Beiträge

Wir schaffen das (isoliert) zusammen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (11/2020)

Die Grenzen schließen und die Menschheit isoliert sich nun zu Hause. In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex allein am Donnerstag den zweitgrößten Tagesverlust (-12,24 Prozent) seiner Geschichte erlitten. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich unsere Welt unter Quarantäne und keiner weiß so richtig wie es weitergehen wird. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mut ist gefragt! Verkaufen kann jeder…

Wieder einmal handelten Börsianer weltweit nach dem Motto „Cash is King“ und verkauften regelrecht ihre Aktien. Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor im Sell-Off-Modus. Allein in der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX gewaltige 20 Prozent und rutschte sogar im Wochenverlauf unter die Marke von 9.000 Punkten. Und wieder einmal gab es weltweit einen Run auf haltbare Lebensmittel – besonders in Deutschland und Österreich ist der Bedarf nach Toilettenpapier sehr hoch. In 200 Jahren werden Verhaltensforscher das Jahr 2020 und die Corona-Krise genau beleuchten und zur Erkenntnis kommen: alle Sorgen lösen sich mit genügend Toilettenpapier von allein.

Doch wer langfristig denkt sollte jetzt nicht in Panik verfallen und alles verkaufen – und wer kurzfristig denkt, soll langfristig denken! Auch wenn es schwer ist zurzeit Vorhersagen über den kurzfristigen Verlauf des Corona-Virus zu treffen, eines ist sicher: Jede Krise wird an den Börsen wieder aufgeholt. Deshalb ist in Zeiten wie diesen besonders viel Mut gefragt, denn Panik ist hochgradig ansteckend, vor allem in Situationen in denen nichts bekannt ist. Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen.  

Notenbankhelden – die Retter in der Not und Kreditgeber der letzten Instanz

Anders als in der Finanzkrise 2008, als das Bankensystem zu kollabieren drohte, haben wir es im Jahr 2020 mit einem Virus zu tun, das vor allem die Lieferketten der Wirtschaft zunächst einmal zum Stillstand bringt – zumindest bis das Virus eingedämmt ist und bis die Zahl der Geheilten die Zahl der Neuinfizierten übertrifft. Man könnte sagen, die Wirtschaft macht nun eine Pause. Doch während dieser Pause müssen Rechnungen trotzdem beglichen werden. Das fällt der Wirtschaft besonders schwer, wenn die Verbraucher zu Hause isoliert sind und eben nicht „verbrauchen“ können.

Wir haben es also mit einer Liquiditätskrise zu tun. Während dieser „Pause“ braucht die Wirtschaft genügend Liquidität, um permanente Schäden zu vermeiden. Die Notenbankhelden sehen sich durch die Corona-Pandemie gezwungen weiter aufs Gaspedal zu drücken. Am vergangenen Donnerstag beschloss die amerikanische Notenbank, den Geschäftsbanken weitere 1,5 Billionen Dollar an Zentralbankgeld zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Auch die Europäische Zentralbank EZB beschloss vergangene Woche, den Geschäftsbanken weitere umfangreiche Leihgeschäfte zu extrem günstigen Konditionen anzubieten. Zudem wird sie bis Ende diesen Jahres weitere 120 Milliarden Euro in den Kauf von Anleihen stecken.

Diese Maßnahmen sollen die Banken in die Lage versetzen, besser auf den krisenbedingten Mehrbedarf der Unternehmen an Liquidität zu reagieren. Darüber hinaus werden Hilfspakete von Staaten zur Bewältigung der Corona-Krise ausgelegt. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance sich langfristig an dem Erfolg von „Great Businesses“ zu beteiligen, denn jetzt sind diese Unternehmen besonders günstig zu kaufen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Der Aktienmarkt fürchtet nur eins | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (06/2020)

Das Coronavirus fordert, trotz drakonischen Maßnahmen der chinesischen Regierung, mehr Tote als die SARS-Pandemie von 2002/2003. Das erste Mal, dass wir überhaupt von dem Coronavirus gehört haben, ist erst einige Wochen her. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Coronavirus – der nächste Störfaktor für die Weltkonjunktur

Die Märkte befinden sich zurzeit im Griff des Coronavirus. Viele Anleger fühlen sich an 2002 erinnert, als China der Ausgangspunkt für den Ausbruch des SARS-Virus war. In einem Zeitraum von knapp zwei Jahren kam es damals weltweit zu 8.000 Infizierungen und 800 Toten. Bereits einige Wochen nach der Bekanntmachung des Coronavirus sind aktuell über 800 Tote und die Zahl der Infizierten weltweit ist überhaupt nicht klar. Tatsache ist, dass aktuell einiges nicht klar ist. Nichtsdestotrotz läuten die Alarmglocken, und zwar erstens, weil wir heute in einer sehr vernetzten Welt leben, in welcher die Ausbreitung eines solchen Virus gewaltige Konsequenzen haben kann. Und zweitens, ist der Schaden für die Weltwirtschaft, falls der Virus nicht gestoppt werden kann, möglicherweise hoch.

Der Anteil des chinesischen BIP an der Weltwirtschaft lag beim Ausbruch des SARS-Virus 2002/2003 bei knappen 5 Prozent, heute sind es 16,5 Prozent. Um die chinesische Wirtschaft zu stützen hat die People’s Bank of China (PBoC) den Markt mit Liquidität in Höhe von 1,2 Bio. Yuan (ca. 173,8 Mrd. USD) versorgt. Die Notenbank hat das Geld in Form von umgekehrten REPO-Geschäften zur Verfügung gestellt. Dabei kauft die PBoC den Banken Wertpapiere ab und pumpt dadurch Geld in den Markt. Hierdurch erhöht sich kurzfristig die Geldmenge im Wirtschafssystem. Es dürfte nicht die einzige Maßnahme bleiben, welche ergriffen wird – es wurde u.a. eine Senkung des Leitzinses in Aussicht gestellt, sagte Markus Mitrovski im aktuellen Main Value-Konjunkturrückblick.

Die Aktienmärkte fürchten nur eins…

Die Aktienmärkte haben wieder gezeigt, dass sie nichts fürchten – außer Liquiditätsknappheit. Die obengenannten Liquiditäts-Maßnahmen der People’s Bank of China konnten vergangene Woche die Aktienmärkte auf neue Rekordhöhen treiben, vor allem in den USA. Dort gibt es 156 chinesische Unternehmen, die an den US-Börsen notiert sind und eine Gesamtmarktkapitalisierung von 1,2 Billionen Dollar aufweisen. Der NASDAQ 100 schloss die Woche mit einem Plus von 4,56 Prozent, der S&P 500 mit einem Plus von 3,17 Prozent und der Dow Jones Industrial Average mit einem Plus von 3 Prozent.

Doch falls das Coronavirus in diesem Tempo grassiert, wird es selbst für die Notenbanken schwierig die Aktienmärkte aufrechtzuerhalten. Es gibt immer noch Grund zur Annahme, dass der wachsende Coronavirus-Ausbruch in China eingedämmt werden kann, sagte ein hochrangiger Beamter der Weltgesundheitsorganisation am Samstag und wies auf einige Anzeichen hin, dass sich die Krankheit möglicherweise nicht so schnell ausbreiten wird, wie befürchtet – hoffen wir, dass er Recht behält.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Ergebnisse des Verbraucherpreisindex aus China am kommenden Montag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Und dann gab’s 4 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (03/2020)

Während die Amis neue Rekorde an den Aktienmärkten feiern, müssen die Anleger hierzulande noch ein wenig Geduld aufbringen. Am vergangenen Montag schloss der NASDAQ 100 erstmals einen Handelstag über die 9.000 Punkte Marke. Der Dow Jones Industrial Average hat auch nicht enttäuscht und nähert sich an das Ziel von Donald Trump, nämlich die Marke von 30.000 Punkten. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Und dann gab’s vier

Wenn Sie eine Frage haben, hat Google eine Antwort. Dank Google ist jeder ein Arzt, Steuerberater, Anwalt und Vermögensverwalter gleichzeitig. Dank Google sind auch viele Investoren um einiges wohlhabender geworden. Die Aktie ist in den letzten drei Monaten um 17 Prozent und im letzten Jahr um fast 30 Prozent gestiegen. Damit wurde Alphabet, der Mutterkonzern von Google, die vierte Billionen-Dollar-Firma an der Wall Street neben Apple, Microsoft und Amazon – das größte Unternehmen Europas ist Nestlé mit einem Wert von rund 325 Milliarden US-Dollar.

Die vier Tech-Giganten machen knapp 40 Prozent des NASDAQ 100 aus und sind die Hauptreiber der außergewöhnlichen Performance der vergangenen Jahre. Doch wie lange soll die Rallye der Tech-Werte gehen? Wir sind doch schon längst in der Verlängerung, oder? Mithilfe der Liquiditätsspritze durch die US-Notenbank Fed ist jedoch alles möglich – Quantitative Easing bis ins Unendliche!

Das Phase-1-Handelsabkommen zwischen China und den USA ist aus dem Weg geräumt

Das bedeutet, dass sich die Märkte jetzt darauf konzentrieren können, ob sich die Wachstumsaussichten aufhellen werden. Die Anzeichen sind nicht allzu schlecht. Trotz des tobenden Handelskrieges wuchs das chinesische Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal unverändert um 6 Prozent. Die Industrieproduktion, die Anlageinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze stiegen stärker an als erwartet.

Das Wachstum und die Inflation in der Eurozone sind gestiegen. Die Inflationserwartungen gemessen an den Geldmärkten sind auf dem höchsten Stand seit Mai letzten Jahres und die Konjunkturüberraschungsindizes im Euroraum sowie weltweit zeigen einen positiven Trend nach oben. Die jüngsten Wirtschaftsdaten, einschließlich der US-Einzelhandelsumsätze, deuten auf positive Wachstumsaussichten für das laufende Jahr. Kein Wunder also, dass die Aktienmärkte in den USA auf neue Höchststände geklettert sind.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen