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Wird nun die entscheidende Runde eingeläutet? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (38/2020)

Diese Woche war nun einmal etwas eindeutiger als die letzten – leider endete sie mit einem Minus an allen Märkten. Dabei waren erneut die Tech-Werte aus Amerika am meisten unter Druck (NASDAQ 100: -1,36%). Dagegen konnten die Rohstoff-Werte, wie in „normalen“ Zeiten, mit einem Plus schließen – Gewinner hier war Öl (+8,06%). Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

FED Entscheidung wie erwartet!

Jerome Powell hat diese Woche die Fortführung der eingeschlagenen Zinsstrategie verkündigt. Das heißt, weiterhin Nullzinsen für die Marktteilnehmer. Doch die erwartete und erhofft Kehrtwende an den Märkten blieb aus. Auch der Kurs des Dollars konnte nur kurzfristig von der Entscheidung profitieren und schloss die Woche bei 0,8446 EUR.

Wahrscheinlich haben viele nichts von der Entscheidung mitbekommen, da der Blick in den USA nun voll auf die Wahlen ausgerichtet ist. Diese Woche begannen die „Early Votings“ in Minnesota, Virgina, South Dakota und Wyoming – deutlich vor der eigentlichen Präsidentschaftswahlen – was Trump deutlich erbost, da diese Stimmen nicht mehr durch seine Wahlkampagne beeinflusst werden kann. Denn noch liegt er hinten.

Unrühmliches Ende eines langen Exits?

Trotz Drohung durch die EU hat das britische Unterhaus dem umstrittenen Binnenmarktgesetz zugestimmt. Damit nimmt Boris Johnson den Rechtsbruch billigend in Kauf, denn so kann das Austrittsabkommen von Nordirland mit der EU ausgehebelt werden. Interessant wird nun sein, zu welchem Gegenschlag die EU ausholen wird. Wird es doch einen ungeordneten Austritt aus der EU geben und damit noch mehr Chaos in den unsicheren Zeiten?

Welche Rolle spielt bei allem der ruhende Bär?

So ruhend ist der Bär aus dem Osten eigentlich gar nicht. Ob Corona, US-Wahlen, Flüchtlingskrise, Nordstream 2, Vergiftungen usw. eine Verwicklung von Russland ist immer gegenwärtig. Doch ein richtiges Muster lässt sich noch nicht erkennen – dafür sind die Medienberichte jedoch deutlich zu gering. Eins kann man aber sagen: Nicht nur Politik und Gesellschaften werden durch Eingriffe beeinflusst, auch die Märkte selbst.

Könnten zum Beispiel die großen Tech-Konzerne gerade einbrechen, weil die Angst vor einer erneuten Wahleinmischung so groß ist. Könnte eine Destabilisierung der Aktienmärkte dem ressourcenreichen Land in die Hände spielen oder gar ein schwacher Dollar besser für Auslandsexporte sein? Am Ende wird es nur einen geben, der das beantworten kann. Wir können nur hoffen, dass der Schlag nicht unerwartet kommt.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





EU & Großbritannien: Freunde mit gewissen Vorzügen?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (04/2020)

Eine lange Scheidungsphase zwischen Großbritannien und der EU naht allmählich dem Ende zu. Die Scheidungspapiere sind offiziell unterschrieben, die Anwälte sind beruhigt und die Umzugsfirma ist bereits bestellt worden. Großbritannien zieht am 31. Januar 2020 aus der europäischen Gemeinschaft aus!  Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Freunde mit gewissen Vorzügen?!

Der Ablauf jeder Scheidung hängt stark davon ab, ob die Scheidung einvernehmlich oder streitig ist. Im Falle Brexit war die Scheidung eher mühsam und voller Vorwürfe. Am vergangenen Freitag haben die EU-Spitzen und der britische Premierminister Boris Johnson das Brexit-Abkommen unterzeichnet. Am kommenden Mittwoch, den 29. Januar muss nur noch das EU-Parlament zustimmen. Einen Hard-Brexit soll es nicht geben. Bis zum Ende des Jahres wird in einer Übergangszeit versucht neue Verträge und Abkommen für die neuen Beziehungen zu finden. Bleiben Großbritannien und die Europäische Union Freunde mit gewissen Vorzügen oder gehen sie ein für alle Mal getrennte Wege?

Dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 können wir ein Fazit ziehen. Die von Brexit-Kritikern befürchtete Katastrophe ist offensichtlich nicht eingetreten. Genau so wenig haben die Briten einen wirtschaftlichen Boom erlebt. Das hat die lokalen Zeitungen jedoch nicht davon abgehalten, mehr Vorhersagen darüber zu machen, was nach dem 31. Januar geschehen wird. Eine Sache ist jedoch sicher: es herrscht in Sachen Brexit wieder Gewissheit. Der britische Leitindex FTSE 100 und der europäische Leitindex EuroStoxx 50 konnten am Freitag mit über 1 Prozent Performance ins Wochenende gehen.

Die Chefin räumt auf!

Für die neue EZB-Chefin Christine Lagarde gibt es keine Zeit zu verlieren. Am vergangenen Donnerstag kündigte Lagarde an, dass sie die strategische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank einmal ausführlich prüfen wird. Lagarde möchte die Nebenwirkungen der jahrelangen lockeren Geldpolitik genauer unter die Lupe nehmen.

Das Hauptziel der Notenbank ist die Preisstabilität im Euroraum. Mittelfristig soll die Inflationsrate knapp unter 2 Prozent bleiben. Dies ist der Notenbank jedoch nicht gelungen, daher stellt sich die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist. Beim Thema Geldpolitik bleibt jedoch alles beim Alten – der Leitzins und der Einlagezins bleiben zunächst unverändert.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Chinas Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Erholung | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (36/2019)

Nun ist es wieder Sonntag. Eine weitere Handelswoche ist inzwischen zu Ende gegangen. Viel bewegte vergangene Woche die Aktienmärkte: das britische Unterhaus hat sich klar gegen ein No-Deal-Brexit ausgesprochen; in Italien ist es der Fünf-Sterne-Bewegung-Partei gelungen gemeinsam mit den Sozialdemokraten eine Regierung zu bilden und die Handelsgespräche zwischen China und USA werden im Oktober weitergeführt.

Die chinesische Wirtschaft zeigte im August Anzeichen einer Erholung – zumindest kurzfristig. Chinas Produktionsindex Caixin kehrt im expansiven Modus zurück. Der Caixin-Index ist einer der führenden Indikatoren für die Geschäftsbedingungen in China und wird von Analysten weltweit genau beobachtet. Ein Wert von 50 trennt die Expansion von der Kontraktion. Je höher der Wert über 50 liegt, desto schneller die Expansion, während je weiter unter 50, desto größer die Kontraktion. Laut Daten der chinesischen Regierung expandierte trotz Handelskonflikt mit den USA Chinas Produktion von 49,9 Punkten im Juli auf 50,4 im August. Das verarbeitende Gewerbe machte in der ersten Hälfte des Jahres knapp 30 Prozent des chinesischen Bruttoinlandproduktes aus.

Die Exportaufträge gingen jedoch im dritten Monat in Folge und mit dem stärksten Tempo seit November 2018 zurück. Sowohl Washington als auch Peking begannen am vergangenen Sonntag, neue Zölle auf die Waren des anderen zu erheben. Beide Handelsmächte haben sich jedoch darauf geeinigt, konkrete Maßnahmen zu unternehmen, um positive Bedingungen für einen weiteren Dialog zu schaffen. Beide Länder werden sich Anfang Oktober in Washington treffen.

Werfen wir nun einen Blick auf Europa. „Take back control from Boris. Bring down Boris. Defend Democracy. Resist the parliament shutdown.” – diese und viele weitere schlagkräftige Slogans prägten die Proteste im Vereinigten Königreich am vergangenen Wochenende. Der neue britische Regierungschef Boris Johnson wird den Brexit zum 31. Oktober 2019 durchführen und betont dabei ausdrücklich, dass ein Austrittsabkommen mit der EU nicht relevant dafür sei. Doch das britische Unterhaus ist einer anderen Meinung gewesen – das britische Unterhaus hat sich klar gegen einen No-Deal-Brexit ausgesprochen. Das neue Gesetz sieht vor, den Brexit vom 31. Oktober bis zum 31. Januar 2020 zu vertagen, falls Johnson bis zum 19. Oktober kein Austrittsabkommen mit der EU erreicht hat – so soll ein „Hard Brexit“ Großbritanniens aus der Europäischen Union verhindert werden. In der kommenden Woche wird das britische Parlament zum neuen Brexit Plan abstimmen. Wir lassen uns, wie immer, einfach mal überraschen.

Nach wochenlanger Krise in Italien gibt es nun endlich eine Regierung. Die neue italienische Regierung aus der populistischen Partei Fünf-Sterne-Bewegung und den Sozialdemokraten ist nach mühsamen Verhandlungen entstanden – auch wenn vor kurzem noch diese Konstellation der Regierungsbildung undenkbar erschien. Ob diese Koalition Früchte trägt werden wir in den kommenden Wochen genauer beobachten.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Reuters/Uni Michigan Verbrauchervertrauen-Daten am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen