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Sie ist wieder da – die Volatilität! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (44/2020)

In der vergangenen Woche schloss sowohl der S&P 500 als auch der DAX 30 zum 11. Mal in diesem Jahr die Woche mit mehr als 2% Verlust – sie ist also wieder da, die Volatilität! Auslöser für den Ausverkauf sind die Rekordhöhen der täglich neu gemeldeten Fallzahlen des Coronavirus. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Wiederkehr von COVID-19

Der Verlauf des Virus stellt eine beispiellose Unsicherheit für die wirtschaftlichen Aussichten dar. Medizinische Lösungen sind für eine Rückkehr zur Normalität und eine vollständige wirtschaftliche Erholung notwendig. In der vergangenen Woche wurden in Frankreich und Deutschland neue Restriktionen und Eindämmungsmaßnahmen für den ganzen Monat November bekanntgegeben. Um den Druck der zunehmenden Infektionen zu begegnen werden unwesentliche Geschäfte wie Restaurants, Bars, Fitnessstudios und Theater für einen Monat geschlossen, aber im Gegensatz zu den Schließungen im März und April bleiben Schulen und Fabriken geöffnet. Der Deutsche Leitindex DAX schloss die Woche mit -8,61%, die dritt schwächste Börsenwoche des Jahres.

US-BIP verzeichnet Rekordanstieg

Trotz eines erneuten Anstiegs der Coronavirus-Fälle während der Sommermonate erholte sich das US-BIP im dritten Quartal rekordartig von den gedrückten Niveaus. Das annualisierte Wachstum von 33% war ein Spiegelbild des 31%igen Rückgangs im zweiten Quartal und übertraf den bisherigen Rekord von 17% im Jahr 1950. Diese Erholung wurde durch die Stärke des Konsums (der fast 70% der US-Wirtschaft ausmacht) mit soliden Zuwächsen beim Warenkonsum angetrieben, während sich die Ausgaben für Dienstleistungen aufgrund der anhaltenden Eindämmungsaktivitäten und der sozialen Distanzierung langsamer erholten. Trotz der Verbesserung im letzten Quartal liegt die Wirtschaft nach wie vor 3,5% unter dem Niveau vor der Pandemie, was immer noch ein großes Loch ist, aus dem es zu klettern gilt.

Mehr Hilfe ist notwendig

Die Stärke des Aufschwungs im dritten Quartal und die Stärke der Ausgaben für Konsumgüter sind der Beweis für die Wirksamkeit, der von den Regierungen gewährten, fiskalischen Erleichterungen. Da immer noch 12,5 Millionen Menschen in den USA arbeitslos sind und kleine Unternehmen zu kämpfen haben, muss mehr Unterstützung geleistet werden, bis ein Impfstoff verteilt wird. Die gute Nachricht ist, dass unabhängig davon, wer im nächsten Jahr das Weiße Haus besetzt, die Finanzpolitik entweder durch beträchtliche direkte Regierungsausgaben, niedrigere Steuern oder eine Kombination aus beidem expansiv bleiben wird

Der Zeitpunkt, der Umfang und die Zusammensetzung jedes neuen Pakets werden je nach Wahlergebnis unterschiedlich sein, aber beide Seiten sind sich einig, dass mehr Hilfe notwendig ist, um die Wirtschaft nachhaltig anzukurbeln.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Anschnallen – es wird eine holprige Fahrt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (43/2020)

Nach drei aufeinanderfolgenden Wochen positiver Performance gab der S&P 500 in der vergangenen Woche leicht nach. Der Nachrichtenfluss wurde von den Schlagzeilen rund um die Verhandlungen über eine weitere Runde von Konjunkturmaßnahmen aus Washington dominiert. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Wer die Wahl gewinnt ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft ist noch wichtiger

Die volle Aufmerksamkeit der Welt ist auf das Rennen um das Oval Office gerichtet, das am 3. November 2020 bevorsteht, aber die Aktienmärkte orientieren sich an den Ergebnissen der Verhandlungen über eine weitere Runde von Fiskalmaßnahmen aus Washington. Die Märkte stiegen aufgrund von Anzeichen für einen parteiischen Kompromiss und gaben nach, sobald die Nachricht von einer erneuten Pattsituation bekannt wurde.

Die Tatsache, dass die Marktbewegungen stärker von den Aussichten auf fiskalische Stimuli als von der bevorstehenden Wahl beeinflusst wurden, signalisiert eines: Diese Wahl ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft und die Unternehmensgewinne werden nach dem Abklingen des Wahlrausches ein stärkerer und dauerhafterer Motor für die Wirtschaft sein.

Der Bärenmarkt verwandelt sich in einen Bullenmarkt

Der 23. März war das Bärenmarkttief der Pandemie, mit dem schnellsten Rückgang in der Geschichte von Rekordhochs bis zur Bodenbildung. Der S&P 500 fiel in etwas mehr als einem Monat um 35% und löste die erste Baisse seit mehr als einem Jahrzehnt aus.

Der Rückgang war schwer und erschütternd, aber Disziplin und Perspektive wurden belohnt, da der 23. März den Wendepunkt am Aktienmarkt darstellte. Die US-Aktienmärkte sind auf neue Höchststände zurückgekehrt, darunter eine 60%ige Rallye von Ende März bis Anfang September, einer der kräftigsten Starts einer Markterholung in der Geschichte.

Schwarzer Montag legt die Messlatte für die Volatilität fest

Letzte Woche war der 33. Jahrestag des so genannten “Schwarzen Montags”. Am 19. Oktober 1987 fiel der Dow Jones Industrial Average um 23% (damals 508 Punkte), der größte Ein-Tages-Rückgang für den Aktienmarkt. Der zweitgrößte Rückgang der Börsengeschichte erfolgte dieses Jahr, als der Dow Jones am 16. März um 13% (2.997 Punkte) fiel.

Der Schwarze Montag ist eine gute Erinnerung daran, warum es wichtig ist, nicht in Panik zu geraten oder seine Strategie aufzugeben, wenn die täglichen Rückgänge extreme Ausmaße annehmen. Der Dow hatte zwei Tage nach dem Schwarzen Montag seinen achtstärksten Tag in der Geschichte (Anstieg um 10% am 21.10.) und Anfang dieses Jahres seinen viertbesten Tag in der Geschichte, mit einem Anstieg von mehr als 11% am 24. März 2020. In diesem Sinne sollten sie sich lieber anschnallen, aber auf keinen Fall aussteigen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Detlef lässt uns schwitzen und die Märkte bleiben ebenfalls heiß! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (32/2020)

Die Aktienmärkte konnten im neuen Monat August die Gewinne des Vormonats fortsetzen. Die Angst vor der zweiten Welle ist an den Börsen scheinbar nicht angekommen. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 2,94%, der Dow Jones mit 3,80% und auch die anderen Indizes schlossen mit einem Plus. Der US-Dollar war diese Woche der heißeste Kandidat am Markt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Rekorde, Rekorde, Rekorde! – Höchststände für NASDAQ und Gold

Der US-Technology-Index Nasdaq 100 schloss am vergangenen Montag erstmalig über die magische Marke von 11.000 Zählern. Damit gehört der Index mit 27,55% Performance zu den Spitzenreitern der Weltbörsen. Viele der gelisteten NASDAQ Technologie Unternehmen gehören zu den absoluten Gewinnern der Krise wie etwa Amazon, Facebook und Apple, die fast tagtäglich neue Rekordkurse schreiben.

Auch Gold erreichte diese Woche erneute Höchstwerte und sprang erstmals über die 2.000 US-Dollar Grenze und schloss die Woche bei 2.035,16 US-Dollar. Der kleine Bruder Silber hat jedoch noch einige Luft bis zu seinem Allzeithoch.

Wann wird die Rally ein Ende haben? Wird es der zweite Lockdown werden, die Normalisierung der Märkte oder doch ein verändertes Nutzungsverhalten bei den Kunden? Eins ist sicher – die nächsten Monate werden einen Ausblick auf die weitere Zukunft geben.

Erholung trotz Hitzewelle in Deutschland

Das deutsche Statistikamt veröffentlichte die Exportzahlen für Juni 2020. Und eine Erholung ist deutlich spürbar. Die Exporte betrugen 96,1 Mrd. Euro und dagegen die Importe 80,5 Mrd. Euro. Deutschland bleibt somit seinem Ruf als Export-Weltmeister treu und erzielte erneut einen Handelsüberschuss. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies ein Plus von knapp 14,9%. Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt jedoch die Auswirkungen der Pandemie – zirka 10% weniger bei Ex- und Importen. Der April war jedoch um 30% weniger als im Vorjahr und bildet damit den Tiefpunkt in der Krise.

Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland hellen sich somit weiter auf. Dennoch wird mit einer Rezession von knapp 6,5% gerechnet. Interessant wird es jedoch nach den Sommerurlauben, ob die Eindämmung der Pandemie weiterhin erfolgt hat oder es doch zu erneuten Einschränkungen kommt. Diese pessimistischen Perspektiven prophezeien sehr hohen Insolvenzen im Herbst. Also sollten wir alle ein Teil sein, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt.

Trump kommt ins Schwitzen

Die US-Wirtschaftsdaten fielen im Juli besser als erwartet aus. Die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor nahm zu und die US-Wirtschaft schuf im Juli 1,76 Millionen neue Arbeitsplätze und übertraf damit die Schätzungen. Doch von einer Erholung der Wirtschaft in den USA ist noch nicht die Rede. Im Gegenteil – die weiterhin hohen Infektionszahlen bringen Trump immer mehr in Erklärungsnot.

Vom europäischen Beispiel angeregt, versuchte Trump ein weiteres Hilfspaket für die US-Wirtschaft abzuschließen. Dazu muss jedoch der Kongress seine Zustimmung geben. Die Gespräche dazu wurden jedoch gestern erfolglos abgebrochen. Als Konsequenz entschied Trump das Hilfspaket per Dekret. Wie bereits bekannt, hält sich der aktuelle US-Präsident nicht an gegebenen Gesetzen und wählt lieber einen Alleingang. Daher wird es wohl erneut zu Klagen gegen sein neustes Dekret geben – wie bei zahlreichen zuvor auch.

Der Wahlkampf mit Trump wird wohl für jeden Gegenkandidaten (egal ob Republikaner oder Demokrat) zu einem heißen Ritt.

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Silber räumt auf! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (31/2020)

Ein heißer Juli geht zu Ende. Das US-Bruttoinlandsprodukt bricht ein – zwar wie erwartet, aber dennoch erschreckend hoch. Die Tech-Giganten feiern wieder – neue historische Höchststände wurden erreicht. Doch der Gewinner des Monats war Silber, der „kleine Bruder“ von Gold. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Silber räumt auf!

Die Geschichte der Edelmetalle hat uns eines gelehrt: Wenn der „große Bruder“ Gold zu einer Rallye ansetze, dann war der „kleine Bruder“ Silber der heimliche Gewinner! Der kleine Bruder gilt als besonders wild. Tagesbewegungen von 5-8% sind hier die Regel und nicht die Ausnahme. Seit Mitte März hat sich der Silberpreis in der Spitze mehr als verdoppelt und dadurch den Goldpreis deutlich outperformed. Im vergangenen Monat hat der Silberpreis besonders an Momentum gewonnen und knapp 40% zugelegt. Der Terminmarkt zeigt, dass das Interesse an Silber-Futures deutlich zugelegt hat. Gold verzeichnete vergangene Woche einen neuen Höchststand – Silber hat noch einen langen Weg um in diese Bereiche vorzudringen.

Die Tech-Party geht weiter

Die Tech-Giganten Amazon, Apple und Facebook haben vergangene Woche die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Das heißt also, dass die Tech-Party an der Wallstreet weitergeht – aber wie lange noch? Das Investmentbanking-Haus Goldman Sachs hebt das Kursziel für Amazon auf 4.200 USD an, während JP Morgan den Kurs bei Apple bei bis zu 460 USD sieht. Der Tech-Gigant Alphabet hat dagegen „nur“ gute Zahlen geliefert und musste deshalb die Party vorübergehend verlassen. Insgesamt konnte der NASDAQ 100 im Wochenverlauf 4,03% und im Monatsverlauf Juli 7,37% zulegen.

US-BIP bricht massiv ein

Es ist kein Geheimnis, dass die Pandemie weit verbreitete wirtschaftliche Schmerzen verursacht hat. In der vergangenen Woche herrschte etwas mehr Klarheit über die Tiefe des wirtschaftlichen Lochs. Die von der US-Regierung angeordneten Lockdown-Maßnahmen im April und Mai führten zu einem Rückgang des BIP im zweiten Quartal um 9,5%, was einem annualisierten Rückgang von 32% entspricht. Das ist der größte vierteljährliche Rückgang des US-BIP seit 1947. Im Gegensatz zu früheren Rezessionen wurde das Schrumpfen der Wirtschaft durch einen starken Rückgang der Verbraucherausgaben, insbesondere im Dienstleistungssektor, verursacht. Und anstatt Donald Trump sich Gedanken zur wirtschaftlichen Erholung macht, plant er eine Verschiebung der Wahlen.

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Drei Kugeln Eis für eine mögliche heiße Zeit | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (30/2020)

Nachdem diese Woche, nach einem wahren Marathon, der EU-Gipfel mit einem gemeinsamen Ergebnis endete, gehen die EU-Staatsoberhäupter in ihren wohlverdienten Sommerurlaub. Währenddessen entwickelt sich der Wirecard-Skandal zu einem ausgewachsenen Polit-Thriller-Auflösung ungewiss. Zumindest führen einzelne Stränge aktuell nach Russland und der Druck auf innenpolitische Positionen erhöht sich zunehmend. Und was macht die zweite Welle? In vielen Ländern wird weiterhin die erste Welle geritten – ein Abschwung ist nicht zu verzeichnen – und die Reiselust verstärkt die Situation noch einmal. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Einmal bitte Vanille – Gewinne werden mitgenommen

Zwei Wochen hintereinander beendet der NASDAQ die Woche im Minus (Nasdaq: -1,52%). Er bleibt jedoch weiterhin seit Jahresbeginn mit +20,04% mit Abstand der stärkste Index. Von einer wirklichen Talfahrt kann man hier also nicht sprechen. Vielmehr ist eine normale Gewinnmitnahme durch die Marktteilnehmer zu unterstellen. Es wird spannend sein, wie sich die Anleger mit dem schwächelnden US-Dollar in den nächsten Wochen verhalten, da es eine gute Einstiegsmöglichkeit für internationale Anleger bietet.

Schoko-Eis weiter die Nummer 1 – so auch Gold und Silber

Die Kombination aus Überschuss von Liquidität als auch der schwache US-Dollar sind zwei wesentliche Gründe, warum viele Anleger in Gold und Silber investieren. Aber auch eine mögliche Vorbereitung auf einen Kurssturz könnte sich hier abzeichnen. Silber ist im Wochenverlauf mit knapp 18% gestiegen und hat gezeigt, dass auch der kleine Bruder für eine gute Überraschung gut ist! Gold hat in der gleichen Woche die magische Marke von 1.900 USD gebrochen und ist im Wocheverlauf mit über 5 Prozent gestiegen. Wie lange bleiben die beiden ultimativen Währungen so stark? Oder kommt bald ein neuer Rohstoff in den Fokus?

Erdbeere mag nicht jeder – sowie die USA und China sich nicht?

Noch 100 Tage bis zur Präsidentschaftswahl in den USA und Trumps Kurs ist weiterhin nicht nachvollziehbar. Kehrtwende in der Pandemie, fragwürdiger Einsatz der Bundespolizei in US-Großstädten und weitere Eskalation mit China. Diese Woche erreichte es einen weiteren Höhepunkt mit der Schließung der chinesischen Botschaft in Houston, die prompt mit der Schließung des US-Konsulat in Chengdu beantwortet wurde. Bereits am Anfang der Woche drohte Trump mit dem Einreiseverbot von politischen Vertretern aus China. Wohin führt diese Eskalation? Ist es vielleicht Trumps Trumpf im Wahlkampf, den er zum Ende ausspielen wird? Zumindest hat er diesen dringend nötig, da seine Umfragewerte weiter sinken und der Rückhalt für seine zweite Kandidatur in den Lobbys ebenfalls immer mehr abnimmt.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Mit Werten und Zusammenhalt aus der Krise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (22/2020)

Nachdem letzte Woche die Erwartungen von vielen Marktteilnehmer günstiger gestimmt wurden durch die durchgeführten Lockerungen, bestätigt sich dieser gefühlte Aufwärtstrend in den ersten Befragungen nach dem Lockdown. Derweilen unternehmen die Regierungen weiterhin größte Bemühungen zur Aufrichtung der niederliegenden Wirtschaften. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

ifo Geschäftsklimaindex steigt auf 79,5

Im Mai wurden erneut 9.000 Unternehmen zu der aktuellen Geschäftslage und ihren Erwartungen in Deutschland befragt. Und es gibt erste Anzeichen für eine Verbesserung. Zum Vormonat April ist der Geschäftsklimaindex um 5,3 Punkte auf 79,5 gestiegen. Die aktuelle Lage hat sich derweilen noch etwas verschlechtert zum Vormonat (-0,5 Punkte) und liegt nun bei 78,9. Die Erwartungen dagegen schossen förmlich durch die Decke. Ein Plus von 10,5 Punkte zum Vormonat (80,1) zeigen deutlich, dass die Unternehmen sich sehr viel durch die Lockerungen ausmalen. Wie letzte Woche in unserem Artikel dargestellt, können wir nur hoffen, dass die positive Erwartung erfüllt wird. Denn eine negative Erwartung ist leichter zur erfüllen als andersrum.

EU-Kommission mit eigenem Hilfspaket

Nach dem Vorstoß von Deutschland und Frankreich folgt nun auch die EU-Kommission mit einem Hilfspaket für die europäischen Wirtschaften. Sagenhafte 750 Mrd. Euro – gesplittet auf 500 Mrd. Euro direkte Zuwendungen und 250 Mrd. Euro Kredite – sollen auf die Länder verteilt werden. Dabei sollen garantiert 300 Mrd. Euro an Italien und Spanien fließen, die am meisten in der Krise gelitten haben. Finanziert werden soll diese Summe über Anleihen der EU, die Kredite am Finanzmarkt aufnehmen sollen. Weitere 1 Billion Euro sollen im Zeitraum 2021 bis 2027 für die Überwindung der größten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg zur Verfügung gestellt werden. Im Hintergrund plant das EU-Parlament eine noch größere „Bazooka“ – es wird von einem 2 Billionen Euro Hilfspaket gesprochen.

Doch der Zusammenhalt erntet auch Kritik – vier Länder legen als die „Sparsamen Vier“ Widerspruch gegen das geplante Hilfspaket ein. Wie beim deutsch-französischen Hilfspaket spielt die Rückzahlung eine entscheidende Rolle. So sollen alle Länder an der Tilgung der aufgenommenen Kredite beteiligt werden. Die EU sucht zudem neuen Einnahmequellen, um die Tilgungsraten zu reduzieren.

Wird Silber das neue Gold?

Während die Aktienmärkte ihren Trend nach oben fortsetzten – der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 4,63 Prozent (bei 11.586,85 Punkten) und der Dow Jones mit einem Plus von 3,75 Prozent (bei 25.383,11 Punkten) – wenden sich viele Augen den physischen Werten zu. Die bekannte Krisen-Währung Gold setzt auch diese Woche ihren Höhenflug fort und kostet mittlerweile 1.729,40 USD. Die Zahlen sprechen dabei seit einem Jahr ihre eigene Story – Performance seit 1 Monat (+1,2 Prozent), seit 6 Monaten (+18,14 Prozent), seit 1 Jahr (+33,70 Prozent).

Doch der kleine Bruder Silber scheint sich nun etwas aus dem Schatten zu schieben. Silber war der Gewinner in der Krise und hat laut Finanzexperten deutlich Luft nach oben – 1 Feinunze Silber kostet aktuell knapp 18,00 USD und schloss diese Woche mit einem Plus von 8 Prozent. Die Jahres-Performance muss sich aber auch nicht verstecken, seit 1 Monat (+19,50 Prozent) und seit 1 Jahr (+22,60 Prozent). Vergleicht man jedoch beide Wertverläufe ist zu erkennen, dass beide Kurse vor der Krise relativ synchron verliefen. Am Anfang der Krise brach der Silberkurs deutlich ein, aber schließt immer weiter zum großen Bruder Gold auf. Das Gold Silber-Ratio bzw. das Verhältnis von Gold zu Silber in USD hat den Höchststand hinter sich gelassen, da der Preisanstieg beim kleinen Bruder Silber prozentual wesentlich schneller gestiegen ist als beim älteren und etwas bekannteren Bruder Gold.

Und was passiert in den USA? SpaceX startet erfolgreich nach 9 Jahren wieder eine bemannte Rakete zur ISS und in vielen Großstädten brennen Polizeistationen und Geschäfte auf Grund der an der Tagesordnung stehenden Polizeigewalt. Die Märkte reagierten dabei sehr nervös auf die Äußerungen von Präsident Trump. Folgt hier die nächste Krise?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Erwartungen – wie sie uns und die Märkte beeinflussen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (21/2020)

Die Hiobsbotschaften der Krise werden langsam leiser und die Länder lockern immer weiter die strikten Einschränkungen. Derweilen versuchen sie ihre niederliegenden Wirtschaften mit immer neuen Hilfspaketen aufzurichten. Und die Verbraucher lechzen nach ihren Sommerurlauben. Können die Erwartungen von allen erfüllt werden? Werfe wir einen Blick darauf was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Erwartung der Märkte – was ist schon eingepreist?

Die Märkte konnten sich diese Woche wieder erholen. Der Dow Jones schloss die Woche am Freitag mit einem Plus von 3,29 Prozent ab – getragen von den „positiven“ Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Man erwartete einen Anstieg von 2,4 Mio. Arbeitslosen, aber es waren „lediglich“ 2,2 Mio. am Ende der Woche. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 5,82 Prozent. Hier begünstigt die Erwartung nach weiteren staatlichen Hilfspaketen oder direkten staatlichen Hilfen den Aufwärtstrend. Im Umkehrschluss heißt es, dass die Märkte Erwartungen sehr früh einpreisen, sodass selbst höhere Arbeitslosenzahlen oder stagnierenden Wirtschaften sich positiv auf die Märkte auswirken. Solange der Erwartungswert selbst positiv bleibt.

Hilfspaket – nein danke!

„Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul“ gilt anscheinend nicht in der EU. Das geplante deutsch-französische Hilfspaket stand diese Woche unter starker Kritik und droht zu scheitern. Warum? Was nach einem generösen Angebot für die südlichen Länder Europas klingt, soll am Ende doch von allen EU-Partnern finanziert werden. Und niemand lässt sich von anderen in die Haushaltskasse greifen. Wo ist in diesen schweren Zeiten eigentlich die EU selbst? Wieso können sie die Erwartungen der Länder nicht begegnen. Und welches Ende wird die EZB mit ihren Anleihenkäufen wählen und damit die eine oder andere Seite enttäuschen?

300 Euro Helikopter-Geld für Kinder in Deutschland

Olaf Scholz legte diese Woche die Erwartungen deutscher Familien sehr hoch. Mit seinem Vorschlag pro Kind 300 Euro auszuzahlen, folgte er Beispielen aus anderen Ländern „Helikopter-Geld“ zur Unterstützung der Wirtschaft verteilen zu wollen. Doch entspricht es tatsächlich der Erwartung der Familien in der aktuellen Situation? Und kommt das Geld wirklich in der Wirtschaft an? Egal ob und wie es kommt, die Erwartungen können hier nicht erfüllt werden und der Erwartungswert wird negativ sein. Außerdem sagte bereits Milton Friedman „There is no free lunch“ – woher kommt das Geld und wer finanziert es am Ende? Sicherlich nicht Olaf Scholz persönlich.

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Rebound an Aktienmärkten lässt hoffen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (13/2020)

Die Aktienmärkte rund um den Globus haben vergangene Woche gezeigt, dass sie auch aufwärts können – für die „Risk-Takers“ unter uns war das eine kurzfristige Belohnung. Kommt jetzt schon die nachhaltige Erholung oder müssen wir uns noch ein wenig gedulden?! Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Rebound an den Aktienmärkten lässt hoffen

Eine Woche nach dem der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial Average den zweit höchsten prozentualen Verlust seiner Geschichte eingefahren hat, ging es letzte Woche an den Aktienmärkten rund um den Globus wieder steil nach oben! Satte 11,37 Prozent konnte der Dow am vergangenen Dienstag wieder gut machen – daher auch die Bezeichnung „Turnaround Tuesday“. Das entspricht den größten prozentualen Tagesgewinn seit dem 15. März 1933.

Auch hierzulande feierte der deutsche Leitindex DAX den viert größten Tagesgewinn seiner Geschichte und bescherte Anlegern 10,98 Prozent Wertsteigerung – was ja durchaus auch ein gutes Jahresergebnis wäre. Viele werden sich an dieser Stelle Fragen, ob jetzt schon die Erholung kommt – die Meinungen gehen zu Recht auseinander. Auf der einen Seite sorgt der Stillstand der Wirtschaft für Unruhe und Panik, auf der anderen Seite sorgen die Maßnahmen der Politik und der Notenbanken für Hoffnung. Die Börsen spiegeln die Erwartungen der Investoren an die Zukunft wider, daher ist für uns die viel wichtigere Frage: Wird sich die Wirtschaft nach der Corona-Krise erholen? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, sollte man heute schon handeln.

Schneller, höher, weiter, tiefer…

Die Aktienmärkte bewegen sich heutzutage mit einem nie dagewesen Tempo. Ein Grund dafür ist die Geschwindigkeit und die Reichweite von Nachrichten, die uns heute erreichen. Sei es ein Buschbrand in Australien oder ein Tweet aus dem Weißen Haus! Beeinflussen diese Nachrichten die Aussichten meiner Beteiligungen bzw. Aktien fundamental? Anscheinend, denn die Mehrheit der Anleger verfällt in blanke Panik und drückt auf den roten Sell-Knopf.

Durch die Nachrichtenlage rund um das Coronavirus sind zurzeit viele Anleger der Panik zum Opfer gefallen und haben systematisch ihre Aktien verkauft. Die Kreuzfahrt-Branche ist möglicherweise zu Recht abgewertet worden während Unternehmen wie Amazon und Microsoft nicht. Die Reisebeschränkung auf unabsehbare Zeit könnte viele Reedereien in die Insolvenz treiben. Daher ist eine Beteiligung in Unternehmen dieser Branche abzuraten. Währenddessen gewinnen Dienstleistungsunternehmen wie Microsoft, Amazon, Google (Alphabet) und Netflix an Bedeutung.

Wo es Verlierer gibt, gibt es auch meistens Gewinner – Profiteure sind Online-Lieferanten wie Amazon. Durch die #StayAtHome- und #HomeOffice-Initiative finden dank Teams, Zoom und Telefon-Konferenzen Meetings weiterhin problemlos statt. Für die Langeweile zu Hause hat Netflix eine Lösung und alles rund um das Thema Coronavirus findet man schnell auf Google. Viele Online-Anbieter nutzen den großen Bedarf an „Home-Schooling“, um ihr Angebot zu erweitern. Daher fragen Sie sich aktuell: Wird dieser Firma zu den Gewinnern oder Verlierern der Krise gehören?

In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern viel Kreativität für die Langeweile zu Hause, denn wie man so schön sagt: Die Not macht erfinderisch!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung der Arbeitslosenquote in Deutschland am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick. Bis dahin bleiben Sie gesund!

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Wir schaffen das (isoliert) zusammen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (11/2020)

Die Grenzen schließen und die Menschheit isoliert sich nun zu Hause. In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex allein am Donnerstag den zweitgrößten Tagesverlust (-12,24 Prozent) seiner Geschichte erlitten. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich unsere Welt unter Quarantäne und keiner weiß so richtig wie es weitergehen wird. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mut ist gefragt! Verkaufen kann jeder…

Wieder einmal handelten Börsianer weltweit nach dem Motto „Cash is King“ und verkauften regelrecht ihre Aktien. Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor im Sell-Off-Modus. Allein in der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX gewaltige 20 Prozent und rutschte sogar im Wochenverlauf unter die Marke von 9.000 Punkten. Und wieder einmal gab es weltweit einen Run auf haltbare Lebensmittel – besonders in Deutschland und Österreich ist der Bedarf nach Toilettenpapier sehr hoch. In 200 Jahren werden Verhaltensforscher das Jahr 2020 und die Corona-Krise genau beleuchten und zur Erkenntnis kommen: alle Sorgen lösen sich mit genügend Toilettenpapier von allein.

Doch wer langfristig denkt sollte jetzt nicht in Panik verfallen und alles verkaufen – und wer kurzfristig denkt, soll langfristig denken! Auch wenn es schwer ist zurzeit Vorhersagen über den kurzfristigen Verlauf des Corona-Virus zu treffen, eines ist sicher: Jede Krise wird an den Börsen wieder aufgeholt. Deshalb ist in Zeiten wie diesen besonders viel Mut gefragt, denn Panik ist hochgradig ansteckend, vor allem in Situationen in denen nichts bekannt ist. Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen.  

Notenbankhelden – die Retter in der Not und Kreditgeber der letzten Instanz

Anders als in der Finanzkrise 2008, als das Bankensystem zu kollabieren drohte, haben wir es im Jahr 2020 mit einem Virus zu tun, das vor allem die Lieferketten der Wirtschaft zunächst einmal zum Stillstand bringt – zumindest bis das Virus eingedämmt ist und bis die Zahl der Geheilten die Zahl der Neuinfizierten übertrifft. Man könnte sagen, die Wirtschaft macht nun eine Pause. Doch während dieser Pause müssen Rechnungen trotzdem beglichen werden. Das fällt der Wirtschaft besonders schwer, wenn die Verbraucher zu Hause isoliert sind und eben nicht „verbrauchen“ können.

Wir haben es also mit einer Liquiditätskrise zu tun. Während dieser „Pause“ braucht die Wirtschaft genügend Liquidität, um permanente Schäden zu vermeiden. Die Notenbankhelden sehen sich durch die Corona-Pandemie gezwungen weiter aufs Gaspedal zu drücken. Am vergangenen Donnerstag beschloss die amerikanische Notenbank, den Geschäftsbanken weitere 1,5 Billionen Dollar an Zentralbankgeld zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Auch die Europäische Zentralbank EZB beschloss vergangene Woche, den Geschäftsbanken weitere umfangreiche Leihgeschäfte zu extrem günstigen Konditionen anzubieten. Zudem wird sie bis Ende diesen Jahres weitere 120 Milliarden Euro in den Kauf von Anleihen stecken.

Diese Maßnahmen sollen die Banken in die Lage versetzen, besser auf den krisenbedingten Mehrbedarf der Unternehmen an Liquidität zu reagieren. Darüber hinaus werden Hilfspakete von Staaten zur Bewältigung der Corona-Krise ausgelegt. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance sich langfristig an dem Erfolg von „Great Businesses“ zu beteiligen, denn jetzt sind diese Unternehmen besonders günstig zu kaufen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Stahl- und Rohstoffmärkte auf Talfahrt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (07/2020)

Gerade als China und die USA begannen, ein Abkommen zu schließen, und die Handelsspannungen zwischen Peking und Washington DC nachließen, hat das neuartige Coronavirus die Angst und Unsicherheit vor allem auf den Stahl- und Rohstoffmärkten wieder verstärkt. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Dr. Copper & Co. stellen die Auswirkungen des Coronavirus vor

Dr. Copper bzw. der Kupferpreis kann angeblich wichtige Wendepunkte in der Weltwirtschaft und auf dem Aktienmarkt vorhersagen. Vor einigen Jahren waren Wall Street-Analysten von dieser Fähigkeit so beeindruckt, dass sie zu dem Schluss kamen, Kupfer müsse einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften haben. Wenn die Korrelation immer noch besteht, steht dem Aktienmarkt eine massive Korrektur bevor. Da die chinesische Regierung aufgrund des Coronavirus Unternehmen zur Schließung zwingt, ist die industrielle Aktivität in der Region Wuhan stark zurückgegangen. Und da China ein bedeutender Kupferverbraucher ist, hat auch die Kupfernachfrage einen Schlag erlitten.

Zuletzt fiel der Kupferpreis deutlich unter die Marke von 6.000 US-Dollar je Tonne. Auch andere Industriemetalle haben kräftige Verluste erlitten – das gilt besonders für die Stahlindustrie. Wuhan ist nach wie vor eine wichtige stahlproduzierende Region und ein Verbindungspunkt, an dem die Rohstoffe über den Jangtse und den Han Shui-Fluss fließen, um u.a. die Wuhan Iron and Steel Corporation mit Eisenerz zu versorgen. Diese Flusstransportwege wurden aufgrund des Coronavirus auch bereits gesperrt.

Der Powell-Put treibt die Märkte zu neuen Höhen an

Doch die Börse brüllt und ignoriert alle Ansichten, die potenziell negative Folgen haben könnten. Wir stecken einfach den Kopf in den Sand und verlassen uns auf die Notenbanken. Das jüngste Ereignis des Coronavirus wurde völlig untertrieben oder gänzlich von den Aktienmärkten ignoriert. Wenn es schlimmer wird, kann die Fed einfach mehr Geld drucken und die Zinsen weiter senken.

Doch China macht über 19 Prozent des weltweiten BIP aus und ist tief in die globale Lieferkette integriert. Rund 156 chinesische Unternehmen sind an den US-Börsen notiert und weisen eine Gesamtmarktkapitalisierung von 1,2 Billionen US-Dollar auf. Fast ein Drittel der chinesischen Bevölkerung steht Berichten zufolge unter Quarantäne. Wirtschaftszentren wie Shenzhen, Peking und Shanghai, die einen erheblichen Teil des chinesischen BIP ausmachen, stehen alle unter Quarantäne. Gegenwärtig gleichen die Millionenmetropolen Chinas Geisterstädten. Experten zufolge ist der Höhepunkt noch lange nicht erreicht.

Wie stark die Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind, ist noch schwierig auszumachen.Doch eines ist sicher: Falls Chinas Metropolen länger unter Quarantäne bleiben, können selbst die Gelddruckmaschinen der Zentralbanken nicht viel einrichten. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf Zinsentscheidung der People’s Bank of China am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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