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Wird nun die entscheidende Runde eingeläutet? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (38/2020)

Diese Woche war nun einmal etwas eindeutiger als die letzten – leider endete sie mit einem Minus an allen Märkten. Dabei waren erneut die Tech-Werte aus Amerika am meisten unter Druck (NASDAQ 100: -1,36%). Dagegen konnten die Rohstoff-Werte, wie in „normalen“ Zeiten, mit einem Plus schließen – Gewinner hier war Öl (+8,06%). Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

FED Entscheidung wie erwartet!

Jerome Powell hat diese Woche die Fortführung der eingeschlagenen Zinsstrategie verkündigt. Das heißt, weiterhin Nullzinsen für die Marktteilnehmer. Doch die erwartete und erhofft Kehrtwende an den Märkten blieb aus. Auch der Kurs des Dollars konnte nur kurzfristig von der Entscheidung profitieren und schloss die Woche bei 0,8446 EUR.

Wahrscheinlich haben viele nichts von der Entscheidung mitbekommen, da der Blick in den USA nun voll auf die Wahlen ausgerichtet ist. Diese Woche begannen die „Early Votings“ in Minnesota, Virgina, South Dakota und Wyoming – deutlich vor der eigentlichen Präsidentschaftswahlen – was Trump deutlich erbost, da diese Stimmen nicht mehr durch seine Wahlkampagne beeinflusst werden kann. Denn noch liegt er hinten.

Unrühmliches Ende eines langen Exits?

Trotz Drohung durch die EU hat das britische Unterhaus dem umstrittenen Binnenmarktgesetz zugestimmt. Damit nimmt Boris Johnson den Rechtsbruch billigend in Kauf, denn so kann das Austrittsabkommen von Nordirland mit der EU ausgehebelt werden. Interessant wird nun sein, zu welchem Gegenschlag die EU ausholen wird. Wird es doch einen ungeordneten Austritt aus der EU geben und damit noch mehr Chaos in den unsicheren Zeiten?

Welche Rolle spielt bei allem der ruhende Bär?

So ruhend ist der Bär aus dem Osten eigentlich gar nicht. Ob Corona, US-Wahlen, Flüchtlingskrise, Nordstream 2, Vergiftungen usw. eine Verwicklung von Russland ist immer gegenwärtig. Doch ein richtiges Muster lässt sich noch nicht erkennen – dafür sind die Medienberichte jedoch deutlich zu gering. Eins kann man aber sagen: Nicht nur Politik und Gesellschaften werden durch Eingriffe beeinflusst, auch die Märkte selbst.

Könnten zum Beispiel die großen Tech-Konzerne gerade einbrechen, weil die Angst vor einer erneuten Wahleinmischung so groß ist. Könnte eine Destabilisierung der Aktienmärkte dem ressourcenreichen Land in die Hände spielen oder gar ein schwacher Dollar besser für Auslandsexporte sein? Am Ende wird es nur einen geben, der das beantworten kann. Wir können nur hoffen, dass der Schlag nicht unerwartet kommt.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Börsenweisheit: Wie der Januar so das ganze Jahr?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (05/2020)

Ein ereignisvoller Januar geht zu Ende. Der Coronavirus färbt die Börsen rot. Die Nachrichten über die „Epidemie“ überschwemmten die Nachrichten so sehr, dass wir beinahe vergessen haben, uns am Freitag von Großbritannien zu verabschieden. Heute möchten wir uns mit einer alten Börsenweisheit beschäftigen. Soll der Januar ein Vorzeichen für das laufende Jahr sein? Werfen wir einen Blick darauf!

Wir stellen den Mythos auf die Probe

Letztes Jahr um diese Zeit haben wir auf CNBC einen interessanten Artikel mit dem Titel „As goes January, so goes the year: Old Wall Street indicator puts odds of 2019 gain at more than 80%” gelesen. Übersetzt heißt es: Wie der Januar, so das ganze Jahr: Der alte Wall Street-Indikator prognostiziert die Gewinnchancen für 2019 auf mehr als 80%. Die alte Börsenweisheit bzw. das Januar-Barometer ist die Hypothese, dass die Aktienmarktperformance im Januar die Performance für den Rest des Jahres prognostiziert. Wenn der Aktienmarkt im Januar steigt, wird er voraussichtlich bis Ende des Jahres weiter steigen.

Im Jahr 2019 stieg der S&P 500 im Januar um 7,87 Prozent, das beste Ergebnis seit 1987. Wie wir wissen, schloss der S&P 500 das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 28,88 Prozent ab – wieder einmal hatte das Januar-Barometer Recht. Sollten wir diesen alten Weisheiten mehr Aufmerksamkeit schenken? Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, haben wir den deutschen Leitindex DAX 30 auf die Probe gestellt – siehe Tabelle unten.

Der deutsche Aktienindex bzw. der DAX 30 wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörse, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt. Er misst die Performance der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Der DAX wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und hat eine Historie von knapp 32 Jahren – um genauer zu sein 31 Jahre und 7 Monate. In 18 von 31 Jahren lag das Januar-Barometer vollkommen richtig. Das entspricht einer Trefferquote von 58,06 Prozent – weit entfernt von der 80-prozentigen Quote im S&P 500, die bis 1950 zurückgeht.

Im Jahr 1989 hätte man z.B. die DAX-Jahresperformance in Höhe von 34,83 Prozent nicht erwirtschaften können, da der Januar eine negative Entwicklung erzielte. Das Jahr 2008 wäre jedoch weniger holprig gewesen, wenn wir im Januar ausgestiegen wären. Das Januar-Barometer ist und bleibt ein Mythos. Wir sind uns jedoch sehr wohl bewusst, dass Menschen es lieben, einfache Regeln zu befolgen. Der DAX schloss den ersten Monat des Jahres mit einem Verlust von 2,02 Prozent. Der alten Börsenweisheit nach sollten wir jetzt aus dem Aktienmarkt aussteigen, oder sollen wir lieber den Gewinner des heutigen Super Bowl LIV abwarten? Eine weitere Börsenweisheit lautet „Hin und Her macht Taschen leer“, weshalb eine langfristige Orientierung die optimale Strategie ist.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Caixin PMI-Zahlen aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





EU & Großbritannien: Freunde mit gewissen Vorzügen?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (04/2020)

Eine lange Scheidungsphase zwischen Großbritannien und der EU naht allmählich dem Ende zu. Die Scheidungspapiere sind offiziell unterschrieben, die Anwälte sind beruhigt und die Umzugsfirma ist bereits bestellt worden. Großbritannien zieht am 31. Januar 2020 aus der europäischen Gemeinschaft aus!  Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Freunde mit gewissen Vorzügen?!

Der Ablauf jeder Scheidung hängt stark davon ab, ob die Scheidung einvernehmlich oder streitig ist. Im Falle Brexit war die Scheidung eher mühsam und voller Vorwürfe. Am vergangenen Freitag haben die EU-Spitzen und der britische Premierminister Boris Johnson das Brexit-Abkommen unterzeichnet. Am kommenden Mittwoch, den 29. Januar muss nur noch das EU-Parlament zustimmen. Einen Hard-Brexit soll es nicht geben. Bis zum Ende des Jahres wird in einer Übergangszeit versucht neue Verträge und Abkommen für die neuen Beziehungen zu finden. Bleiben Großbritannien und die Europäische Union Freunde mit gewissen Vorzügen oder gehen sie ein für alle Mal getrennte Wege?

Dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 können wir ein Fazit ziehen. Die von Brexit-Kritikern befürchtete Katastrophe ist offensichtlich nicht eingetreten. Genau so wenig haben die Briten einen wirtschaftlichen Boom erlebt. Das hat die lokalen Zeitungen jedoch nicht davon abgehalten, mehr Vorhersagen darüber zu machen, was nach dem 31. Januar geschehen wird. Eine Sache ist jedoch sicher: es herrscht in Sachen Brexit wieder Gewissheit. Der britische Leitindex FTSE 100 und der europäische Leitindex EuroStoxx 50 konnten am Freitag mit über 1 Prozent Performance ins Wochenende gehen.

Die Chefin räumt auf!

Für die neue EZB-Chefin Christine Lagarde gibt es keine Zeit zu verlieren. Am vergangenen Donnerstag kündigte Lagarde an, dass sie die strategische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank einmal ausführlich prüfen wird. Lagarde möchte die Nebenwirkungen der jahrelangen lockeren Geldpolitik genauer unter die Lupe nehmen.

Das Hauptziel der Notenbank ist die Preisstabilität im Euroraum. Mittelfristig soll die Inflationsrate knapp unter 2 Prozent bleiben. Dies ist der Notenbank jedoch nicht gelungen, daher stellt sich die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist. Beim Thema Geldpolitik bleibt jedoch alles beim Alten – der Leitzins und der Einlagezins bleiben zunächst unverändert.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Die Angst, die Gier und das Risiko | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






Auch im neuen Jahr werden uns die alten Themen begleiten | Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski, Dezember 2019

Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski | Leiter Research und stellvertretender Leiter Portfoliomanagement und Handel, AMF Capital AG | www.amf-capital.de

Das Jahr 2019 liegt hinter uns, doch die Themen, die das vergangene Jahr beherrschten, werden uns auch im Jahr 2020 weiterhin begleiten.

Mit dem Wahlsieg der Tories ist Boris Johnson kurz vor seinem Ziel. Der Brexit wird am 31. Januar vollzogen und stellt das Ende der 47-jährigen Mitgliedschaft der Briten in der EU dar. Doch wer sich darauf freut, dass dieses leidige Thema endlich ad acta gelegt werden kann, der dürfte schwer enttäuscht werden. Denn jetzt ist die Zeit gekommen ein Handelsabkommen mit den EU-Staaten auszuarbeiten und dafür hat sich Johnson einen ambitionierten Zeitrahmen gesetzt. Bis Ende 2020 soll das Handelsabkommen mit den verbleibenden 27 EU-Staaten stehen und Johnson versprach den Briten das ohne Zölle mit der EU zu realisieren. Immerhin hatte der Wahlsieg von Johnson schon mal einen positiven Effekt, die Ratingagentur Standard & Poor’s hat ihren Ausblick für Großbritannien von „negativ“ auf „stabil“ erhöht.

Auch der Handelskonflikt zwischen China und den USA dürfte uns noch eine Weile begleiten. Immerhin wird am 15. Januar – nach Aussagen von Trump – ein Phase-Eins-Abkommen der beiden Länder unterzeichnet. In dem Abkommen hat sich China verpflichtet geistiges Eigentum zu schützen und die Importe aus den USA in den kommenden zwei Jahren um 200 Mrd. USD zu erhöhen. Dafür wird Trump einige eingeführte Zölle wieder senken und auf weitere Importzölle verzichten. Wie lange die beiden Streithähne für ein Phase-Zwei-Abkommen brauchen steht jedoch in den Sternen, es scheint allerdings so, dass die Hürden hierfür um einiges höher liegen. Es bleiben viele Punkte im bilateralen Handelsverhältnis weiterhin strittig.

Damit dürfte das Jahr 2020 weiterhin von der Politik geprägt bleiben und sich die Märkte mehr um die politische Entwicklung sorgen als sich wirklich auf die Unternehmensmeldungen zu konzentrieren.

Konjunktur

Christine Lagarde präsentierte sich auf ihrer ersten EZB-Sitzung souverän und machte deutlich, dass sie ihre eigene Art hat die Notenbank zu führen. Doch an der Ausrichtung von „Super Mario“ Draghi wird sich auch unter ihr nichts ändern. Der Markt wird weiterhin mit Liquidität geflutet werden und eine Abkehr dieser Strategie ist nicht in Sicht. Die Notenbank wird jedoch im Januar ihre geldpolitische Strategie überprüfen und einige Monate dafür in Anspruch nehmen. Das letzte Mal, dass es zu einer Überarbeitung kam war im Jahr 2003. Seit diesem Zeitpunkt wird ein Inflationsziel von nahe 2% angestrebt, wobei das Ziel der EZB kontinuierlich seit 2013 verfehlt worden ist. – Die Projektionen für das Wirtschafswachstum und die Inflationsrate wurden nur marginal angepasst. Die Notenbank geht für 2020 von einem BIP von 1,1% aus, welches in 2021 und 2022 jeweils auf 1,4% ansteigen sollte. Bei der Inflationsrate rechnet die EZB mit einer Rate von 1,1% in diesem Jahr bzw. 1,4% in 2021 und 1,6% in 2022. Somit wird selbst nach der eigenen Projektion das aktuelle Ziel von nahe 2% nicht erreicht werden.

Die Zahlen zum US-Arbeitsmarkt werden vom Markt immer mit viel Spannung betrachtet, schließlich ist er richtungsweisend für die US-Konjunktur. Für den Monat November präsentierte sich der Arbeitsmarkt weiterhin in bester Verfassung. Insgesamt wurden 266.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft (erwartet: 180.000 Stellen) geschaffen. Zwar muss dabei berücksichtigt werden, dass es einen Sondereffekt von ca. 50.000 Stellen gab, da in dem Zeitraum das Ende eines Streiks beim Autobauer General Motors lag, doch selbst wenn dieser Effekt rausgerechnet wird, zeigt sich ein sehr robustes Bild. – Zudem ging die erhobene Arbeitslosenquote auf 3,5% zurück. Damit dürfte sich auch die US-Notenbank bestätigt sehen, das vorerst nicht weiter an der Zinsschraube gedreht werden muss.

Anfang Dezember traf sich die OPEC+, die aus den 14 Mitgliedern der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) besteht sowie 10 weiteren nicht OPEC-Mitgliedern. Die Führung unter den OPEC-Staaten hat Saudi-Arabien als der größte Ölproduzent inne, während Russland das Schwergewicht unter den Nicht-OPEC-Staaten stellt. Bei dem Treffen in Wien beschlossen die OPEC+ Staaten eine Kürzung der Produktion von 500.000 Barrel Öl pro Tag (BpT). Bereits vor einem Jahr sprachen sich die Mitgliedsstaaten für eine Kürzung der Produktionsmenge aus, um die Überproduktion zu schmälern und der geringeren Nachfrage Rechnung zu tragen. Insgesamt beläuft sich die zugesagte Kürzung auf 2,1 Mio. BpT gegenüber Oktober 2018. Fundamental wird diese Kürzung jedoch nicht zu steigenden Ölpreisen führen, denn nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die Nachfrage nach OPEC-Öl im ersten Halbjahr 2020 bei 28,3 Mio. BpT liegen, wohingegen das Kartell nach eigenen Angaben aktuell 29,7 Mio. BpT produziert. Zudem heißt eine Einigung nicht, dass sich auch alle die Absprache halten.

Was die Ölpreise allerdings nach oben katapultieren könnte, ist eine Verschärfung der Eskalationsstufe zwischen den USA und dem Iran. Nach der Ermordung von Qasem Soleimani hat bereits Irans Präsident Hassan Rohani einen Vergeltungsschlag angekündigt. Außerdem hat der Iran in der Vergangenheit immer wieder damit gedroht, die strategisch wichtige Straße von Hormus abzuriegeln. Durch diese Meeresenge werden täglich allein ca. 20% der Weltweiten Tagesproduktion verschifft. Es könnte damit eine Spirale ausgelöst werden, die das Potential hat die Ölpreise kräftig anzutreiben.

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski.






Die Börsengespenster 2019 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (50/2019)

Das ganze Jahr über wurden die Börsen von drei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits, der Geist des Handelskrieges und der Geist der Zinspolitik in den USA. Im Laufe der vergangenen Woche haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind – einer nach dem anderen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Gespenst des Brexits

Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen und Boris Johnson steht im Mittelpunkt. Jetzt dürfte in Sachen Brexit nichts mehr im Weg stehen, denn mit einer Mehrheit im Unterhaus ist der parlamentarische Widerstand höchst unwahrscheinlich.

Für die Aktienmärkte sind das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der europäischen Union. Das Restrisiko eines harten Brexits bzw. eines unregulierten Austritts ist nunmehr vom Tisch. Jetzt müssen das Vereinigte Königreich und die EU ihre Wirtschaftsbeziehungen neu verhandeln. Das Gespenst des Brexits dürfte uns im kommenden Jahr nicht mehr begleiten.

Der Geist des Handelskrieges

Die USA und China haben gesagt, dass sie sich auf ein Abkommen der ersten Phase einigen wollen. US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren, die für heute (Sonntag, 15.12.2019) geplant waren, wurden zunächst einmal verschoben. Im Rahmen der ersten Phase des Abkommens werden die USA die bereits bestehenden Zölle gegen chinesische Produkte senken. Die chinesische Regierung kündigte heute an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, dass China sich im Rahmen des Abkommens vom Freitag verpflichtet hat, in den nächsten zwei Jahren 40 Milliarden US-Dollar an amerikanischen Agrarprodukten zu kaufen. Er sagte, China habe auch versprochen, seine langjährige Praxis des Drucks auf Unternehmen zu beenden, ihre Technologie als Voraussetzung für den Marktzugang zu übergeben. Der Geist des Handelskrieges, zumindest was die erste Phase angeht, dürfte unseren Schlaf nicht mehr rauben.

Der Geist der Zinspolitik in den USA

Die Aktienmärkte schlossen am vergangenen Mittwoch etwas freundlicher, nachdem die US-Notenbank darauf hinwies, dass sie die Zinsen im Jahr 2020 wahrscheinlich nicht anheben wird, was die Befürchtung der Anleger beseitigt, dass sie einen Fehler vom vergangenen Jahr wiederholen würden. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sagte in einer Pressekonferenz, die Zentralbank müsse einen anhaltenden Anstieg der Inflation sehen, bevor sie die Zinsen wieder anheben könne.

Die Inflation ist in den Vereinigten Staaten, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), im November von 1,8 auf 2,1 Prozent pro Jahr gestiegen und lag über der Markterwartung von 2 Prozent, wie die vom United States (US) Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch veröffentlichten Monatsdaten zeigen. Ob wir einen nachhaltigen Anstieg der Inflation in den USA sehen bleibt die Schlüsselfrage für das kommende Jahr!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Kaufrausch trotz Pessimismus | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (49/2019)

Der Kaufrausch der US-Konsumenten erreicht neue Höhen. Auf der anderen Seite weist der ISM-Einkaufsmanagerindex auch im November auf eine schrumpfende US-Industrie hin. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Frohen Black Friday! Alles Gute zum Cyber Monday!

Man könnte behaupten, dass Black Friday und Cyber Monday zu Amerikas ‚Lieblingsfesten‘ geworden sind. Mit der bevorstehenden Weihnachtszeit haben viele Amerikaner ihre Weihnachtsgeschenke an diesen beiden Tagen bereits gekauft.

Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Adobe Analytics wurden in diesem Jahr neue Rekordumsätze erzielt. Am Black Friday wurden insgesamt 7,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt, was dem größten Verkaufstag aller Zeiten für den Black Friday entspricht. Am Cyber Monday wurden insgesamt Online-Bestellungen über 9,4 Milliarden US-Dollar aufgegeben, 1,5 Milliarden mehr als im Vorjahr.

Wenn wir einen Blick nach China werfen, sehen wir noch viel Luft nach oben. Allein am ‚Singles‘ Day‘, das chinesische Pendant zu Black Friday und Cyber Monday, hat der Amazon-Rivale Alibaba 38,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt.

Die US-Einkaufsmanager zeigen sich ‚noch‘ pessimistisch

Aus den USA kamen am vergangen Montag Konjunkturdaten, die erneut unter den Erwartungen der Analysten lagen. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ging auf 48,1 Punkte zurück und lag damit deutlich unter den Erwartungen von 49,2 Punkten am Markt. Mit einem Indexwert von unter 50 Punkten signalisiert der Index, dass die US-Industrie schrumpft. Seit August 2019 befindet sich die US-Industrie im ‚Schrumpfmodus‘.

Der Welthandel bleibt das wichtigste branchenübergreifende Thema. Der fortgeschrittene Handelskrieg zwischen den USA und China bereitet den verarbeitenden Sektoren der USA Bauschmerzen. Von den 18 verarbeitenden Industrien verzeichneten nur fünf im November ein Wachstum: Bekleidung, Lebensmittel, Papierprodukte, Elektronikprodukte und sonstige Herstellung. Die restlichen 13 Branchen meldeten einen Rückgang, u.a.: Holzprodukte, Möbel, Textilfabriken, Transportrüstung, Maschinen und chemische Produkte. Ein baldiges Abkommen zwischen den Handelsgiganten könnte die Weltwirtschaft nach vorne katapultieren. Noch müssen wir uns gedulden!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Das Hin und Her der Politik | Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski, November 2019

Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski | Leiter Research und stellvertretender Leiter Portfoliomanagement und Handel, AMF Capital AG | www.amf-capital.de

Das Hin und Her der Politik

Seit einiger Zeit wird die Europäische Wirtschaft vom Handelskonflikt zwischen China und den USA belastet. Zudem trägt das Hin und Her rund um den Brexit zur Unsicherheit bei. Es ist daher verständlich, dass die Unternehmen bei ihren Investitionen gehemmt sind. Sie bekommen kein klares Bild von der Politik vorgegeben und können daher nicht beurteilen wo die Reise der wirtschaftlichen Entwicklung hingen wird.

Im Handelsstreit heißt es einmal die Zölle werden erhöht, dann  man sei einer Lösung ganz nah, nur um ein paar Tage später zu verkünden, dass man doch nur über eine Verschiebung nachdenke. Und somit kann das ganze Spiel wieder von vorne beginnen. Wie soll ein Unternehmen bei diesem ganzen Hin und Her denn nun wissen wie es sich für die Zukunft positionieren soll? Für ein Unternehmen gibt es kein größeres Problem als die Unsicherheit, denn dadurch sind die Wachstumsaussichten und die damit verbundene Planung der Investitionen extrem schwer zu kalkulieren. Es ist daher kein Wunder das sich die Konjunkturindikatoren in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt haben.

Auch zu Weihnachten werden wir uns wohl über kein Geschenk unter dem Baum freuen können, in dem eine endgültige Lösung für den Handelsstreit enthalten ist. Allerdings geht der Präsidentschaftswahlkampf im neuen Jahr in die heiße Phase und was würden die vielen negativen Schlagzeilen rund um Donald Trump und seinem Amtsenthebungsverfahren eher verblassen lassen, als wenn er einen großartigen Deal für Amerika mit China verkünden könnte.

Ob dieser Deal am Ende wirklich so großartig ist oder einfach nur dazu dient mit erhobenen Haupt davon zuschreiten ist ein andere Frage. Aber mit einem Deal könnte er endlich wieder einen benötigen Sieg präsentieren, welcher ihm wichtige Stimmen für die Wiederwahl bringen könnte. Mit diesem Deal könnte dann auch endlich der Teufelskreis für die Europäischen Exporttitel durchbrochen werden. Die Unternehmen hätten ihre Planungssicherheit zurück und das Umfeld von nicht existenten Zinsen würde den besten Boden liefern, um ihre Projekte zum Nulltarif zu finanzieren.

Wir durchschreiten daher im Moment das Tal der Tränen, allerdings deutet nicht viel darauf hin, dass am Ende des Tals eine Schlucht auf uns wartet. Es scheint vielmehr so, als das die Wirtschaft sich im kommenden Jahr stabilisieren dürfte.

Konjunkturdaten

In Deutschland stieg das BIP im dritten Quartal um +0,1% (VQ: -0,1%; [e]: -0,1%) an, womit man hauch zart einer technischen Rezession (davon wird gesprochen wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal nicht wächst oder einen Rückgang verzeichnet) entgangen ist.

Nachdem der ZEW-Index im Oktober noch deutlich schwächer ausgefallen war, konnte sich der Index im November wieder erholen. Wie das ZEW-Institut mitteilte, kletterte das Barometer auf -2,1 Punkte (Vm: -22,8 Punkte; [e]: -14,8 Punkte) an. Damit schauen die befragten Analysten nicht mehr ganz so negativ in die Zukunft wie in den beiden Vormonaten. Grund dafür waren die besseren Aussichten für einen geregelten Brexit sowie die Verschiebung von US-Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU.

Aber auch die neusten Umfrageergebnisse des Wirtschafsforschungsinstituts Ifo zeigen, dass die deutschen Unternehmen wieder etwas positiver für die Zukunft gestimmt sind. Bei der Umfrage des Münchner Institut unter 9.000 Unternehmen, kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex für November auf 95,0 Punkte (Vm: 94,7 Punkte; [e]: 95,0 Punkte) an. Der Teilindex für die aktuelle Lage ging hingegen auf 97,9 Punkten (Vm: 97,8 Punkte; [e]: 97,9 Punkte) leicht zurück.

Dass der Handelsstreit zwischen China und den USA die Weltwirtschaft belastet zeigt sich besonders deutlich an den Exportzahlen in Japan. Hier kam es bei den Ausfuhren zu dem elften Rückgang in Folge. Im Oktober lag der Rückgang bei -9,2% (Vm: -5,2%; [e]: -7,5%). Durch den Handelsstreik kamen die japanischen Exporte besonders bei den asiatischen Handelspartnern ins stocken.

In den USA scheint hingegen das schlimmste überstanden zu sein. Hier fielen die Daten zur US-Wirtschaft besser aus als im Vorfeld erwartet worden war. Der PMI Composite konnte im November auf 51,9 Punkte (Vm: 50,9 Punkte) deutlich zulegen.

Auch das von der Universität von Michigan publizierte US-Verbrauchervertrauen stieg im November auf 96,8 Punkten (Vm: 95,7 Punkten; [e]: 95,7 Punkte) deutlich an.

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Neue Höchststände & die Hoffnung auf die Jahresendrallye | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (44/2019)

Die vielbeachtete Marke von 13.000 Punkten im DAX rückt immer näher. Der Oktober endete für die globalen Aktienindizes weitestgehend freundlich. In den USA haben der S&P 500 und der NASDAQ 100 erneut Allzeit-Höchststände erreicht. Ob die Börsen auch im November bei diesem Tempo rasen werden bleibt zunächst die Millionenfrage! Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

US-Aktienindizes glänzen mit neuen Höchstständen

Die sich abschwächende Wirtschaft scheint unsere Freunde an der Wallstreet kaum zu stören. Die vergangene Woche war von neuen Rekorden geprägt. Der S&P 500 und der NASDAQ 100 haben die Woche mit neuen Höchstständen begonnen. Umso größer war die Freude am vergangenen Freitag als die Messlatte noch höher gelegt wurde – die US-Indizes glänzen derzeit mit rasanten Kursanstiegen.

Es ist ja auch kein Wunder, denn die amerikanische Notenbank senkte den Leitzins erneut um 25 Basispunkte und pumpt sogar fleißig US-Dollar in die Wirtschaft, wie z.B. durch ein gewaltiges Kaufprogramm von US-Staatsanleihen und durch Übernacht-Rückkaufsgeschäfte mit einem Rahmen von 120 Milliarden US-Dollar. Die Liquiditätsspritze der US-Notenbank kommt den Bullen an der Börse zugute – eine Jahresendrallye ist durchaus denkbar.

China wächst und gedeiht

Am vergangenen Freitag lieferten die Chinesen gute Zahlen aus dem Produktionsbereich. Chinas Produktionsaktivitäten expandierten im Oktober mit dem höchsten Tempo seit fast drei Jahren. Grund dafür sind die neuen Exportaufträge, die erstmals seit fünf Monaten wieder angestiegen sind. Die Wachstumsrate der Exportaufträge ist die höchste seit Februar 2018. Der Anstieg ist auf den „Handelsdeal“ mit den USA zurückzuführen, da US-Präsident Donald Trump die geplante Tariferhöhungen Mitte Oktober zunächst angehalten hat.  

Die Stabilität des chinesischen Produktionssektors, der Anker der chinesischen Wirtschaft, hängt sehr stark mit dem Ergebnis des Handelsabkommens mit den USA zusammen. In einem Interview am vergangenen Freitag sagte Präsident Trump, dass die erste Phase des Handelsabkommens mit China diesen Monat in Iowa unterzeichnet werden könnte.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ISM Daten aus den USA am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


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Mario Draghi, Mr. Zero | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (43/2019)

Am 1. November 2011 ist Mario Draghi, früher Managing Director und Vizepräsident von Goldman Sachs International in London, zum Präsidenten der Europäischen Zentralbank und somit zu einer der mächtigsten Männer Europas ernannt worden. Nun ist seine Amtszeit am 31. Oktober zu Ende, seine Nullzinspolitik jedoch noch lange nicht. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mr. Zero our Hero!

Als Mario Draghi 2011 EZB-Präsident wurde befand sich die Europäische Union mitten in einer Staatsschuldenkrise, einer Bankenkrise und einer Wirtschaftskrise. Ein Mann erhielt die Aufgabe die EU zu retten, nämlich Mario Draghi bzw. Mr. Zero our Hero! Bereits zwei Tage nach seinem Amtsantritt begann Draghi die Zinsen in Europa zu senken. Schließlich gelang es Mr. Zero, den Leitzins am 10. März 2016 auf Null zu senken.

Auf dem Höhepunkt der Eurokrise sorgte Draghi für eine Kehrtwende, als er am 26. Juli 2012 während seiner Rede in London versicherte, „alles Notwendige“ zu tun, um den Euro zu erhalten. Darüber hinaus kündigte Mr. Zero an, dass die EZB im Notfall europäische Staatsanleihen ankaufen würde, was sie ja schließlich ab März 2015 tat.

Zum Ende seiner Amtszeit kündigte Draghi die Verlängerung seiner ultralockeren Geldpolitik durch die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde an. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, Banken müssen zudem weiter 50 Basispunkte Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Zudem will die neue EZB-Präsidentin Lagarde von November an auf unbestimmte Zeit monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen stecken. All diese Maßnahmen sollten für eine stabil wachsende Wirtschaft im Euroraum sorgen.

Verbrauchervertrauen im Euroraum trübt sich im Oktober stark ein

Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im Oktober überraschend stark eingetrübt. Der entsprechende Indikator ist im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Punkte auf minus 7,6 Punkte gefallen, was dem tiefsten Stand des laufenden Jahres entspricht. Die Erwartungen der Volkswirte lagen im Durchschnitt bei minus 6,8 Punkten.

Der überraschende Rückgang schien den führenden Aktienindex Europas Euro Stoxx 50 wenig zu beeindrucken. Der Euro Stoxx 50 konnte die 43. Kalenderwoche mit einer Performance von plus 1,26 Prozent abschließen. Seit Jahresanfang liegt der Euro Stoxx 50 (YTD: 20,77 Prozent) sogar mit der Nase knapp vorne vor dem S&P 500 (YTD: 20,57 Prozent). Grund dafür ist sicherlich das angekündigte Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den Brexit-Tag am kommenden Donnerstag bzw. an Halloween. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen