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Erwartungen – wie sie uns und die Märkte beeinflussen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (21/2020)

Die Hiobsbotschaften der Krise werden langsam leiser und die Länder lockern immer weiter die strikten Einschränkungen. Derweilen versuchen sie ihre niederliegenden Wirtschaften mit immer neuen Hilfspaketen aufzurichten. Und die Verbraucher lechzen nach ihren Sommerurlauben. Können die Erwartungen von allen erfüllt werden? Werfe wir einen Blick darauf was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Erwartung der Märkte – was ist schon eingepreist?

Die Märkte konnten sich diese Woche wieder erholen. Der Dow Jones schloss die Woche am Freitag mit einem Plus von 3,29 Prozent ab – getragen von den „positiven“ Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Man erwartete einen Anstieg von 2,4 Mio. Arbeitslosen, aber es waren „lediglich“ 2,2 Mio. am Ende der Woche. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 5,82 Prozent. Hier begünstigt die Erwartung nach weiteren staatlichen Hilfspaketen oder direkten staatlichen Hilfen den Aufwärtstrend. Im Umkehrschluss heißt es, dass die Märkte Erwartungen sehr früh einpreisen, sodass selbst höhere Arbeitslosenzahlen oder stagnierenden Wirtschaften sich positiv auf die Märkte auswirken. Solange der Erwartungswert selbst positiv bleibt.

Hilfspaket – nein danke!

„Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul“ gilt anscheinend nicht in der EU. Das geplante deutsch-französische Hilfspaket stand diese Woche unter starker Kritik und droht zu scheitern. Warum? Was nach einem generösen Angebot für die südlichen Länder Europas klingt, soll am Ende doch von allen EU-Partnern finanziert werden. Und niemand lässt sich von anderen in die Haushaltskasse greifen. Wo ist in diesen schweren Zeiten eigentlich die EU selbst? Wieso können sie die Erwartungen der Länder nicht begegnen. Und welches Ende wird die EZB mit ihren Anleihenkäufen wählen und damit die eine oder andere Seite enttäuschen?

300 Euro Helikopter-Geld für Kinder in Deutschland

Olaf Scholz legte diese Woche die Erwartungen deutscher Familien sehr hoch. Mit seinem Vorschlag pro Kind 300 Euro auszuzahlen, folgte er Beispielen aus anderen Ländern „Helikopter-Geld“ zur Unterstützung der Wirtschaft verteilen zu wollen. Doch entspricht es tatsächlich der Erwartung der Familien in der aktuellen Situation? Und kommt das Geld wirklich in der Wirtschaft an? Egal ob und wie es kommt, die Erwartungen können hier nicht erfüllt werden und der Erwartungswert wird negativ sein. Außerdem sagte bereits Milton Friedman „There is no free lunch“ – woher kommt das Geld und wer finanziert es am Ende? Sicherlich nicht Olaf Scholz persönlich.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Warren Buffett: Wetten Sie nie gegen Amerika | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (18/2020)

Gestern fand die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Wie gewohnt berichtete das Finanz-Urgestein Warren Buffett über das vergangene Wirtschaftsjahr und die aktuelle Lage. Wie gewohnt? Nein, auch hier ist das übliche pilgern von über 40.000 Finanzexperten durch die aktuelle Situation nicht möglich. Dieses Jahr fand die Konferenz rein digital statt und auch Charlie Munger konnte wie gewöhnlich nicht persönlich neben Warren Buffett sitzen – ihm geht es aber gesundheitlich sehr gut, so die Aussage.

Warren Buffett nutzte in einem einstündigen Sprint durch die US-amerikanische Wirtschaftsgeschichte die derzeitige wirtschaftliche Herausforderung einzuordnen. Von 1789 bis heute (231 Jahre) hat die noch junge USA viele Rückschläge erlebt, aber auf lange Sicht ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen und die Zukunft der USA ist weiterhin rosig – so Warren Buffett. Er rät in seiner alten Weisheit: Bleiben Sie langfristig investiert und nutzen Sie die Situation Ihr Portfolio zu überprüfen.

Dies hat Warren Buffett selbst auch so gemacht – sein Portfolio umfasst keinerlei Airline Aktien (er hielt Aktien von Delta Air Lines, United Airlines, Southwest Airlines und American Airlines) mehr. Er rechnet nicht mit einer schnellen Erholung und sieht Airlines nur noch als spekulative Anlagemöglichkeit und nicht mehr als Investitionsmöglichkeit. Auch die deutsche vorzeige Airline Lufthansa wird wohl ohne staatliche Unterstützung nicht überleben – oder sollte man eher Verstaatlichung sagen?

Die reinen Zahlen des Abschlussbericht von Berkshire Hathaway lesen sich weiterhin wie ein Märchen – Steigerung des Betriebsgewinn um 6 Prozent auf 5,9 Mrd. USD, 137 Mrd. USD liquide Mittel, 1,7 Mrd. USD eigene Aktien zurückgekauft. Aber warum nutzt Warren Buffett die hohe Liquidität nicht um weitere Zukäufe in der aktuellen Krise zu tätigen? Diese Frage beschäftigt auch andere Finanzexperten und vermuten doch ein weiteres Abrutschen der Aktienmärkte und Einbußen in den nationalen Wirtschaften.

In seiner Rede lobt Warren Buffett noch einmal ausdrücklich die Handlungen der Notenbanken und die veranlassten Maßnahmen. Neben Paul Volcker in den 80er Jahren hebt Buffett Jerome Powell mit seinem entschlossenen Handeln heraus.

Nicht nur die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway hat positives zu vermelden. Auch die Aktienmärkte strotzen der aktuellen Krise. Dieser Monat war der beste seit 1987 (der sogenannte Flash-Crash) und trotzt damit den ganzen negativen Wachstumsprognosen, hohen Arbeitslosenzahlen und anhaltenden Beschränkungen. Zu Recht?

P.S. Wir sind gespannt, ob die Börsenweisheit „Sell in May and go away – but don‘t forget to come back in September“ auch in der aktuellen Situation bestand hat.

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Das große Maskenspiel (2020) | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (17/2020)

Die ersten Lockerungsmaßnahmen sind angekündigt worden – die Maskenpflicht und die „soziale Distanzierung“ werden uns voraussichtlich noch lange begleiten. Der Schaden durch das Virus, dessen Namen wir nicht mehr nennen werden, ist jedoch bereits real, wird in einigen Fällen dauerhaft bleiben und geht über die monetären Aspekte hinaus. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ähnelt der großen Depression von 1929

Im Laufe der letzten 5 Wochen verloren jede Woche durchschnittlich 5,3 Millionen US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz. Für die Babyboomers, Generation X, Millenials und Centenials sind solche Dimensionen der Arbeitslosigkeit eine nie da gewesen Herausforderung. Auf dem Höchststand der Arbeitslosigkeit nach der Finanzkrise 2008 waren ‚nur‘ 15,3 Millionen Amerikaner ohne Job. Doch allein in den vergangenen fünf Wochen haben bereits 26,5 Millionen Arbeitnehmer Arbeitslosenanträge gestellt. Vor diesem fünfwöchigen Abschnitt von 26,5 Millionen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung gab es nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics am 13. März bereits 7,1 Millionen Arbeitslose-Amerikaner. Wenn man die Zahlen zusammenzählt, ergäbe dies mehr als 33 Millionen Arbeitslose oder eine reale Arbeitslosenquote von 20,6 Prozent – das wäre der höchste Stand seit 1934.

Der durch die Virus-Krise verursachte Schaden kennt keine Grenzen. Laut dem Beratungsunternehmen McKinsey sind in Europa rund 59 Millionen Arbeitsplätze bedroht – 59 Millionen, die mit einem Schicksal verbunden sind. Für den schlimmsten Fall geht McKinsey davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Europa auf 11,2 Prozent klettern könnte und sich erst im Jahr 2024 wieder erholen könnte. Im besten Fall steigt die Arbeitslosenquote auf 7,6 Prozent und eine Rückkehr zu dem Stand vor der Krise sei im 4. Quartal 2021 möglich.

Bringt diese grenzüberschreitende Krise die handelnden Vertreter wenigstens wieder für einen gemeinsamen Aufbau an einen Tisch? Die letzten Jahren waren ja dominiert von Abgrenzung und Handelskriegen.

Erst denken, dann handeln

Oder besser gesagt: erst kritisch nachdenken, dann gezielt handeln. In unserem Wochenrückblick vom 1. März 2020 haben wir uns mit dem Thema der „Massenpsychologie“ beschäftigt.  Gustav Le Bons schrieb einmal in seinem Buch ,Psychologie der Massen‘, dass „der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert […] in dieser Situation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung.“

Einige Wochen später stellen wir hierzulande fest, dass selbst unsere renommierten Politiker ihre Kritikfähigkeit in der Krise verloren haben. Ihre Kritikfähigkeit gegenüber der Statistik und vor allem gegenüber dem Gruppenzwang. Berichten zufolge („Rechnen mit falschen Zahlen“: Warum wir es nicht schaffen, Corona richtig zu messen) zählt bisher in Nordheim-Westfalen als Covid-19-Todesfall, wer beim Tod mit dem Virus infiziert war, unabhängig davon, ob er daran verstorben ist oder nur damit. Ob ich mit Zahnschmerzen sterbe oder daran sterbe ist nun mal ein gewaltiger Unterschied. Wir, und vor allem unsere Politiker, sollten uns mit dem Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität näher beschäftigen: Eine hohe Korrelation zwischen zwei Variablen bedeutet nicht, dass die beiden Variablen kausal miteinander zusammenhängen. Stattdessen liefern Korrelationen lediglich einen ersten Hinweis, dass dies der Fall sein könnte.

Dennoch haben unsere Politiker mit mehr als fragwürdigen Statistiken / Schätzungen den Wohlstand der kommenden Generationen aufs Spiel gesetzt. War es das wert? Willkommen zum großen Maskenspiel 2020 – wir beginnen gleich mit der 2. Ausführung. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Fahrt.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Die Hoffnung auf Normalität treibt die Börsen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (15/2020)

Ostern ist das Fest der Hoffnung. Das ist genau, was wir in der aktuellen herausfordernden Zeit benötigen – die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Die Börse und die Hoffnung sind zukunftsorientiert. Beide können in gewissem Maße als der Motor des Lebens und der Antrieb unserer Existenz gesehen werden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Hoffnung ohne Handeln ist nicht genug

In der vergangenen kurzen Börsenwoche legten die globalen Aktienindizes dank der Entwicklungen zur Eindämmung des Virus (dessen Namen wir nicht mehr nennen werden) und die erlassenen Maßnahmen zur Absicherung der globalen Wirtschaft deutlich zu. Der deutsche Leitindex DAX bescherte uns vor den Osterferien mit einem Wochenbeitrag von 10,91 Prozent ein kleines Osternest. Trotz der stark steigenden Arbeitslosenzahlen in den USA konnten sowohl der Dow Jones Industrial Average, als auch der S&P 500 Index, der die Aktien der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, über 12 Prozent Performance erzielen.

Doch nur zu hoffen, dass die Zahl der Infizierten sinkt ist nicht genug. Wir müssen weiterhin konsequent handeln. Wir sind eindeutig noch nicht über den Berg – wie Frau Merkel vor den Osterferien sagte: Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig werden.

Die Notenbankhelden und Staaten arbeiten rund um die Uhr

Die Notenbanken (Zentralbanken) und Staaten rund um den Globus legen Milliardenprogramme auf, die dabei helfen sollen, die Folgen der Virus-Krise in den Griff zu bekommen. Dabei fragen wir uns, ob solche Maßnahmen für einen Anstieg der Inflation sorgen könnten. Die Mischung aus Angebotsverknappung, die durch den Produktionsrückgang ausgelöst wird, Hamsterkäufe, gewaltige Liquiditätsmaßnahmen der Notenbanken und explodierende Haushaltsdefizite führen bekannterweise zu einem Anstieg der Preise.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Stillstand des globalen Welthandels. Bislang konnte der Welthandel die Inflation eindämmen. Unternehmen, Verbraucher und Staaten haben von der günstigen Arbeitskraft und von den günstigen Rohstoffen der Schwellenlänger profitiert. Durch den Einbruch des Welthandels werden Produkte, die nicht mehr importiert werden können, teurer. Auf der anderen Seite werden Produkte, welche nicht mehr exportiert werden können, wesentlich günstiger, da wir ein Überangebot aufbauen.

Diese Kombination aus Inflation und Deflation könnte eine besondere Herausforderung für die Staaten und Notenbanken darstellen. Nichtsdestotrotz sind wir uns sicher, dass auch hierfür eine Lösung bereitsteht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Ergebnisse des deutschen Verbraucherpreisindex am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Das Virus, dessen Namen nicht mehr genannt werden soll | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (14/2020)

Jeden Tag infizieren sich mehr Menschen mit dem Virus, dessen Namen wir nicht mehr nennen werden. Die Zahl der aktiven Fälle hat fast eine Million erreicht. Mehr als 250 Tausend Menschen haben sich bisher von dem Virus erholt. Dennoch steht die Menschheit vor einem schweren Kampf. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Arbeitslosigkeit nimmt rasant zu

Das öffentliche Leben, wie wir es kennen, wird von Tag zu Tag weiter heruntergefahren. In Deutschland heißt es noch „Kontaktsperre“ während anderer Länder härtere Maßnahmen ergreifen. Dies hat jedoch seinen Preis. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März hierzulande bundesweit 2,335 Millionen Menschen ohne Job. Das entspricht eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent – 60.000 Menschen weniger als im Februar. Allerdings muss man diese Angaben mit Vorsicht genießen – hier wurden Daten berücksichtig, die bis zum 12. März eingegangen sind. Die bevorstehende Arbeitslosenquote für April dürfte wesentlich schlechter ausfallen. 

Jede Woche beantragen weitere Amerikaner Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Laut den Zahlen des US-Ministeriums verloren im März landesweit mehr als zehn Millionen Amerikaner ihre Jobs. Allein in der vergangenen Woche meldete sich eine Rekordzahl von knapp 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos. Experten zufolge ist mit einer dramatischen Verschlechterung der Arbeitsmarktlage in den USA zu rechnen.

Yuval Noah Harari: die Welt nach dem Virus

Yuval Noah Harari, Historiker & Bestseller-Autor, schrieb folgendes in seiner neuesten Kolumne für Financial Times:

Auch dieser Sturm wird vorübergehen. Aber die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, könnte unser Leben für die kommenden Jahre verändern. Die Menschheit befindet sich in mitten einer globalen Krise – vielleicht die größte Krise unserer Generation. Die Entscheidungen, die „wir“ in den nächsten Wochen treffen, werden die Welt für die kommenden Jahre / Dekade prägen. Sie werden nicht nur unseren Alltag, sondern auch unsere Wirtschaft, Politik und Kultur prägen. Wir müssen vor allem die langfristigen Folgen unseres Handelns in Betracht ziehen. […] Viele kurzfristige Notfallmaßnahmen (wie Quarantänen, Kontaktsperren, Online-Konferenzen und Helikoptergeld) werden zu einem festen Bestandteil des Lebens danach sein. Die Menschheit steht gerade vor zwei besonders wichtigen Entscheidungen: zwischen totalitärer Überwachung und der stärkeren Einbindung der Bürger und zwischen nationalistischer Isolation und globaler Solidarität. 

Für welchen Weg werden wir uns entscheiden? Isolation oder Solidarität? Wir müssen uns jetzt entscheiden!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf das OPEC-Treffen am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick. Bis dahin bleiben Sie gesund!Lesen Sie hier den vollständigen Artikel von Yuval Harari: https://www.ft.com/content/19d90308-6858-11ea-a3c9-1fe6fedcca75

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Wir schaffen das (isoliert) zusammen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (11/2020)

Die Grenzen schließen und die Menschheit isoliert sich nun zu Hause. In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex allein am Donnerstag den zweitgrößten Tagesverlust (-12,24 Prozent) seiner Geschichte erlitten. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich unsere Welt unter Quarantäne und keiner weiß so richtig wie es weitergehen wird. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mut ist gefragt! Verkaufen kann jeder…

Wieder einmal handelten Börsianer weltweit nach dem Motto „Cash is King“ und verkauften regelrecht ihre Aktien. Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor im Sell-Off-Modus. Allein in der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX gewaltige 20 Prozent und rutschte sogar im Wochenverlauf unter die Marke von 9.000 Punkten. Und wieder einmal gab es weltweit einen Run auf haltbare Lebensmittel – besonders in Deutschland und Österreich ist der Bedarf nach Toilettenpapier sehr hoch. In 200 Jahren werden Verhaltensforscher das Jahr 2020 und die Corona-Krise genau beleuchten und zur Erkenntnis kommen: alle Sorgen lösen sich mit genügend Toilettenpapier von allein.

Doch wer langfristig denkt sollte jetzt nicht in Panik verfallen und alles verkaufen – und wer kurzfristig denkt, soll langfristig denken! Auch wenn es schwer ist zurzeit Vorhersagen über den kurzfristigen Verlauf des Corona-Virus zu treffen, eines ist sicher: Jede Krise wird an den Börsen wieder aufgeholt. Deshalb ist in Zeiten wie diesen besonders viel Mut gefragt, denn Panik ist hochgradig ansteckend, vor allem in Situationen in denen nichts bekannt ist. Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen.  

Notenbankhelden – die Retter in der Not und Kreditgeber der letzten Instanz

Anders als in der Finanzkrise 2008, als das Bankensystem zu kollabieren drohte, haben wir es im Jahr 2020 mit einem Virus zu tun, das vor allem die Lieferketten der Wirtschaft zunächst einmal zum Stillstand bringt – zumindest bis das Virus eingedämmt ist und bis die Zahl der Geheilten die Zahl der Neuinfizierten übertrifft. Man könnte sagen, die Wirtschaft macht nun eine Pause. Doch während dieser Pause müssen Rechnungen trotzdem beglichen werden. Das fällt der Wirtschaft besonders schwer, wenn die Verbraucher zu Hause isoliert sind und eben nicht „verbrauchen“ können.

Wir haben es also mit einer Liquiditätskrise zu tun. Während dieser „Pause“ braucht die Wirtschaft genügend Liquidität, um permanente Schäden zu vermeiden. Die Notenbankhelden sehen sich durch die Corona-Pandemie gezwungen weiter aufs Gaspedal zu drücken. Am vergangenen Donnerstag beschloss die amerikanische Notenbank, den Geschäftsbanken weitere 1,5 Billionen Dollar an Zentralbankgeld zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Auch die Europäische Zentralbank EZB beschloss vergangene Woche, den Geschäftsbanken weitere umfangreiche Leihgeschäfte zu extrem günstigen Konditionen anzubieten. Zudem wird sie bis Ende diesen Jahres weitere 120 Milliarden Euro in den Kauf von Anleihen stecken.

Diese Maßnahmen sollen die Banken in die Lage versetzen, besser auf den krisenbedingten Mehrbedarf der Unternehmen an Liquidität zu reagieren. Darüber hinaus werden Hilfspakete von Staaten zur Bewältigung der Corona-Krise ausgelegt. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance sich langfristig an dem Erfolg von „Great Businesses“ zu beteiligen, denn jetzt sind diese Unternehmen besonders günstig zu kaufen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Coronavirus & die Psychologie der Massen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (09/2020)

Massenpanik, Hamsterkäufe, Marktverwerfungen. Das Coronavirus ist auch im Westen angekommen. Die Reaktion der Menschen ist sowohl an den Aktienmärkten sowie in den Supermärkten aus dem Ruder gelaufen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die psychische Ansteckung des Coronavirus

Gustav Le Bons schrieb einmal in seinem Buch ,Psychologie der Massen‘, dass „der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert und sich affektiv, zum Teil primitiv-barbarisch, verhält. In dieser Situation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung. Somit ist die Masse von Führern“ oder in unserem Fall von der Berichterstattung der Medien leicht zu lenken. 

Die vergangene (Börsen)Woche war nichts weniger als ein Beispiel für Le Bons „psychische Ansteckung“, denn noch viel ansteckender als das Coronavirus ist die Angst davor angesteckt zu werden. Aus diesem Grund gab es vergangene Woche in verschiedenen Orten Deutschlands einen Run auf haltbare Lebensmittel. Viele Deutsche haben aus Angst sogenannte Hamsterkäufe getätigt und bereiten sich auf das Schlimmste vor. Auch die Aktienmärkte weltweit haben direkt vom Rallye-Modus in den Sell-Off-Modus geschaltet, da Anleger, sowohl institutionelle als auch private, nach dem Motto „Cash is King“ gehandelt haben. 

Aktien- oder Hamsterkäufe

Wenn das Blut durch die Straßen fließe, soll Baron Rothschild gesagt haben, gelte es in die Zukunft zu investieren. Werfen wir einen Blick auf die unten geführte Performance-Tabelle der führenden globalen Indizes und wir sehen überall zweistellige negative Renditen. Der deutsche Leitindex DAX verlor in der vergangenen Woche 12,44 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average zeigt in der Wochenbilanz ein Minus von 12,36 Prozent. Überall sind wir von roten Zahlen umgeben, sodass man behaupten könnte, dass das Blut durch die Straßen fließt. Es lohnt sich sicherlich einen Blick auf die Einzelwerte zu werfen, die vergangene Woche massive Verluste einstecken mussten. 

Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet, mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen, begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance günstig Aktien zu erwerben. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Produktionszahlen des Caixin PMI Index aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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US-Konjunkturprognosen weit verfehlt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (08/2020)

In der abgelaufenen Börsenwoche haben die globalen Aktienmärkte überwiegend rote Zahlen geschrieben. Grund dafür: Das Coronavirus richtet weiterhin Verwüstungen an und die US-Konjunktur schrumpft zum ersten Mal seit der letzten Finanzkrise. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die US-Konjunktur überrascht mit roten Zahlen

Mit Ausnahme der Schließung der US-Regierung im Jahr 2013 schrumpfte die US-Konjunktur zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise im Februar. Dies geht aus den aktuellen Ergebnissen der Umfrage zum US-Markit-Einkaufsmanagerindex hervor. Die Erwartungen der Analysten wurden sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Produktionssektor weit verfehlt. Die Schwäche war vor allem im Dienstleistungssektor zu beobachten, wo der erste Rückgang seit vier Jahren zu verzeichnen war. Auch die Produktion im verarbeitenden Gewerbe kam fast zum Stillstand, da die Aufträge zum Erliegen gekommen sind.

Die Verschlechterung der Lage steht zum größten Teil im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus in China. Besonders unter Druck kamen der Reise- und Tourismussektor, da viele Flüge und Reisen nach Asien insbesonders nach China gestrichen wurden. Sinkende Exporte nach China setzen den US-Produktionssektor, aber auch den Produktionssektor in Deutschland massiv unter Druck. US-Unternehmen berichteten jedoch auch über eine erhöhte Vorsicht bei ihren Ausgaben, da sie sich Sorgen um eine breitere wirtschaftliche Verlangsamung und die Unsicherheit vor den Präsidentschaftswahlen im Laufe dieses Jahres machen.

In der vergangenen Woche sahen wir wieder einmal ein Lehrstück darüber, wie volatil die Aktienmärkte sein können und vor allem wie Angst und Gier das Anlegerverhalten bestimmen können. Die Woche fing insgesamt freundlich an bis die Angst um das Coronavirus und die US-PMI-Zahlen gegen Ende der Woche für schlechte Laune sorgten. Der deutsche Leitindex DAX verlor 1,2 Prozent. Der NASDAQ 100 zeigt in der Wochenbilanz ein Minus von 1,84 Prozent. Der chinesische Leitindex CSI 300 konnte aufgrund der Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbank (People’s Bank of Chine) überzeugen und schloss die Woche mit einem Plus von 4,06 Prozent ab.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den ifo-Geschäftsklimaindex am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Und dann gab’s 4 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (03/2020)

Während die Amis neue Rekorde an den Aktienmärkten feiern, müssen die Anleger hierzulande noch ein wenig Geduld aufbringen. Am vergangenen Montag schloss der NASDAQ 100 erstmals einen Handelstag über die 9.000 Punkte Marke. Der Dow Jones Industrial Average hat auch nicht enttäuscht und nähert sich an das Ziel von Donald Trump, nämlich die Marke von 30.000 Punkten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Und dann gab’s vier

Wenn Sie eine Frage haben, hat Google eine Antwort. Dank Google ist jeder ein Arzt, Steuerberater, Anwalt und Vermögensverwalter gleichzeitig. Dank Google sind auch viele Investoren um einiges wohlhabender geworden. Die Aktie ist in den letzten drei Monaten um 17 Prozent und im letzten Jahr um fast 30 Prozent gestiegen. Damit wurde Alphabet, der Mutterkonzern von Google, die vierte Billionen-Dollar-Firma an der Wall Street neben Apple, Microsoft und Amazon – das größte Unternehmen Europas ist Nestlé mit einem Wert von rund 325 Milliarden US-Dollar.

Die vier Tech-Giganten machen knapp 40 Prozent des NASDAQ 100 aus und sind die Hauptreiber der außergewöhnlichen Performance der vergangenen Jahre. Doch wie lange soll die Rallye der Tech-Werte gehen? Wir sind doch schon längst in der Verlängerung, oder? Mithilfe der Liquiditätsspritze durch die US-Notenbank Fed ist jedoch alles möglich – Quantitative Easing bis ins Unendliche!

Das Phase-1-Handelsabkommen zwischen China und den USA ist aus dem Weg geräumt

Das bedeutet, dass sich die Märkte jetzt darauf konzentrieren können, ob sich die Wachstumsaussichten aufhellen werden. Die Anzeichen sind nicht allzu schlecht. Trotz des tobenden Handelskrieges wuchs das chinesische Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal unverändert um 6 Prozent. Die Industrieproduktion, die Anlageinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze stiegen stärker an als erwartet.

Das Wachstum und die Inflation in der Eurozone sind gestiegen. Die Inflationserwartungen gemessen an den Geldmärkten sind auf dem höchsten Stand seit Mai letzten Jahres und die Konjunkturüberraschungsindizes im Euroraum sowie weltweit zeigen einen positiven Trend nach oben. Die jüngsten Wirtschaftsdaten, einschließlich der US-Einzelhandelsumsätze, deuten auf positive Wachstumsaussichten für das laufende Jahr. Kein Wunder also, dass die Aktienmärkte in den USA auf neue Höchststände geklettert sind.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Auge um Auge | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (02/2020)

Auge um Auge und die Welt wird blind. Seit unserem letzten Wochenrückblick sieht die Welt nun wieder anders aus. Für Außenstehende ähnelt die Entwicklung an den Aktienmärkten und der Politik einer Achterbahnfahrt vom Feinsten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Auge um Auge, Zahn um Zahn! Und jetzt sind wir quitt?!

Ganz nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ bzw. dem Täter Gleiches mit Gleichem heimzuzahlen, hat der Iran am vergangenen Dienstag aus Vergeltung für die Ermordung seines Generals Qasem Soleimani zwei US-Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Die Angst vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten belastete die Aktienmärkte weltweit. Der Ölpreis dagegen schoss nach oben und näherte sich der magischen Marke von 70 USD je Barrel Brent – was sehr gewöhnlich ist, wenn ein Krieg droht.

Doch wie gewöhnlich kam alles anders als erwartet. Die ganze Welt hielt den Atem bis zur Rede von US-Präsident Trump am vergangenen Mittwoch an. Bei dem Angriff sind keine US-Soldaten ums Leben gekommen und nur minimale Schäden sind an den US-Militärstützpunkten entstanden. Trump möchte daher keine weiteren Eskalationen mit dem Iran verursachen. In seiner Rede am Mittwoch bittet er allerdings die NATO um mehr Unterstützung im Nahen Osten.

Die Bullen bleiben am Drücker – Risk On!

Der Krieg ist abgesagt worden! Die Aktienmärkte gehen wieder ins Rennen – also Risk On! Der DAX ist auf Rekordjagd und die amerikanischen Börsen kennen nur eine Richtung und zwar steil nach oben! Getrieben von Tesla, Facebook und Apple erreicht der NASDAQ 100 wieder mal einen neuen Höchststand und nähert sich dee Marke von 9.000 Punkten. Auch der deutsche Leitindex DAX nähert sich einem neuen Höchststand. Die vergangene Woche konnte er mit 2 Prozent positiver Performance abschließen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Verbrauchervertrauen-Zahlen von Reuters/Uni Michigan am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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