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Wird nun die entscheidende Runde eingeläutet? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (38/2020)

Diese Woche war nun einmal etwas eindeutiger als die letzten – leider endete sie mit einem Minus an allen Märkten. Dabei waren erneut die Tech-Werte aus Amerika am meisten unter Druck (NASDAQ 100: -1,36%). Dagegen konnten die Rohstoff-Werte, wie in „normalen“ Zeiten, mit einem Plus schließen – Gewinner hier war Öl (+8,06%). Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

FED Entscheidung wie erwartet!

Jerome Powell hat diese Woche die Fortführung der eingeschlagenen Zinsstrategie verkündigt. Das heißt, weiterhin Nullzinsen für die Marktteilnehmer. Doch die erwartete und erhofft Kehrtwende an den Märkten blieb aus. Auch der Kurs des Dollars konnte nur kurzfristig von der Entscheidung profitieren und schloss die Woche bei 0,8446 EUR.

Wahrscheinlich haben viele nichts von der Entscheidung mitbekommen, da der Blick in den USA nun voll auf die Wahlen ausgerichtet ist. Diese Woche begannen die „Early Votings“ in Minnesota, Virgina, South Dakota und Wyoming – deutlich vor der eigentlichen Präsidentschaftswahlen – was Trump deutlich erbost, da diese Stimmen nicht mehr durch seine Wahlkampagne beeinflusst werden kann. Denn noch liegt er hinten.

Unrühmliches Ende eines langen Exits?

Trotz Drohung durch die EU hat das britische Unterhaus dem umstrittenen Binnenmarktgesetz zugestimmt. Damit nimmt Boris Johnson den Rechtsbruch billigend in Kauf, denn so kann das Austrittsabkommen von Nordirland mit der EU ausgehebelt werden. Interessant wird nun sein, zu welchem Gegenschlag die EU ausholen wird. Wird es doch einen ungeordneten Austritt aus der EU geben und damit noch mehr Chaos in den unsicheren Zeiten?

Welche Rolle spielt bei allem der ruhende Bär?

So ruhend ist der Bär aus dem Osten eigentlich gar nicht. Ob Corona, US-Wahlen, Flüchtlingskrise, Nordstream 2, Vergiftungen usw. eine Verwicklung von Russland ist immer gegenwärtig. Doch ein richtiges Muster lässt sich noch nicht erkennen – dafür sind die Medienberichte jedoch deutlich zu gering. Eins kann man aber sagen: Nicht nur Politik und Gesellschaften werden durch Eingriffe beeinflusst, auch die Märkte selbst.

Könnten zum Beispiel die großen Tech-Konzerne gerade einbrechen, weil die Angst vor einer erneuten Wahleinmischung so groß ist. Könnte eine Destabilisierung der Aktienmärkte dem ressourcenreichen Land in die Hände spielen oder gar ein schwacher Dollar besser für Auslandsexporte sein? Am Ende wird es nur einen geben, der das beantworten kann. Wir können nur hoffen, dass der Schlag nicht unerwartet kommt.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Happy Independence – oder sind die Märkte doch nicht mehr unabhängig? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (27/2020)

Diese Woche hat die Sommerpause offiziell in Europa begonnen und am Wochenende feiert Amerika ausgelassen seinen Unabhängigkeitstag. Doch die vergangene Woche hat bereits Weichen für die zweite Jahreshälfte gelegt. Nachdem vorletzte Woche bereits die Zeichen an den Märkten auf Sommerurlaub gestellt waren, plädieren Marktexperten trotz weiter steigenden Kursen zu Gewinnmitnahmen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

FED bereinigt ihre Bilanzsummen – was machen die Märkte?

Die FED hat seit Anfang Juni begonnen ihre Bilanzsumme zu reduzieren. Das wäre nichts außergewöhnliches, wenn nicht seit Beginn der Pandemie eine sehr starke Korrelation zwischen dieser und dem S&P500 verzeichnete wäre. Heißt das nun im Umkehrschluss, dass auch die Märkte wieder absacken werden, wie im Dezember 2018 als die Fed ihre Bilanzkürzung ankündigte. Oder sind sie unabhängig geblieben von den massiven Liquiditätsspritzen der letzten Monate? Zumindest zeigt das Bild, dass hohe Marktliquidität nicht zu sinkenden Aktienkursen führt. Oder ist das doch nur die Ruhe vor der prophezeiten Abhängigkeit der Märkte von den Notenbank-Helden? Erste Zeichen werden wohl noch in den kommenden Wochen erkennbar sein.

Deutsche Doppelspitze in Europa – einmalige Chance?

Diese Woche begann die EU-Ratspräsidentschaft von Deutschland – bekleidet durch Angela Merkel – und damit eine deutsche Doppelspitze mit Ursula von der Leyen als EU-Kommissionschefin. Die Erwartungen und Baustellen könnten nicht größer sein. Wie kann Europa aus der Krise geführt werden? Welchen Platz nimmt Europa auf dem Welthandel neben den USA und China ein? Wie geht es weiter mit dem Brexit und der Flüchtlingskrise? Klar ist, dass das 750 Milliarden Hilfspaket und der siebenjährige Haushaltsplan der EU stark im Fokus stehen, aber eine schnelle und einfache Einigung noch in weiter Ferne liegen. Daher hoffen die Marktteilnehmer, dass die Protagonisten die Sommerpause nutzen, um viel Kraft für die nächsten Monate tanken zu können.

Ein unabhängiger US-Präsident – das Pulverfass in Nationalfarben

Unterdessen folgt der US- Präsident seiner untraditionellen und unkonventionellen Linie weiter. Normalerweise werden zu den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der USA politische Statements vermieden. Trump nutzt dies jedoch für die Fortsetzung seines Wahlkampfes und teilte dabei in alle Gegnerlager aus. Unterdessen werden brennende US-Flaggen aus allen größeren US-Städten übertragen und man fragt sich, warum nicht einmal der höchste nationale Feiertag genutzt wird, um die Gemüter zu besänftigen und den Zusammenhalt wieder zu stärken. Eine weitere Eskalation der Situation wird sicherlich auch auf die Märkte sich auswirken, die sich derzeit nur durch die Erholung nach der Krise im Aufwärtstrend befinden. Es wird ein heißer Sommer und nicht nur durch die Temperaturen.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Sonne, Strand und Cocktails – bereiten sich die Märkte auf die Sommerpause vor? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (26/2020)

Die Märkte haben sich in der vergangenen Woche überwiegend mit einem Minus in das Wochenende verabschiedet (DAX -1,96%; Dow Jones -3,1%; S&P 500 -2,86%), aber in der aktuell volatilen Phase sind das keine besorgniserregenden Entwicklungen. In der Gesamtheit haben sich die Märkte nach der Krise schon deutlich erholt und es scheint, als würden sich viele Anleger schon auf die Sommerpause vorbereiten. Doch die Aussichten auf eine ruhige Ferienzeit an den Märkten ist ungewiss. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Die Kauflaune in Deutschland übersteigt die Erwartungen im Juni

Der PMI Index in Deutschland für Juni lag bei 45,8 Punkte und damit über 1,6 Punkte über dem Erwartungswert. Zum Vormonat war das eine deutliche Verbesserung um 13,5 Punkte. Die Stimmung bei den Einkaufsmanagern hat sich somit deutlich verbessert. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass Werte unter 50 Punkte einen Rückgang der Kauflaune bedeutet. Um diese Schwelle zu überschreiten wird sicherlich auf die versprochenen Hilfspakete gewartet, doch ein nennenswerter Durchbruch konnte diese Woche im Gespräch zwischen Deutschland und Frankreich nicht erzielt werden. Was passiert an dieser Stelle noch in der Sommerpause? Sicherlich werden sich die nationalen Wirtschaften etwas erholen, da die eingeschränkten Urlaubsaktivitäten das Geld größtenteils im eigenen Land belassen werden.

Wirecard-Skandal – Wer passt auf die Aufpasser auf?

Der Wirecard-Skandal endete diese Woche unrühmlich für viele Beteiligte. Wirecard wurde das Rating von Moody‘s entzogen, Visa und Mastercard haben die Zusammenarbeit mit Wirecard beendet und an der Börse wurde zeitweise der Handel ausgesetzt. Schlimmere Kreise zieht jedoch die Suche nach den verschwundenen 1,9 Mrd. € und die Aussicht, dass es diese gar nicht gibt. Wer trägt hier die Hauptverantwortung? Der Ex-Chef Markus Braun wurde bereits für die Untersuchungen verhaftet, doch auch EY und BaFin sind ins Kreuzfeuer genommen worden. Hätten diese unabhängigen Aufsichtsorgane die fehlenden Summen nicht schon viel früher aufdecken müssen? Dieser Frage wird sich nun die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) widmen und notwendige Konsequenzen für die Zukunft ableiten, um einen weiteren Fall von Zombieaktien im DAX zu verhindern. Es wird spannend, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird. Klar ist – viele Beteiligte werden dieses Jahr keinen Urlaub mit Sonne, Strand und Cocktail genießen dürfen.

Handelskrieg 2.0? – EU droht im Streit um Nord Stream 2

Das kritisch beäugte Großprojekt zwischen der EU und Russland Nord Stream 2 sorgte diese Woche wieder für neuen Zündstoff. Die USA und allen voran Präsident Trump haben 2019 Sanktionen gegen die am Bau beteiligten Firmen verabschiedet. Nun konterte die EU auf Basis einer Prüfung, dass die Sanktionen gegen internationales Recht verstoßen. Die Gegenmaßnahmen sind jedoch noch nicht genannt worden, aber ganz gewiss ist schon eine Gegenreaktion aus den USA. Wem hilft solch eine Drohgebärde, insbesondere in der aktuellen Krisenzeit? Donald Trump wird sicherlich auch in seinem Golf-Urlaub die Amtsgeschäfte per Twitter nicht ruhen lassen. Seine persönlichen Ziele sind wie zu Amtsantritt nicht ersichtlich und den Erwartungen in seinem eigenen Land kann er ohnehin nicht mehr gerecht werden. Der Sommer bleibt also mehr als spannend und es ist nicht absehbar, ob ein nächster Dominostein die nächste Krise auslöst.

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Die Erwartungen sind hoch, aber das Vertrauen schwindet | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (25/2020)

Nachdem vorletzte Woche die Märkte herbe Verluste aufzeigten und nicht sicher war, ob es der Beginn einer Talfahrt wird oder nur eine Gewinnmitnahme, bestimmte die vergangene Woche der Abwärtstrend die Märkte. Wieviel Einfluss dabei Wirecard auf den DAX hatte, ist nicht abschätzbar. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Wirecard – vertrauenswürdig oder selbst Opfer?

Diese Woche wurde gespannt auf Eröffnung des Jahresabschlusses von Wirecard gewartet, da diese bereits mehrfach verlegt wurde. Doch auch dieses Mal wurden die Analysten vor den Kopf gestoßen. Das hatte dramatische Auswirkungen auf den DAX, der sich zum Wochenende jedoch wieder stabilisieren konnte und mit einem Plus von 3,19% schließen konnte. Wirecard dagegen verlor 71,97% innerhalb nur einer Woche. Doch der nominelle Wertverlust wiegt sicherlich nicht so schwer, wie der Vertrauensverlust, den Moody‘s mit ihrem Rating auf Ramschniveau Ausdruck verlieh. Derweilen stellte sich Ex-Chef Markus Braun selbst als Opfer dar und trat mit sofortiger Wirkung zurück. Nachfolger James Freis hat viel aufzuarbeiten – insbesondere die Suche nach den fehlenden 1,9 Mrd. € wird eine große Herausforderung. Es gibt jedoch noch einen viel größeren Verlierer bei der ganzen Story, und zwar den deutschen Aktienmarkt. Wie beim Platzen der Tech-Blase Anfang der 2000er ist das Grundvertrauen der Anleger erschüttert. Und gerade als sich eine neue Kultur am Entwickeln war.

Was tun, wenn selbst den Rettern das Vertrauen schwindet?

In der vergangenen Woche fand der EU-Gipfel zur Klärung des EU-Haushalts per Videokonferenz statt. Im Fokus dabei stand das geplante 750 Mrd. € Hilfspaket. Einige Länder benötigen dringend und umgehen die Finanzspritze, um ihren krisengebeutelten Wirtschaften wieder Leben einzuhauchen. Doch es gibt viele Fragen bzgl. Auszahlung, Rückzahlung und Summen. Eine Einigung war nicht zu erwarten, aber ein wirklicher Durchbruch zeichnete sich am Ende auch nicht ab – man vermeldete lediglich Annäherungen. Was dieses Ergebnis für einen Vertrauen erweckt, zeigte eine Reaktion von Christine Lagarde, die vor negativen Marktreaktionen warnte, falls das erwartete Hilfspaket nicht abgeschlossen wird, da die Marktteilnehmer die angekündigten Hilfen bereits eingepreist hätten und nur dadurch etwas Ruhe an den Märkten bestehen. Was sagt das nun über das Vertrauen zu den groß angekündigten Hilfsprogrammen der Regierungen aus?

Und wer vertraut eigentlich noch Trump?

Der US-Präsident setzt seinen Wahlkampf fort und trotzt dabei der aktuellen Pandemie. Seinem Rundumschlag in Tulsa hörten weit weniger Anhänger zu als angenommen. Der Grund liegt für Trump nahe – es seien die Medien mit ihrer Angstmacherei. Doch eine kürzlich durchgeführte Umfrage in den USA könnte einen anderen Grund darlegen. Das Vertrauen in den derzeitigen US-Präsidenten ist so schlecht wie nur dreimal zuvor in der Geschichte der Vereinigten Amerikanischen Staaten. Über 54% der Bevölkerung sprach sich gegen Trump aus und vielleicht ist es mittlerweile sogar noch mehr. Die Gallup Umfrage im Juni ergab nur 39% Befürwortung für den amtierenden US-Präsidenten und seine Politik. Derweilen regen sich erste Stimmen, dass das Vertrauen in einen fairen und demokratischen Wahlkampf schwinden. Es bleibt in den nächsten Wochen spannenden wie sich Erwartungen und Vertrauen in dieser herausfordernden Zeit weiterentwickeln, da sie die Grundwerte eines guten Marktes sind.

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Mit Werten und Zusammenhalt aus der Krise | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (22/2020)

Nachdem letzte Woche die Erwartungen von vielen Marktteilnehmer günstiger gestimmt wurden durch die durchgeführten Lockerungen, bestätigt sich dieser gefühlte Aufwärtstrend in den ersten Befragungen nach dem Lockdown. Derweilen unternehmen die Regierungen weiterhin größte Bemühungen zur Aufrichtung der niederliegenden Wirtschaften. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

ifo Geschäftsklimaindex steigt auf 79,5

Im Mai wurden erneut 9.000 Unternehmen zu der aktuellen Geschäftslage und ihren Erwartungen in Deutschland befragt. Und es gibt erste Anzeichen für eine Verbesserung. Zum Vormonat April ist der Geschäftsklimaindex um 5,3 Punkte auf 79,5 gestiegen. Die aktuelle Lage hat sich derweilen noch etwas verschlechtert zum Vormonat (-0,5 Punkte) und liegt nun bei 78,9. Die Erwartungen dagegen schossen förmlich durch die Decke. Ein Plus von 10,5 Punkte zum Vormonat (80,1) zeigen deutlich, dass die Unternehmen sich sehr viel durch die Lockerungen ausmalen. Wie letzte Woche in unserem Artikel dargestellt, können wir nur hoffen, dass die positive Erwartung erfüllt wird. Denn eine negative Erwartung ist leichter zur erfüllen als andersrum.

EU-Kommission mit eigenem Hilfspaket

Nach dem Vorstoß von Deutschland und Frankreich folgt nun auch die EU-Kommission mit einem Hilfspaket für die europäischen Wirtschaften. Sagenhafte 750 Mrd. Euro – gesplittet auf 500 Mrd. Euro direkte Zuwendungen und 250 Mrd. Euro Kredite – sollen auf die Länder verteilt werden. Dabei sollen garantiert 300 Mrd. Euro an Italien und Spanien fließen, die am meisten in der Krise gelitten haben. Finanziert werden soll diese Summe über Anleihen der EU, die Kredite am Finanzmarkt aufnehmen sollen. Weitere 1 Billion Euro sollen im Zeitraum 2021 bis 2027 für die Überwindung der größten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg zur Verfügung gestellt werden. Im Hintergrund plant das EU-Parlament eine noch größere „Bazooka“ – es wird von einem 2 Billionen Euro Hilfspaket gesprochen.

Doch der Zusammenhalt erntet auch Kritik – vier Länder legen als die „Sparsamen Vier“ Widerspruch gegen das geplante Hilfspaket ein. Wie beim deutsch-französischen Hilfspaket spielt die Rückzahlung eine entscheidende Rolle. So sollen alle Länder an der Tilgung der aufgenommenen Kredite beteiligt werden. Die EU sucht zudem neuen Einnahmequellen, um die Tilgungsraten zu reduzieren.

Wird Silber das neue Gold?

Während die Aktienmärkte ihren Trend nach oben fortsetzten – der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 4,63 Prozent (bei 11.586,85 Punkten) und der Dow Jones mit einem Plus von 3,75 Prozent (bei 25.383,11 Punkten) – wenden sich viele Augen den physischen Werten zu. Die bekannte Krisen-Währung Gold setzt auch diese Woche ihren Höhenflug fort und kostet mittlerweile 1.729,40 USD. Die Zahlen sprechen dabei seit einem Jahr ihre eigene Story – Performance seit 1 Monat (+1,2 Prozent), seit 6 Monaten (+18,14 Prozent), seit 1 Jahr (+33,70 Prozent).

Doch der kleine Bruder Silber scheint sich nun etwas aus dem Schatten zu schieben. Silber war der Gewinner in der Krise und hat laut Finanzexperten deutlich Luft nach oben – 1 Feinunze Silber kostet aktuell knapp 18,00 USD und schloss diese Woche mit einem Plus von 8 Prozent. Die Jahres-Performance muss sich aber auch nicht verstecken, seit 1 Monat (+19,50 Prozent) und seit 1 Jahr (+22,60 Prozent). Vergleicht man jedoch beide Wertverläufe ist zu erkennen, dass beide Kurse vor der Krise relativ synchron verliefen. Am Anfang der Krise brach der Silberkurs deutlich ein, aber schließt immer weiter zum großen Bruder Gold auf. Das Gold Silber-Ratio bzw. das Verhältnis von Gold zu Silber in USD hat den Höchststand hinter sich gelassen, da der Preisanstieg beim kleinen Bruder Silber prozentual wesentlich schneller gestiegen ist als beim älteren und etwas bekannteren Bruder Gold.

Und was passiert in den USA? SpaceX startet erfolgreich nach 9 Jahren wieder eine bemannte Rakete zur ISS und in vielen Großstädten brennen Polizeistationen und Geschäfte auf Grund der an der Tagesordnung stehenden Polizeigewalt. Die Märkte reagierten dabei sehr nervös auf die Äußerungen von Präsident Trump. Folgt hier die nächste Krise?

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EU & Großbritannien: Freunde mit gewissen Vorzügen?! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (04/2020)

Eine lange Scheidungsphase zwischen Großbritannien und der EU naht allmählich dem Ende zu. Die Scheidungspapiere sind offiziell unterschrieben, die Anwälte sind beruhigt und die Umzugsfirma ist bereits bestellt worden. Großbritannien zieht am 31. Januar 2020 aus der europäischen Gemeinschaft aus!  Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Freunde mit gewissen Vorzügen?!

Der Ablauf jeder Scheidung hängt stark davon ab, ob die Scheidung einvernehmlich oder streitig ist. Im Falle Brexit war die Scheidung eher mühsam und voller Vorwürfe. Am vergangenen Freitag haben die EU-Spitzen und der britische Premierminister Boris Johnson das Brexit-Abkommen unterzeichnet. Am kommenden Mittwoch, den 29. Januar muss nur noch das EU-Parlament zustimmen. Einen Hard-Brexit soll es nicht geben. Bis zum Ende des Jahres wird in einer Übergangszeit versucht neue Verträge und Abkommen für die neuen Beziehungen zu finden. Bleiben Großbritannien und die Europäische Union Freunde mit gewissen Vorzügen oder gehen sie ein für alle Mal getrennte Wege?

Dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 können wir ein Fazit ziehen. Die von Brexit-Kritikern befürchtete Katastrophe ist offensichtlich nicht eingetreten. Genau so wenig haben die Briten einen wirtschaftlichen Boom erlebt. Das hat die lokalen Zeitungen jedoch nicht davon abgehalten, mehr Vorhersagen darüber zu machen, was nach dem 31. Januar geschehen wird. Eine Sache ist jedoch sicher: es herrscht in Sachen Brexit wieder Gewissheit. Der britische Leitindex FTSE 100 und der europäische Leitindex EuroStoxx 50 konnten am Freitag mit über 1 Prozent Performance ins Wochenende gehen.

Die Chefin räumt auf!

Für die neue EZB-Chefin Christine Lagarde gibt es keine Zeit zu verlieren. Am vergangenen Donnerstag kündigte Lagarde an, dass sie die strategische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank einmal ausführlich prüfen wird. Lagarde möchte die Nebenwirkungen der jahrelangen lockeren Geldpolitik genauer unter die Lupe nehmen.

Das Hauptziel der Notenbank ist die Preisstabilität im Euroraum. Mittelfristig soll die Inflationsrate knapp unter 2 Prozent bleiben. Dies ist der Notenbank jedoch nicht gelungen, daher stellt sich die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist. Beim Thema Geldpolitik bleibt jedoch alles beim Alten – der Leitzins und der Einlagezins bleiben zunächst unverändert.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Angst, die Gier und das Risiko | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






Auch im neuen Jahr werden uns die alten Themen begleiten | Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski, Dezember 2019

Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski | Leiter Research und stellvertretender Leiter Portfoliomanagement und Handel, AMF Capital AG | www.amf-capital.de

Das Jahr 2019 liegt hinter uns, doch die Themen, die das vergangene Jahr beherrschten, werden uns auch im Jahr 2020 weiterhin begleiten.

Mit dem Wahlsieg der Tories ist Boris Johnson kurz vor seinem Ziel. Der Brexit wird am 31. Januar vollzogen und stellt das Ende der 47-jährigen Mitgliedschaft der Briten in der EU dar. Doch wer sich darauf freut, dass dieses leidige Thema endlich ad acta gelegt werden kann, der dürfte schwer enttäuscht werden. Denn jetzt ist die Zeit gekommen ein Handelsabkommen mit den EU-Staaten auszuarbeiten und dafür hat sich Johnson einen ambitionierten Zeitrahmen gesetzt. Bis Ende 2020 soll das Handelsabkommen mit den verbleibenden 27 EU-Staaten stehen und Johnson versprach den Briten das ohne Zölle mit der EU zu realisieren. Immerhin hatte der Wahlsieg von Johnson schon mal einen positiven Effekt, die Ratingagentur Standard & Poor’s hat ihren Ausblick für Großbritannien von „negativ“ auf „stabil“ erhöht.

Auch der Handelskonflikt zwischen China und den USA dürfte uns noch eine Weile begleiten. Immerhin wird am 15. Januar – nach Aussagen von Trump – ein Phase-Eins-Abkommen der beiden Länder unterzeichnet. In dem Abkommen hat sich China verpflichtet geistiges Eigentum zu schützen und die Importe aus den USA in den kommenden zwei Jahren um 200 Mrd. USD zu erhöhen. Dafür wird Trump einige eingeführte Zölle wieder senken und auf weitere Importzölle verzichten. Wie lange die beiden Streithähne für ein Phase-Zwei-Abkommen brauchen steht jedoch in den Sternen, es scheint allerdings so, dass die Hürden hierfür um einiges höher liegen. Es bleiben viele Punkte im bilateralen Handelsverhältnis weiterhin strittig.

Damit dürfte das Jahr 2020 weiterhin von der Politik geprägt bleiben und sich die Märkte mehr um die politische Entwicklung sorgen als sich wirklich auf die Unternehmensmeldungen zu konzentrieren.

Konjunktur

Christine Lagarde präsentierte sich auf ihrer ersten EZB-Sitzung souverän und machte deutlich, dass sie ihre eigene Art hat die Notenbank zu führen. Doch an der Ausrichtung von „Super Mario“ Draghi wird sich auch unter ihr nichts ändern. Der Markt wird weiterhin mit Liquidität geflutet werden und eine Abkehr dieser Strategie ist nicht in Sicht. Die Notenbank wird jedoch im Januar ihre geldpolitische Strategie überprüfen und einige Monate dafür in Anspruch nehmen. Das letzte Mal, dass es zu einer Überarbeitung kam war im Jahr 2003. Seit diesem Zeitpunkt wird ein Inflationsziel von nahe 2% angestrebt, wobei das Ziel der EZB kontinuierlich seit 2013 verfehlt worden ist. – Die Projektionen für das Wirtschafswachstum und die Inflationsrate wurden nur marginal angepasst. Die Notenbank geht für 2020 von einem BIP von 1,1% aus, welches in 2021 und 2022 jeweils auf 1,4% ansteigen sollte. Bei der Inflationsrate rechnet die EZB mit einer Rate von 1,1% in diesem Jahr bzw. 1,4% in 2021 und 1,6% in 2022. Somit wird selbst nach der eigenen Projektion das aktuelle Ziel von nahe 2% nicht erreicht werden.

Die Zahlen zum US-Arbeitsmarkt werden vom Markt immer mit viel Spannung betrachtet, schließlich ist er richtungsweisend für die US-Konjunktur. Für den Monat November präsentierte sich der Arbeitsmarkt weiterhin in bester Verfassung. Insgesamt wurden 266.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft (erwartet: 180.000 Stellen) geschaffen. Zwar muss dabei berücksichtigt werden, dass es einen Sondereffekt von ca. 50.000 Stellen gab, da in dem Zeitraum das Ende eines Streiks beim Autobauer General Motors lag, doch selbst wenn dieser Effekt rausgerechnet wird, zeigt sich ein sehr robustes Bild. – Zudem ging die erhobene Arbeitslosenquote auf 3,5% zurück. Damit dürfte sich auch die US-Notenbank bestätigt sehen, das vorerst nicht weiter an der Zinsschraube gedreht werden muss.

Anfang Dezember traf sich die OPEC+, die aus den 14 Mitgliedern der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) besteht sowie 10 weiteren nicht OPEC-Mitgliedern. Die Führung unter den OPEC-Staaten hat Saudi-Arabien als der größte Ölproduzent inne, während Russland das Schwergewicht unter den Nicht-OPEC-Staaten stellt. Bei dem Treffen in Wien beschlossen die OPEC+ Staaten eine Kürzung der Produktion von 500.000 Barrel Öl pro Tag (BpT). Bereits vor einem Jahr sprachen sich die Mitgliedsstaaten für eine Kürzung der Produktionsmenge aus, um die Überproduktion zu schmälern und der geringeren Nachfrage Rechnung zu tragen. Insgesamt beläuft sich die zugesagte Kürzung auf 2,1 Mio. BpT gegenüber Oktober 2018. Fundamental wird diese Kürzung jedoch nicht zu steigenden Ölpreisen führen, denn nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die Nachfrage nach OPEC-Öl im ersten Halbjahr 2020 bei 28,3 Mio. BpT liegen, wohingegen das Kartell nach eigenen Angaben aktuell 29,7 Mio. BpT produziert. Zudem heißt eine Einigung nicht, dass sich auch alle die Absprache halten.

Was die Ölpreise allerdings nach oben katapultieren könnte, ist eine Verschärfung der Eskalationsstufe zwischen den USA und dem Iran. Nach der Ermordung von Qasem Soleimani hat bereits Irans Präsident Hassan Rohani einen Vergeltungsschlag angekündigt. Außerdem hat der Iran in der Vergangenheit immer wieder damit gedroht, die strategisch wichtige Straße von Hormus abzuriegeln. Durch diese Meeresenge werden täglich allein ca. 20% der Weltweiten Tagesproduktion verschifft. Es könnte damit eine Spirale ausgelöst werden, die das Potential hat die Ölpreise kräftig anzutreiben.

Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Konjunkturrückblick mit Markus Mitrovski.






Die Börsengespenster 2019 | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (50/2019)

Das ganze Jahr über wurden die Börsen von drei Geistern immer wieder heimgesucht: das Gespenst des Brexits, der Geist des Handelskrieges und der Geist der Zinspolitik in den USA. Im Laufe der vergangenen Woche haben wir jedoch gesehen, wie diese Geister scheinbar verschwunden sind – einer nach dem anderen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Das Gespenst des Brexits

Der Brexit kann jetzt kommen. Die Wahlen in Großbritannien sind nun gelaufen. Die Tories haben die Unterhauswahlen am 12. Dezember mehr als eindeutig gewonnen und Boris Johnson steht im Mittelpunkt. Jetzt dürfte in Sachen Brexit nichts mehr im Weg stehen, denn mit einer Mehrheit im Unterhaus ist der parlamentarische Widerstand höchst unwahrscheinlich.

Für die Aktienmärkte sind das gute Nachrichten, denn nun herrschen klare Verhältnisse zwischen Großbritannien und der europäischen Union. Das Restrisiko eines harten Brexits bzw. eines unregulierten Austritts ist nunmehr vom Tisch. Jetzt müssen das Vereinigte Königreich und die EU ihre Wirtschaftsbeziehungen neu verhandeln. Das Gespenst des Brexits dürfte uns im kommenden Jahr nicht mehr begleiten.

Der Geist des Handelskrieges

Die USA und China haben gesagt, dass sie sich auf ein Abkommen der ersten Phase einigen wollen. US-Zölle in Höhe von 15 Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren, die für heute (Sonntag, 15.12.2019) geplant waren, wurden zunächst einmal verschoben. Im Rahmen der ersten Phase des Abkommens werden die USA die bereits bestehenden Zölle gegen chinesische Produkte senken. Die chinesische Regierung kündigte heute an, dass auch sie die geplanten Strafzölle auf US-Autos und andere Waren verschieben werden.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, dass China sich im Rahmen des Abkommens vom Freitag verpflichtet hat, in den nächsten zwei Jahren 40 Milliarden US-Dollar an amerikanischen Agrarprodukten zu kaufen. Er sagte, China habe auch versprochen, seine langjährige Praxis des Drucks auf Unternehmen zu beenden, ihre Technologie als Voraussetzung für den Marktzugang zu übergeben. Der Geist des Handelskrieges, zumindest was die erste Phase angeht, dürfte unseren Schlaf nicht mehr rauben.

Der Geist der Zinspolitik in den USA

Die Aktienmärkte schlossen am vergangenen Mittwoch etwas freundlicher, nachdem die US-Notenbank darauf hinwies, dass sie die Zinsen im Jahr 2020 wahrscheinlich nicht anheben wird, was die Befürchtung der Anleger beseitigt, dass sie einen Fehler vom vergangenen Jahr wiederholen würden. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sagte in einer Pressekonferenz, die Zentralbank müsse einen anhaltenden Anstieg der Inflation sehen, bevor sie die Zinsen wieder anheben könne.

Die Inflation ist in den Vereinigten Staaten, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), im November von 1,8 auf 2,1 Prozent pro Jahr gestiegen und lag über der Markterwartung von 2 Prozent, wie die vom United States (US) Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch veröffentlichten Monatsdaten zeigen. Ob wir einen nachhaltigen Anstieg der Inflation in den USA sehen bleibt die Schlüsselfrage für das kommende Jahr!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede der EZB-Präsidentin am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Mario Draghi, Mr. Zero | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (43/2019)

Am 1. November 2011 ist Mario Draghi, früher Managing Director und Vizepräsident von Goldman Sachs International in London, zum Präsidenten der Europäischen Zentralbank und somit zu einer der mächtigsten Männer Europas ernannt worden. Nun ist seine Amtszeit am 31. Oktober zu Ende, seine Nullzinspolitik jedoch noch lange nicht. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mr. Zero our Hero!

Als Mario Draghi 2011 EZB-Präsident wurde befand sich die Europäische Union mitten in einer Staatsschuldenkrise, einer Bankenkrise und einer Wirtschaftskrise. Ein Mann erhielt die Aufgabe die EU zu retten, nämlich Mario Draghi bzw. Mr. Zero our Hero! Bereits zwei Tage nach seinem Amtsantritt begann Draghi die Zinsen in Europa zu senken. Schließlich gelang es Mr. Zero, den Leitzins am 10. März 2016 auf Null zu senken.

Auf dem Höhepunkt der Eurokrise sorgte Draghi für eine Kehrtwende, als er am 26. Juli 2012 während seiner Rede in London versicherte, „alles Notwendige“ zu tun, um den Euro zu erhalten. Darüber hinaus kündigte Mr. Zero an, dass die EZB im Notfall europäische Staatsanleihen ankaufen würde, was sie ja schließlich ab März 2015 tat.

Zum Ende seiner Amtszeit kündigte Draghi die Verlängerung seiner ultralockeren Geldpolitik durch die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde an. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, Banken müssen zudem weiter 50 Basispunkte Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Zudem will die neue EZB-Präsidentin Lagarde von November an auf unbestimmte Zeit monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen stecken. All diese Maßnahmen sollten für eine stabil wachsende Wirtschaft im Euroraum sorgen.

Verbrauchervertrauen im Euroraum trübt sich im Oktober stark ein

Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im Oktober überraschend stark eingetrübt. Der entsprechende Indikator ist im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Punkte auf minus 7,6 Punkte gefallen, was dem tiefsten Stand des laufenden Jahres entspricht. Die Erwartungen der Volkswirte lagen im Durchschnitt bei minus 6,8 Punkten.

Der überraschende Rückgang schien den führenden Aktienindex Europas Euro Stoxx 50 wenig zu beeindrucken. Der Euro Stoxx 50 konnte die 43. Kalenderwoche mit einer Performance von plus 1,26 Prozent abschließen. Seit Jahresanfang liegt der Euro Stoxx 50 (YTD: 20,77 Prozent) sogar mit der Nase knapp vorne vor dem S&P 500 (YTD: 20,57 Prozent). Grund dafür ist sicherlich das angekündigte Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den Brexit-Tag am kommenden Donnerstag bzw. an Halloween. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen