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Das große Maskenspiel (2020) | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (17/2020)

Die ersten Lockerungsmaßnahmen sind angekündigt worden – die Maskenpflicht und die „soziale Distanzierung“ werden uns voraussichtlich noch lange begleiten. Der Schaden durch das Virus, dessen Namen wir nicht mehr nennen werden, ist jedoch bereits real, wird in einigen Fällen dauerhaft bleiben und geht über die monetären Aspekte hinaus. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ähnelt der großen Depression von 1929

Im Laufe der letzten 5 Wochen verloren jede Woche durchschnittlich 5,3 Millionen US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz. Für die Babyboomers, Generation X, Millenials und Centenials sind solche Dimensionen der Arbeitslosigkeit eine nie da gewesen Herausforderung. Auf dem Höchststand der Arbeitslosigkeit nach der Finanzkrise 2008 waren ‚nur‘ 15,3 Millionen Amerikaner ohne Job. Doch allein in den vergangenen fünf Wochen haben bereits 26,5 Millionen Arbeitnehmer Arbeitslosenanträge gestellt. Vor diesem fünfwöchigen Abschnitt von 26,5 Millionen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung gab es nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics am 13. März bereits 7,1 Millionen Arbeitslose-Amerikaner. Wenn man die Zahlen zusammenzählt, ergäbe dies mehr als 33 Millionen Arbeitslose oder eine reale Arbeitslosenquote von 20,6 Prozent – das wäre der höchste Stand seit 1934.

Der durch die Virus-Krise verursachte Schaden kennt keine Grenzen. Laut dem Beratungsunternehmen McKinsey sind in Europa rund 59 Millionen Arbeitsplätze bedroht – 59 Millionen, die mit einem Schicksal verbunden sind. Für den schlimmsten Fall geht McKinsey davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Europa auf 11,2 Prozent klettern könnte und sich erst im Jahr 2024 wieder erholen könnte. Im besten Fall steigt die Arbeitslosenquote auf 7,6 Prozent und eine Rückkehr zu dem Stand vor der Krise sei im 4. Quartal 2021 möglich.

Bringt diese grenzüberschreitende Krise die handelnden Vertreter wenigstens wieder für einen gemeinsamen Aufbau an einen Tisch? Die letzten Jahren waren ja dominiert von Abgrenzung und Handelskriegen.

Erst denken, dann handeln

Oder besser gesagt: erst kritisch nachdenken, dann gezielt handeln. In unserem Wochenrückblick vom 1. März 2020 haben wir uns mit dem Thema der „Massenpsychologie“ beschäftigt.  Gustav Le Bons schrieb einmal in seinem Buch ,Psychologie der Massen‘, dass „der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in der Masse seine Kritikfähigkeit verliert […] in dieser Situation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung.“

Einige Wochen später stellen wir hierzulande fest, dass selbst unsere renommierten Politiker ihre Kritikfähigkeit in der Krise verloren haben. Ihre Kritikfähigkeit gegenüber der Statistik und vor allem gegenüber dem Gruppenzwang. Berichten zufolge („Rechnen mit falschen Zahlen“: Warum wir es nicht schaffen, Corona richtig zu messen) zählt bisher in Nordheim-Westfalen als Covid-19-Todesfall, wer beim Tod mit dem Virus infiziert war, unabhängig davon, ob er daran verstorben ist oder nur damit. Ob ich mit Zahnschmerzen sterbe oder daran sterbe ist nun mal ein gewaltiger Unterschied. Wir, und vor allem unsere Politiker, sollten uns mit dem Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität näher beschäftigen: Eine hohe Korrelation zwischen zwei Variablen bedeutet nicht, dass die beiden Variablen kausal miteinander zusammenhängen. Stattdessen liefern Korrelationen lediglich einen ersten Hinweis, dass dies der Fall sein könnte.

Dennoch haben unsere Politiker mit mehr als fragwürdigen Statistiken / Schätzungen den Wohlstand der kommenden Generationen aufs Spiel gesetzt. War es das wert? Willkommen zum großen Maskenspiel 2020 – wir beginnen gleich mit der 2. Ausführung. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Fahrt.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Powell-Put und die Achterbahn der Ölpreise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (38/2019)

Es bleibt nicht langweilig an den Börsen! Die vergangene Handelswoche wurde von zwei Themen dominiert: die Leitzinssenkung der Fed und die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens wichtigsten Ölanlagen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Ölpreise nehmen Investoren auf eine wilde Reise mit

Es war die wildeste Achterbahnfahrt für die Ölpreise in der jüngsten Vergangenheit. Die Preise stiegen an, fielen wieder und stiegen anschließend am Donnerstag und Freitag moderat wieder an. Grund dafür waren die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabiens Ölanlagen. In den frühen Morgenstunden des 14. Septembers wurden zwei der wichtigsten Ölanlagen Saudi-Arabiens – Aramcos Abqaiq und Khurais – durch eine Reihe von Drohnenangriffe in Brand gesetzt. Dadurch wird die Ölproduktion zunächst um 5,7 Millionen Barrel pro Tag reduziert.

Der Ölpreis stieg am vergangenen Montag um 14,61 Prozent an. Saudi-Arabien berichtet jedoch, dass die Ölproduktion bis Ende September wieder normalisiert wird. Es ist noch nicht klar, wer für die Angriffe verantwortlich ist, deshalb werden wir (Main Value) uns vorerst nur auf die Fakten beziehen.

Powell kann es Präsident Trump immer noch nicht recht machen

Zum zweiten Mal in Folge hat die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Der Leitzins ist der Zinssatz zu dem sich US-Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren können. Somit liegt der Leitzins in der Spanne zwischen 1,75 bis 2 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell hat sich von seiner aggressiven Haltung gegenüber Zinserhöhungen zu einer vorsichtigen Haltung in wenigen Monaten entwickelt, da sich die finanziellen Bedingungen u.a. aufgrund des Handelskrieges geändert haben.

Präsident Trump schien mit der moderaten Zinssenkung der Notenbank nicht zufrieden zu sein, denn Trump ist der Ansicht, dass die Notenbank die Zinsen auf null oder tiefer senken sollte. Schon zu Zeiten der Finanzkrise 2008 wurde ein Negativzinsszenario ausgeschlossen. Die US-Wirtschaft sei weiterhin „moderat“, so Powell während seiner Rede am vergangenen Mittwoch. Die Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent ist an ihrem tiefsten Punkt seit 50 Jahren.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandprodukts am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen