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Wird nun die entscheidende Runde eingeläutet? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (38/2020)

Diese Woche war nun einmal etwas eindeutiger als die letzten – leider endete sie mit einem Minus an allen Märkten. Dabei waren erneut die Tech-Werte aus Amerika am meisten unter Druck (NASDAQ 100: -1,36%). Dagegen konnten die Rohstoff-Werte, wie in „normalen“ Zeiten, mit einem Plus schließen – Gewinner hier war Öl (+8,06%). Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegt hat.

FED Entscheidung wie erwartet!

Jerome Powell hat diese Woche die Fortführung der eingeschlagenen Zinsstrategie verkündigt. Das heißt, weiterhin Nullzinsen für die Marktteilnehmer. Doch die erwartete und erhofft Kehrtwende an den Märkten blieb aus. Auch der Kurs des Dollars konnte nur kurzfristig von der Entscheidung profitieren und schloss die Woche bei 0,8446 EUR.

Wahrscheinlich haben viele nichts von der Entscheidung mitbekommen, da der Blick in den USA nun voll auf die Wahlen ausgerichtet ist. Diese Woche begannen die „Early Votings“ in Minnesota, Virgina, South Dakota und Wyoming – deutlich vor der eigentlichen Präsidentschaftswahlen – was Trump deutlich erbost, da diese Stimmen nicht mehr durch seine Wahlkampagne beeinflusst werden kann. Denn noch liegt er hinten.

Unrühmliches Ende eines langen Exits?

Trotz Drohung durch die EU hat das britische Unterhaus dem umstrittenen Binnenmarktgesetz zugestimmt. Damit nimmt Boris Johnson den Rechtsbruch billigend in Kauf, denn so kann das Austrittsabkommen von Nordirland mit der EU ausgehebelt werden. Interessant wird nun sein, zu welchem Gegenschlag die EU ausholen wird. Wird es doch einen ungeordneten Austritt aus der EU geben und damit noch mehr Chaos in den unsicheren Zeiten?

Welche Rolle spielt bei allem der ruhende Bär?

So ruhend ist der Bär aus dem Osten eigentlich gar nicht. Ob Corona, US-Wahlen, Flüchtlingskrise, Nordstream 2, Vergiftungen usw. eine Verwicklung von Russland ist immer gegenwärtig. Doch ein richtiges Muster lässt sich noch nicht erkennen – dafür sind die Medienberichte jedoch deutlich zu gering. Eins kann man aber sagen: Nicht nur Politik und Gesellschaften werden durch Eingriffe beeinflusst, auch die Märkte selbst.

Könnten zum Beispiel die großen Tech-Konzerne gerade einbrechen, weil die Angst vor einer erneuten Wahleinmischung so groß ist. Könnte eine Destabilisierung der Aktienmärkte dem ressourcenreichen Land in die Hände spielen oder gar ein schwacher Dollar besser für Auslandsexporte sein? Am Ende wird es nur einen geben, der das beantworten kann. Wir können nur hoffen, dass der Schlag nicht unerwartet kommt.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Erwartungen – wie sie uns und die Märkte beeinflussen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (21/2020)

Die Hiobsbotschaften der Krise werden langsam leiser und die Länder lockern immer weiter die strikten Einschränkungen. Derweilen versuchen sie ihre niederliegenden Wirtschaften mit immer neuen Hilfspaketen aufzurichten. Und die Verbraucher lechzen nach ihren Sommerurlauben. Können die Erwartungen von allen erfüllt werden? Werfe wir einen Blick darauf was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Erwartung der Märkte – was ist schon eingepreist?

Die Märkte konnten sich diese Woche wieder erholen. Der Dow Jones schloss die Woche am Freitag mit einem Plus von 3,29 Prozent ab – getragen von den „positiven“ Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Man erwartete einen Anstieg von 2,4 Mio. Arbeitslosen, aber es waren „lediglich“ 2,2 Mio. am Ende der Woche. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 5,82 Prozent. Hier begünstigt die Erwartung nach weiteren staatlichen Hilfspaketen oder direkten staatlichen Hilfen den Aufwärtstrend. Im Umkehrschluss heißt es, dass die Märkte Erwartungen sehr früh einpreisen, sodass selbst höhere Arbeitslosenzahlen oder stagnierenden Wirtschaften sich positiv auf die Märkte auswirken. Solange der Erwartungswert selbst positiv bleibt.

Hilfspaket – nein danke!

„Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul“ gilt anscheinend nicht in der EU. Das geplante deutsch-französische Hilfspaket stand diese Woche unter starker Kritik und droht zu scheitern. Warum? Was nach einem generösen Angebot für die südlichen Länder Europas klingt, soll am Ende doch von allen EU-Partnern finanziert werden. Und niemand lässt sich von anderen in die Haushaltskasse greifen. Wo ist in diesen schweren Zeiten eigentlich die EU selbst? Wieso können sie die Erwartungen der Länder nicht begegnen. Und welches Ende wird die EZB mit ihren Anleihenkäufen wählen und damit die eine oder andere Seite enttäuschen?

300 Euro Helikopter-Geld für Kinder in Deutschland

Olaf Scholz legte diese Woche die Erwartungen deutscher Familien sehr hoch. Mit seinem Vorschlag pro Kind 300 Euro auszuzahlen, folgte er Beispielen aus anderen Ländern „Helikopter-Geld“ zur Unterstützung der Wirtschaft verteilen zu wollen. Doch entspricht es tatsächlich der Erwartung der Familien in der aktuellen Situation? Und kommt das Geld wirklich in der Wirtschaft an? Egal ob und wie es kommt, die Erwartungen können hier nicht erfüllt werden und der Erwartungswert wird negativ sein. Außerdem sagte bereits Milton Friedman „There is no free lunch“ – woher kommt das Geld und wer finanziert es am Ende? Sicherlich nicht Olaf Scholz persönlich.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





01. Warum soll ich Aktien kaufen? | Investmentbabo Podcast

Die Investmentbabos Michael Duarte und Endrit Cela sprechen einmal im Monat über alles was die Investmentwelt bewegt. Von aktuellen Trends und Marktentwicklungen aber auch fachliche und vertriebliche Diskussionen sollen nicht zu kurz kommen.

Warum soll ich Aktien kaufen?

Wieso soll ich eigentlich Aktien kaufen? I.d.R. überspringen viele Investoren/Berater/Podcaster diese entscheidende Frage. Bevor ich mir Gedanken über die Verteilung meines Kapitals, Kosten, direktes oder indirektes Investieren oder Sonstiges mache – sollte man sich erstmal Fragen “Wieso soll ich überhaupt Aktien kaufen?”.

Wir sind der Meinung das alles andere langfristig gar keinen Sinn macht. Einige Beispiele gefällig : Procter und Gamble, Coca Cola, Apple, S&P 500. Endrit haut ein paar amerikanische Weisheiten raus und Michael erklärt warum er das Kindergeld erhöhen würde.

Hier geht es zum Investmentbabo-Podcast auf Spotify: Folge 1: Warum soll ich Aktien kaufen?

Sie finden den Investmentbabo-Podcasts auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer und Podcast.de






Die Hoffnung auf Normalität treibt die Börsen | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (15/2020)

Ostern ist das Fest der Hoffnung. Das ist genau, was wir in der aktuellen herausfordernden Zeit benötigen – die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Die Börse und die Hoffnung sind zukunftsorientiert. Beide können in gewissem Maße als der Motor des Lebens und der Antrieb unserer Existenz gesehen werden. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Hoffnung ohne Handeln ist nicht genug

In der vergangenen kurzen Börsenwoche legten die globalen Aktienindizes dank der Entwicklungen zur Eindämmung des Virus (dessen Namen wir nicht mehr nennen werden) und die erlassenen Maßnahmen zur Absicherung der globalen Wirtschaft deutlich zu. Der deutsche Leitindex DAX bescherte uns vor den Osterferien mit einem Wochenbeitrag von 10,91 Prozent ein kleines Osternest. Trotz der stark steigenden Arbeitslosenzahlen in den USA konnten sowohl der Dow Jones Industrial Average, als auch der S&P 500 Index, der die Aktien der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, über 12 Prozent Performance erzielen.

Doch nur zu hoffen, dass die Zahl der Infizierten sinkt ist nicht genug. Wir müssen weiterhin konsequent handeln. Wir sind eindeutig noch nicht über den Berg – wie Frau Merkel vor den Osterferien sagte: Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig werden.

Die Notenbankhelden und Staaten arbeiten rund um die Uhr

Die Notenbanken (Zentralbanken) und Staaten rund um den Globus legen Milliardenprogramme auf, die dabei helfen sollen, die Folgen der Virus-Krise in den Griff zu bekommen. Dabei fragen wir uns, ob solche Maßnahmen für einen Anstieg der Inflation sorgen könnten. Die Mischung aus Angebotsverknappung, die durch den Produktionsrückgang ausgelöst wird, Hamsterkäufe, gewaltige Liquiditätsmaßnahmen der Notenbanken und explodierende Haushaltsdefizite führen bekannterweise zu einem Anstieg der Preise.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Stillstand des globalen Welthandels. Bislang konnte der Welthandel die Inflation eindämmen. Unternehmen, Verbraucher und Staaten haben von der günstigen Arbeitskraft und von den günstigen Rohstoffen der Schwellenlänger profitiert. Durch den Einbruch des Welthandels werden Produkte, die nicht mehr importiert werden können, teurer. Auf der anderen Seite werden Produkte, welche nicht mehr exportiert werden können, wesentlich günstiger, da wir ein Überangebot aufbauen.

Diese Kombination aus Inflation und Deflation könnte eine besondere Herausforderung für die Staaten und Notenbanken darstellen. Nichtsdestotrotz sind wir uns sicher, dass auch hierfür eine Lösung bereitsteht.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Ergebnisse des deutschen Verbraucherpreisindex am kommenden Donnerstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Rebound an Aktienmärkten lässt hoffen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (13/2020)

Die Aktienmärkte rund um den Globus haben vergangene Woche gezeigt, dass sie auch aufwärts können – für die „Risk-Takers“ unter uns war das eine kurzfristige Belohnung. Kommt jetzt schon die nachhaltige Erholung oder müssen wir uns noch ein wenig gedulden?! Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Rebound an den Aktienmärkten lässt hoffen

Eine Woche nach dem der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial Average den zweit höchsten prozentualen Verlust seiner Geschichte eingefahren hat, ging es letzte Woche an den Aktienmärkten rund um den Globus wieder steil nach oben! Satte 11,37 Prozent konnte der Dow am vergangenen Dienstag wieder gut machen – daher auch die Bezeichnung „Turnaround Tuesday“. Das entspricht den größten prozentualen Tagesgewinn seit dem 15. März 1933.

Auch hierzulande feierte der deutsche Leitindex DAX den viert größten Tagesgewinn seiner Geschichte und bescherte Anlegern 10,98 Prozent Wertsteigerung – was ja durchaus auch ein gutes Jahresergebnis wäre. Viele werden sich an dieser Stelle Fragen, ob jetzt schon die Erholung kommt – die Meinungen gehen zu Recht auseinander. Auf der einen Seite sorgt der Stillstand der Wirtschaft für Unruhe und Panik, auf der anderen Seite sorgen die Maßnahmen der Politik und der Notenbanken für Hoffnung. Die Börsen spiegeln die Erwartungen der Investoren an die Zukunft wider, daher ist für uns die viel wichtigere Frage: Wird sich die Wirtschaft nach der Corona-Krise erholen? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, sollte man heute schon handeln.

Schneller, höher, weiter, tiefer…

Die Aktienmärkte bewegen sich heutzutage mit einem nie dagewesen Tempo. Ein Grund dafür ist die Geschwindigkeit und die Reichweite von Nachrichten, die uns heute erreichen. Sei es ein Buschbrand in Australien oder ein Tweet aus dem Weißen Haus! Beeinflussen diese Nachrichten die Aussichten meiner Beteiligungen bzw. Aktien fundamental? Anscheinend, denn die Mehrheit der Anleger verfällt in blanke Panik und drückt auf den roten Sell-Knopf.

Durch die Nachrichtenlage rund um das Coronavirus sind zurzeit viele Anleger der Panik zum Opfer gefallen und haben systematisch ihre Aktien verkauft. Die Kreuzfahrt-Branche ist möglicherweise zu Recht abgewertet worden während Unternehmen wie Amazon und Microsoft nicht. Die Reisebeschränkung auf unabsehbare Zeit könnte viele Reedereien in die Insolvenz treiben. Daher ist eine Beteiligung in Unternehmen dieser Branche abzuraten. Währenddessen gewinnen Dienstleistungsunternehmen wie Microsoft, Amazon, Google (Alphabet) und Netflix an Bedeutung.

Wo es Verlierer gibt, gibt es auch meistens Gewinner – Profiteure sind Online-Lieferanten wie Amazon. Durch die #StayAtHome- und #HomeOffice-Initiative finden dank Teams, Zoom und Telefon-Konferenzen Meetings weiterhin problemlos statt. Für die Langeweile zu Hause hat Netflix eine Lösung und alles rund um das Thema Coronavirus findet man schnell auf Google. Viele Online-Anbieter nutzen den großen Bedarf an „Home-Schooling“, um ihr Angebot zu erweitern. Daher fragen Sie sich aktuell: Wird dieser Firma zu den Gewinnern oder Verlierern der Krise gehören?

In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern viel Kreativität für die Langeweile zu Hause, denn wie man so schön sagt: Die Not macht erfinderisch!

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Veröffentlichung der Arbeitslosenquote in Deutschland am kommenden Dienstag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick. Bis dahin bleiben Sie gesund!

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Wir schaffen das (isoliert) zusammen! | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenrückblick (11/2020)

Die Grenzen schließen und die Menschheit isoliert sich nun zu Hause. In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex allein am Donnerstag den zweitgrößten Tagesverlust (-12,24 Prozent) seiner Geschichte erlitten. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich unsere Welt unter Quarantäne und keiner weiß so richtig wie es weitergehen wird. Werfen wir einen Blick darauf, was vergangene Woche die Märkte bewegte.

Mut ist gefragt! Verkaufen kann jeder…

Wieder einmal handelten Börsianer weltweit nach dem Motto „Cash is King“ und verkauften regelrecht ihre Aktien. Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor im Sell-Off-Modus. Allein in der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX gewaltige 20 Prozent und rutschte sogar im Wochenverlauf unter die Marke von 9.000 Punkten. Und wieder einmal gab es weltweit einen Run auf haltbare Lebensmittel – besonders in Deutschland und Österreich ist der Bedarf nach Toilettenpapier sehr hoch. In 200 Jahren werden Verhaltensforscher das Jahr 2020 und die Corona-Krise genau beleuchten und zur Erkenntnis kommen: alle Sorgen lösen sich mit genügend Toilettenpapier von allein.

Doch wer langfristig denkt sollte jetzt nicht in Panik verfallen und alles verkaufen – und wer kurzfristig denkt, soll langfristig denken! Auch wenn es schwer ist zurzeit Vorhersagen über den kurzfristigen Verlauf des Corona-Virus zu treffen, eines ist sicher: Jede Krise wird an den Börsen wieder aufgeholt. Deshalb ist in Zeiten wie diesen besonders viel Mut gefragt, denn Panik ist hochgradig ansteckend, vor allem in Situationen in denen nichts bekannt ist. Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham einst sagte: In Aktien zu investieren bedeutet mit der Volatilität umzugehen. Anstatt in Zeiten von Marktstress nach dem Ausgang zu suchen begrüßt der kluge Investor Abschwünge als Chance, große Investitionen zu tätigen.  

Notenbankhelden – die Retter in der Not und Kreditgeber der letzten Instanz

Anders als in der Finanzkrise 2008, als das Bankensystem zu kollabieren drohte, haben wir es im Jahr 2020 mit einem Virus zu tun, das vor allem die Lieferketten der Wirtschaft zunächst einmal zum Stillstand bringt – zumindest bis das Virus eingedämmt ist und bis die Zahl der Geheilten die Zahl der Neuinfizierten übertrifft. Man könnte sagen, die Wirtschaft macht nun eine Pause. Doch während dieser Pause müssen Rechnungen trotzdem beglichen werden. Das fällt der Wirtschaft besonders schwer, wenn die Verbraucher zu Hause isoliert sind und eben nicht „verbrauchen“ können.

Wir haben es also mit einer Liquiditätskrise zu tun. Während dieser „Pause“ braucht die Wirtschaft genügend Liquidität, um permanente Schäden zu vermeiden. Die Notenbankhelden sehen sich durch die Corona-Pandemie gezwungen weiter aufs Gaspedal zu drücken. Am vergangenen Donnerstag beschloss die amerikanische Notenbank, den Geschäftsbanken weitere 1,5 Billionen Dollar an Zentralbankgeld zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Auch die Europäische Zentralbank EZB beschloss vergangene Woche, den Geschäftsbanken weitere umfangreiche Leihgeschäfte zu extrem günstigen Konditionen anzubieten. Zudem wird sie bis Ende diesen Jahres weitere 120 Milliarden Euro in den Kauf von Anleihen stecken.

Diese Maßnahmen sollen die Banken in die Lage versetzen, besser auf den krisenbedingten Mehrbedarf der Unternehmen an Liquidität zu reagieren. Darüber hinaus werden Hilfspakete von Staaten zur Bewältigung der Corona-Krise ausgelegt. In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern in diesen volatilen Zeiten viel Geduld und Mut – und verpassen Sie nicht die Chance sich langfristig an dem Erfolg von „Great Businesses“ zu beteiligen, denn jetzt sind diese Unternehmen besonders günstig zu kaufen.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Angst, die Gier und das Risiko | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.






Definitiv Warren Buffett | Frank Fischer @ValueInvestoren

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Im aktuellen Interview mit rendite, das Anlagemagazin der Börsen-Zeitung berichtet Frank Fischer, einer der erfolgreichsten Value Investoren Deutschlands, über seine ersten Erfahrungen mit Aktien und Geld.

Herr Fischer, wann und womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Ich habe mit sieben Jahren an der Endhaltestelle der Linie 23 in Frankfurt selbstgemalte Bilder verkauft, was meinem Vater äußerst unangenehm war.

Wofür haben Sie es ausgegeben?
Damit konnte ich mir dann selbst ein Gokart kaufen.

Was war Ihr erstes Investment an den Märkten?
Natürlich eine Aktie, lustigerweise ein Large Cap, und zwar BASF.

Was war Ihr erfolgreichstes Investment?
Ich denke, das war die Secunet. Wir sind bis heute investiert und nach wie vor überzeugt von dieser Firma.

An welches Fehlinvestment erinnern Sie sich?
Ehrlich gesagt gibt es da leider einige. Eines davon war Rosenthal Porzellan, denn das hat mir privat richtig wehgetan, denn es sah eigentlich zu sicher aus.

Treffen Sie Ihre private Anlageentscheidungen allein, oder beraten Sie sich mit jemandem?
Anlageentscheidungen treffe ich selbst, sonst hat meine Frau in vielen Dingen die Hosen an!

Gibt es eine bestimmte Anlagestrategie, die Sie verfolgen?
Wir sind Value-Investoren. Wir versuchen, den realen wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Wenn der Preis für das Unternehmen an der Börse unter dem von uns ermittelten Wert liegt, prüfen wir anhand unserer Kriterien, ob sich ein Investment lohnt.

Welche Kennzahlen sind für Sie wichtig, wenn Sie sich ein Wertpapier näher anschauen?
Zu den Kennzahlen, die wir uns zunächst anschauen gehören, die Cash-flows und der Total Shareholder Return, also was dem Aktionär schließlich zufließt. Daneben gibt es ein paar Kriterien, die für uns wichtig sind. Der Kurs der Aktie sollte eine Sicherheitsmarge bieten, wir wollen höchstens 60 Cent für einen Euro zahlen. Das Unternehmen sollte eigentümergeführt sein und über strukturelle Wettbewerbsvorteile verfügen. Das können zum Beispiel Patente oder Kostenvorteile sein.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit beim Investieren?
Das Thema ist für uns sehr wichtig und hat unterschiedliche Facetten. Zum einen ist uns eine gute Corporate Governance sehr wichtig. Gut geführte, inhabergeführte Unternehmen sind nachhaltiger ausgerichtet als Firmen mit einem externen Manager. Daneben wollen wir bestimmte Themen wie Umweltverschmutzung oder Kinderarbeit nicht unterstützen.

Haben Sie bei der Geldanlage ein Vorbild?
Definitiv Warren Buffett. Er hat das Value Investing weiterentwickelt. Gleichzeitig ist er bei vielen ethischen, philosophischen und Governance-Themen ein Vorbild. Eines unser wichtigsten Auswahlkriterien für ein Unternehmen ist, dass das Management „skin in the game“ hat, also signifikant am Unternehmen beteiligt ist. Dieses Kriterium geht auf Warren Buffett zurück.

Ihr Motto beim Investieren lautet?
Als Value Investor braucht man Sitzfleisch und Demut vor den Märkten.

Welches Buch sollten Anleger gelesen haben?
„The intelligent investor“ von Benjamin Graham. Einfacher ist aber „Buffettology“ von Mary Buffett.

Welches Wertpapier oder welche Assetklasse würden Sie auf Jahressicht empfehlen?
Anleger haben angesichts der niedrigen Zinsen eigentlich keine Wahl, als in Aktien zu investieren. Zwar sind die Konjunkturerwartungen im Moment in einigen Bereichen sehr schwach, gleichzeitig schiebt aber die ansteigende Liquidität die Börsen an. Hinzu kommt, dass die ersten konjunkturellen Indikatoren sich wieder aufhellen. Wenn wir jetzt noch eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sehen, kann das der Börse weitere Impulse geben.

Sie haben eine Million Euro und müssen diese mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren investieren. Wie würden Sie das Geld anlegen bzw. aufteilen?
Immer zu 100 % in Aktien. Besser noch mit Sicherheitsmarge und konzentriert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben. Als Privatinvestor kann man natürlich auch über mehrere Aktienfonds streuen.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.