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Die Helden der Notenbanken | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (25/2019)

In diesem Umfeld gilt: je schlechter die Wirtschaftsnachrichten, desto höher steigen die Aktienmärkte. Dafür sorgen die Helden der Notenbanken! Dies- und jenseits des Atlantiks haben unsere Helden die Türen für noch mehr billiges Geld weit geöffnet.

Die Europäische Zentralbank EZB und die amerikanische Notenbank Fed haben für einige Bewegungen in den Märkten gesorgt – u.a. beim Goldpreis, welcher vergangene Woche erstmals seit Anfang September 2013 wieder über die Marke von 1.400 USD geklettert ist. Auch die Aktienmärkte ließen sich von der Notenbankpolitik begeistern. Der S&P 500 ist am vergangenen Donnerstag mit 2.954 Punkten bereits auf ein neues Allzeithoch gesprungen. Die Aktienmärkte sind gestiegen und gleichzeitig die Gold- und Silberpreise, was eher ungewöhnlich ist.

Fangen wir zuerst mit den schlechten Nachrichten an. Der US-Einkaufsmanagerindex (PMI) ist Anfang Juni auf einen Wert von 50,1 gesunken, der niedrigste Stand seit September 2009. Das verarbeitende Gewerbe macht mehr als 12 Prozent der US-Wirtschaft aus und zählt somit zu den führenden Wirtschaftsindikatoren. Nach Angaben von Unternehmen, die auf den Empire State Manufacturing Survey von Juni 2019 reagierten, nahm die Geschäftstätigkeit im Bundesstaat New York eine deutliche Abwärtsbewegung an. Der Leitindex sank um 26 Punkte und verzeichnete damit den größten monatlichen Rückgang seit Bestehen auf -8,6 Punkte.

Bei uns in Deutschland brachen die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten zusammen. Der zweite Rückgang der ZEW-Erwartungen in Folge ist auf die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China zurückzuführen. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) brach um 19 Punkte auf minus 21,1 Zähler ein.

Und nun zu den guten Nachrichten – die Helden der Notenbanken haben eine Lösung. Mario Draghi, Präsident der EZB bereitet sich darauf vor, die Zinsen erneut zu senken und eine neue Runde von Quantitative Easing bzw. Anleihekäufen einzuleiten, bevor er im Herbst die Europäische Zentralbank verlässt, um die Wirtschaft der Eurozone anzukurbeln und die wachsende globale Unsicherheit über den Handel zu bekämpfen. Jenseits des Atlantiks hat sich das Argument für eine Zinssenkung verstärkt. Die Federal Reserve Bank hat am vergangenen Mittwoch beschlossen die Zinsen konstant zu halten und gleichzeitig die Aussicht auf zwei mögliche Zinssenkungen in diesem Jahr zu erhöhen. Der Patient, in unserem Fall die Wirtschaft, ist noch nicht geheilt. Die Ärzte bzw. die Notenbank-Helden müssen erneut Erste Hilfe leisten, um die Wirtschaft wiederzubeleben.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den G-20 Gipfel in Osaka, Japan. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Das Woodstock des Kapitalismus, Warren Buffett & Co. | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (18/2019)

Es ist wieder soweit. Die ganze Welt hört zu! Warren Buffett, das „Orakel von Omaha“, verbrachte den vergangenen Samstag damit, mit Investoren von Berkshire Hathaway sowie dem Rest der Welt auf der Jahreshauptversammlung 2019 in Omaha zu sprechen. Der inzwischen 88-jährige Buffett und sein langjähriger Geschäftspartner und Stellvertreter Charlie Munger nahmen sich 6 Stunden Zeit, um auf die Fragen und Anliegen ihrer Aktionäre einzugehen.

Im ersten Quartal 2019 präsentiert die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway nur glänzende Zahlen: der operative Gewinn stieg im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 5,6 Mrd. USD und der Nettoüberschuss betrug sogar 21,7 Mrd. USD. Im ersten Quartal tätigte Berkshire Aktienrückkäufe im Wert von 1,7 Mrd. USD. Aktionäre fiebern auf weitere kursstützende Aktienrückkäufe, da die Gesellschaft auf liquiden Mitteln von gut 114 Mrd. USD sitzt.

Eine der umstrittensten Fragen, die während der Hauptversammlung gestellt wurde bezog sich auf dem wachsenden Einfluss des Sozialismus in Amerika. Daraufhin antwortete Buffett: „Ich glaube nicht, dass sich das Land im Jahr 2020, 2040 oder 2060 dem Sozialismus zuwenden wird“. Es sei allerdings die Aufgabe einer florierenden kapitalistischen Nation dafür zu sorgen, durch Regulierung, dass niemand zurückgelassen wird.

Am Vergangenen Mittwoch trotzte Jerome Powell, Chairman der amerikanischen Notenbank, der Forderung von Donald Trump nach einer Zinssenkung und hielt die aktuelle Zinspolitik aufrecht – der Leitzins bleibt unverändert zwischen 2,25 und 2,50 Prozent. „Die Fed ist keine politische Institution und ihre Entscheidungen sind nicht von den kurzfristigen Überlegungen der Politik (Donald Trump) abhängig“, betonte Powell während der Pressekonferenz zur Zinsentscheidung.

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Die Niedrig- Nullzinspolitik bleibt uns lange erhalten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (15/2019)

Eine unspektakuläre Woche liegt nun hinter uns – zumindest was die Performance an den internationalen Kapitalmärkten angeht. Doch was die Zinspolitik der Notenbanken angeht war die vergangene Woche alles andere als langweilig.

In einem Interview mit The Hill verkündete Larry Kudlow, der Director of the National Economic Council der Vereinigten Staaten und oberster Wirtschaftsberater von Präsident Trump, am vergangenen Donnerstag, dass die US-Notenbank den Leitzins nicht noch einmal erhöhen wird – zumindest nicht zu seinen Lebzeiten. Dabei ist Larry Kudlow nur 71 Jahre jung. Die Fed stellte bei Ihrer März-Sitzung eine längere Zinspause in Aussicht. Wie aus dem Protokoll der Sitzung hervorgeht, sehen die Notenbanker keine Notwendigkeit darin die Zinsen anzuheben noch sie zu senken. Doch die Haltung von Präsident Trump bleibt dieselbe – er fordert Fed-Präsident Powell auf, die Zinsen signifikant zu senken.

Während wir in den USA von einer Niedrigzinspolitik sprechen, befinden wir uns in Europa in der Nullzinspolitik – und so schnell werden wir diese auch nicht los. Am vergangenen Mittwoch hat sich der Rat der European Central Bank (ECB) zu seiner Geldpolitik geäußert. Laut ECB bleiben der Hauptrefinanzierungssatz (Leitzins), der Spitzenrefinanzierungssatz und der Einlagensatz unverändert bei 0 Basispunkte, 25 Basispunkte und minus 40 Basispunkte. In seiner Rede am Mittwoch zeigte sich ECB-Präsident Mario Draghi über das Wachstum in der Währungsunion besorgt. Eine Rezession hält Draghi für unwahrscheinlich. Zum größten Teil ist das schwache Wachstumstempo dem eingebrochenen Welthandel zuzuschreiben, also den Zolldrohungen der USA gegenüber der Europäischen Union und dem Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Es ist wieder soweit – die US-Berichtssaison startet in die heiße Phase. JP Morgan Chase meldet Rekordzahlen was Umsatz (29,9 Mrd. USD) und Gewinn (9,2 Mrd. USD) angeht – weit über die Prognosen der Analysten. Doch die US Tech-Giganten lassen sich noch ein wenig Zeit: Alphabet (29. April), Amazon (25. April), Apple (30. April), Facebook (24. April), Microsoft (24. April), Netflix (16. April).

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Die Geldspritze der EZB | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (07/2019)

Zu dem endlich beginnenden Frühling und den ersten Sonnenstrahlen in Deutschland erfreuen die Börsenfreunde sich auch an den positiven Zahlen der Indizes an den Kapitalmärkten. Wie Sie unserer Performancetabelle entnehmen können, haben alle sieben Indizes die vergangene Woche stark abgeschlossen. An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass die Kurse von starken Auf- und Abwärtsbewegungen getrieben wurden.

Drastische Folgen könnte die Pressekonferenz von US-Präsident Trump diese Wochen mit sich bringen, wo er den Nationalen Notstand ausgerufen hat, um somit seine geplante – und massiv gegen Widerstand stoßende – Mauer zwischen den USA und Mexiko finanzieren zu können. Finanzmittel in Höhe von zirka acht Milliarden Dollar könnten durch einen Notstand für den Bau der Grenzmauer abfließen. Mit seiner Ausrufung stößt Trump allerdings erneut auf großen Widerstand – mehrere Bundesstaaten und Grundbesitzer haben erste Klagen gegen die Rechtmäßigkeit der Notstands-Ausrufung eingereicht.

Natürlich ist weiterhin der Handelsstreit zwischen den USA und China im Fokus der Marktteilnehmer, jedoch inzwischen mit ersten Einigungssignalen. Die Handelsgespräche zwischen den USA und China führten am Freitag zu keinem Ergebnis, allerdings werden die Gespräche in der nächsten Woche in Washington fortgesetzt. Eine Einigung im Handelsstreit ist somit wahrscheinlich und könnte zu positiven Bewegungen an den globalen Märkten führen.

Werfen wir nun einen Blick auf die amerikanische Notenbank und ihre Bilanzpolitik. Powell bestätigte im Januar, dass in 2019 keine weiteren Zinserhöhungen durchgeführt werden. Bei schlechter Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft spielt die Fed sogar mit dem Gedanken, Zinssenkungen durchzuführen und das Quantitative-Tightening-Programm zu beenden. Die Märkte reagierten auf den geplanten Abbau der Bilanz teilweise positiv, wobei die Folgen umstritten sind. Zeitweise können dies zu Verlusten in den Aktienmärkten führen, insbesondere bei zyklischen Aktien aus der Automobil-, Materialhersteller- und Logistikbranche.

Währenddessen wird in der EZB diskutiert, ob den europäischen Geldbanken mit neuen längerfristigen Kreditpaketen, den sogenannten TLTROs, zu Null- oder Negativzinsen Geldgeschenke gemacht werden sollen. In der letzten Runde der TLTRO-Kredite, welche dieses und nächstes Jahr ausläuft, konnten die Banken im Euroraum an vier Terminen in den Jahren 2016 und 2017 EZB-Geldpakete mit einer Laufzeit von vier Jahren zu Nullzinsen leihen. Bei Ausweitung des Kreditvolumens in einem gewissen Rahmen haben die Geschäftsbanken sogar die Möglichkeit erhalten, diese Kredite zu einem Einlagenzinssatz von minus 0,4 Prozent zu erhalten. EZB-Direktor Benoit Coeure positioniert sich aufgrund der schwächelnden Konjunktur für eine Neuauflage der Langfristkredite.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen

Powell sei Dank – die Party geht weiter | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (05/2019)

Auch Notenbanker brauchen eine Pause. Jerome Powell, Präsident der US-Federal Reserve und erneut bester Freund von US-Präsident Donald Trump, kündigte am vergangenen Mittwoch nach der Fed-Sitzung an, von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand zu nehmen. Und nun steigt die Partystimmung an den Börsen wieder. Es ist bekannt, dass Powell von Präsident Trump regelmäßig Druck bekommt, erst recht nach dem „Black Dezember“ letzten Jahres. Nun hat der Fed-Chef vor Donald Trump und vor der mächtigen Wall Street kapituliert. Die Kehrtwende in der Zinspolitik der amerikanischen Notenbank hinterlässt mehr Fragen als Antworten – wie geht es nach der Pause weiter?

In den USA läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. FAANG-Giganten Facebook und Amazon veröffentlichten vergangene Woche Ihre Zahlen über das vierte Quartal. Die Umsatz- und Nutzerzahlen von Facebook sind im vierten Quartal gestiegen. Das Netzwerk machte zudem ein Rekordgewinnplus. Trotzdem wächst das Unternehmen langsamer. Auch Amazon konnte überzeugen: der Umsatz für das letzte Quartal liegt bei 72,4 Milliarden USD – knapp 600 Millionen Dollar über den Erwartungen. Für das aktuelle laufende Quartal senkt Amazon Ihre Umsatzerwartungen auf 56-60 Milliarden Dollar. Grund dafür ist die, aufgrund des massiven öffentlichen Drucks, Lohnerhöhung der Amazon Mitarbeiter in den USA.

Werfen wir einen kurzen Blick auf China. In der kommenden Woche (5. Februar) wird in China mit dem Neujahrsfest das Jahr des Schweins eingeleitet. Normalerweise versprechen Schweine ja Glück – auch in China. Sie stehen im chinesischen Kulturkreis für Reichtum, Fülle und Erfolg. Doch die wirtschaftlichen Aussichten für das neue Jahr muss man nüchtern betrachten. Chinas Wachstum ist so langsam gewachsen wie seit 1990 nicht mehr. 2018 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 6,6 Prozent knapp über der amtlichen Zielvorgabe von 6,5 Prozent. Die Weltbank rechnet mit einem Wachstum unter 6,5 Prozent für das Jahr 2019 – der Handelskonflikt lässt grüßen…

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen

Die Bullen retten die Börse | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (01/2019)

Die gute Konjunkturlage in den USA und eine kulante Politik der Fed konnten am vergangenen Freitag die Börsen wieder retten – die Bullen sind wieder da! Die Frage ist, ob sie lange im Ring bleiben werden?

Eine Stunde vor Börsenbeginn am Freitag wurden amerikanische Börsianer mit einem phänomenalen Arbeitsmarktbericht beschert. Darauffolgend sind die Bullen nach den langen Festtagen erwacht. Am amerikanischen Arbeitsmarkt wurden im Dezember 312.000 Stellen aufgebaut – die Erwartungen von 178.000 wurden weit übertroffen. Darüber hinaus zogen die durchschnittlichen Stundenlöhne zum Vorjahr um 3,2 Prozent an – ein guter Indikator für den Verbrauch und letztendlich für die amerikanische Wirtschaft.

Viele Experten warfen Jerome Powell vor, er habe mit seiner harten Haltung der Zinspolitik drei Wochen zuvor den Einbruch an den Märkten verstärkt. Doch bei einem Podium mit seinen Vorgängern Janet Yellen und Ben Bernanke konnte Powell seine Kritiker wieder beruhigen, denn Powell hält an seinem Kurs aus der Krisenpolitik auszusteigen fest. Eine klare Aussage an Donald Trump, welcher Powell gerne aus seinem Amt werfen würde.

Wie haben sich die Börsen in der ersten Woche des neuen Jahres entwickelt?

Der deutsche Leitindex startete in das neue Jahr leicht volatil, doch er konnte Gewinne einholen. Mit einem wöchentlichen Performancegewinn in Höhe von 1,98 Prozent notiert der DAX derzeit bei 10.806,20 Punkten. Ähnlich verlief auch die Woche des europäischen Leitindexes Euro Stoxx 50 mit einem Plus von 1,85 Prozent bei 3.043,07 Punkten.

An der Wall Street schlossen die Kurse am vergangenen Freitag ebenfalls mit signifikanten Performancegewinnen ab. Auf Wochensicht schloss der S&P 500 mit einer Steigerung in Höhe von  1,86 Prozent bei 2.531,40 Punkten. Der NASDAQ 100 stieg um 2,19 Prozent an und schloss mit 6.419,12 Punkten. Der Dow Jones 30 Industrial schloss mit einer Steigerung um 1,61 Prozent bei 23.433,16 Punkten.

Anders als die amerikanischen und europäischen Märkte musste der japanische Leitindex NIKKEI mit Beginn des neuen Handelsjahres Verluste in Höhe von 2,26 Prozent einbüßen. Gründe dafür waren mitunter ein starker Yen, die Umsatz-Warnung von Apple und der Kurseinbruch an der Wall Street gegen Ende des Jahres.

An den Rohstoffmärkten haben sich ebenfalls interessante Bewegungen vollzogen: Während der Goldpreis um geringfügige 0,33 Prozent angestiegen ist, hat der Silberpreis auf Wochensicht 2,08 Prozent zugelegt. Doch besonders interessant war die Entwicklung der Ölpreise. Brent-Öl hat auf Wochensicht ganze 9,31 Prozent zugelegt – Initialzünder für diese Wertentwicklung sind die positiven Signale durch die Gespräche zum Handelskonflikt zwischen den USA und China.


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen

Die Kapitalmärkte im Fokus – Jahresrückblick 2018

„Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko“, sagte einst Helmut Schoek. Ganz nach diesem Motto entwickelte sich das Jahr 2018 an den weltweiten Kapitalmärkten – geprägt von Unsicherheit, Volatilität, Euphorie und Angst. Es war ein guter Start im euphorischen Bullenmarkt, doch das Ende sah anders aus: der deutsche Leitindex DAX schloss mit einem Jahres-Performanceverlust von 18,26 Prozent ab, der europäische Leitindex sogar mit 14,77 Prozent Verlusten. Auch die amerikanischen Märkte konnten kurz vor Silvester keine positiven Zahlen veröffentlichen – der breit gefächerte S&P 500 hat im Jahresverlauf 6,24 Prozent verloren, der Dow Jones Industrial Average musste 5,63 Prozent Verluste einbüßen und der Technologieindex NASDAQ 100 schloss mit geringen Verlusten in Höhe von 1,04 Prozent. Der japanische Leitindex NIKKEI schloss wie der DAX mit 12,08 Prozent Performanceverlusten und der CSI 300 mit satten Verlusten in Höhe von 25,09 Prozent.

Was geschah mit den Indizes im Detail?

Beginnen wir mit dem deutschen Leitindex DAX:

DAX 30

Zu Beginn des Jahres 2018 notierte der DAX bei 12.917,64 Punkten, wohingegen am letzten Handelstag nur noch 10.558,96 Punkte übrigblieben. Von den 251 Handelstagen waren 129 Tage negativ und 122 Tage positiv – doch lediglich 3 Monate konnte der DAX positiv abschließen. Am besten entwickelte sich der Monat April mit einer Monatsperformance von 4,26 Prozent. Doch das vierte Quartal verschlechterte die Lage mit einem Perfomanceverlust in Höhe von 13,78 Prozent. Mit einer Volatilität von 15,46 Prozent und einem maximalen Drawdown in Höhe von 23,44 Prozent erlebten Marktteilnehmer unbequeme Tage. 

Der europäische Leitindex EURO STOXX 50 verlief ähnlich: 

EURO STOXX 50

Gestartet hat der EURO STOXX 50 mit 3.490,19 Punkten. Am Ende des Jahres notierte der Index nur noch bei 2.986,53 Punkten. Auch hier war der April der stärkste Monat, sowie das vierte Quartal das Schwächste. Von 255 Handelstagen verliefen 129 Tage positiv und 126 Tage negativ. 

Die amerikanischen Leitindizes entwickelten sich ebenfalls stark volatil: Der S&P 500 notierte am Anfang des Jahres bei 2.695,81 Punkten und schloss gestern bei 2.506,85 Punkten. Die Volatilität betrug 17 Prozent. Nach einem starken dritten Quartal mit einer Performance in Höhe von 7,20 Prozent verlor der S&P 500 im letzten Quartal ganze 13,97 Prozent Performance. Die 132 positiven Handelstage konnten die 119 negativen Handelstage nicht ausgleichen. 

S&P 500

Der Dow Jones zählte am 2. Januar 2018 24.824,01 Punkte, wohingegen der Index gestern mit 23.327,46 Zählern in das neue Jahr ging. 

DOW JONES IND. AVG.

Wie der S&P 500 auch verlief das vierte Quartal mit 11,83 Prozent Verlusten am schwächsten. Bei einem maximalen Drawdown von 18,77 Prozent betrug die Volatilität des Dow Jones 17,85 Prozent. Doch auch die 7 positiven Handelsmonate konnten die Performance gegen Ende des Jahres nicht positiv stimmen. 

Der Vola-Winner war ganz eindeutig der Tech-Index in den USA!

NASDAQ 100

Mit einer Volatilität in Höhe von 22,63 Prozent schloss der NASDAQ 100 im vierten Quartal mit Verlusten in Höhe von 17,01 Prozent ab – das nach zuvorigen positiven Quartalen. Gestartet hat der Index Anfang des Jahres mit 6.511,34 Punkten. Am Ende des Jahres waren es 6.329,96 Punkte. Bei 251 Handelstagen konnten die 135 positiven Handelstage die jährliche Performance trotz den schlechten letzten Monaten noch einigermaßen retten. 

Wie zu Beginn bereits erwähnt haben die asiatischen Indizes ebenso ein volatiles Jahr hinter sich. Der NIKKEI begann mit 23.506,33 Punkten und notierte am Ende des Jahres nur noch bei 20.014,77 Punkten. Grund dafür war der schlechte Dezember mit einem Verlust von 10,45 Prozent. Die Volatilität betrug hier 19,29 Prozent. 

NIKKEI

Der CIS 300 erlebte ersichtlich eine Talfahrt von anfänglichen 4.030,85 Punkten auf 3.010,65 Punkte. 

CSI 300

Das vierte Quartal war hier ebenfalls mit 12,45 Prozent Performanceverlusten schlaggebend. Das maximale Drawdown betrug bei einer Volatilität von 21,31 Prozent ganze 31,88 Prozent. 

Was waren die Gründe für die schlechte Entwicklung an den Finanzmärkten?

Die Gründe für die schlechten Verläufe der Indizes sind vielfältig und Schlagwörter wie Handelskonflikt, Unsicherheit, Zinsschritte der FED, BREXIT, Italienkrise und Invertierung der US-Zinskurve könnten den Marktteilnehmern noch lange im Kopf nachhallen. 

Nach monatelangen Verstimmungen der Märkte durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte jetzt allerdings ein Hoffnungsfunken aufflammen. Nachdem sich die großen Weltmächte mit Strafzöllen auf Importe schikaniert haben folgen versöhnliche Töne: Trump und Xi haben aufgrund der positiven, historischen Diplomatie zwischen beiden Seiten den Ausbau der Zusammenarbeit angekündigt. Diese solle die diplomatischen Beziehungen stärken, stabilisieren und fördern. 

In Europa belastete zudem die Italienkrise das Gemüt der Märkte – und auch hier wurden kurz vor Ende des Jahres nach wochenlangen Streitereien zwischen der EU und der italienischen Regierung Kompromisse getroffen. Der schuldenreiche Haushaltsplan für das Jahr 2019 wurde nach hitzigen Diskussionen durch die Vertrauensabstimmung abgesegnet. Das bedeutet für Italien eine ansteigende Staatsverschuldung, weshalb Sorgen an den Finanzmärkten bestehen – ein Kollaps Italiens würde für die Eurozone, insbesondere für Deutschland, gravierende Folgen haben.

Politische Börsen sind unbeliebt, doch die Liste der geopolitischen Probleme ist noch länger: Mit Blick Richtung Großbritannien wird ein düsteres Szenario bezüglich des BREXIT heraufbeschworen. Premierministerin Theresa May warnte gleich zu Beginn des neuen Jahres vor einem ungeordneten Brexit – mit verheerenden Folgen. Die Abstimmung über den Brexit-Vertrag wurde im britischen Parlament aufgrund fehlender Mehrheit verschoben und zudem häufen sich lauten Stimmen, dass eine zweite Abstimmung über den Brexit stattfinden solle. Letzteres wird von May strikt abgelehnt. Die EU indes hat für den Fall eines ungeordneten Brexit einen Notfallplan namens „No Deal“ beschlossen. Es bleibt gespannt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen in den kommenden Wochen entwickeln werden – zumal außer Theresa May keiner eine vage Vorstellung vom Ende des Spiels hat. 

Für Unsicherheit könnte auch die schlechte Prognose für die Weltkonjunktur sorgen, insbesondere jedoch in Deutschland. Die Prognose trübt die Lage ein, da die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr abkühlen würde. Die EZB geht davon aus, dass sich die Wirtschaft nach der Abschwächung der Weltkonjunktur wieder stabilisieren wird und dass die Inflation weltweit langsam zulegen würde. Aufgrund dieser Aussichten werden von Seiten der EZB vorerst keine Zinsschritte geplant. 

FED Chef Powell musste sich aufgrund der letzten Zinsschritte in den USA gegenüber Donald Trump rechtfertigen. Nachdem ihm von Seiten Trump mit einer Absetzung gedroht wurde, musste Powell den Präsidenten zurechtweisen, um die Unabhängigkeit der Notenbank vom Staat zu gewährleisten. Angesichts der boomenden, amerikanischen Wirtschaft wurden die Leitzinsen in 2018 viermal erhöht – ganz zum Verärgernis der US-Präsidenten. Im neuen Jahr sollen zwei weitere Zinserhöhungen folgen. Powells Aussage sei, dass das angestrebte Zinsniveau weder die Wirtschaft anschieben würde, noch diese bremsen würde. Trump kritisierte die Zinsschritte mit der Begründung, dass die steigenden Zinsen der amerikanischen Wirtschaft schaden würden. 

Mit Blick auf die US-Treasuries könnte jedoch Sorge bestehen, da sich diese deutlich angenähert haben:

Die kurzfristigen Zinsen auf den Anleihemärkten sind angestiegen, wohingegen die der langjährigen eher gesunken sind. Die daraus resultierende invertierte Zinsstrukturkurve stellt dar, dass das Verhältnis von langfristigen Anlagen zu höheren Renditen nicht mehr gewährleistet wird. Signalisiert die invertierte Zinsstrukturkurve eine drohende Rezession in den USA? 

Werfen wir zudem noch einen Blick auf die Rohstoffmärkte: die geopolitischen Unsicherheiten prägten auch die Rohstoffmärkte in 2018. 

So könnte der Goldpreis aufgrund der politischen und konjunkturellen Risiken steigen – bei fallenden Aktienkursen und sinkender Risikobereitschaft stellt Gold traditionell eine gute Absicherungsalternative dar. Der Goldpreis litt in 2018 besonders unter den Zinserhöhungen der FED, da eine straffere Geldpolitik verzinsliche Anlagen im Vergleich zu Gold deutlich attraktiver macht. 

Gold (USD)

Gemeinsam mit dem Edelmetall Platin hat Silber in 2018 die schlechteste Rendite erzielt. Auch hier war der maßgebliche Treiber der Handelskonflikt zwischen den USA und China, sowie die Sorgen vor einer baldigen Rezession. Derzeit existiert zudem ein Überangebot an Silber. Doch der niedrige Preis sorgt dafür, dass in den aktuellen Phasen das Weißmetall als „kleiner Bruder des Goldes“ für Investoren attraktiver wird. 

Silber (USD)

Für den Ölpreis (hier Brent-Öl) hat insbesondere das letzte Quartal im Jahr 2018 Verluste mit sich gebracht. 

Das hohe Marktangebot an Rohöl ist Grund für die schlechte Entwicklung. So hatte die Fördermenge in Saudi-Arabien zuletzt ein neues Rekordhoch erreicht. Gekoppelt mit der sich abschwächenden Weltwirtschaft, schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone und einer insgesamt weniger dynamischen Wirtschaft ist die Nachfrage deutlich gesunken. 

Brent-Öl (USD)

Rückblickend können wir festhalten, dass die politischen Börsen in 2018 vielen Marktteilnehmern die Suppe versalzen haben. 

Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das neue Jahr! 


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen, Graphen: eigene Darstellung

Waffenstillstand im Trade War zwischen Trump & Xi? I Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (48/2018)

Handelskrieg, DAX, Türkei, Fed, Jackson Hole | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (33/2018)

Aller „guten“ Dinge sind Drei…

Der deutsche Leitindex ist diese Woche erneut unter Druck geraten. Der DAX hat seine Talfahrt die dritte Woche in Folge fortgesetzt und ging mit -1,72% ins Wochenende [KW32: -1,52% & KW31: -1,92%]. Jetzt sollte es aber gut sein, oder?

Die Berichtssaison in Europa ist diese Woche weitestgehend beendet. Die geopolitischen Ereignisse machen den europäischen Märkten nach wie vor zu schaffen. Für Ungewissheit sorgen weiterhin geopolitische Risiken: der Handelsstreit zwischen den USA und China respektive Europa; der Türkei-Konflikt und die steigenden Zinsen bzw. der starke Dollar in den USA.

Aktuell sind wir doch ganz optimistisch, denn am 6. November stehen die Zwischenwahlen (Midterm Elections) in den USA an. Spätestens im Oktober müsste Trump Erfolge vorweisen.

The Biggest fear: die Kapitalmärkte treibt nach wie vor die Angst vor einem zerstörerischen Handelskrieg um, der mit einem „Tweet“ von Donald Trump eine Rezession auslösen könnte.

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten: Am Montag, den 20. August, beginnt die Ausarbeitung des Handelsdeals zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. Auch China möchte eine Delegation nach Washington D.C. schicken, um den immer weiter eskalierenden Handelskonflikt zwischen Peking und Washington zu entschärfen.

Die jährliche Notenbanken-Konferenz in Jackson Hole steht kurz bevor. Am Donnerstag, den 23. August, kommt die Elite der Geldpolitik in der amerikanischen Provinz zusammen. Seit 1978 veranstaltet die Federal Reserve Bank of Kansas City jedes Jahr ein Symposium zu einem wichtigen wirtschaftlichen Thema, mit dem die Wirtschaft der USA und der Welt konfrontiert ist. Das diesjährige Thema lautet: “Changing Market Structure and Implications for Monetary Policy”. Für Aufmerksamkeit dürfte die Rede des Fed-Chefs Jerome Powell am Freitag sorgen, denn die Zinspolitik der USA stellt ein Risiko für die gesamten Schwellenländer dar. Diese würden durch die steigenden Zinsen in den USA und den festen US-Dollar stark belastet.

Nach der anfänglich guten Entwicklung diese Woche schloss der EURO STOXX 50, ähnlich wie der DAX, mit -1,56 Prozent bei 3.372,94 Punkten. Die amerikanischen Leitindizes verliefen positiver: der S&P 500 verabschiedete sich mit einer positiven Steigerung um +0,59 Prozent bei 2.850,13 Punkten in das Wochenende. In Japan gab es keine große Bewegung: der NIKKEI ging mit leichten Verlusten (-0,12 Prozent) in das Wochenende.

Werfen wir noch einen Blick Richtung Türkei: am Donnerstag sorgte der türkische Finanzminister Albayrak für positive Bewegungen auf den Märkten. In dem Telefonat schloss er Kapitalverkehrskontrollen aus, weshalb die Lira etwas an Wert zulegte. Die Rating-Agenturen Moody´s und S&P sind momentan allerdings sehr skeptisch gegenüber der Türkei. Aufgrund des starken Währungsverfalls in den letzten Monaten wurde die Bonität des Landes von Moody´s von Ba2 auf Ba3 herabgestuft, sowie von S&P von BB- auf B+. Durch die Herabstufung der Länderbonität steigen die Kosten für die Verschuldung noch mehr an. Laut der Rating-Agentur Fitch würden auf Dauer Finanzhilfen wie die aus Katar nicht weiterhelfen. Der Emir von Katar sprach dem türkischen Präsidenten Erdogan diese Woche Unterstützung in Form von 15 Milliarden Dollar Direktinvestitionen zu.

Eine ebenfalls nennenswerte Entwicklung diese Woche war das Fünfjahrestief der Bayer-Aktie. Diese hat seit der Übernahme von Monsanto kontinuierlich an Wert verloren. Innerhalb einer Woche hat der Kurs um 17,3 Prozent nachgelassen und notiert aktuell bei 79,26 Punkten. Monsanto wurde kürzlich zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 289 Millionen Dollar an einen an Krebs erkrankten Mann verurteilt, da dieser aufgrund von Glyphosat erkrankte. Das Unternehmen kann mit weiteren 5000 Klagen rechnen, weshalb viele Investoren die Bayer-Aktie aus Ihren Depots gestrichen haben.

In der 34. Kalenderwoche erwarten uns folgende Konjunkturdaten: Am Montag werden in Deutschland die Erzeugerpreise vom Juli veröffentlicht. Am Dienstag folgt das Handelsbilanzsaldo für den Juli aus der Schweiz. Der Fokus der Woche liegt auf dem FED-Protokoll am Mittwoch. AM Donnerstag erwarten wir die aktuellen Zahlen zum Einkaufsmanagerindex Industrie aus Deutschland und dem europäischen Raum. Die Woche schließt mit der zweiten Veröffentlichung der BIP-Zahlen aus dem zweiten Quartal in Deutschland ab.