Meine Damen und Herren, am Gleis 3 verspätet sich der Brexit | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (13/2019)

Hierzulande sind wir es gewohnt, dass die Züge mit Verspätung fahren. Doch die Politik dürfte etwas zuverlässiger als die Deutsche Bahn sein, oder? Sei es der Brexit oder nun der große DEAL zum Handelskonflikt – Anleger warten ungeduldig auf eine klare Richtung.

Die britische Premierministerin Theresa May wird voraussichtlich ihren Austrittsentwurf dem britischen Parlament, erneut, zur vierten Abstimmung vorlegen – obwohl ihre Vorschläge bereits dreimal abgelehnt wurden. Am vergangenen Wochenende marschierten hunderttausende Briten und forderten den Widerruf des Artikel 50 – die öffentliche Stimmung ändert sich zu ihren Gunsten. Ein zweites Referendum ist nicht sehr wahrscheinlich und wirft die Frage auf, ob es überhaupt demokratisch ist – sollen die Briten so oft die Münze werfen, bis das Ergebnis stimmt? Eines scheint jedoch sicher zu sein: Ein Hard-Brexit könnte das Pfund auf den niedrigsten Stand seit 1985 gegen den US-Dollar bringen. Als es wahrscheinlich schien, dass Großbritannien die EU ohne ein Abkommen verlässt, fiel das Pfund gegenüber dem Dollar.

Der Handelskrieg „DEAL“ wird sich auch ein wenig verspäten. Doch beide Seiten, USA und China, sind weiterhin entschlossen, eine Einigung zu erzielen, die eine Eskalation eines Handelskrieges verhindert. In einem Tweet nannte US-Finanzminister Mnuchin die Gespräche mit China “konstruktiv” und bestätigte, dass der chinesische Vizepremier Liu He nächste Woche in Washington erwartet wird.

Auf den Finanzmärkten der Welt sind die Anleiherenditen gesunken, während Sorgen um eine schwächere Weltwirtschaft steigen. Die Erwartungen, dass die Zentralbanken die Zinsen senken werden, bevor sie sie jemals wieder anheben, sind signifikant gestiegen. Doch die amerikanische Notenbank hat auf ihrer März-Sitzung nicht angedeutet, dass Zinssenkungen notwendig seien. Der führende Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, möchte jedoch, dass die US-Notenbank die Zinssätze “sofort” um 50 Basispunkte senkt. Die Fed sollte sich dem Druck des Marktes nicht beugen, indem sie sich für eine “vorzeitige” Zinssenkung ausspricht, bis klar wird, ob die jüngste Schwäche der US-Wirtschaft ein Ausrutscher oder ein Vorbote der Gefahr auf dem Weg dorthin ist, sagte Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, am Freitag gegenüber Reuters.

Hierzulande verbessern sich die Aussichten für die Wirtschaft. So ist der Ifo-Geschäftsklimaindex nach sechs Rückgängen in Folge überraschend gestiegen. Grund dafür seien die positiven Aussichten, vor allem für den Dienstleistungssektor, den Handel und die Bauwirtschaft. Im verarbeitenden Gewerbe hingegen trübte sich die Stimmung ein, denn die Erwartungen sind auf den tiefsten Stand seit 2012 gefallen. 

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?

Wie haben sich die Märkte im März geschlagen? 


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen