April 2019 lagen die Verbraucherpreise, die vom statistischen Bundesamt monatlich veröffentlicht werden, um 2 Prozent höher als im April 2018 – damit zog die Inflationsrate kräftig an. Laut statistischem Bundesamt ist der starke Anstieg im vergangenen Monat vor allem der Preiserhöhung bei Pauschalreisen (+11,2%) zuzuschreiben. Auch für die Fahrt mit dem Fernbus (+13,6%), für Flugtickets (+6,1%) und Bahntickets (+3,4%) mussten Verbraucher deutlich mehr bezahlen. Grund dafür sind steigende Energiepreise. Brent-Öl ist beispielsweise seit Jahresbeginn um 34,22 Prozent teurer geworden.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Zwischenwahlen – Der Showdown der Amerikaner | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (44/2018)