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Die Sportligen küren ihre Meister – wer ist der Meister an den Märkten? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (28/2020)

In der Bundesliga und in der Premier League stehen die Meister bereits fest. In La Liga gibt es das gewohnte „Kopf an Kopf-Rennen“ der beiden Erzrivalen und in der Serie A wird es wohl Juventus Turin. Doch wer sind die Meister an den Märkten – wer konnte die herausfordernde Zeit für sich entscheiden und wer verlor den Kampf? Trotz Sommerpause konnten auch noch in dieser Woche heiße Wetten abgeschlossen werden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

We are the Champions – die Meister der Märkte

Hätte man am 18. März den Mut gehabt den DAX bei 8441,71 Punkten zu kaufen, läge man nur 4 Monate später mit 49,66 Prozent vorne. Noch besser sehen die Tech Giganten aus den USA bzw. der NASDAQ 100 Index, der vom Tiefpunkt (20. März) bis vergangen Freitag 57,52 Prozent Performance machte und bei der YTD mit 24,08 Prozent liegt.

Im 1-Jahresvergleich konnten zwei Werte im DAX eine ähnlich gute Performance ablegen – das Tech-Unternehmen Infineon und der Strom-Konzern RWE mit jeweils über 45% Kursgewinn.

In den USA gibt es einen meisterlichen Gewinner – Tesla überbot im letzten Jahr alles – knapp 550% Kursgewinn. Mit Abstand gefolgt von einem klaren Gewinner der Homeoffice-Lage ZOOM Communications (+201%).

Wo es Gewinner gibt, muss es bekanntlich auch Absteiger geben. Im DAX wird das relativ klar sein – die Deutsche Lufthansa und Wirecard. Doch wie sieht es in den USA aus? Größter Verlierer ist auch hier eine Fluglinie, und zwar American Airlines.

Womit schmückt man Gewinner?

Mit Gold natürlich! Das Edelmetall ist gefragt wie lange nicht mehr. Der Goldpreis stieg erstmals seit 2011 über 1800 Dollar pro Unze. Ungewöhnlich dabei ist, dass bei steigenden Aktien Gold genauso so eine starke Bewegung nach oben macht. Normalerweise sollte einer der beiden Werte in einer Krise einen positiven Verlauf nehmen. Dabei gilt Gold als das Tafelsilber (unser heimlicher Gewinner ;-)) der Finanzexperten, wenn man sich in einer Krise befindet. Doch dieses Mal nicht. Hier haben wohl die kräftigen Finanzspritzen und großzügigen Hilfspakete einen enormen Push an den Märkten begünstigt. Wir sind gespannt, ob es zu einer Bereinigung kommt und das gewohnte Bild – Gold hoch, Märkte runter (vice versa) – wieder zu sehen ist.

Zum Gewinnen verdammt

Durch die politisch gewollte Hausse an Chinas Börsen kennen seit acht Tagen die Aktien im Reich der Mitte nur eine Richtung: aufwärts. Das ist offenbar sogar der Regierung in nun China zu viel an Kursgewinnen. Der CSI 300 erreichte eine 5-Jahres Hoch (4.854 Punkte) und legte in nur 5 Handelstagen satte 12% zu. Ausgelöst wurde dieser Hype durch die Regierung, die Geld für ihre digitale Wirtschaft benötigt. Auch die chinesische Staatswährung wird von den Bullen positiv beeinflusst. Die Lage ist jedoch zu schön, um wahr zu sein, sodass die Regierung und staatliche Medien zur Vernunft an den Märkten aufriefen. Hoffen wir, dass sich die Halbierung im Jahr 2015 nicht wiederholt und die Marktteilnehmer tatsächlich zum Gewinnen verdammt sind.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (25/2018)

Die Woche startete verhängnisvoll– die deutsche National-Fußballmannschaft hat beim Auftaktspiel gegen Mexiko 0:1 verloren, dank fehlender Leidenschaft und fehlenden Teamgeistes. Besteht eine Korrelation zwischen dem verlorenen Spiel und der Launigkeit der Märkte dieser Woche? Anscheinend haben die Fußballer mit ihrere fehlenden Leidenschaft die Anleger angesteckt….

Die Indizes hatten diese Woche eine abenteuerreiche Talfahrt hinter sich: der deutsche Leitindex DAX fiel innerhalb einer Woche von über 13.000 Punkten auf 12.555 Punkten. Auch die amerikanischen Leitindizes mussten dank des Handelsstreits ein Auf- und Absteigen der Kurse ertragen. Der Dow Jones schloss zum Wochenende mit 24.580,89 Punkten und einem positiven Anstieg von + 0,40 Prozent, der S&P 500  indes schloss mit 2.754,88 Punkten.

Nach den verlustreichen Tagen haben sich die Indizes erholt, doch es besteht weiterhin Unsicherheit auf den Märkten: Beginnend bei den innerpolitischen Problemen in Deutschland. Die Meinungsunterschiede zur Flüchtlingsthematik zwischen Merkel und Seehofer führten zur Instabilität des politischen Gebildes – mit  Aussicht auf Entlassung des Ministers Seehofer. Am heutigen Sonntag findet ein Gipfel zur Lösung des Flüchtlingsproblems statt. Merkel befürwortet die europäische Lösung und wendet sich somit gegen die CSU, welche einen nationalen Alleingang bevorzugt hätte. Merkel erhielt mündliche Unterstützung von Macron, revanchierte sich allerdings mit der Zusage für ein milliardenschweres Euro-Budget.

Doch weiterhin ist der Handelsstreit zwischen den USA und China Hauptthema auf den Märkten. Aufgrund der sich zuspitzenden Lage korrigierten Ökonomen die Wachstumserwartungen – so etwas das Ifo-Institut, welches Ihre Wachtumsprognose von 2,6 auf auf 1,8 korrigierte. Donald Trump könnte Grund für das Ende des langjährigen Aufschwungs in Deutschland sein.

Die Ankündigung von Strafzöllen auf in die USA importierte, europäische Autos sorgte bei den deutschen Automobilherstellern für Sorgen: Trump drohte mit Zöllen i.H.v. 20 Prozent, falls Handelsbarrieren seitens der EU nicht abgebaut werden würden. „Build them here!“ – forderte er in seinem Tweet. Diese Entwicklung führte zu Verlusten bei den Autoaktien von Daimler, BMW und Volkswagen. Daimler senkte als erster Autokonzern seine Gewinnerwartungen.

Doch auch Italiens politische Situation sorgte erneut für ein Zittern auf den Märkten. Die Berufung zweier euroskeptischer Politiker (Borghi und Bagnai – beide sind große Kritiker der strengen Budgetvorgaben der EU) in parlamentarische Finanzausschüsse hat bezweckt, dass der Leitindex der Mailändischen Börse um 2 Prozent fiel. Zeitgleich fiel auch der Euro auf ein neues Elf-Monats-Tief bei 1, 1509 Dollar.

Diesen Freitag lag der Fokus zudem auf dem OPEC-Treffen in Wien: Spekulationen auf eine Ausweitung der Fördermengen durch die OPEC-Staaten und ihre Partner setzten dem Ölpreis zu.

Bei den Edelmetallen legten Gold und Silber diese Woche leicht zu, während die Basismetalle weiterhin unter dem Handelskonflikt leiden.

Mit Blick auf das heutige Spiel sollten wir also eine gute Woche erwarten, falls tatsächlich eine Korrelation zwischen Fußballspiel und Marktlaune bestehen sollte.