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Sie ist wieder da – die Volatilität! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (44/2020)

In der vergangenen Woche schloss sowohl der S&P 500 als auch der DAX 30 zum 11. Mal in diesem Jahr die Woche mit mehr als 2% Verlust – sie ist also wieder da, die Volatilität! Auslöser für den Ausverkauf sind die Rekordhöhen der täglich neu gemeldeten Fallzahlen des Coronavirus. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Wiederkehr von COVID-19

Der Verlauf des Virus stellt eine beispiellose Unsicherheit für die wirtschaftlichen Aussichten dar. Medizinische Lösungen sind für eine Rückkehr zur Normalität und eine vollständige wirtschaftliche Erholung notwendig. In der vergangenen Woche wurden in Frankreich und Deutschland neue Restriktionen und Eindämmungsmaßnahmen für den ganzen Monat November bekanntgegeben. Um den Druck der zunehmenden Infektionen zu begegnen werden unwesentliche Geschäfte wie Restaurants, Bars, Fitnessstudios und Theater für einen Monat geschlossen, aber im Gegensatz zu den Schließungen im März und April bleiben Schulen und Fabriken geöffnet. Der Deutsche Leitindex DAX schloss die Woche mit -8,61%, die dritt schwächste Börsenwoche des Jahres.

US-BIP verzeichnet Rekordanstieg

Trotz eines erneuten Anstiegs der Coronavirus-Fälle während der Sommermonate erholte sich das US-BIP im dritten Quartal rekordartig von den gedrückten Niveaus. Das annualisierte Wachstum von 33% war ein Spiegelbild des 31%igen Rückgangs im zweiten Quartal und übertraf den bisherigen Rekord von 17% im Jahr 1950. Diese Erholung wurde durch die Stärke des Konsums (der fast 70% der US-Wirtschaft ausmacht) mit soliden Zuwächsen beim Warenkonsum angetrieben, während sich die Ausgaben für Dienstleistungen aufgrund der anhaltenden Eindämmungsaktivitäten und der sozialen Distanzierung langsamer erholten. Trotz der Verbesserung im letzten Quartal liegt die Wirtschaft nach wie vor 3,5% unter dem Niveau vor der Pandemie, was immer noch ein großes Loch ist, aus dem es zu klettern gilt.

Mehr Hilfe ist notwendig

Die Stärke des Aufschwungs im dritten Quartal und die Stärke der Ausgaben für Konsumgüter sind der Beweis für die Wirksamkeit, der von den Regierungen gewährten, fiskalischen Erleichterungen. Da immer noch 12,5 Millionen Menschen in den USA arbeitslos sind und kleine Unternehmen zu kämpfen haben, muss mehr Unterstützung geleistet werden, bis ein Impfstoff verteilt wird. Die gute Nachricht ist, dass unabhängig davon, wer im nächsten Jahr das Weiße Haus besetzt, die Finanzpolitik entweder durch beträchtliche direkte Regierungsausgaben, niedrigere Steuern oder eine Kombination aus beidem expansiv bleiben wird

Der Zeitpunkt, der Umfang und die Zusammensetzung jedes neuen Pakets werden je nach Wahlergebnis unterschiedlich sein, aber beide Seiten sind sich einig, dass mehr Hilfe notwendig ist, um die Wirtschaft nachhaltig anzukurbeln.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Anschnallen – es wird eine holprige Fahrt | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (43/2020)

Nach drei aufeinanderfolgenden Wochen positiver Performance gab der S&P 500 in der vergangenen Woche leicht nach. Der Nachrichtenfluss wurde von den Schlagzeilen rund um die Verhandlungen über eine weitere Runde von Konjunkturmaßnahmen aus Washington dominiert. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Wer die Wahl gewinnt ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft ist noch wichtiger

Die volle Aufmerksamkeit der Welt ist auf das Rennen um das Oval Office gerichtet, das am 3. November 2020 bevorsteht, aber die Aktienmärkte orientieren sich an den Ergebnissen der Verhandlungen über eine weitere Runde von Fiskalmaßnahmen aus Washington. Die Märkte stiegen aufgrund von Anzeichen für einen parteiischen Kompromiss und gaben nach, sobald die Nachricht von einer erneuten Pattsituation bekannt wurde.

Die Tatsache, dass die Marktbewegungen stärker von den Aussichten auf fiskalische Stimuli als von der bevorstehenden Wahl beeinflusst wurden, signalisiert eines: Diese Wahl ist wichtig, aber das Wachstum der Wirtschaft und die Unternehmensgewinne werden nach dem Abklingen des Wahlrausches ein stärkerer und dauerhafterer Motor für die Wirtschaft sein.

Der Bärenmarkt verwandelt sich in einen Bullenmarkt

Der 23. März war das Bärenmarkttief der Pandemie, mit dem schnellsten Rückgang in der Geschichte von Rekordhochs bis zur Bodenbildung. Der S&P 500 fiel in etwas mehr als einem Monat um 35% und löste die erste Baisse seit mehr als einem Jahrzehnt aus.

Der Rückgang war schwer und erschütternd, aber Disziplin und Perspektive wurden belohnt, da der 23. März den Wendepunkt am Aktienmarkt darstellte. Die US-Aktienmärkte sind auf neue Höchststände zurückgekehrt, darunter eine 60%ige Rallye von Ende März bis Anfang September, einer der kräftigsten Starts einer Markterholung in der Geschichte.

Schwarzer Montag legt die Messlatte für die Volatilität fest

Letzte Woche war der 33. Jahrestag des so genannten “Schwarzen Montags”. Am 19. Oktober 1987 fiel der Dow Jones Industrial Average um 23% (damals 508 Punkte), der größte Ein-Tages-Rückgang für den Aktienmarkt. Der zweitgrößte Rückgang der Börsengeschichte erfolgte dieses Jahr, als der Dow Jones am 16. März um 13% (2.997 Punkte) fiel.

Der Schwarze Montag ist eine gute Erinnerung daran, warum es wichtig ist, nicht in Panik zu geraten oder seine Strategie aufzugeben, wenn die täglichen Rückgänge extreme Ausmaße annehmen. Der Dow hatte zwei Tage nach dem Schwarzen Montag seinen achtstärksten Tag in der Geschichte (Anstieg um 10% am 21.10.) und Anfang dieses Jahres seinen viertbesten Tag in der Geschichte, mit einem Anstieg von mehr als 11% am 24. März 2020. In diesem Sinne sollten sie sich lieber anschnallen, aber auf keinen Fall aussteigen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Börse: das Tauziehen geht weiter | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (42/2020)

An den Börsen geht das Tauziehen zwischen den Bullen & Bären weiter. Die Hoffnung auf ein weiteres Konjunkturpaket in den USA ließ die Börsen letzte Woche positiv abschließen. Die europäischen Aktienmärkte hingegen schlossen aufgrund der starksteigenden Covid-19-Fälle leicht negativ. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Bullen vs. Bären

Die Börsen weltweit schwankten in der vergangenen Woche zwischen grün und rot und spiegelten damit ein Tauziehen zwischen wachsenden Sorgen und ermutigenden Wirtschaftsdaten wider. Die Schwäche des Aktienmarktes war hauptsächlich auf die anhaltende Pattsituation bei den Konjunkturgesprächen zurückzuführen, zusammen mit dem jüngsten Anstieg der COVID-19-Fälle und den zusätzlichen Sorgen über die Wiedereröffnung der Wirtschaft.

Die US-Märkte fanden jedoch einen Hoffnungsschimmer durch einen positiven Bericht, der zeigte, dass die Verbraucherausgaben im September trotz des Mangels an erneuter Hilfe aus Washington stark angestiegen waren, was eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber der wirtschaftlichen Erholung signalisierte.

Wirtschaftlicher Ausblick

Experten zufolge hat die Wirtschaft höchstwahrscheinlich den Tiefpunkt erreicht, aber das Wachstumstempo wird sich verlangsamen, und die Rückkehr zum Niveau vor der Pandemie wird Zeit brauchen. Trotz der Unsicherheiten sollte eine allmähliche Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zusammen mit niedrigen Zinssätzen und fiskalischen Maßnahmen dazu beitragen, die wirtschaftliche Erholung bis 2021 aufrechtzuerhalten.

Die Pandemie hat eine zweigleisige Wirtschaft geschaffen, da die großen Industriezweige entweder weiterhin Kapazitätsengpässe oder eine schwache Nachfrage haben. So lagen beispielsweise im August die Konsumausgaben für Waren um 5% über dem Höchststand vom Februar, während die Ausgaben für die weitaus größere Kategorie von Dienstleistungen (z.B. Restaurants, Hotels) um 7% unter dem Höchststand blieben. Dieser ungleichmäßige Aufschwung hindert die Wirtschaft daran, ihr volles Potenzial auszuschöpfen, und er wird wahrscheinlich anhalten, bis ein Impfstoff eintrifft.

Wie geht es an den Aktienmärkten weiter?

Die längerfristigen Aussichten für die Aktienmärkte sind positiv und werden durch das Wirtschaftswachstum, die Unternehmensgewinne und die niedrigen Zinssätze unterstützt. Kurzfristig erwarten Börsianer eine weiterhin hohe Volatilität aufgrund der Ungewissheit, die weiterhin die Marktteilnehmer beschäftigt.

Das vor uns liegende Quartal wird angesichts der Virusproblematik, der schwindenden finanziellen Unterstützung und der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China immer schwieriger. Und hier in Europa droht sogar in 10 Wochen ein harter Brexit, wenn die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien scheitern. Eine neue Hausse ist möglich, aber nicht ohne Kopfschmerzen zwischendurch.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Volatilität setzt sich im Oktober fort | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (41/2020)

Die Kursschwankungen aus September setzen sich auch im Oktober fort. Viele Unsicherheiten bleiben uns auch in diesem Monat erhalten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Das große US-Konjunkturpaket wird nicht umgesetzt

In der vergangenen Woche schwankte die US-Börse, als die Erwartungen für weitere Finanzhilfen für Haushalte und Unternehmen zwischen zweifelhaft und hoffnungsvoll schwankten. Nur wenige Tage später scheiterten die Verhandlungen zwischen den Republikanern und Demokraten über ein neues Konjunkturpaket.

Die Märkte erholten sich jedoch wieder, da die Aussicht bestand, dass kleinere und zielgerichtetere Hilfspakete möglicherweise eine gewisse Einigung unter den politischen Entscheidungsträgern finden könnten. Daraufhin haben die US-Aktienmärkte die vergangene Woche positiv abgeschlossen – der Dow Jones +3,27% und der S&P 500 +3,84%.

Gold & Silber steigen, während der Dollar schwächelt

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Gold und Silber erlebten vergangene Woche eine erneute Kaufdynamik, nachdem die Hoffnung wieder entfacht wurde, dass die US-Politiker ein Abkommen über ein umfassendes Konjunkturpaket zur Unterstützung der fragilen Wirtschaft abschließen könnten.

Auf der anderen Seite setzte sich vergangener Woche die Dollarschwäche fort. Der US-Dollar gilt als ein sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit. In diesem Jahr ist er seinem Ruf nicht gerecht geworden. Die Stärke des US-Dollars ist relativ, und die Schwäche anderer wichtiger Währungen wie Pfund Sterling und Euro könnte zur Wiederbelebung des Dollars beitragen.

Es ist mal wieder soweit – Berichtsaison Q3 2020

Auch wenn die Corona-Krise die Welt weiter fest im Griff hat, nimmt diese Woche die Berichtssaison für das 3. Quartal 2020 Fahrt auf. Wie gewöhnlich machen die großen US-Banken wie JPMorgan, Citigroup und Goldman Sachs den Auftakt. Den großen US-Banken drohen angesichts hoher Arbeitslosenzahlen und des neuen dauerhaften Nullzinsumfelds schwere Zeiten. Hierzulande in Deutschland gibt es nur vereinzelt Zahlen von Unternehmen aus der 2. Reihe wie z.B. Metro.

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Der Countdown läuft | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (40/2020)

Heutzutage gibt es nichts Aufregenderes als eine Tüte Popcorn während Ihrer Lieblings-Präsidentschaftsdebatte im Fernsehen läuft. Aber der Höhepunkt war am vergangenen Freitag, nachdem die Welt davon erfuhr, dass Donald Trump und seine Frau mit Covid-19 infiziert wurden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Chaotische TV-Debatte

Die Präsidentschaftsdebatte, die am vergangenen Dienstag zwischen Donald Trump und Joe Biden stattfand, war nichts weniger als unterhaltsam. Bitte entschuldigen Sie, dass ich etwas übertreibe, aber die US-Präsidentschaftsdebatte hat mich in die 90er Jahre zurückversetzt, als die Jerry-Springer-Show besonders populär war.

Aktuell befindet sich das Land in einer der schlimmsten Rezessionen seit „The Great Depression“. Momentan gibt es immer noch 6,8 Millionen mehr Arbeitslose in den USA als im Februar vor der Pandemie. Anstatt eine tragfähige Lösung zu präsentieren, um das Land wieder auf den richtigen Weg zu bringen, verbringen die beiden Kandidaten die meiste Zeit damit, mit dem Finger zu zeigen und sich gegenseitig zu unterbrechen. Nach der chaotischen TV-Debatte planen die Veranstalter Änderungen am Konzept. Wir sind gespannt!

POTUS infiziert die Aktienmärkte

Und nun kommen wir zum absoluten „Höhepunkt“ der vergangenen Woche. Vier Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November kündigte Präsident Trump per Twitter, dass seine Frau (FLOTUS) und er (POTUS) sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Der positive Corona-Test von US-Präsident Donald Trump hat weltweit für Unruhe an den Kapitalmärkten gesorgt.

Die Nachricht vom Freitag bringt das Coronavirus wieder in die vordersten Reihen der Schlagzeilen. Dies könnte Auswirkungen auf das Verhalten der Verbraucher haben, die angesichts einer andauernden und hartnäckig anhaltenden Pandemie bei der Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Aktivitäten nun vorsichtiger sein könnten.

Bald kommt der „Digital Euro“?

Wir hatten diese Woche äußerst interessante Nachrichten aus Frankfurt: Europas Notenbank-Helden intensivieren ihre Arbeit an einem digitalen Euro. Die Europäischen Zentralbank wagt den ersten großen Schritt zur Einführung einer digitalen Währung. Technisch würde ein digitaler Euro dem Bitcoin ähneln. Aber im Gegensatz zu der Kryptowährung stünde er unter Aufsicht einer Zentralbank.

Die Rechtsabteilung der Zentralbank hat beim Amt für geistiges Eigentum der Europäischen Union eine Anmeldung für die Marke „Digital Euro” eingereicht. Es wird erwartet, dass die EZB demnächst ihre Einschätzung darüber veröffentlicht, ob eine digitale Währung eingeführt werden soll. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Erwartungswerte positiv – Märkte im Minus & Ängste steigen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (39/2020)

Die Märkte haben diese Woche erneut Verluste eingefahren und die hohe Volatilität der vergangenen Monate ist ebenfalls zurück. Die Lichtblicke sind aktuell sehr rar und der ein oder andere Experte sehnt sich schon nach dem Jahresabschluss von 2020. Abhaken, abschreiben und besser im Jahr 2021 neu starten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Die wirtschaftliche Erholung hält an

Unterschiedliche Institute haben in der vergangenen Woche ihre Erwartungswerte noch einmal verbessert und damit die Prognosen für die wirtschaftliche Erholung nach oben korrigiert. Das Ifo-Institut geht aktuell „nur“ noch von einem Wirtschaftsabschwung von 5,2% aus – was weniger als in der Finanzkrise 2008/09 war. Auch die GFK verzeichnete einen leichten Anstieg ihres Konsumklimaindex um 0,1 Punkte auf -1,6 und führt dies auf die Konjunkturpakete der Regierung zurück. Selbst in Spanien werden die erwarten Einbrüche reduziert (-21,5 Prozent gegenüber prognostizierten 22,1 Prozent). Dennoch reden wir hier immer noch von deutlichen Wirtschafstabschwüngen und die Risiken von erneuten Einbrüchen steigen derzeit weiter.

Was erwarten die Märkte?

Diese Woche waren die Märkte deutlich im Minus und auch die Rohstoffe mussten deutlich abgeben. Der DAX schloss mit einem Minus von 4,93% die Woche ab, der Dow Jones mit minus 1,75% – dabei retteten die Tech-Werte aus dem NASDAQ (+1,96%) die Woche. Auch Gold (-4,63%) und Silber (-14,84%) verloren deutlich. Diese Konstellation erinnert doch sehr stark an den diesjährigen März. Und tatsächlich schauen die Märkte sehr besorgt auf die hohen Infektionszahlen, die sich in vielen Ländern erneut einstellen und schon wieder zu Lockdowns führt. Aber auch die US-Wahl wird von den Märkten sehr besorgt beobachtet und die ansteigenden Arbeitslosenzahlen in Amerika helfen nicht gerade für eine positive Stimmung.

Ängste essen Seelen auf

Das berühmte Zitat „Angst essen Seele auf“ bezeichnet die aktuelle Situation sehr schön. Jeder fragt sich gerade, wie geht wohl die anhaltende Pandemie weiter? Wie werde ich davon betroffen sein? Wann ist wieder ein normales Leben möglich und werde ich finanziell sicher aufgestellt sein? Doch aktuell beschäftigen viele Menschen weitere Ängste – z.B. ist der Ausgang der US-Wahlen eine der größten Ängste der Deutschen. Auch in den USA wird der Ausgang der Wahl mit bangen erwartet. Unterstützt von der Aussage von Trump, dass er eine friedliche Übergabe bei einer Niederlage nicht garantieren kann – was von seinen Sprechern im Nachgang zügig nachgebessert wurde.

Wichtig ist jedoch für alle und insbesondere die, die sich an den Finanzmärkten tummeln, beschäftigt euch mit euren Ängsten. Ü­­berlegt euch das schlechteste Ereignis und arbeitet Maßnahmen aus. Dann seid ihr, wenn es tatsächlich so eintrifft, vorbereitet und werdet nicht überrascht. Wodurch meist noch viel schlimmere und unüberlegte Reaktionen gefolgt sind.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Wird nun die entscheidende Runde eingeläutet? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (38/2020)

Diese Woche war nun einmal etwas eindeutiger als die letzten – leider endete sie mit einem Minus an allen Märkten. Dabei waren erneut die Tech-Werte aus Amerika am meisten unter Druck (NASDAQ 100: -1,36%). Dagegen konnten die Rohstoff-Werte, wie in „normalen“ Zeiten, mit einem Plus schließen – Gewinner hier war Öl (+8,06%). Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

FED Entscheidung wie erwartet!

Jerome Powell hat diese Woche die Fortführung der eingeschlagenen Zinsstrategie verkündigt. Das heißt, weiterhin Nullzinsen für die Marktteilnehmer. Doch die erwartete und erhofft Kehrtwende an den Märkten blieb aus. Auch der Kurs des Dollars konnte nur kurzfristig von der Entscheidung profitieren und schloss die Woche bei 0,8446 EUR.

Wahrscheinlich haben viele nichts von der Entscheidung mitbekommen, da der Blick in den USA nun voll auf die Wahlen ausgerichtet ist. Diese Woche begannen die „Early Votings“ in Minnesota, Virgina, South Dakota und Wyoming – deutlich vor der eigentlichen Präsidentschaftswahlen – was Trump deutlich erbost, da diese Stimmen nicht mehr durch seine Wahlkampagne beeinflusst werden kann. Denn noch liegt er hinten.

Unrühmliches Ende eines langen Exits?

Trotz Drohung durch die EU hat das britische Unterhaus dem umstrittenen Binnenmarktgesetz zugestimmt. Damit nimmt Boris Johnson den Rechtsbruch billigend in Kauf, denn so kann das Austrittsabkommen von Nordirland mit der EU ausgehebelt werden. Interessant wird nun sein, zu welchem Gegenschlag die EU ausholen wird. Wird es doch einen ungeordneten Austritt aus der EU geben und damit noch mehr Chaos in den unsicheren Zeiten?

Welche Rolle spielt bei allem der ruhende Bär?

So ruhend ist der Bär aus dem Osten eigentlich gar nicht. Ob Corona, US-Wahlen, Flüchtlingskrise, Nordstream 2, Vergiftungen usw. eine Verwicklung von Russland ist immer gegenwärtig. Doch ein richtiges Muster lässt sich noch nicht erkennen – dafür sind die Medienberichte jedoch deutlich zu gering. Eins kann man aber sagen: Nicht nur Politik und Gesellschaften werden durch Eingriffe beeinflusst, auch die Märkte selbst.

Könnten zum Beispiel die großen Tech-Konzerne gerade einbrechen, weil die Angst vor einer erneuten Wahleinmischung so groß ist. Könnte eine Destabilisierung der Aktienmärkte dem ressourcenreichen Land in die Hände spielen oder gar ein schwacher Dollar besser für Auslandsexporte sein? Am Ende wird es nur einen geben, der das beantworten kann. Wir können nur hoffen, dass der Schlag nicht unerwartet kommt.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Das Auf und Ab an den Märkten geht weiter – wer sitzt fest im Sattel? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (37/2020)

Die Märkte waren in dieser Woche wieder sehr stark in Bewegung. Besonders war hierbei der Ungleichtakt zwischen den USA und Europa. Ähnliches Bild konnten wir an den Rohstoffmärkten sehen – während sich Gold und Silber nur marginal veränderten, geriet Öl (-6,42%) enorm unter Druck – das freut derzeit die Autofahrer. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Trump fest im Sattel, aber wer hält die Zügel?

Die Märkte in den USA schlossen alle samt im Minus (Dow Jones -1,66%, NASDAQ -4,60% und S&P 500 -2,51%). Dies wäre zur Vorwoche sicherlich nicht stark verwunderlich, wenn nicht die europäischen Indizes mit einem Plus schlossen (DAX 2,80%, Euro Stoxx 1,69%).

Sicherlich hat die “Labor Day” Woche rund um die Trauerfeier anlässlich 9/11 ihren Anteil an der schwachen Woche an den US-Märkten gehabt. Doch auch der US-Wahlkampf wird seinen Einfluss auf die Zurückhaltung an den amerikanischen Märkten haben. Nachdem Trump in den letzten Umfragewerten deutlich aufholen konnte, wird sich wohl Verunsicherung breit machen bei den Anlegern, ob des Ausgangs der Wahl und der zukünftigen Wirtschaftsausrichtung im Land.

Die EU und Euro-Zone sollte sich gut festhalten

Die EU hat die Bruttoinlandszahlen der Mitgliedsstaaten diese Woche vorgestellt. Dabei waren sicherlich keine Jubelsprünge zu erwarten, aber die vorgelegten Zahlen sorgten dennoch für Ernüchterung. Die EU verzeichnete ein Minus von 12,1% und die Euro-Zone -11,9%. Von Erholung sind wir also weiterhin noch entfernt. Die größten Verlierer sind dabei die alt-bekannten Länder Spanien (-18,5%), Portugal (-14,1%) und Frankreich (-13,8%). Deutschland liegt mit -10,1% im Mittelfeld.

Als wäre die Krise nicht genug, bäumt sich ein vermeintlich beruhigtes Pferd wieder auf. Zwischen der EU und Großbritannien ist ein Streit entstanden, da die festgelegten Austrittsvereinbarungen wohl souveräne Staaten in ihrem Freihandelsabkommen beschneiden. Wie lang wird dieser wilde Rodeo noch andauern?

Gibt die FED nächste Woche den Märkten die Sporen?

Die EZB hat in ihrer Sitzung am Donnerstag verkündet keine Lockerungssignale auszusenden. Was die vorgelegten GDP-Zahlen wohl auch kaum begründen würden. Von ihrem PEPP-Programm in Höhe von 1,35 Billionen € wurden erst 500 Mrd. € ausgeschöpft und das langjährige Inflationsziel von knapp unter 2% ist ebenfalls weit entfernt.

Die FED hat bereits einen Strategiewechsel verkündet und alle sind auf die Aussagen nächste Woche gespannt und die Reaktionen an den Märkten. Die FED will nun Inflationszahlen über zwei Prozent tolerieren, wenn sie vorher lange darunter lag. Doch wie sehen dann die Maßnahmen von der FED aus? Wir werden es nächste Woche spätestens wissen.

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Talfahrt – Zeit zum Kaufen, Halten oder Aussteigen? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (36/2020)

Diese Woche haben die Märkte seit längerer Zeit wieder Verluste eingefahren. Dow Jones, NASDAQ und DAX beendeten ihre Woche jeweils mit einem Minus. Wird damit nun die Talfahrt eingeläutet oder ist es eine erneute Möglichkeit sein Portfolio aufzustocken? Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Tech-Werte außer Puste

Die Technologie-Helden Amazon, Apple & Co. haben diese Woche einen großen Rückschlag hinnehmen müssen – und damit fing der September gleich mit einem BANG an! Heißt es jetzt für Anleger „buy the dip“ oder sollten wir uns nun die alte Börsenweisheit „sell in may and go away“ neu überdenken. Der NASDAQ schloss die Woche 374 Punkte tiefer und ging mit einem Minus von 3,12% ins Wochenende.

Aber einen Grund für den Abverkauf gab es nicht wirklich. Der NASDAQ notierte am vergangenen Dienstag sogar einen Allzeithoch. 1 Tag später kam es aber zu einem deutlichen Kursrückgang – der Index gab um 5,23% nach, und das ist der größte Kursrückgang seit dem Tief aus dem März 2020.

US-Wahlen – Wer ist das schlimmere Übel?

Die Wahlen in Amerika nehmen immer mehr Fahrt auf. Das merkt man daran, dass es nun schmutzig wird. Diese Woche geriet Nancy Pelosi – ihres Zeichens Chefin der US-Demokraten – ins Visier einer vermeintlichen Verschwörung. Drei Worte nur dazu: Friseur, Maske und Kamera.

Derweilen betritt Trump nun ein Terrain, in dem er sich sehr wohl fühlt und durch pompöse und beeindruckende Veranstaltungen in einem Teil der Bevölkerung in der Gunst wieder steigt. Dagegen tut sich Biden deutlich schwerer in dieser politischen Schlammschlacht und sein betagtes Alter fällt hin und wieder doch auf.

Folglich stellt sich die Frage für Amerika, welcher Präsident das größere Übel für das Land sein wird. Diese Unsicherheit überträgt sich in gewisser Weise bereits auf die Märkte aus.

Egal wie der Wahlkampf ausgehen wird, eins ist jetzt schon gewiss – Amerika wird eine Spaltung der Bevölkerung aufweisen. Und in dieser Ausgangslage können schlechte wirtschaftliche Zeiten wohl kaum verkraftet werden.

Verbraucherpreisindizes veröffentlicht – Wann kommt die Inflation?

In Deutschland wurde der Verbraucherpreisindex für Juli 2020 veröffentlicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Juni 2020 um 0,5 %. Das bedeutet, dass die Kauflaune wieder gesunken ist. Sicherlich ist dies auch auf die Urlaubszeit zurückzuführen. Das Wachstum des Verbraucherpreises in den USA beläuft sich auf 1% und in China sogar auf 2,5%.

Viele Politiker beschwören bereits jetzt herauf, dass die schwierigen Zeiten für die Wirtschaft nun vorbei seien und es weiter bergauf gehen wird. Sollte sich dies bewahrheiten und die Erfolgsmeldungen zu den ersten Impfstoffen die Kauflaune der Menschen wieder anheizen, dann müssen sich die Zentralbanken gut vorbereiten. Denn diese Konstellation kann einen sprunghaften Anstieg der Inflation begünstigen.

Die Zeiten bleiben – egal wie sich das Rad drehen mag – herausfordernd für jeden und alle.

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Ein ungewöhnlicher Sommer geht zu Ende | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (35/2020)

Sommerloch? Von wegen! Wer auf die alte Börsenweisheit „Sell in May and Go Away“ hörte, hat es dieses Jahr schnell bereut und hoffentlich schnell wieder gegengesteuert. Seit Anfang Mai hat der DAX 30 gut 24,52% zugelegt und der NASDAQ 37,60%. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Ein ungewöhnlicher Sommer ist fast vorbei

Die Aktienmärkte schlossen letzte Woche wesentlich solider – trotzdem noch auf dem Weg zum besten August seit 34 Jahren. Damit setzt sich die Rallye mit dem dritten Bärenmarkt in zwei Jahrzehnten fort: die Dotcom Blase, vor der Finanzkrise 2008 und jetzt während der Corona-Krise.

Die Momentum getriebene Rally zwingt die letzten Bären an der Wall Street zum Aufgeben. „Fear of Missing Out“ (FOMO) scheint ja in jedem Investmentbank-Haus an der Wallstreet angekommen zu sein. Auch Citigroup hat sein Jahresendziel für den S&P 500 von 2900 auf 3300 Punkte angehoben und wie schon in unserem letzten Wochenrückblick erwähnt Goldman Sachs ist deutlich bullischer mit einem Jahresendziel von 3600 Punkte unterwegs. 

Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Erholung ungleichmäßig

Nach einem Rekordhoch von 6,9 Millionen Arbeitslosen-Amerikanern vor knapp einem halben Jahr, liegen die derzeitigen Arbeitslosenansprüche weiterhin bei über einer Million pro Woche, was deutlich mehr sind als zu jedem Zeitpunkt während der großen Finanzkrise im Jahr 2008.

In jüngerer Zeit, wo die Beschäftigung in großen Teilen der Dienstleistungswirtschaft weiterhin eingeschränkt ist, werden einige der vorübergehenden Entlassungen nun doch dauerhaft (die Zahl der dauerhaft arbeitslosen Personen hat sich von Februar bis Juli verdoppelt). Dies zieht eine Bedrohung für das Verbrauchervertrauen und den Verlauf der Erholung mit sich, was eine Abschätzung für den weiteren Verlauf an den Märkten erschwert.

Eine starke Berichtssaison macht Hoffnung

Das Ergebnis fällt schlecht aus, aber nicht so schlecht wie ursprünglich erwartet – und das ist wiederum positiv für die Aktienmärkte. Für 98% der S&P 500-Unternehmen, die ihre Ergebnisse für das zweite Quartal gemeldet haben, waren die Ergebnisse deutlich stärker als prognostiziert. Ein Grund dafür ist die Zusammensetzung der wichtigsten Indizes, welche auf Sektoren ausgerichtet sind, die von der Pandemie profitiert haben – z.B. unsere häufig erwähnten Tech-Konzerne.

Ein weiterer Grund könnte die ungezügelte Geldpolitik und negativen Realzinsen sein, da die Notenbankhelden bereit sind alles zu tun, um die Wirtschaften am Leben zu halten. Damit werden jedoch Korrekturen am Aktienmarkt ausgehebelt. Aber wie lange kann das noch gut ausgehen? Irgendwann müssen Kinder ihr Zuhause verlassen und lernen, auf eigenen Füßen zu gehen.

Last, but not least, möchten wir der Investoren-Legende Warren Buffett alles Gute zum 90. Geburtstag wünschen. Buffett gilt als erfolgreichster Investor aller Zeiten – mit einer Performance von rund 20 Prozent pro Jahr bei Berkshire Hathaway seit 1965!

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen