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Das Sommerloch ist da – wenig Bewegung an den Märkten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (29/2020)

Die vergangene Woche war spürbar ruhiger – Langzeit-Themen wie EU-Hilfspaket, Erholung nach der Pandemie sowie aktuelle Themen wie Aufarbeitung des Wirecard Skandals oder die bevorstehende US-Wahlen haben keinen großen Einfluss auf das aktuelle Marktgeschehen. In Deutschland haben die Anleger weiterhin die 13.000 Punkt im Blick und in den USA ist der Tech-Markt erstmals schwächer als der S&P 500. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Inflationsrate wirklich ein Zeichen steigender Kauflaune in der aktuellen Phase?

Die Inflationsraten in Deutschland und den USA sind im vergangenen Monat Juni weiter gestiegen. In beiden Ländern ist ein Plus von 0,6 Prozent zu verzeichnen. Dabei sind wie üblich die Energiepreise ausgeklammert, die jedoch in den letzten Wochen wieder einen deutlichen Anstieg verzeichneten. Als größter Treiber der Inflationsrate sind Nahrungsmittel zu benennen – insbesondere Obst und Fleisch haben hohe Zuschläge aufzuweisen. Fraglich ist, ob in der aktuellen Phase von einem kleinen Trend zu gestiegener Kauflaune gesprochen werden kann. Vielmehr schlägt hier zu buche, dass die Angebotslage weiterhin durch die Pandemie eingeschränkt bzw. aufwendiger ist und die Nachfrage durch die startenden Wirtschaften sich Richtung Ursprung bewegen. Ein wirklicher Anstieg ist es wohl kaum, sondern wohl eher der Gummizugeffekt nach der Krise.

Totgesagte leben länger!

Diese Woche verzeichneten alle klassischen Märkte ein kleines Plus am Ende der Woche. Nur der NASDAQ 100 (der Überflieger der letzten Monate) und der chinesische CSI 300 schlossen im Minus – die chinesische Regierung wird wohl nach den letzten Wochen etwas aufatmen. Heißt das nun, dass die schon fast „totgesagten“ klassischen Märkte wieder zurück im Geschäft sind? Sicherlich wirken sich die Inflationszahlen sowie die Erweiterung des Balance Sheet der FED (+ 38 Milliarden zum Vormonat) positiv auf die klassischen Märkte aus. Doch auch der Dip bei den Tech-Aktien könnte eine Chance zur Erweiterung des Portfolios dienen – aber nach der Rallye ist auch eine Gewinnmitnahme keine schlechte Idee.

Und was macht die EU?

Aktuell tagen die mächtigsten Vertreter der EU in Brüssel und verhandeln um das 750 Mrd. € Hilfspaket. Einen einfachen Verhandlungsweg hat keiner vermutet, aber eine Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen. Frankreichs Staatspräsident Macron drohte schon mit vorzeitiger Abreise, während Merkel mit Geburtstagskuchen und Verhandlungsgeschick die unterschiedlichen Standpunkte zusammenführen will. Und als wäre die Abstimmung rund um die 1,8 Billionen € Haushaltsetat nicht schwer genug, wird über die rechtsstaatliche Situation in Polen und Ungarn diskutiert. Und was macht Brexit-Boris in dieser Zeit eigentlich? Freut er sich, nicht mehr am Verhandlungstisch zu sitzen oder ärgert er sich, keinen Teil vom Kuchen abzubekommen? Vielleicht fällt der Brexit ja doch noch aus. Wir werden sehen.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Hoffnung auf Normalität treibt die Börsen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (15/2020)

Ostern ist das Fest der Hoffnung. Das ist genau, was wir in der aktuellen herausfordernden Zeit benötigen – die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Die Börse und die Hoffnung sind zukunftsorientiert. Beide können in gewissem Maße als der Motor des Lebens und der Antrieb unserer Existenz gesehen werden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Hoffnung ohne Handeln ist nicht genug

In der vergangenen kurzen Börsenwoche legten die globalen Aktienindizes dank der Entwicklungen zur Eindämmung des Virus (dessen Namen wir nicht mehr nennen werden) und die erlassenen Maßnahmen zur Absicherung der globalen Wirtschaft deutlich zu. Der deutsche Leitindex DAX bescherte uns vor den Osterferien mit einem Wochenbeitrag von 10,91 Prozent ein kleines Osternest. Trotz der stark steigenden Arbeitslosenzahlen in den USA konnten sowohl der Dow Jones Industrial Average, als auch der S&P 500 Index, der die Aktien der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, über 12 Prozent Performance erzielen.

Doch nur zu hoffen, dass die Zahl der Infizierten sinkt ist nicht genug. Wir müssen weiterhin konsequent handeln. Wir sind eindeutig noch nicht über den Berg – wie Frau Merkel vor den Osterferien sagte: Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig werden.

Die Notenbankhelden und Staaten arbeiten rund um die Uhr

Die Notenbanken (Zentralbanken) und Staaten rund um den Globus legen Milliardenprogramme auf, die dabei helfen sollen, die Folgen der Virus-Krise in den Griff zu bekommen. Dabei fragen wir uns, ob solche Maßnahmen für einen Anstieg der Inflation sorgen könnten. Die Mischung aus Angebotsverknappung, die durch den Produktionsrückgang ausgelöst wird, Hamsterkäufe, gewaltige Liquiditätsmaßnahmen der Notenbanken und explodierende Haushaltsdefizite führen bekannterweise zu einem Anstieg der Preise.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Stillstand des globalen Welthandels. Bislang konnte der Welthandel die Inflation eindämmen. Unternehmen, Verbraucher und Staaten haben von der günstigen Arbeitskraft und von den günstigen Rohstoffen der Schwellenlänger profitiert. Durch den Einbruch des Welthandels werden Produkte, die nicht mehr importiert werden können, teurer. Auf der anderen Seite werden Produkte, welche nicht mehr exportiert werden können, wesentlich günstiger, da wir ein Überangebot aufbauen.

Diese Kombination aus Inflation und Deflation könnte eine besondere Herausforderung für die Staaten und Notenbanken darstellen. Nichtsdestotrotz sind wir uns sicher, dass auch hierfür eine Lösung bereitsteht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Ergebnisse des deutschen Verbraucherpreisindex am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Konsumieren statt Produzieren | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (45/2019)

Konsum ist die neue Produktion. Die von Reuters und der University of Michigan veröffentlichten Verbrauchervertrauen-Daten halfen den US-Aktienmärkten neue Höhen zu erreichen. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Solange die Amerikaner konsumieren kann die Welt weiter investieren

Wohl gemerkt der oben genannte Satz lautet nicht „produzieren“ sondern „konsumieren“. Die Hauptsäule der US-Konjunktur schlechthin ist der private Konsum. Dieser umfasst die Konsumausgaben privater Haushalte und privater Organisationen. In den USA trägt der private Konsum etwa 70 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Daher ist es auch kein Wunder, dass die US-Aktienmärkte steigen, wenn die Stimmung der US-Konsumenten sich aufhellt.

Das Barometer der „University of Michigan“ und einer der vielbeachteten Indikatoren für das US-Verbrauchervertrauen stieg auf 95,5 Zähler im Oktober von 93,2 Punkten im September. Das entspricht einen Anstieg von 2,5 Prozent und ist ein wesentlicher Treiber der neu erklommenen Höchststände an den amerikanischen Aktienmärkten.  

Neue Hochstände trotz Kontraktion

Der US-Einkaufsmanagerindex des „Institute for Supply Management“ (ISM) lag im vergangenen Monat bei 48,3 Prozent, verglichen mit 47,8 Prozent im September. Trotz des überschaubaren Anstiegs von 1 Prozent, lagen die Ergebnisse hinter den Erwartungen von Ökonomen, die von 49,1 Prozent ausgegangen sind.

Warum ist das wichtig? Eine Zahl unter 50 Prozent stellt einen Rückgang des Sektors dar. Der Fertigungssektor macht 12 Prozent des US-BIP aus und ist damit einer der wichtigsten Sektoren der Wirtschaft. Der Sektor verzeichnete jedoch im August seinen ersten Rückgang und beendete eine 35-monatige Expansionsphase, in der der PMI durchschnittlich 56,5 Prozent betrug.

Die Erholung aus der Kontraktionsphase scheint in Sicht zu sein, doch die Bewegung in die Expansionsphase findet im Schneckentempo statt. Die Börsianer beachten den US-Fertigungssektor kaum, denn es gilt: Solange die Amerikaner konsumieren kann die Welt weiter investieren. So konnten sich der S&P 500 und der Dow Jones Industrial mit neuen Hochständen in das Wochenende verabschieden. 

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die ZEW Umfrage über die Konjunkturerwartungen in Deutschland am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Wird sich Fed-Chef Powell Donald Trump beugen? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (30/2019)

Das US-Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal mit einer jährlichen Rate von nur 2,1 Prozent – deutlich niedriger als die Wachstumsrate von 3,1 Prozent im ersten Quartal. Dennoch schlossen am Freitag der S&P 500 und der NASDAQ 100 nach der Veröffentlichung des BIP-Berichts erneut auf neuen Höchstständen. Doch Experten warnen vor einer sogenannten „Earnings Recession“ in den USA. Es spricht alles dafür, dass die Fed am kommenden Mittwoch die Zinsen senken wird. Doch die Frage bleibt um wie viel.

Laut FactSet, eines der führenden Finanzdaten- und Softwareunternehmen der USA neben Bloomberg und Thomson Reuters, hat sich die Berichtssaison für das zweite Quartal 2019 weiter verschlechtert. Da immer mehr Unternehmen weiterhin negative Ergebnisse melden, steigt die Wahrscheinlichkeit der ersten „Earnings Recession“ seit drei Jahren weiter an. Amazon, der weltgrößte Online-Händler, konnte die glänzenden Zahlen der Vorquartale nicht übertreffen. Wegen hoher Kosten stiegen die Gewinne im zweiten Quartal nicht mehr so kräftig an. Die Aktie fiel nachbörslich um gut zwei Prozent. Auch Tesla hat einmal mehr mit seinen jüngsten Zahlen enttäuscht. Obwohl der US-Elektroautobauer im ersten Halbjahr nur 160.000 ausliefern konnte, hält er an seinem Auslieferungsziel von 360.000 bis 400.000 Elektroautos fest.  

Allerdings zeigen die US-Aktienmärkte keinerlei Zeichen einer Verlangsamung. Leider haben sich viele Bausteine der US-Wirtschaft abgeschwächt. Die Wohnbauinvestitionen gingen im sechsten Quartal in Folge zurück. Auch die Unternehmensinvestitionen gingen zurück, und die Exporte brachen aufgrund des Handelskrieges zwischen den USA und China ein. Das US-BIP im zweiten Quartal 2019 (+2,1 Prozent) liegt weit unter dem 3-Prozent-Ziel, welches Präsident Trump wiederholt versprochen hat. Doch eine Hoffnung gibt es noch, nämlich die Notenbank-Helden. Wenn die Wirtschaft weiter schwächelt, werden die Notenbank-Helden durch Zinssenkungen und „quantitative easing“ den Tag retten – so zumindest die Hoffnung der Marktteilnehmer.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Aus FANG wird BANG!? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (29/2019)

Bei Investoren weltweit wächst die Sorge, dass die beliebten FANG-Giganten ihren Höchststand erreicht haben könnten, und damit vielleicht auch der Gesamtmarkt. Die Mega-Cap-Tech-Aktien, die einen Großteil des rekordverdächtigen Bullenmarkts angeführt haben, verlieren langsam aber sicher an Dynamik.

Die sogenannten FANG-Giganten – Facebook, Amazon, Netflix und Googles Muttergesellschaft Alphabet – sind trotz ihres starken Comebacks seit Jahresbeginn während der letzten 12 Monaten nach wie vor überwiegen im Minus (siehe Chart unten). Die zweistellige Performance von Amazon in den letzten 12 Monaten könnte auch dann gefährdet werden, falls der E-Commerce-Riese bei den Quartalsergebnissen nächste Woche enttäuschen sollte.

Die führenden Aktienmärkte beendeten die vergangene Woche etwas leichter (siehe Chart). Die enttäuschenden Quartalszahlen von DAX-Schwergewicht SAP machten dem Gesamtmarkt hierzulande am Donnerstag etwas zu schaffen. Darüber hinaus sorgte die ZEW Beurteilung zur aktuellen Lage in Deutschland ebenfalls für Wirbel. Mit -24,5 Punkten deutet dieser vorauslaufende Stimmungsindikator inzwischen einen recht nachhaltigen Pessimismus bei den Befragungsteilnehmern an.

Über den Atlantik dagegen sorgten US-Großbanken wie JP Morgan, die zum Teil glänzenden Quartalszahlen veröffentlichten, für positive Kurse am Aktienmarkt. Doch der Überraschungskandidat der Woche war Silber. Während Gold eine negative Wochenperformance verzeichnete konnte Silber mit +6,43 Prozent die Woche abschließen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Quartalsergebnisse von Amazon und Alphabet am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen