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Der Countdown läuft | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (40/2020)

Heutzutage gibt es nichts Aufregenderes als eine Tüte Popcorn während Ihrer Lieblings-Präsidentschaftsdebatte im Fernsehen läuft. Aber der Höhepunkt war am vergangenen Freitag, nachdem die Welt davon erfuhr, dass Donald Trump und seine Frau mit Covid-19 infiziert wurden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Chaotische TV-Debatte

Die Präsidentschaftsdebatte, die am vergangenen Dienstag zwischen Donald Trump und Joe Biden stattfand, war nichts weniger als unterhaltsam. Bitte entschuldigen Sie, dass ich etwas übertreibe, aber die US-Präsidentschaftsdebatte hat mich in die 90er Jahre zurückversetzt, als die Jerry-Springer-Show besonders populär war.

Aktuell befindet sich das Land in einer der schlimmsten Rezessionen seit „The Great Depression“. Momentan gibt es immer noch 6,8 Millionen mehr Arbeitslose in den USA als im Februar vor der Pandemie. Anstatt eine tragfähige Lösung zu präsentieren, um das Land wieder auf den richtigen Weg zu bringen, verbringen die beiden Kandidaten die meiste Zeit damit, mit dem Finger zu zeigen und sich gegenseitig zu unterbrechen. Nach der chaotischen TV-Debatte planen die Veranstalter Änderungen am Konzept. Wir sind gespannt!

POTUS infiziert die Aktienmärkte

Und nun kommen wir zum absoluten „Höhepunkt“ der vergangenen Woche. Vier Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November kündigte Präsident Trump per Twitter, dass seine Frau (FLOTUS) und er (POTUS) sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Der positive Corona-Test von US-Präsident Donald Trump hat weltweit für Unruhe an den Kapitalmärkten gesorgt.

Die Nachricht vom Freitag bringt das Coronavirus wieder in die vordersten Reihen der Schlagzeilen. Dies könnte Auswirkungen auf das Verhalten der Verbraucher haben, die angesichts einer andauernden und hartnäckig anhaltenden Pandemie bei der Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Aktivitäten nun vorsichtiger sein könnten.

Bald kommt der „Digital Euro“?

Wir hatten diese Woche äußerst interessante Nachrichten aus Frankfurt: Europas Notenbank-Helden intensivieren ihre Arbeit an einem digitalen Euro. Die Europäischen Zentralbank wagt den ersten großen Schritt zur Einführung einer digitalen Währung. Technisch würde ein digitaler Euro dem Bitcoin ähneln. Aber im Gegensatz zu der Kryptowährung stünde er unter Aufsicht einer Zentralbank.

Die Rechtsabteilung der Zentralbank hat beim Amt für geistiges Eigentum der Europäischen Union eine Anmeldung für die Marke „Digital Euro” eingereicht. Es wird erwartet, dass die EZB demnächst ihre Einschätzung darüber veröffentlicht, ob eine digitale Währung eingeführt werden soll. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Detlef lässt uns schwitzen und die Märkte bleiben ebenfalls heiß! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (32/2020)

Die Aktienmärkte konnten im neuen Monat August die Gewinne des Vormonats fortsetzen. Die Angst vor der zweiten Welle ist an den Börsen scheinbar nicht angekommen. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 2,94%, der Dow Jones mit 3,80% und auch die anderen Indizes schlossen mit einem Plus. Der US-Dollar war diese Woche der heißeste Kandidat am Markt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Rekorde, Rekorde, Rekorde! – Höchststände für NASDAQ und Gold

Der US-Technology-Index Nasdaq 100 schloss am vergangenen Montag erstmalig über die magische Marke von 11.000 Zählern. Damit gehört der Index mit 27,55% Performance zu den Spitzenreitern der Weltbörsen. Viele der gelisteten NASDAQ Technologie Unternehmen gehören zu den absoluten Gewinnern der Krise wie etwa Amazon, Facebook und Apple, die fast tagtäglich neue Rekordkurse schreiben.

Auch Gold erreichte diese Woche erneute Höchstwerte und sprang erstmals über die 2.000 US-Dollar Grenze und schloss die Woche bei 2.035,16 US-Dollar. Der kleine Bruder Silber hat jedoch noch einige Luft bis zu seinem Allzeithoch.

Wann wird die Rally ein Ende haben? Wird es der zweite Lockdown werden, die Normalisierung der Märkte oder doch ein verändertes Nutzungsverhalten bei den Kunden? Eins ist sicher – die nächsten Monate werden einen Ausblick auf die weitere Zukunft geben.

Erholung trotz Hitzewelle in Deutschland

Das deutsche Statistikamt veröffentlichte die Exportzahlen für Juni 2020. Und eine Erholung ist deutlich spürbar. Die Exporte betrugen 96,1 Mrd. Euro und dagegen die Importe 80,5 Mrd. Euro. Deutschland bleibt somit seinem Ruf als Export-Weltmeister treu und erzielte erneut einen Handelsüberschuss. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies ein Plus von knapp 14,9%. Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt jedoch die Auswirkungen der Pandemie – zirka 10% weniger bei Ex- und Importen. Der April war jedoch um 30% weniger als im Vorjahr und bildet damit den Tiefpunkt in der Krise.

Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland hellen sich somit weiter auf. Dennoch wird mit einer Rezession von knapp 6,5% gerechnet. Interessant wird es jedoch nach den Sommerurlauben, ob die Eindämmung der Pandemie weiterhin erfolgt hat oder es doch zu erneuten Einschränkungen kommt. Diese pessimistischen Perspektiven prophezeien sehr hohen Insolvenzen im Herbst. Also sollten wir alle ein Teil sein, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt.

Trump kommt ins Schwitzen

Die US-Wirtschaftsdaten fielen im Juli besser als erwartet aus. Die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor nahm zu und die US-Wirtschaft schuf im Juli 1,76 Millionen neue Arbeitsplätze und übertraf damit die Schätzungen. Doch von einer Erholung der Wirtschaft in den USA ist noch nicht die Rede. Im Gegenteil – die weiterhin hohen Infektionszahlen bringen Trump immer mehr in Erklärungsnot.

Vom europäischen Beispiel angeregt, versuchte Trump ein weiteres Hilfspaket für die US-Wirtschaft abzuschließen. Dazu muss jedoch der Kongress seine Zustimmung geben. Die Gespräche dazu wurden jedoch gestern erfolglos abgebrochen. Als Konsequenz entschied Trump das Hilfspaket per Dekret. Wie bereits bekannt, hält sich der aktuelle US-Präsident nicht an gegebenen Gesetzen und wählt lieber einen Alleingang. Daher wird es wohl erneut zu Klagen gegen sein neustes Dekret geben – wie bei zahlreichen zuvor auch.

Der Wahlkampf mit Trump wird wohl für jeden Gegenkandidaten (egal ob Republikaner oder Demokrat) zu einem heißen Ritt.

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Drei Kugeln Eis für eine mögliche heiße Zeit | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (30/2020)

Nachdem diese Woche, nach einem wahren Marathon, der EU-Gipfel mit einem gemeinsamen Ergebnis endete, gehen die EU-Staatsoberhäupter in ihren wohlverdienten Sommerurlaub. Währenddessen entwickelt sich der Wirecard-Skandal zu einem ausgewachsenen Polit-Thriller-Auflösung ungewiss. Zumindest führen einzelne Stränge aktuell nach Russland und der Druck auf innenpolitische Positionen erhöht sich zunehmend. Und was macht die zweite Welle? In vielen Ländern wird weiterhin die erste Welle geritten – ein Abschwung ist nicht zu verzeichnen – und die Reiselust verstärkt die Situation noch einmal. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Einmal bitte Vanille – Gewinne werden mitgenommen

Zwei Wochen hintereinander beendet der NASDAQ die Woche im Minus (Nasdaq: -1,52%). Er bleibt jedoch weiterhin seit Jahresbeginn mit +20,04% mit Abstand der stärkste Index. Von einer wirklichen Talfahrt kann man hier also nicht sprechen. Vielmehr ist eine normale Gewinnmitnahme durch die Marktteilnehmer zu unterstellen. Es wird spannend sein, wie sich die Anleger mit dem schwächelnden US-Dollar in den nächsten Wochen verhalten, da es eine gute Einstiegsmöglichkeit für internationale Anleger bietet.

Schoko-Eis weiter die Nummer 1 – so auch Gold und Silber

Die Kombination aus Überschuss von Liquidität als auch der schwache US-Dollar sind zwei wesentliche Gründe, warum viele Anleger in Gold und Silber investieren. Aber auch eine mögliche Vorbereitung auf einen Kurssturz könnte sich hier abzeichnen. Silber ist im Wochenverlauf mit knapp 18% gestiegen und hat gezeigt, dass auch der kleine Bruder für eine gute Überraschung gut ist! Gold hat in der gleichen Woche die magische Marke von 1.900 USD gebrochen und ist im Wocheverlauf mit über 5 Prozent gestiegen. Wie lange bleiben die beiden ultimativen Währungen so stark? Oder kommt bald ein neuer Rohstoff in den Fokus?

Erdbeere mag nicht jeder – sowie die USA und China sich nicht?

Noch 100 Tage bis zur Präsidentschaftswahl in den USA und Trumps Kurs ist weiterhin nicht nachvollziehbar. Kehrtwende in der Pandemie, fragwürdiger Einsatz der Bundespolizei in US-Großstädten und weitere Eskalation mit China. Diese Woche erreichte es einen weiteren Höhepunkt mit der Schließung der chinesischen Botschaft in Houston, die prompt mit der Schließung des US-Konsulat in Chengdu beantwortet wurde. Bereits am Anfang der Woche drohte Trump mit dem Einreiseverbot von politischen Vertretern aus China. Wohin führt diese Eskalation? Ist es vielleicht Trumps Trumpf im Wahlkampf, den er zum Ende ausspielen wird? Zumindest hat er diesen dringend nötig, da seine Umfragewerte weiter sinken und der Rückhalt für seine zweite Kandidatur in den Lobbys ebenfalls immer mehr abnimmt.

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Das Sommerloch ist da – wenig Bewegung an den Märkten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (29/2020)

Die vergangene Woche war spürbar ruhiger – Langzeit-Themen wie EU-Hilfspaket, Erholung nach der Pandemie sowie aktuelle Themen wie Aufarbeitung des Wirecard Skandals oder die bevorstehende US-Wahlen haben keinen großen Einfluss auf das aktuelle Marktgeschehen. In Deutschland haben die Anleger weiterhin die 13.000 Punkt im Blick und in den USA ist der Tech-Markt erstmals schwächer als der S&P 500. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Inflationsrate wirklich ein Zeichen steigender Kauflaune in der aktuellen Phase?

Die Inflationsraten in Deutschland und den USA sind im vergangenen Monat Juni weiter gestiegen. In beiden Ländern ist ein Plus von 0,6 Prozent zu verzeichnen. Dabei sind wie üblich die Energiepreise ausgeklammert, die jedoch in den letzten Wochen wieder einen deutlichen Anstieg verzeichneten. Als größter Treiber der Inflationsrate sind Nahrungsmittel zu benennen – insbesondere Obst und Fleisch haben hohe Zuschläge aufzuweisen. Fraglich ist, ob in der aktuellen Phase von einem kleinen Trend zu gestiegener Kauflaune gesprochen werden kann. Vielmehr schlägt hier zu buche, dass die Angebotslage weiterhin durch die Pandemie eingeschränkt bzw. aufwendiger ist und die Nachfrage durch die startenden Wirtschaften sich Richtung Ursprung bewegen. Ein wirklicher Anstieg ist es wohl kaum, sondern wohl eher der Gummizugeffekt nach der Krise.

Totgesagte leben länger!

Diese Woche verzeichneten alle klassischen Märkte ein kleines Plus am Ende der Woche. Nur der NASDAQ 100 (der Überflieger der letzten Monate) und der chinesische CSI 300 schlossen im Minus – die chinesische Regierung wird wohl nach den letzten Wochen etwas aufatmen. Heißt das nun, dass die schon fast „totgesagten“ klassischen Märkte wieder zurück im Geschäft sind? Sicherlich wirken sich die Inflationszahlen sowie die Erweiterung des Balance Sheet der FED (+ 38 Milliarden zum Vormonat) positiv auf die klassischen Märkte aus. Doch auch der Dip bei den Tech-Aktien könnte eine Chance zur Erweiterung des Portfolios dienen – aber nach der Rallye ist auch eine Gewinnmitnahme keine schlechte Idee.

Und was macht die EU?

Aktuell tagen die mächtigsten Vertreter der EU in Brüssel und verhandeln um das 750 Mrd. € Hilfspaket. Einen einfachen Verhandlungsweg hat keiner vermutet, aber eine Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen. Frankreichs Staatspräsident Macron drohte schon mit vorzeitiger Abreise, während Merkel mit Geburtstagskuchen und Verhandlungsgeschick die unterschiedlichen Standpunkte zusammenführen will. Und als wäre die Abstimmung rund um die 1,8 Billionen € Haushaltsetat nicht schwer genug, wird über die rechtsstaatliche Situation in Polen und Ungarn diskutiert. Und was macht Brexit-Boris in dieser Zeit eigentlich? Freut er sich, nicht mehr am Verhandlungstisch zu sitzen oder ärgert er sich, keinen Teil vom Kuchen abzubekommen? Vielleicht fällt der Brexit ja doch noch aus. Wir werden sehen.

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Sonne, Strand und Cocktails – bereiten sich die Märkte auf die Sommerpause vor? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (26/2020)

Die Märkte haben sich in der vergangenen Woche überwiegend mit einem Minus in das Wochenende verabschiedet (DAX -1,96%; Dow Jones -3,1%; S&P 500 -2,86%), aber in der aktuell volatilen Phase sind das keine besorgniserregenden Entwicklungen. In der Gesamtheit haben sich die Märkte nach der Krise schon deutlich erholt und es scheint, als würden sich viele Anleger schon auf die Sommerpause vorbereiten. Doch die Aussichten auf eine ruhige Ferienzeit an den Märkten ist ungewiss. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Kauflaune in Deutschland übersteigt die Erwartungen im Juni

Der PMI Index in Deutschland für Juni lag bei 45,8 Punkte und damit über 1,6 Punkte über dem Erwartungswert. Zum Vormonat war das eine deutliche Verbesserung um 13,5 Punkte. Die Stimmung bei den Einkaufsmanagern hat sich somit deutlich verbessert. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass Werte unter 50 Punkte einen Rückgang der Kauflaune bedeutet. Um diese Schwelle zu überschreiten wird sicherlich auf die versprochenen Hilfspakete gewartet, doch ein nennenswerter Durchbruch konnte diese Woche im Gespräch zwischen Deutschland und Frankreich nicht erzielt werden. Was passiert an dieser Stelle noch in der Sommerpause? Sicherlich werden sich die nationalen Wirtschaften etwas erholen, da die eingeschränkten Urlaubsaktivitäten das Geld größtenteils im eigenen Land belassen werden.

Wirecard-Skandal – Wer passt auf die Aufpasser auf?

Der Wirecard-Skandal endete diese Woche unrühmlich für viele Beteiligte. Wirecard wurde das Rating von Moody‘s entzogen, Visa und Mastercard haben die Zusammenarbeit mit Wirecard beendet und an der Börse wurde zeitweise der Handel ausgesetzt. Schlimmere Kreise zieht jedoch die Suche nach den verschwundenen 1,9 Mrd. € und die Aussicht, dass es diese gar nicht gibt. Wer trägt hier die Hauptverantwortung? Der Ex-Chef Markus Braun wurde bereits für die Untersuchungen verhaftet, doch auch EY und BaFin sind ins Kreuzfeuer genommen worden. Hätten diese unabhängigen Aufsichtsorgane die fehlenden Summen nicht schon viel früher aufdecken müssen? Dieser Frage wird sich nun die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) widmen und notwendige Konsequenzen für die Zukunft ableiten, um einen weiteren Fall von Zombieaktien im DAX zu verhindern. Es wird spannend, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird. Klar ist – viele Beteiligte werden dieses Jahr keinen Urlaub mit Sonne, Strand und Cocktail genießen dürfen.

Handelskrieg 2.0? – EU droht im Streit um Nord Stream 2

Das kritisch beäugte Großprojekt zwischen der EU und Russland Nord Stream 2 sorgte diese Woche wieder für neuen Zündstoff. Die USA und allen voran Präsident Trump haben 2019 Sanktionen gegen die am Bau beteiligten Firmen verabschiedet. Nun konterte die EU auf Basis einer Prüfung, dass die Sanktionen gegen internationales Recht verstoßen. Die Gegenmaßnahmen sind jedoch noch nicht genannt worden, aber ganz gewiss ist schon eine Gegenreaktion aus den USA. Wem hilft solch eine Drohgebärde, insbesondere in der aktuellen Krisenzeit? Donald Trump wird sicherlich auch in seinem Golf-Urlaub die Amtsgeschäfte per Twitter nicht ruhen lassen. Seine persönlichen Ziele sind wie zu Amtsantritt nicht ersichtlich und den Erwartungen in seinem eigenen Land kann er ohnehin nicht mehr gerecht werden. Der Sommer bleibt also mehr als spannend und es ist nicht absehbar, ob ein nächster Dominostein die nächste Krise auslöst.

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Der Gummizugeffekt nach der Krise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (23/2020)

Während die Pandemie in den Medien mittlerweile nur noch die zweite Geige spielt und durch die weltweiten Protestwellen gegen Polizeigewalt und Rassismus abgelöst wurde, setzen die Märkte ihre Rallye fort. Derweilen schiebt jedes Land ein massives Wirtschaftspaket nach dem anderen nach, um die drei monatige Zwangspause abzufedern. Mit erstem Erfolg? Zumindest hellen sich die Erwartungen für 2021 bereits weiter auf. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Tech-Giganten als Sieger der Krise

Der NASDAQ hat ein All-Time High vergangene Woche erreicht und steht mit einem satten Plus von 12,5% seit Jahresbeginn da. Der Bereich Technologie ist der Safe Haven für Investoren in der Krise geworden. Warum auch nicht? Denn das Geschäftsmodell von Google, Amazon etc. sind von Maskenpflicht, Abstandsregeln und Lockdown gar nicht betroffen gewesen. Doch mittlerweile sind die Werte der Tech-Giganten nicht mehr repräsentativ zu den Produktionszahlen. Entwickelt sich hier eine nächste Tech-Bubble? Denn klar ist, dass weitere Investoren ihr Vermögen sicher positionieren wollen und somit die Nachfrage weiter anheizen. Könnte das aber das Comeback der Value-Title bedeuten?

Gründungsmitglied Lufthansa verlässt DAX

Diese Woche wurde der endgültige Abstieg von Lufthansa aus dem DAX verkündet. Damit trifft es ein drittes Gründungsmitglied in den letzten Jahren. Doch versteht jemand warum? Klar ist, dass der DAX kein Spiegel der Wirtschaftslage wiedergeben kann, sondern nur die TOP-Werte in Deutschland darstellt. Der Gummizugeffekt nach der Krise hält auch an der deutschen Börse Einzug. Diese Woche hat der DAX mit einem Plus von 10,88% geschlossen und liegt bei der Performance seit Jahresbeginn nur noch bei minus 3,03%. Doch auch die Werte in der zweiten Reihe von MDAX und SDAX konnten diese Woche große Gewinne verbuchen. Die Erwartungen aller Marktteilnehmer nach der Verkündung des Konjunkturpakets sind enorm gewachsen. Doch die Realität schlägt bereits erbarmungslos zurück. Kommt die Senkung der Mehrwertsteuer wirklich beim Kunden an? Zumal unklar ist, wie die Unternehmen die schnelle Umstellung schaffen sollen? Der Kinderbonus erweist sich ebenfalls als Überraschungsei – wer bekommt es überhaupt und wann?

Überraschung am US-Arbeitsmarkt

Diese Woche überraschte der amerikanische Arbeitsmarkt selbst Präsident Trump. Im Mai wurden 2,5 Millionen „neue“ Jobs geschaffen – sicherlich sind sie eher wieder entstanden nach den ersten Lockerungen in den USA. Zumindest konnte Trump sein fehlendes politisches Feingefühl bei seiner Ansprache am Mittwoch darlegen. Was wird die derzeitige Entwicklung in den USA für die in 150 Tagen anstehende Präsidentschaftswahl bedeuten? Kann sich die Weltwirtschaft nach dieser „Krise“ auch wieder erholen?

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Erwartungen – wie sie uns und die Märkte beeinflussen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (21/2020)

Die Hiobsbotschaften der Krise werden langsam leiser und die Länder lockern immer weiter die strikten Einschränkungen. Derweilen versuchen sie ihre niederliegenden Wirtschaften mit immer neuen Hilfspaketen aufzurichten. Und die Verbraucher lechzen nach ihren Sommerurlauben. Können die Erwartungen von allen erfüllt werden? Werfe wir einen Blick darauf was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Erwartung der Märkte – was ist schon eingepreist?

Die Märkte konnten sich diese Woche wieder erholen. Der Dow Jones schloss die Woche am Freitag mit einem Plus von 3,29 Prozent ab – getragen von den „positiven“ Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Man erwartete einen Anstieg von 2,4 Mio. Arbeitslosen, aber es waren „lediglich“ 2,2 Mio. am Ende der Woche. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 5,82 Prozent. Hier begünstigt die Erwartung nach weiteren staatlichen Hilfspaketen oder direkten staatlichen Hilfen den Aufwärtstrend. Im Umkehrschluss heißt es, dass die Märkte Erwartungen sehr früh einpreisen, sodass selbst höhere Arbeitslosenzahlen oder stagnierenden Wirtschaften sich positiv auf die Märkte auswirken. Solange der Erwartungswert selbst positiv bleibt.

Hilfspaket – nein danke!

„Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul“ gilt anscheinend nicht in der EU. Das geplante deutsch-französische Hilfspaket stand diese Woche unter starker Kritik und droht zu scheitern. Warum? Was nach einem generösen Angebot für die südlichen Länder Europas klingt, soll am Ende doch von allen EU-Partnern finanziert werden. Und niemand lässt sich von anderen in die Haushaltskasse greifen. Wo ist in diesen schweren Zeiten eigentlich die EU selbst? Wieso können sie die Erwartungen der Länder nicht begegnen. Und welches Ende wird die EZB mit ihren Anleihenkäufen wählen und damit die eine oder andere Seite enttäuschen?

300 Euro Helikopter-Geld für Kinder in Deutschland

Olaf Scholz legte diese Woche die Erwartungen deutscher Familien sehr hoch. Mit seinem Vorschlag pro Kind 300 Euro auszuzahlen, folgte er Beispielen aus anderen Ländern „Helikopter-Geld“ zur Unterstützung der Wirtschaft verteilen zu wollen. Doch entspricht es tatsächlich der Erwartung der Familien in der aktuellen Situation? Und kommt das Geld wirklich in der Wirtschaft an? Egal ob und wie es kommt, die Erwartungen können hier nicht erfüllt werden und der Erwartungswert wird negativ sein. Außerdem sagte bereits Milton Friedman „There is no free lunch“ – woher kommt das Geld und wer finanziert es am Ende? Sicherlich nicht Olaf Scholz persönlich.

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Warren Buffett: Wetten Sie nie gegen Amerika | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (18/2020)

Gestern fand die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Wie gewohnt berichtete das Finanz-Urgestein Warren Buffett über das vergangene Wirtschaftsjahr und die aktuelle Lage. Wie gewohnt? Nein, auch hier ist das übliche pilgern von über 40.000 Finanzexperten durch die aktuelle Situation nicht möglich. Dieses Jahr fand die Konferenz rein digital statt und auch Charlie Munger konnte wie gewöhnlich nicht persönlich neben Warren Buffett sitzen – ihm geht es aber gesundheitlich sehr gut, so die Aussage.

Warren Buffett nutzte in einem einstündigen Sprint durch die US-amerikanische Wirtschaftsgeschichte die derzeitige wirtschaftliche Herausforderung einzuordnen. Von 1789 bis heute (231 Jahre) hat die noch junge USA viele Rückschläge erlebt, aber auf lange Sicht ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen und die Zukunft der USA ist weiterhin rosig – so Warren Buffett. Er rät in seiner alten Weisheit: Bleiben Sie langfristig investiert und nutzen Sie die Situation Ihr Portfolio zu überprüfen.

Dies hat Warren Buffett selbst auch so gemacht – sein Portfolio umfasst keinerlei Airline Aktien (er hielt Aktien von Delta Air Lines, United Airlines, Southwest Airlines und American Airlines) mehr. Er rechnet nicht mit einer schnellen Erholung und sieht Airlines nur noch als spekulative Anlagemöglichkeit und nicht mehr als Investitionsmöglichkeit. Auch die deutsche vorzeige Airline Lufthansa wird wohl ohne staatliche Unterstützung nicht überleben – oder sollte man eher Verstaatlichung sagen?

Die reinen Zahlen des Abschlussbericht von Berkshire Hathaway lesen sich weiterhin wie ein Märchen – Steigerung des Betriebsgewinn um 6 Prozent auf 5,9 Mrd. USD, 137 Mrd. USD liquide Mittel, 1,7 Mrd. USD eigene Aktien zurückgekauft. Aber warum nutzt Warren Buffett die hohe Liquidität nicht um weitere Zukäufe in der aktuellen Krise zu tätigen? Diese Frage beschäftigt auch andere Finanzexperten und vermuten doch ein weiteres Abrutschen der Aktienmärkte und Einbußen in den nationalen Wirtschaften.

In seiner Rede lobt Warren Buffett noch einmal ausdrücklich die Handlungen der Notenbanken und die veranlassten Maßnahmen. Neben Paul Volcker in den 80er Jahren hebt Buffett Jerome Powell mit seinem entschlossenen Handeln heraus.

Nicht nur die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway hat positives zu vermelden. Auch die Aktienmärkte strotzen der aktuellen Krise. Dieser Monat war der beste seit 1987 (der sogenannte Flash-Crash) und trotzt damit den ganzen negativen Wachstumsprognosen, hohen Arbeitslosenzahlen und anhaltenden Beschränkungen. Zu Recht?

P.S. Wir sind gespannt, ob die Börsenweisheit „Sell in May and go away – but don‘t forget to come back in September“ auch in der aktuellen Situation bestand hat.

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Das große Maskenspiel (2020) | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (17/2020)

Die ersten Lockerungsmaßnahmen sind angekündigt worden – die Maskenpflicht und die „soziale Distanzierung“ werden uns voraussichtlich noch lange begleiten. Der Schaden durch das Virus, dessen Namen wir nicht mehr nennen werden, ist jedoch bereits real, wird in einigen Fällen dauerhaft bleiben und geht über die monetären Aspekte hinaus. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ähnelt der großen Depression von 1929

Im Laufe der letzten 5 Wochen verloren jede Woche durchschnittlich 5,3 Millionen US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz. Für die Babyboomers, Generation X, Millenials und Centenials sind solche Dimensionen der Arbeitslosigkeit eine nie da gewesen Herausforderung. Auf dem Höchststand der Arbeitslosigkeit nach der Finanzkrise 2008 waren ‚nur‘ 15,3 Millionen Amerikaner ohne Job. Doch allein in den vergangenen fünf Wochen haben bereits 26,5 Millionen Arbeitnehmer Arbeitslosenanträge gestellt. Vor diesem fünfwöchigen Abschnitt von 26,5 Millionen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung gab es nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics am 13. März bereits 7,1 Millionen Arbeitslose-Amerikaner. Wenn man die Zahlen zusammenzählt, ergäbe dies mehr als 33 Millionen Arbeitslose oder eine reale Arbeitslosenquote von 20,6 Prozent – das wäre der höchste Stand seit 1934.

Der durch die Virus-Krise verursachte Schaden kennt keine Grenzen. Laut dem Beratungsunternehmen McKinsey sind in Europa rund 59 Millionen Arbeitsplätze bedroht – 59 Millionen, die mit einem Schicksal verbunden sind. Für den schlimmsten Fall geht McKinsey davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Europa auf 11,2 Prozent klettern könnte und sich erst im Jahr 2024 wieder erholen könnte. Im besten Fall steigt die Arbeitslosenquote auf 7,6 Prozent und eine Rückkehr zu dem Stand vor der Krise sei im 4. Quartal 2021 möglich.

Bringt diese grenzüberschreitende Krise die handelnden Vertreter wenigstens wieder für einen gemeinsamen Aufbau an einen Tisch? Die letzten Jahren waren ja dominiert von Abgrenzung und Handelskriegen.

Erst denken, dann handeln

Oder besser gesagt: erst kritisch nachdenken, dann gezielt handeln. In unserem Wochenrückblick vom 1. März 2020 haben wir uns mit dem Thema der „Massenpsychologie“ beschäftigt.  Gustav Le Bons schrieb einmal in seinem Buch ,Psychologie der Massen‘, dass „der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert […] in dieser Situation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung.“

Einige Wochen später stellen wir hierzulande fest, dass selbst unsere renommierten Politiker ihre Kritikfähigkeit in der Krise verloren haben. Ihre Kritikfähigkeit gegenüber der Statistik und vor allem gegenüber dem Gruppenzwang. Berichten zufolge („Rechnen mit falschen Zahlen“: Warum wir es nicht schaffen, Corona richtig zu messen) zählt bisher in Nordheim-Westfalen als Covid-19-Todesfall, wer beim Tod mit dem Virus infiziert war, unabhängig davon, ob er daran verstorben ist oder nur damit. Ob ich mit Zahnschmerzen sterbe oder daran sterbe ist nun mal ein gewaltiger Unterschied. Wir, und vor allem unsere Politiker, sollten uns mit dem Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität näher beschäftigen: Eine hohe Korrelation zwischen zwei Variablen bedeutet nicht, dass die beiden Variablen kausal miteinander zusammenhängen. Stattdessen liefern Korrelationen lediglich einen ersten Hinweis, dass dies der Fall sein könnte.

Dennoch haben unsere Politiker mit mehr als fragwürdigen Statistiken / Schätzungen den Wohlstand der kommenden Generationen aufs Spiel gesetzt. War es das wert? Willkommen zum großen Maskenspiel 2020 – wir beginnen gleich mit der 2. Ausführung. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Fahrt.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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