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Jackson Hole: Können die Notenbank-Helden die Weltwirtschaft retten? | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (34/2019)

Diesmal waren die Chinesen an der Reihe, um einen Zug im Handelsschach zu vollziehen. Der geplante Vergeltungsschlag der Chinesen in Form von neuen Strafzöllen auf US-Waren im Wert von 75 Mrd. USD schickte die Märkte erneut auf eine Talfahrt. Währenddessen trafen sich Notenbank-Helden aus der ganzen Welt in Jackson Hole Wyoming Ende vergangener Woche.

Das diesjährige Treffen der Notenbank-Helden findet vor dem Hintergrund volatiler Finanzmärkte, steigender Rezessionsängste und globaler Handelsspannungen zwischen den USA und China statt. Während des Treffens in Jackson Hole ließen die Chinesen die nächste Zollbombe platzen, nämlich weitere Zölle auf US-importierte Waren in China. Präsident Trump twitterte schnell, dass er später am Tag reagieren werde. Die Märkte reagierten prompt und zeigten, wie fragil die zuletzt angelaufene Erholung tatsächlich ist.

Fed-Chef Jerome Powell, bestätigte, dass sich die globalen Wirtschaftsaussichten aufgrund des eskalierenden Handelskrieges “verschlechtert haben”. Während seiner Rede in Jackson Hole verpflichtete er sich erneut, “angemessen zu handeln, um die Expansion aufrechtzuerhalten”. Daraufhin reagierten die Märkte positiv und die Chancen standen gut, dass die vergangene Handelswoche mit einer freundlichen Sitzung ins Wochenende gehen würde. Doch um 14 Uhr war es Schluss mit lustig. Nach dem Schachzug der Chinesen fielen die Aktienmärkte weltweit rasant. Der Dow Jones schloss den Handelstag um 623 Punkte (-2,37 Prozent) leichter. Der NASDAQ 100 ging aus dem Handel mit minus 3,15 Prozent. 

Wie weit die Schockwellen der neuen Ankündigungen im Handelskrieg zwischen den USA und China tatsächlich reichen dürften, wird sich erst in der kommenden Woche zeigen. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

Welche wichtigen Konjunkturdaten und Termine erwarten die Anleger in der kommenden Börsenwoche?


Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (33/2019)

Die Kapitalmärkte haben eine turbulente Woche hinter sich gebracht: von Leitzinssenkungen, einer Eskalation im Handelskonflikt, Protesten gegen die Regierung in Hongkong bis hin zur „inversen Zinsstrukturkurve“ waren diese Woche alle Belastungsfaktoren präsent. Dementsprechend haben die Leitindizes große Schwankungen ertragen müssen, wobei sich gegen Ende der Woche Ruhe angemeldet hat.

Die US-Märkte konnten dank über den Erwartungen liegenden US-Konjunkturdaten erleichtert werden, jedoch bewegen sich die Renditen der US-Staatsanleihen in gefährlichen Bereichen. Die 30-jährigen Staatsanleihen sind erstmals unter die 2 Prozent-Marke gefallen und notieren derzeit bei 1,97 Prozent. Die 10-jährigen US-Staatsanleihen haben ebenfalls in dieser Woche das erste Mal seit dem Sommer 2016 die Marke von 1,5 Prozent unterschritten. Aufgrund dieser Entwicklungen gab es am Mittwoch eine inverse Zinsstrukturkurve in den USA und in Großbritannien. Die Märkte reagierten aufgrund einer befürchteten Rezession mit massiven Ausverkäufen. Es ist aufgrund dieser Entwicklungen nur eine Frage der Zeit, wann die FED erneut eine Leitzinssenkung durchführen wird, nachdem im Juli die Zinsen das erste Mal nach zehn Jahren gesenkt wurden.

Jüngste Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China deuten auf mögliche Entspannungssignale hin. „I will solve the China problem“ lautete ein Tweet des US-Präsidenten am Freitag. Trump sei bereit Verhandlungen mit President Xi zu führen, wenn dieser die Konflikte in Hongkong in humaner Art und Weise beenden würde. Die versöhnlichen Äußerungen des US-Präsidenten deuten auf positive Entwicklungen hin, jedoch ist ein Durchbruch im Handelskonflikt noch nicht sichtbar.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell auf dem kommenden Jackson Hole Symposium am kommenden Freitag. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

Wie haben sich die Börsen in der vergangenen Woche entwickelt?

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Helden der Notenbanken | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (25/2019)

In diesem Umfeld gilt: je schlechter die Wirtschaftsnachrichten, desto höher steigen die Aktienmärkte. Dafür sorgen die Helden der Notenbanken! Dies- und jenseits des Atlantiks haben unsere Helden die Türen für noch mehr billiges Geld weit geöffnet.

Die Europäische Zentralbank EZB und die amerikanische Notenbank Fed haben für einige Bewegungen in den Märkten gesorgt – u.a. beim Goldpreis, welcher vergangene Woche erstmals seit Anfang September 2013 wieder über die Marke von 1.400 USD geklettert ist. Auch die Aktienmärkte ließen sich von der Notenbankpolitik begeistern. Der S&P 500 ist am vergangenen Donnerstag mit 2.954 Punkten bereits auf ein neues Allzeithoch gesprungen. Die Aktienmärkte sind gestiegen und gleichzeitig die Gold- und Silberpreise, was eher ungewöhnlich ist.

Fangen wir zuerst mit den schlechten Nachrichten an. Der US-Einkaufsmanagerindex (PMI) ist Anfang Juni auf einen Wert von 50,1 gesunken, der niedrigste Stand seit September 2009. Das verarbeitende Gewerbe macht mehr als 12 Prozent der US-Wirtschaft aus und zählt somit zu den führenden Wirtschaftsindikatoren. Nach Angaben von Unternehmen, die auf den Empire State Manufacturing Survey von Juni 2019 reagierten, nahm die Geschäftstätigkeit im Bundesstaat New York eine deutliche Abwärtsbewegung an. Der Leitindex sank um 26 Punkte und verzeichnete damit den größten monatlichen Rückgang seit Bestehen auf -8,6 Punkte.

Bei uns in Deutschland brachen die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten zusammen. Der zweite Rückgang der ZEW-Erwartungen in Folge ist auf die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China zurückzuführen. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) brach um 19 Punkte auf minus 21,1 Zähler ein.

Und nun zu den guten Nachrichten – die Helden der Notenbanken haben eine Lösung. Mario Draghi, Präsident der EZB bereitet sich darauf vor, die Zinsen erneut zu senken und eine neue Runde von Quantitative Easing bzw. Anleihekäufen einzuleiten, bevor er im Herbst die Europäische Zentralbank verlässt, um die Wirtschaft der Eurozone anzukurbeln und die wachsende globale Unsicherheit über den Handel zu bekämpfen. Jenseits des Atlantiks hat sich das Argument für eine Zinssenkung verstärkt. Die Federal Reserve Bank hat am vergangenen Mittwoch beschlossen die Zinsen konstant zu halten und gleichzeitig die Aussicht auf zwei mögliche Zinssenkungen in diesem Jahr zu erhöhen. Der Patient, in unserem Fall die Wirtschaft, ist noch nicht geheilt. Die Ärzte bzw. die Notenbank-Helden müssen erneut Erste Hilfe leisten, um die Wirtschaft wiederzubeleben.

Wir warten gespannt auf die kommende Woche und vor allem auf den G-20 Gipfel in Osaka, Japan. Seien Sie gespannt auf unseren nächsten Wochenrückblick.

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen





Die Niedrig- Nullzinspolitik bleibt uns lange erhalten | Die Kapitalmärkte im Fokus – Wochenüberblick (15/2019)

Eine unspektakuläre Woche liegt nun hinter uns – zumindest was die Performance an den internationalen Kapitalmärkten angeht. Doch was die Zinspolitik der Notenbanken angeht war die vergangene Woche alles andere als langweilig.

In einem Interview mit The Hill verkündete Larry Kudlow, der Director of the National Economic Council der Vereinigten Staaten und oberster Wirtschaftsberater von Präsident Trump, am vergangenen Donnerstag, dass die US-Notenbank den Leitzins nicht noch einmal erhöhen wird – zumindest nicht zu seinen Lebzeiten. Dabei ist Larry Kudlow nur 71 Jahre jung. Die Fed stellte bei Ihrer März-Sitzung eine längere Zinspause in Aussicht. Wie aus dem Protokoll der Sitzung hervorgeht, sehen die Notenbanker keine Notwendigkeit darin die Zinsen anzuheben noch sie zu senken. Doch die Haltung von Präsident Trump bleibt dieselbe – er fordert Fed-Präsident Powell auf, die Zinsen signifikant zu senken.

Während wir in den USA von einer Niedrigzinspolitik sprechen, befinden wir uns in Europa in der Nullzinspolitik – und so schnell werden wir diese auch nicht los. Am vergangenen Mittwoch hat sich der Rat der European Central Bank (ECB) zu seiner Geldpolitik geäußert. Laut ECB bleiben der Hauptrefinanzierungssatz (Leitzins), der Spitzenrefinanzierungssatz und der Einlagensatz unverändert bei 0 Basispunkte, 25 Basispunkte und minus 40 Basispunkte. In seiner Rede am Mittwoch zeigte sich ECB-Präsident Mario Draghi über das Wachstum in der Währungsunion besorgt. Eine Rezession hält Draghi für unwahrscheinlich. Zum größten Teil ist das schwache Wachstumstempo dem eingebrochenen Welthandel zuzuschreiben, also den Zolldrohungen der USA gegenüber der Europäischen Union und dem Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Es ist wieder soweit – die US-Berichtssaison startet in die heiße Phase. JP Morgan Chase meldet Rekordzahlen was Umsatz (29,9 Mrd. USD) und Gewinn (9,2 Mrd. USD) angeht – weit über die Prognosen der Analysten. Doch die US Tech-Giganten lassen sich noch ein wenig Zeit: Alphabet (29. April), Amazon (25. April), Apple (30. April), Facebook (24. April), Microsoft (24. April), Netflix (16. April).

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Quellen: Bloomberg, Reuters, Guidants, finanzen.net, OnVista, aktuelle Tageszeitungen/ Onlinezeitungen